- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Man-in-the-Middle-Angriffe im IoT


Gefahren im Internet der Dinge (IoT): Die beste Möglichkeit, einen Man-in-the-Middle-Angriff zu verhindern ist es starke Verschlüsselung zwischen Client und Server zu verwenden
Beim Man-in-the-Middle-Konzept fängt ein Angreifer oder Hacker die Kommunikation zwischen zwei Systemen ab

(19.04.16) - Was versteht man unter einer Man-in-the-Middle-Bedrohung? Lea Toms, Marketing Manager bei GlobalSign erläutert das Konzept eines Man-in-the-Middle-Angriffs und gibt Empfehlungen, was man dagegen tun kann. Beim Man-in-the-Middle-Konzept fängt ein Angreifer oder Hacker die Kommunikation zwischen zwei Systemen ab. Das ist deshalb so gefährlich, weil sich der Angreifer als der ursprüngliche Absender ausgibt und vor allem die ursprüngliche Mitteilung kennt. Das Opfer geht dann unter Umständen immer noch davon aus eine legitime Nachricht erhalten zu haben.

Im Internet der Dinge kann man sich beispielsweise folgendes Szenario vorstellen: Ein Angreifer fälscht Temperaturdaten eines Überwachungsgeräts, um ein Maschinenteil so zu überhitzen, dass dadurch die Produktion lahmgelegt wird. Neben Unannehmlichkeiten führt das zu materiellen und finanziellen Schäden innerhalb der betrieblichen Organisation.

Aktuelle Man-in-the-Middle-Angriffe
Es sind bereits Fälle vorgekommen, bei denen Hacker verbundene Geräte wie Smart Cars angegriffen haben. Vor kurzem wurden mehrere Klagen gegen große Automobilhersteller eingereicht, dass Autos aufgrund fehlender und geeigneter Sicherheitsmaßnahmen angreifbar seien. Beispielsweise wurde im Juli 2015 ein Jeep Cherokee gehackt, was zu einer großen Rückrufaktion der Chrysler Corporation führte. Wenn wichtige Sicherheitsmaßnahmen nicht eingebaut und getestet werden, können Hacker möglicherweise auf Grundfunktionen der Fahrzeuge zugreifen und diese kontrollieren, wie z.B. Bremsen, Lenken und Gas geben. Ein "Connected Car" kann also mit mehreren Netzwerken verbunden sein, z.B.:

Cellular
V2V/V2I/V2X
Bluetooth
WLAN
Wired Automotive Ethernet

In der gleichzeitigen Verbindung mit mehreren Netzwerken liegt eine weitere Gefahr. Jede einzelne dieser Verbindungen muss abgesichert sein. Das funktioniert nur mit mehreren Sicherheitsebenen.

Wollen Fahrzeughersteller die Risiken minimieren, liegt der Schlüssel also in einem mehrschichtigen Sicherheitskonzept, dazu gehören z.B. mobile Authentifizierung oder Geräte-Authentifizierung und sichere End-to-End-Netzwerksicherheit, Kryptografie oder SSL-Verschlüsselung im CAN (Control Area Network) des Fahrzeugs. SSL-verschlüsselte Daten, die zwischen dem CAN eines Fahrzeugs und drahtlosen oder verkabelten Verbindungen ausgetauscht werden, machen es Hackern sehr viel schwerer.

Allein die Möglichkeit Fahrzeuge auf diese Art zu hacken ist ein offensichtlicher Grund zur Besorgnis. Man sollte aber auch scheinbar harmlosen Geräten wie einem "intelligenten Kühlschrank" dasselbe Maß an Aufmerksamkeit widmen. Der Gedanke, dass ein Hacker die Kontrolle über einen Kühlschrank übernimmt ist eventuell weniger erschreckend, als dass er ein Smart Car übernimmt. Aber alle verbundenen "Dinge" fungieren potenziell als Zugang zu sensiblen und persönlichen Informationen. Ein gutes Beispiel dafür ist die vor kurzem aufgedeckte Man-in-the-Middle-Verwundbarkeit eines "intelligenten Kühlschranks” von Samsung, der dem Hacker den Zugang zu verknüpften Gmail-Login-Daten ermöglichte. Und da immer noch die Mehrzahl der User identische Passwörter für mehrere Konten verwendet, hätte der Hacker mit nur einer einzigen Information leicht auf weitere Konten zugreifen können.

