- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Heimliches Schürfen von Kryptowährung


Schattenseiten von Bitcoin, Ether & Co.: Toppt 2018 das "Jahr der virtuellen Bankräuber"?
Seit 2011 konnten Cyberkriminelle fast eine Million Bitcoin erbeuten – sie wären heute etwa vier Milliarden US-Dollar wert

- Anzeigen -





Das Jahr 2017 war für Kryptowährungen turbulent: Bitcoin, Ether und Co. erlebten einen Boom wie noch nie zuvor. Doch mit dem steigenden Wert und der Beliebtheit von virtuellen Währungen wuchs auch die Gier von Cyberkriminellen: Sie nutzten zunehmend ausgefeilte Methoden und erbeuteten damit Kryptowährungen im Wert von Millionen. Der europäische Security-Hersteller Eset zeigt in einer Bestandsaufnahme, welche Taktikten die Hacker dazu nutzten, 2017 zum "Jahr der virtuellen Bankräuber" zu machen – und wirft einen Blick auf das, was in diesem Jahr auf Nutzer von Kryptowährungen zukommen könnte.

Zahlreiche Angriffsstrategien
Seit 2011 konnten Cyberkriminelle fast eine Million Bitcoin erbeuten – sie wären heute etwa vier Milliarden US-Dollar wert. Neben Online-Crypto-Wallets nahmen Angreifer 2017 auch regelmäßig Kryptowährungshandelsbörsen mit DDoS-Attacken ins Visier und attackierten Insider und Investoren. Dafür griffen sie unter anderem auf Social Engineering wie Phishing und Fake-Apps zurück. Ein bekanntes Beispiel hierfür war die Android-Anwendung Poloniex, die gleich zweimal durch Login-Daten stehlende Fake-Apps im Google Play Store nachgeahmt wurde.

Eine weitere beliebte Taktik war das heimliche Schürfen von Kryptowährung durch schädliche Krypto-Mining-Software in den Webbrowsern ahnungsloser Nutzer. In einem Fall griffen Cyberkriminelle etwa auf den In-Browser Mining Service von Coinhive zurück. Eigentlich soll dieser Service Webseiten-Betreibern eine andere Methode (als herkömmliche Werbung) der Umsatzgenerierung eröffnen. In der Praxis konnte das jedoch dazu missbraucht werden, ungenutzte Prozessorleistung der Webseitenbesucher für das Schürfen von Kryptowährung einzusetzen.

Neben direkten Angriffen und Diebstählen machten sich Hacker virtuelle Währungen auch für andere Cyberverbrechen zunutze: Sie wurden beispielsweise bei Ransomware-Attacken und Betrugsmaschen als Lösegeld verlangt. Damit wurde Bitcoin zu einem der wichtigsten Instrumente für Verbrechen im Internet, so die europäische Polizeibehörde Europol in ihrem Bericht Internet Organised Crime Threat Assessment (IOCTA) von 2017.

Staaten reagieren mit Regulierungen und eigener Kryptowährung
Diese Betrugsmaschen sowie mangelnde Regulierungen haben staatliche Institutionen in verschiedenen Ländern zum Handeln bewogen. Zu den Ländern, die Kryptowährungen beobachten möchten oder das bereits tun, zählen schon heute Japan, China, USA, Südkorea, Australien und Russland. Auch die EU hat im Dezember einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan, der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bekämpfen soll. Gleichzeitig planen weitere Staaten in die noch unbekannten Gewässer der staatlich gestützten Kryptowährungen einzutauchen.

Achtsamkeit ist geboten
"Kryptowährungen haben 2017 einiges abbekommen. Das lässt erst einmal nichts Gutes für das neue Jahr erhoffen", erklärt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset. "Doch die zahlreichen Vorfälle bedeuten auch, dass der Cybersicherheit von virtuellen Währungen nun – zu Recht – mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auf unsere echte Brieftasche passen wir schließlich auch gut auf – genauso sollten Nutzer ihre Crypto-Wallets mit starken Passwörtern, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Ablage in verschlüsselten Systemen schützen."

