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Florierendes Geschäft mit BEC-as-a-Service


12,5 Millionen E-Mail-Archivdateien frei zugänglich im Netz
Angebot für Business Email Compromises (BEC) as-a-Service, wobei Finanzabteilungen verstärkt in die Schusslinie geraten

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Digital Shadows entlarvt in einem neuem Report "Pst! Cybercriminals on the Outlook for Your Emails" die unterschiedlichen Methoden bei BEC (Business Email Compromise)-Angriffen. Neben Phising-Angriffen profitieren Cyberkriminellen demnach auch von der großen Menge an öffentlich zugänglichen E-Mail-Posteingängen und Archivdateien. Digital Shadows entdeckte eine Vielzahl an ungeschützten E-Mail-Postfächer von Unternehmen im Netz, darunter 12,5 Millionen E-Mail-Archivdateien (.eml, .msg, .pst, .ost, .mbox), die über falsch konfigurierte rsync-, FTP-, SMB-, S3-Buckets und NAS-Laufwerke öffentlich zugänglich sind. Durch die unsachgemäße Sicherung der Archive legen Mitarbeiter und Auftragnehmer unwissentlich sensible, persönliche und finanzielle Informationen offen.

So fanden die Analysten beispielsweise 27.000 Rechnungen, 7.000 Auftragsbestellungen und 21.000 Zahlungsbelege. Cyberkriminelle nutzen diese Informationen, um über gefälschte E-Mails Kunden und Mitarbeiter dazu zu bewegen, Zahlungen zu tätigen. In anderen Fällen übernehmen die Hacker die Identität des Kontoinhabers und führen von dort ihre Betrugsmaschen aus. Laut FBI beläuft sich der weltweite Schaden von BEC-Angriffe allein in den letzten fünf Jahren auf über 12 Milliarden US-Dollar.

Vor allem Finanzabteilungen in Unternehmen stehen in der Schusslinie: Insgesamt 33.568 E-Mail-Adressen von Finanzmitarbeitern, die über Datenleaks Dritter offengelegt wurden, zirkulieren auf kriminellen Foren und werden dort zum Verkauf angeboten. Bei 83% (27.992) dieser E-Mail-Adressen sind die entsprechenden Passwörtern miterhältlich. Digital Shadows stieß zudem auf Cyberkriminelle, die gezielt geleakte Firmen-E-Mails nach gängige Buchhaltungsdomänen wie "ap@", "ar@", "accounting@", "accountreceivable@", "accountpayable@" und "invoice@" suchten. Diese Zugangsdaten gelten als so wertvoll, dass eine einzige Kombination aus Benutzername und Passwort bis zu 5.000 US-Dollar kostet.

Darüber hinaus stellte Digital Shadows ein florierendes Geschäft mit BEC-as-a-Service fest. Die buchbaren Hackerangriffe sind ab 150 US-Dollar erhältlich und versprechen erste Ergebnisse innerhalb von einer Woche. Alternativ bieten einige Cyberkriminelle als Austausch für den Zugang zu firmeneignenen E-Mail-Accounts auch einen prozentualen Anteil am erbeuteten Umsatz. Digital Shadows gelang es, über den Messaging-Dienst Jabber Kontakt zu einem Cyberkriminellen herzustellen, der gezielt Unternehmen in der Bauindustrie angreift und dabei Vulnerabilities in der E-Mail ausnutzt. Dabei versprach der Anbieter bei einer Zusammenarbeit 20% der erbeuteten Gesamtsumme.

"Phishing ist zwar nach wie vor ein ernstes Problem, es ist aber nicht die einzige Methode, die sich Kriminelle bei BEC-Angriffen zu Nutze machen", erklärt Rick Holland, Chief Information Security Officer bei Digital Shadows. "Millionen von sensiblen Unternehmens, einschließlich E-Mails und Passwörter, sind längst online zu finden. Damit wird es den Cyberkriminellen leicht gemacht, ganze E-Mail-Postfächer und Buchhaltungsdaten aufzuspüren und für ihre Betrugsmaschen zu nutzen. Das Geschäft mit solchen vertraulichen Daten lohnt sich so sehr, dass Cyberkriminelle noch stärker zusammenarbeiten und aktiv nach Partnern suchen, um gezielt Unternehmen ins Visier zu nehmen."

Gänzlich verhindern lassen sich BEC-Angriffe wohl nicht. Trotzdem können Unternehmen interne Sicherheitprozesse verschärfen, um den Zugang auf ihre Daten auf ein Minimum zu beschränken. Digital Shadows empfiehlt dabei sieben Schritte zur Risikominimierung:

>> Regelmäßige Sicherheitsschulungen, um das Bewustsein von Mitarbeitern für BEC zu schärfen.
>> Aufnahme von BEC in Notfällpläne (Incident Response) und in die Geschäftskontinuitätsplanung.
>> Zusammenarbeit mit Anbietern von elektronischen Überweisungssystemen, um manuelle Kontrollen sowie Mehrfachauthentifizierung beim Transfer großer Beträgen einzurichten.
>> Monitoring nach geleakten Unternehmensdaten, insbesondere mit Bezug auf Finanzabteilugnen.
>> Kontinuierliche Überprüfung des digitalen Fußabrucks der Geschäftsführung (z. B. Google Alert), um hoch-personalisierte Angriffe frühzeitig abzufangen.
>> Zuverlässige Absicherung von E-Mail-Archiven.
>> Risiken durch Dritte (z. B. Auftragnehmer, Partner) berücksichtigen, insbesonders bei der Speicherung von E-Mails auf Network Attached Storage (NAS)-Geräten. Empfohlen wird das Hinzufügen eines Passworts, das Deaktivieren von anonymen oder Gast-Zugriffen sowie sichere NAS-Geräte.
(Digital Shadows: ra)