Man-in-the-Middle-Angriffe verhindern

Digitale Zertifikate für "Dinge"
Die beste Möglichkeit, einen Man-in-the-Middle-Angriff zu verhindern ist es starke Verschlüsselung zwischen Client und Server zu verwenden. In diesem Fall authentifiziert der Server die Anfrage eines Clients durch die Vorlage und Validierung eines digitalen Zertifikats. Erst dann wird die Verbindung hergestellt.

IoT-Anbieter sollten schon bei der Herstellung an Identität und Authentifizierung denken, und nicht erst, wenn ein Gerät bereits marktreif ist. Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff geht es nur darum, gefälschte Informationen zu senden und sich gegenüber einem anderen Gerät oder einer Person als ein Gerät auszugeben. Man muss also nachweisen, dass Geräte und Personen wirklich die sind, für die sie sich ausgeben, wenn sie miteinander kommunizieren.

Digitale Zertifikate sind eine Möglichkeit des Identitätsnachweises, der auf jedem Gerät installiert werden kann. Eine Schwierigkeit liegt darin, dass eine Herstellerfirma Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen von Zertifikaten für Geräte ausstellen und die Ausstellung, den Widerruf und Lebenszyklus jedes dieser Zertifikate verwalten muss. Eine von einer Zertifizierungsstelle wie z.B. GlobalSign bereitgestellte Management-Lösung kann auch große Mengen von Zertifikaten in der Cloud verwalten, ein Verfahren mit dem Hersteller Zeit und Geld sparen.

Digitale Zertifikate für VPNs
Eine andere Methode, um einen Man-in-the-Middle-Angriff zu verhindern, ist es, ein verschlüsseltes Virtual Private Network (VPN) zu verwenden. Ein VPN ist ein Kommunikationstunnel zwischen zwei oder mehr Geräten. Um diesen Tunnel zu sichern, können Sie alles verschlüsseln was in den Tunnel hinein- und wieder hinausgeht. So verschlüsselt, kann ein potenzieller Angreifer die Daten beim Abhören der Kommunikation nicht lesen. In diesem Fall benötigt das VPN ein digitales Zertifikat und alle Geräte, mit denen es kommuniziert, benötigen ein Zertifikat mit einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Bei der Kommunikation werden die erforderlichen Schlüssel in einem Handshake ausgetauscht und alle Daten bleiben verschlüsselt, bis sie ihren endgültigen Bestimmungsort erreicht haben.
(GMO GlobalSign: ra)

GMO GlobalSign: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Einsatz von KI in Sicherheitsprodukten

    Anbieter von Sicherheitssoftware vermarkten den Einsatz von KI in ihren Produkten als technologischen Fortschritt. Dabei haben sie gar keine Wahl: Cyberkriminelle geben den Takt vor und werden immer mächtiger. Schuld ist der konzeptionelle Ansatz einer ganzen Branche, analysiert Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium. Tatsächlich befinden sich Cyberkriminelle im Kampf um die Sicherheitshoheit seit jeher im Vorteil. Sie unterliegen keinen Organisationszwängen, sind schnell, per Definition skrupellos und geben mit immer fortschrittlicheren Attacken den Takt vor. Anbieter von Sicherheitssoftware können neuartige Angriffe nicht antizipieren und müssen reagieren; bis aber angepasste Abwehrmaßnahmen entwickelt und am Ende von ihren Unternehmenskunden produktiv eingesetzt werden, ist es meist schon zu spät. Dann beginnt der Kreislauf wieder von vorne.

