- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

2017: Gezielte Angriffe auf mobile Geräte


China ist seit langem der Ursprung eines Großteils der Android-Malware, die wir sehen
Die größten mobilen Bedrohungen in 2016 und 2017

- Anzeigen -





Das Jahr 2016 bescherte uns einen regelrechten Sturm an Hacks und mobilen Bedrohungen, welche die sensiblen Unternehmensdaten gefährdeten. Vom DNC-E-Mail-Leck bis zu den 1,4 Milliarden Android-Anwendern, die von einer TCP-Sicherheitslücke betroffen waren, ist unsere Mobile-First-Welt gefährdeter als je zuvor. Während sich ein durchschnittliches Unternehmen nicht vorstellen kann, dass es wegen eines Sicherheitsvorfalls in die Schlagzeilen gerät, lautet die Frage ohne entsprechende Vorsorgemaßnahmen nicht "ob", sondern "wann" dies tatsächlich geschieht. Um sicher zu bleiben, ist es für Unternehmen wichtig, sowohl zurückzublicken und zu verstehen, woher die großen Risiken und Bedrohungen von außen kamen, als auch vorauszudenken und sich darauf vorzubereiten, was ihr Geschäft wahrscheinlich als nächstes verändern und beeinflussen wird. Mike Murray, Vice President Security Research bei Lookout, zieht Bilanz und liefert Prognosen für das neue Jahr.

Wenn wir etwas im Jahr 2016 gelernt haben, dann das: Die mobilen Bedrohungen verschwinden nicht, sondern nehmen zu, vervielfachen sich und werden komplexer. Ich erwarte, dass einige neue Trends und Muster in diesem Jahr auftauchen werden, auf die sich Sicherheitschefs (Chief Information Security Officer) vorbereiten müssen. Hier ein Blick auf einige der größten Bedrohungen, die 2016 entdeckt wurden, und wie diese Bedrohungen in 2017 aussehen werden.

2016: Entdeckung von Pegasus
Jeder gezielte Angriff ist für Unternehmen Anlass zur Besorgnis. Die Spionagesoftware Pegasus steht ganz oben auf der Liste der größten mobilen Bedrohungen im Jahr 2016. Pegasus, eine iOS-Bedrohung, die drei Zero-Day-Schwachstellen ausnutzte, die wir "Trident" nannten, rootete unbemerkt die Geräte der Opfer und startete die Bespitzelung. Dies ermöglichte es Hackern, auf Nachrichten, Anrufe, E-Mails, Protokolle und vieles mehr von Apps wie Gmail, Facebook, Skype, WhatsApp, Viber, FaceTime oder Kalender zuzugreifen. Pegasus ist eine der ausgeklügelsten Bedrohungen, die jemals auf einem Endgerät zu sehen war, denn sie zog einen Vorteil daraus, wie tief mobile Geräte in unserem Leben verwurzelt sind. Von WLAN-Verbindungen und GPS bis hin zu Passwörtern, E-Mails und Kontaktlisten – alles nutzen wir in einem einzigen Endgerät.

2017: Gezielte Angriffe auf mobile Geräte
Nationalstaatliche Angreifer zielen bereits seit langem darauf ab, PCs und Server von Unternehmen und Regierungsstellen auszuspionieren. Da diese immer mobiler werden und die zwei-Wege-Authentifizierung über das mobile Endgerät an Bedeutung gewinnt, wird die Endpunkt-Sicherheit sogar noch wichtiger. Alle bedeutenden nationalstaatlichen Angreifer haben es auf mobile Geräte abgesehen, um Zugang zu wichtigen Werten zu erhalten.

2016: Rooting Malware-Bedrohung
Rooting-Malware ist nicht neu, aber 2016 blieb ein beliebtes Jahr für diese Taktik. Mit dem Root-Zugriff, also dem Zugriff auf die Systemrechte, haben Malware-Autoren einen größeren Einfluss auf ein Gerät und können Probleme verursachen, die von lästiger Adware bis zu bösartiger Spyware reichen, was besorgniserregend für jede Privatperson oder jedes Unternehmen ist, die sensible Daten schützen wollen. Zu den bedeutendsten Beispielen aus dem Jahr zählen LevelDropper und Shedun, die zeigen, wie diese Bedrohungen zunehmen und sich weiterentwickeln.

LevelDropper war eine brandneue Familie, die im Google Play Store gefunden wurde. Sie zeigt, dass selbst Apps aus scheinbar seriösen Quellen Risiken darstellen können. LevelDropper rootete Smartphone-Systeme und ludt danach gefährliche Anwendungen auf die Geräte der Opfer.

Die große Malware-Familie Shedun ist dafür bekannt, sich als seriöse Apps wie Facebook, Twitter, WhatsApp und Unternehmens-Single-Sign-On-App von Okta auszugeben. Diese Familie wurde ursprünglich im Jahr 2015 entdeckt. Sie erlebte aber ein beachtliches Wiederaufflammen, als die Malware-Autoren neue Varianten unter dem Namen Hummingbad oder Hummer veröffentlichten. Das zeigt, dass ihre Schöpfer weiter an der Bedrohung arbeiten – mit neuen Funktionen und neuen Verteilungsmodi.

