- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Mamba & PetrWrap mit eigener Handschrift


Gezielte Ransomware-Attacken gegen Unternehmen
Kaspersky Lab identifiziert acht auf Cybererpressung spezialisierte Gruppen

- Anzeigen -





Nach Einschätzung der Experten von Kaspersky Lab gibt es im Bereich Ransomware (Erpressungssoftware) einen alarmierenden Trend. Immer mehr Cyberkriminelle richten ihre Erpresser-Angriffe nicht mehr gegen Heimanwender, sondern bedrohen gezielt einzelne Unternehmen. Kaspersky Lab konnte acht verschiedene Gruppen ausmachen, die weltweit vor allem Finanzinstitutionen mit Krypto-Ransomware (Verschlüsselungssoftware) angreifen. Dabei kommt es in Einzelfällen zu Lösegeldforderungen in Höhe von mehr als einer halben Million US-Dollar.

Zu den acht identifizierten Gruppen gehören die Autoren der PetrWrap-Malware, die sich weltweit gegen Finanzinstitute richtet, die berüchtigte Mamba-Gruppe sowie sechs weitere namenlose Gruppen. Die auf Ransomware spezialisierten Akteure haben es verstärkt auf Unternehmen abgesehen, nachdem sie zuvor Heimanwender attackiert und dabei auch Affiliate-Programme genutzt hatten. Der Grund für die Neuausrichtung: die zu erwartende Schadenshöhe für den laufenden Geschäftsbetrieb nach einem Ransomware-Angriff erhöht die Bereitschaft von Unternehmen, das geforderte Lösegeld zu bezahlen. Für Cyberkriminelle sind derartige Angriffe lukrativer als Massenangriffe auf Heimanwender.

Bei ihren Attacken gehen alle Gruppen ähnlich vor. Über Server-Schwachstellen oder Spear-Phishing-E-Mails wird die Malware in die Unternehmensnetzwerke eingeschleust. Sie versucht sich dort dauerhaft festzusetzen und sucht nach geschäftsrelevanten Datenressourcen, die dann verschlüsselt werden. Für die Entschlüsselung wird Lösegeld verlangt.

Manche Gruppen zeichnen sich auch durch eigene Vorgehensweisen aus. So nutzt etwa die Mamba-Gruppe eine eigene Verschlüsselungs-Malware auf Basis der Open-Source-Software DiskCryptor; die Entschlüsselungssoftware wird mit Hilfe eines legitimen Programms für Windows Remote Control installiert. Dieses Vorgehen ist für die Sicherheitsfachleute der Unternehmen nur schwer zu erkennen. In manchen Fällen beträgt die Lösegeld-Forderung pro Endgerät ein Bitcoin, was etwa der Summe von knapp 1.000 Euro entspricht (Stand Ende März 2017).

Auch PetrWrap nutzt eigene Tools und setzt sich bis zu sechs Monate lang im Netzwerk fest. Diese Ramsomware-Angriffe richten sich vorwiegend gegen Großunternehmen mit vielen Netzknoten.

"Wir müssen darauf gefasst sein, dass gezielte Ransomware-Attacken auf Unternehmen weiter zunehmen und zu nennenswerten Schäden führen werden", prognostiziert Anton Ivanov, Senior Security Researcher, Anti-Ransom, bei Kaspersky Lab. "Dieser Trend ist alarmierend, weil die Akteure ihren Kreuzzug gegen neue und finanzkräftige Opfer gerade erst begonnen haben. Es gibt da draußen noch sehr viel mehr potenzielle Opfer, für die
Angriffe mit Ransomware noch verheerendere Folgen haben könnten."

Organisationen sollten daher die folgenden Empfehlungen berücksichtigen:
• >> Daten mit regelmäßigen Backups sichern, so dass sich Dateien im Notfall wiederherstellen lassen.

• >> Eine Sicherheitslösung einsetzen, die mit verhaltensbasierter Erkennung arbeitet. Malware, inklusive Ransomware, kann dann rechtzeitig durch ihr Verhalten als solche erkannt werden. So lassen sich auch noch unbekannte Samples identifizieren.

• >> Die Website NoMoreRansom.org hilft Opfern von Ransomware, Daten auch ohne Lösegeldzahlung zurück zu bekommen.

• >> Jede installierte Software auf Endpoints, aber auch auf Netzknoten und Servern, sollte geprüft werden und immer auf dem neuesten Stand sein.