Das Angebot an Kryptowährungen kann besonders für Einsteiger unübersichtlich wirken. Nutzer sollten deshalb immer genau hinschauen: Betrüger schlagen nicht nur per Hacking und Malware zu, sondern auch durch Phishing-Mails oder gefälschte Apps, die immer wieder im Google Play Store zu finden sind. Wie bei anderer Software auch sollten Nutzer Apps daher vom offiziellen Anbieter herunterladen oder den Link des Anbieters von seiner Webseite in den jeweiligen App-Store benutzen.
(Eset: ra)

eingetragen: 10.02.18
Newsletterlauf: 23.03.18

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Trends 2019: Fünf Empfehlungen für IT-Entscheider

    Jeder Geschäftsprozess, die Arbeit von Mitarbeitern, die Interaktion mit Kunden, hinterlassen heute Datenspuren. Von Menschen und Maschinen erzeugte, digitale Daten wachsen zehnmal schneller als herkömmliche Geschäftsdaten, maschinell erzeugte Daten - isoliert betrachtet - sogar 50mal schneller. Gleichzeitig werden Geschäftsprozesse durch Digitalisierung flexibler, die betriebliche Effizienz steigt. Wollen Unternehmen in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und ihren Kunden zuverlässige sowie innovative Serviceleistungen anbieten, wird intelligentes Datenmanagement unverzichtbar.

  • Ausbau der IT-Infrastruktur mit Edge-Rechenzentren

    Rittal stellt fünf Trends rund um die Cloud- und Rechenzentrumsindustrie vor, die IT-Manager im Jahr 2019 auf ihrer Agenda haben sollten. Ohne Assistenzsysteme mit künstlicher Intelligenz (KI) werden IT-Experten im Rechenzentrum bald nicht mehr in der Lage sein, große, komplexe IT- Systeme ausfallsicher zu betreiben. Laut IDC sollen bis 2022 bereits 50 Prozent der Komponenten in großen Rechenzentren über integrierte KI-Funktionen verfügen und autonom arbeiten. Um diese Entwicklung zu unterstützen, müssen IT-Administratoren Predictive Analytics und Machine Learning zur Optimierung des IT-Betriebs einsetzen. Diese Werkzeuge liefern beispielsweise vorausschauende Störungsprognosen und unterstützen eine optimierte Lastverteilung, sodass Unternehmen die Hochverfügbarkeit der IT-Umgebung absichern können.

  • IoT-Botnetze werden sich deutlich ausbreiten

    Neue Sicherheitsvorfälle in großem Ausmaß werden die Sicherheitsbranche dazu bringen, das allgemeine Problem mit Benutzernamen und Passwörtern zur Anmeldung für Online-Services anzugehen. Das prognostiziert Malwarebytes. Es existieren bereits heute vielfältige Lösungen zur Absicherung von Anmelde-Vorgängen: asymmetrische Kryptographie, Biometrie, Blockchain, Hardwarelösungen etc, allerdings konnte sich die Cybersicherheitsbranche bisher nicht auf einen gemeinsamen Standard zur Lösung des Sicherheitsproblems einigen. Im Jahr 2019 werden wir uns verstärkt darum bemühen, klassische Passwörter vollständig zu ersetzen. IoT-Botnetze werden sich deutlich ausbreiten. In der zweiten Jahreshälfte 2018 erkannte Malwarebytes mehrere tausend MikroTik-Router, die gehackt wurden, um Coin Miner zu implementieren.

  • Internet der Dinge (IoT) im Fadenkreuz

    Ransomware stand jahrelang an der Spitze der von Cyberkriminellen meistgenutzten Angriffswerkzeuge. Kurzzeitig hatte sie ihre Spitzenposition in der ersten Jahreshälfte 2018 an Kryptojacker verloren, steht zum Ende des Jahres nun aber wieder an der Spitze. Das Geschäftsmodell ist für Cyberkriminelle also weiterhin sehr profitabel. Die Securityexperten von Bitdefender wagen jährlich im Dezember eine Prognose zu den Gefahren im Internet des kommenden Jahres. Dies sind die Top Ten des Bitdefender-Teams zu den Cyberbedrohungen 2019.

  • Neue Einsatzszenarien für Blockchain

    Cisco Systems stellte auf Basis aktueller Studien die wichtigsten IT-Trends für das Jahr 2019 vor. Dazu zählen der Durchbruch von KI/ML, explodierender Internet- und Mobile-Traffic, der zunehmende Einsatz von Blockchain sowie neuartige Unternehmensnetze. In diesem Jahr standen im IT-Bereich die effiziente Datennutzung, die Optimierung und Verwaltung von Multicloud-Umgebungen sowie eine umfassende Sicherheitsarchitektur im Vordergrund. 2019 ändert sich an diesen Schwerpunkten nur wenig. Sie werden sich aber weiterentwickeln und gleichzeitig mit neuen Ansätzen erweitert. So müssen Unternehmen noch schneller Prozesse digitalisieren und neue Technologien nutzen.