2017: Ransomware wird mobil
2016 erlebten wir die Massenentwicklung von Ransomware auf dem PC; 2017 wird sich Ransomware deutlich mehr auf die mobile Umgebung verlagern. Wir haben bereits gesehen, wie Ransomware Android-Geräte infiziert – 2017 wird es eine deutliche Ausbreitung geben, vor allem auf wichtigen IoT-Geräten.

2016: Die "Pretender"
Schädliche Apps, die sich als echte Apps ausgeben, sind eine der beliebtesten Verteilungstechniken für mobile Malware, und das Jahr 2016 hat das bewiesen. Allein im Mai fanden wir fünf mobile Malwarefamilien, die seriöse Unternehmensanwendungen und Spiele nachahmten. Die Apps kamen mit den Namen der echten Apps daher samt ihres Aussehens. Unter ihnen fanden sich bekannte Namen wie Facebook, Dropbox, ADP, Cisco, VMware und Skype.

Hacker nutzten auch die Weihnachtseinkäufer aus, indem sie vorgaben, Apps von Marken-Shops wie Dillards, Uggs, Zappos und Hunderten anderer in den iOS- und Android-App-Stores zu sein.

Die "Pretender"-Apps ermöglichen Angreifern den Zugriff auf private Informationen wie Kreditkartennummern und Anmeldeinformationen fürs Online-Banking. Wer die Fake-Apps herunterlädt, läuft Gefahr, Opfer von ID- und Kreditkarten-Diebstahl zu werden; es könnten ihm sogar illegale Artikel geschickt werden. Angreifer nutzen die Apps, um über die Smartphones auch auf weitere Informationen zuzugreifen, wie zum Beispiel den Standort eines Opfers.

2017: Zunahme der "Ware" Malware
China ist seit langem der Ursprung eines Großteils der Android-Malware, die wir sehen. In den vergangenen zwei Jahren hat China zunehmend das iPhone angenommen (im 3. Quartal 2016 übertrafen Chinas Einnahmen aus dem iOS App Store zum ersten Mal die des US-Stores), was darauf hindeutet, dass wir ähnliche iOS Malware-Neuheiten aus China sehen könnten.

Die oben erwähnte "Weihnachtsschadsoftware" für iOS und Android war der Anfang eines Trends, der sich unserer Einschätzung nach im Laufe des Jahres 2017 verstärken wird, da Hacker ihre Malware-Angriffe über Android hinaus auf alle Betriebssysteme erweitern werden.

2016: Geräte-Schwachstellen
Schwachstellen oder Fehler im Software-Code hatten in 2016 eine große Auswirkung auf Android- und iOS-Geräte und ermöglichten Angreifern den Zugriff auf Geräte und persönliche Daten.

Im August entdeckten Forscher eine schwerwiegende TCP-Sicherheitslücke, die Lookout zufolge auch etwa 80 Prozent der Android-Geräte – das sind rund 1,4 Milliarden Geräte – betraf. Die Angreifer erhielten Zugriff auf unverschlüsselte Datenübertragungen und konnten verschlüsselte Übertragungen herabstufen, um die Opfer auszuspionieren. Für Unternehmen wächst die Besorgnis, da die Angreifer in der Lage waren, sie ohne traditionelle Man-in-the-Middle (Mittelsmann)-Angriffe auszuspionieren. Quadrooter, eine Sammlung von vier Sicherheitslücken für Android-Smartphones, sorgte im August auch für Schlagzeilen. DirtyCow und Drammer, zwei verschiedene Android-Sicherheitslücken, über die wir im November berichteten, erlaubten es einem Angreifer, ein Gerät zu rooten oder vollständig zu kompromittieren.

Sicherheitslücken treten nicht nur in Betriebssystemen auf, sondern können in jedem beliebigen Softwaresystem einschließlich mobiler Anwendungen vorkommen. In 2016 fand Lookout eine Sicherheitslücke in einer App für die Black-Hat-Konferenz, über die sich jeder registrieren konnte. So konnten Nutzer einfach Profile unter falschem Namen erstellen. Black Hat deaktivierte das Feature noch vor der Konferenz.