  • Virtualisierung wird zum Retter der IT

    Sicherheitsvorfälle sind weiter an der Tagesordnung und klassische Sicherheitsmaßnahmen haben mehr als einmal versagt. Einen Ausweg aus dem Sicherheitsdilemma bieten Virtualisierungslösungen, meint Bromium. Noch vor wenigen Jahren schien es undenkbar, dass eine Bank ihre auf Mainframes angesiedelten unternehmenskritischen Kernapplikationen auch auf virtuellen Servern betreibt. Heute bilden virtuelle Infrastrukturen im Bankenumfeld keine Ausnahme mehr. Die Entwicklung weg von physischen Infrastrukturen hin zu virtuellen Architekturen zeigt sich in der gesamten IT. So ist die Virtualisierung im Server- und Storage-Bereich bereits der Standard. Der Virtualisierungstrend erfasst aber nicht nur Server- und Storage-Landschaften, sondern seit geraumer Zeit auch Applikationen, Netzwerke und sogar einzelne Netzwerkfunktionen. Und aktuell setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Virtualisierung gerade auch hinsichtlich der IT-Sicherheit entscheidende Vorteile bringt.

  • Diebstahl von Passwörtern

    Der Diebstahl von Passwörtern geschieht nicht nur durch Software und Social Engineering - es kann auch schon eine Wärmebildkamera ausreichen, die kostengünstiger und somit für Cyberkriminelle immer interessanter wird. Laut einer Untersuchung von Wissenschaftlern der University of California reichen die Wärmespuren (Heat Traces) auf handelsüblichen Tastaturen aus, um Passwörter abzugreifen. Nach Einschätzung der Forscher sind besonders leicht Eingaben von Nutzer des Zwei-Finger-Suchsystems auslesbar. Diese ungewöhnliche Methode des Passwortknackens könnte im Bereich Cyber- und Industriespionage zum Tragen kommen.

  • Lösegeld-Flatrate für Unternehmen

    WannaCry hat Ransomware zu einer besonders zerstörerischen Dimension verholfen. Mit WannaCrypt erscheint nun eine neue Variante der Erpressungssoftware: Zahlt, dann bleibt ihr verschont. Sophos gibt eine Einschätzung und Tipps zum Umgang mit Ransomware. Gibt es Schlimmeres als einen Ransomware-Angriff, der sämtliche Dateien zerhackt und Geld fordert, damit der Computer wieder befreit wird? WannaCry hat der Ransomware-Gefahr eine ganz neue Dimension verliehen, indem es den Prozess der Datenzerstörung mit einem selbst verbreitenden Computer-Virus kombinierte. Als Ergebnis konnte WannaCry sich automatisch ins eigene Netzwerk einschleichen und hatte das Potenzial, Hunderte oder sogar Tausende PCs in einer einzigen Attacke zu zerlegen - auch wenn nur ein einziger Nutzer einen Anhang mit derartiger Sprengladung öffnete oder eine Datei von einer infizierten Webseite downloadete.

  • Hacker-Angriffe: Weiterhin Handlung

    Fragen Sie sich doch einmal selbst: Würden Sie eher die E-Mail-Nachricht eines Prinzen aus Nigeria öffnen, der Sie um Hilfe bittet, oder die, bei der Sie einfach nur "hier klicken" müssen, um kostenlose Tickets zur Fußballweltmeisterschaft zu erhalten? Cyberkriminelle halten immer Ausschau nach günstigen Gelegenheiten, um Verbraucher zu täuschen. Wenn große Datenpannen bekannt werden, versenden sie zum Beispiel oft Sicherheitsmeldungen, die die Empfänger dazu auffordern, ihre Daten zu sichern. Oder sie verschicken Links zu meist unvorteilhaften und daher für eine Veröffentlichung gesperrte Fotos von Prominenten.