• >> Security-Assessments (zum Beispiel Sicherheits-Audits, Penetrationstests oder Gap-Analysen) können Schwachstellen identifizieren und schließen. Haben externe Lieferanten und Dritte Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk, sollten deren Sicherheitsrichtlinien ebenfalls überprüft werden.

• >> Das Fachwissen beziehungsweise die Intelligence externer Sicherheitsanbieter unterstützten Organisationen bei der Prognose zukünftiger Angriffe.

• >> Speziell die Mitarbeiter im operativen Bereich und alle Ingenieure im Unternehmen sollten sensibilisiert werden und über aktuelle Ransomware-Gefahren Bescheid wissen.

• >> Und nicht zuletzt muss eine wirksame Sicherheitsstrategie Angriffe abwehren können, bevor Malware kritische Firmenressourcen überhaupt erreichen kann.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 21.04.17
Home & Newsletterlauf: 16.05.17


Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -



Meldungen: Hintergrund

  • Black Hats sind die Bösen, die Cyberkriminellen

    Malwarebytes hat in ihrer weltweiten Studie "White Hat, Black Hat und das Aufkommen von Gray Hat - die tatsächlichen Kosten von Cyber-Kriminalität" unter anderem auch herausgefunden, dass Sicherheitsexperten in Deutschen Unternehmen im Vergleich unterbezahlt sind. Für viele Hacker ein Grund, sich der scheinbar lukrativeren Cyberkriminalität zuzuwenden. In einem aktuellen Hintergrundbericht zu Black Hats (Cyber-Kriminellen) wirft Malwarebytes einen detaillierten Blick auf Gründe, die Cyber- und Sicherheitsexperten auf die "dunkle Seite" ziehen.

  • Cyber-Sicherheit: Der Mensch als Schlüsselfaktor

    Jeder sechste Mitarbeiter würde auf eine gefälschte E-Mail der Chefetage antworten und sensible Unternehmensinformationen preisgeben. Das hat eine Befragung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ergeben. Informationen über Zuständigkeiten im Unternehmen, zur Zusammensetzung von Abteilungen, internen Prozessen oder Organisationsstrukturen, die über das sogenannte Social Engineering gewonnen werden, sind für Cyber-Kriminelle wertvolle Grundlage zur Vorbereitung von gezielten Angriffen auf das Unternehmen.

  • Es gibt auch schlechte KI-Modelle

    Kaum ein Thema wird derzeit so stark diskutiert und vorangetrieben wie Künstliche Intelligenz. Fast jede IT-Sicherheitslösung schmückt sich damit, dass sie "Methoden der Künstlichen Intelligenz" zur Erkennung bisher unbekannter Bedrohungen einsetzt. Manch einer verkündet gar das Ende aller anderen Sicherheitskomponenten. Plausibel? Oder gefährlicher Übereifer? Sophos-Security-Spezialist Michael Veit ordnet die bisherigen Erkenntnisse zu Künstlicher Intelligenz in Security-Systemen ein und stellt das Postulat für eine moderne, sichere IT-Struktur auf.

  • SSL-Verschlüsselung jenseits der DSGVO

    Um die gesetzlichen Vorgaben aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzuhalten, ist SSL-Verschlüsselung zum Muss geworden. Sie lohnt sich jedoch auch abseits der europäischen Richtlinie: Neben einem positiven Einfluss auf das Google-Ranking und dem gewonnenen Vertrauen von Seitenbesuchern investieren Website-Betreiber auch in die eigene Sicherheit. Obendrein macht die Darstellung der verschiedenen Browser SSL-Verschlüsselung zu einem echten Gewinn - darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW GROUP (www.psw-group.de) aufmerksam.

  • Einsatz von KI in Sicherheitsprodukten

    Anbieter von Sicherheitssoftware vermarkten den Einsatz von KI in ihren Produkten als technologischen Fortschritt. Dabei haben sie gar keine Wahl: Cyberkriminelle geben den Takt vor und werden immer mächtiger. Schuld ist der konzeptionelle Ansatz einer ganzen Branche, analysiert Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium. Tatsächlich befinden sich Cyberkriminelle im Kampf um die Sicherheitshoheit seit jeher im Vorteil. Sie unterliegen keinen Organisationszwängen, sind schnell, per Definition skrupellos und geben mit immer fortschrittlicheren Attacken den Takt vor. Anbieter von Sicherheitssoftware können neuartige Angriffe nicht antizipieren und müssen reagieren; bis aber angepasste Abwehrmaßnahmen entwickelt und am Ende von ihren Unternehmenskunden produktiv eingesetzt werden, ist es meist schon zu spät. Dann beginnt der Kreislauf wieder von vorne.