2017: Mobile IoT-Angriffe
Android-Geräte bilden die Basis eines riesigen Teils des Internet der Dinge (IoT) - Android-Fernseher, Android-basierte medizinische Geräte, Android-Lichtschalter und Android-Autos. 2016 tauchte das IoT-Botnetz namens Mirai auf, das große Internet-Anbieter lahmlegte. Angesichts der Anzahl der ungesicherten, vernetzten Geräte, die unsere Häuser und Arbeitsplätze durchdringen, ist dies der erste Hinweis auf die Entwicklung der Größe und des Umfangs von Botnetz-Angriffen, mit denen wir im Laufe dieses Jahres rechnen müssen. Zwei Milliarden Smartphones sind weltweit im Einsatz. Man stelle sich vor, wie mächtig sie wären, wenn man sie für diese Art von Angriff benutzen würde. Das ist eine beängstigende, aber sehr reale Möglichkeit, wenn die Sicherheit dieser Geräte nicht oberste Priorität genießt. (Lookout: ra)

eingetragen: 09.02.17
Home & Newsletterlauf: 01.03.17


Lookout Mobile Security: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -



Meldungen: Hintergrund

  • Ransomware wird dauerhafte Lockware

    Alles fängt mal klein an. Auch Ransomware steckte vor zehn Jahren noch in den Kinderschuhen, stieg dann aber rasant die Karriereleiter zur Super-Malware hinauf. Immer raffinierter, jedes Mal krimineller, mit kontinuierlich wachsendem Opferkreis: Ransomware erscheint grenzenlos. Was tun? Sophos-Experte Michael Veit kennt den Feind und empfiehlt eine mehrschichtige Abwehrstrategie. Für viele Internetnutzer scheint die heute weit verbreitete Ransomware-Welle aus dem Blauen heraus zu kommen. Doch erste Vertreter der Erpresser-Malware wie z.B. der Trojaner "Cryzip" sorgten bereits 2006 für Ärger - damals allerdings noch mit einem sehr kleinen und regional begrenzten Aktionsradius. Erst 2013 setzte sich die Schädlingsart mit dem Auftreten des ersten globalen Superstars "CryptoLocker" in den Köpfen fest.

  • IoT-Security & Möglichkeiten für den WLAN-Markt

    Die CeBIT hat gerade einmal mehr bewiesen, kaum eine Technologie hat sich in den letzten Jahren, sowohl für den Unternehmens- als auch den privaten Einsatz, so rasant weiterentwickelt wie WLAN-Lösungen. Für die nahe Zukunft ist also zu erwarten, das neue Etappenziele erreicht und neue Trends eingeleitet werden. Die Treiber sind das exponentielle Wachstum des Internets der Dinge Internet of Things (IoT) neue WLAN-Standards sowie Cloud-managed WLAN. Wie sieht also die Zukunft des WLANs aus?

  • Unzureichend geschützte IT-Prozesse

    Europäische Unternehmen müssen sich besser gegen Cyber-Angriffe schützen. Andernfalls können ihre Arbeitsprozesse ernsthaft gestört werden. In seinem Threat Predicitions Report für 2017 hat das Fujitsu Security Operations Center die zehn größten Sicherheitsrisiken für Unternehmen identifiziert. Dazu zählt, dass grundlegende IT-Sicherheitsprozesse nicht auf dem neuesten Stand gehalten werden. Weitere Risikobereiche sind Banking-Anwendungen und Smart Cities. Fujitsu beobachtet Cyber-Angriffe kontinuierlich und hat so herausgefunden, dass die größte Bedrohung der mangelnde Schutz von IT-Sicherheitsprozessen ist. Gleichzeitig können Anwender gegen diese Bedrohung am einfachsten vorgehen. Die Sicherheitsforscher von Fujitsu sagen voraus, dass auch in Zukunft schwache Sicherheitsmaßnahmen schnelle Einfallstore für Kriminelle bieten. Derweil wären sie einfach zu vermeiden, denn, so die Sicherheitsforscher von Fujitsu: "Eine erstaunlich große Anzahl an Unternehmen kommt nicht den einfachen und doch wichtigen Aufgaben zur Minimierung der Sicherheitsrisiken nach."

  • Mamba & PetrWrap mit eigener Handschrift

    Nach Einschätzung der Experten von Kaspersky Lab gibt es im Bereich Ransomware (Erpressungssoftware) einen alarmierenden Trend. Immer mehr Cyberkriminelle richten ihre Erpresser-Angriffe nicht mehr gegen Heimanwender, sondern bedrohen gezielt einzelne Unternehmen. Kaspersky Lab konnte acht verschiedene Gruppen ausmachen, die weltweit vor allem Finanzinstitutionen mit Krypto-Ransomware (Verschlüsselungssoftware) angreifen. Dabei kommt es in Einzelfällen zu Lösegeldforderungen in Höhe von mehr als einer halben Million US-Dollar.

  • Phishing auf dem Vormarsch

    Übermäßiges Vertrauen in die Technologie macht Unternehmen anfällig für Phishing und andere Angriffe, die auf Menschen abzielen. Untersuchungen vom F-Secure Red Team zufolge, haben 52 Prozent der Mitarbeiter bereits auf einen Link in einer gefälschten E-Mail geklickt. Cyberangreifer nehmen konsequent Unternehmen ins Visier, die sich Sicherheitsexperten zufolge oftmals in Sicherheit wiegen und sich zu sehr auf Technologie zu verlassen, um ihre Netzwerke zu verteidigen. Die Warnung kommt von einem Sprecher vom Red Team von F-Secure. Diese Expertengruppe für Cybersicherheit übt nachgeahmte Angriffe auf Unternehmen aus, um die Stärken und Schwächen ihrer Sicherheit zu verdeutlichen.