eingetragen: 07.10.18
Newsletterlauf: 07.11.18

Digital Shadows: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

  • DSGVO-Geldstrafen werden Realität

    Unternehmen und Behörden bereiten sich auf ein neues, ereignisreiches Cybersecurity-Jahr vor. Digital Shadows hat vier zentrale Trends für 2019 zusammengefasst. Emotet: Banking-Trojaner wird smarter und gefährlicher Der Banking-Trojaner Emotet gefährdet schon seit Jahren ganze Netzwerke, verbreitet sich rasend schnell über Spam-Emails und hat sich dabei von einer "simplen" Malware zu einem der gefährlichsten Schadprogramme weltweit entwickelt. Ist das System einmal infiziert, lädt Emotet weitere Malware nach - darunter andere Banking Trojaner wie IcedID und Trickbot. Das BSI meldete erst im Dezember einen signifikanten Anstieg entsprechender Angriffe in Deutschland.

  • Zahl der Datenschutzverletzungen wächst

    Während Gruppen mit Beziehungen zum Terrorismus Firmen und Einzelpersonen schon über Jahre hinweg ins Visier genommen haben, ist 2019 vermutlich mit weitaus zerstörerischeren Angriffen zu rechnen. Statt mithilfe von Ransomware in Systeme einzubrechen, werden die Angreifer neue Tools für schwerwiegende Angriffe nutzen, die sich ganz gezielt gegen bestimmte Personen oder Unternehmen richten. Das können Angriffe auf die Datenintegrität sein, die Rechner so nachhaltig schädigen, dass die Hardware ausgetauscht werden muss, bis hin zu physischen Attacken bei denen beispielsweise Drohnen eingesetzt werden (wie etwa im August dieses Jahres in Venezuela). Die Angriffsflächen werden sich weiter vergrößern und Cyberkriminelle werden darin ihren Vorteil suchen. Unternehmen müssen die Konsequenzen ziehen und genau analysieren wo ihre potenziellen Angriffsflächen und -ziele liegen. Und sie müssen mehr denn je potenzielle Risiken bereits vorausschauend erkennen, wenn sie Angriffe verhindern wollen.

  • Acht Cybersecurity-Trends für 2019

    LogRhythms Vice President und Managing Director EMEA, Ross Brewer, wagt erneut einen Blick in die Glaskugel und prognostiziert weltweite Trends für 2019 wie wirksam eingesetzte Cyberspionage aus China, der weiter ansteigende Fachkräftemangel in Deutschland und die Balkanisierung in den USA in Hinblick auf Cybersecurity-Verordnungen. Eine Cyberattacke auf ein Auto wird jemandem das Leben kosten. Wir haben bereits gesehen wie Hacker aus der Ferne einen Jeep auf der Landstraße zum Erliegen bringen, Sicherheitsfunktionen wie Airbags und Antiblockiersysteme deaktivieren und sich ins Bluetooth eines Autos sowie in die OnStar-Funktionen hacken. Da Autos immer vernetzter sind und sich autonomes Fahren stets weiterentwickelt, werden Hackern immer mehr Möglichkeiten geboten, erheblichen Schaden anzurichten.

  • Diese Cyber-Sicherheitstrends erwarten uns in 2019

    In ihrem neuen McAfee Labs Threats Predictions Report identifiziert das Sicherheitsunternehmen McAfee die wichtigsten Trends, die 2019 die Welt der Cyber-Kriminalität prägen werden. Die Forscher von McAfee erwarten, dass Malware-as-a-Service den Markt für das Outsourcing von Angriffen und die Entwicklung immer innovativeren und agileren Angriffsmethoden weiterhin stärken wird. So werden Cyber-Kriminelle hauptsächlich Unternehmensdaten, Smart Home-Geräte, die Cloud, Mobiltelefone aber auch Soziale Medien verstärkt ins Visier nehmen. "Im Jahr 2018 erlebten wir eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Cyber-Kriminellen im Untergrund", sagt Raj Samani, Chief Scientist bei McAfee. "Diese kollaborative Mentalität der Hacker steigert die Effizienz der eingesetzten Technologien sowie Taktiken und ermöglicht dadurch eine organisierte und agile Vorgehensweise bei Cyber-Angriffen. Gleichzeitig erwarten wir aber auch, dass sich vermehrt Cyber-Sicherheitsallianzen in 2019 herausbilden werden, die gezielt gegen Angriffe aus dem Untergrund vorgehen."

  • Kaufen Sie nicht den Hype

    Kunden werden was ihr ganz persönliches Einkaufserlebnis anbelangt immer anspruchsvoller. Händler tun folglich alles, um für die bevorstehende Feiertagssaison sämtliche Möglichkeiten auszureizen. Ladenlokale werden digitaler und vernetzter sein als je zuvor und Online-Shoppern wird eine Einkaufserfahrung geboten, die mit dem des stationären Handels vergleichbar ist. Das ist auf den ersten Blick erfreulich. Allerdings hat diese Entwicklung einige unerwünschte Nebenwirkungen in punkto Sicherheit. Händler setzen sich neuen Sicherheitsrisiken aus, zumal wenn wir über die Weihnachtszeit hinaus bis ins folgende Jahr 2019 weiterdenken. Technologien, die Komfort versprechen und bequem sind, setzen Verbraucher und Händler gleichermaßen erhöhten Risiken aus. Dessen sollte sich die Branche bewusst sein.