- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Kein Geschäft ist völlig immun gegen Hackerangriff


Auch wenn ein Unternehmen gemäß der GDPR-Vorgaben eine angemessene Compliance erreichen kann, sollte das nur als Maßstab für Cyber-Sicherheit betrachtet werden
Gegen Ende des Jahres werden immer mehr Unternehmen zu Kontingenzmaßnahmen wie einer "Cyber-Versicherung" wechseln, um sich vor Datenverletzungen zu schützen

- Anzeigen -





Von Lillian Pang, Senior Director of Legal and Data Protection Officer bei Rackspace

Halbzeit der zweijährigen Compliance-Phase, die den Unternehmen seit der Verabschiedung der General Data Protection Regulation (GDPR) seitens der EU-Kommission auferlegt wurde. Heutzutage werden mehr verwertbare Daten erstellt, als je zuvor. Deswegen ist es umso entscheidender, dass Unternehmen, die personenbezogene Daten speichern, diese sowohl vor internen als auch vor externen Bedrohungen schützen und anonym verwahren.

Lesen Sie zum Thema "Compliance" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Darüber hinaus müssen einige Unternehmen ihre Datenschutzpflichten in Hinblick auf die Auswirkungen neuer Technologien wie KI und maschinellem Lernen prüfen.

Auch wenn ein Unternehmen gemäß der GDPR-Vorgaben eine angemessene Compliance erreichen kann, sollte das nur als Maßstab für Cyber-Sicherheit betrachtet werden. Die Firmen sollten darin bestrebt sein, Qualitätsansprüche kontinuierlich zu verbessern, um mit der sich wandelnden Sicherheitslandschaft Schritt halten zu können.

Gegen Ende des Jahres werden immer mehr Unternehmen zu Kontingenzmaßnahmen wie einer "Cyber-Versicherung" wechseln, um sich vor Datenverletzungen zu schützen.

Vorreiter werden Unternehmen sein, die sich gegen mögliche Geldbußen schützen wollen, die aus der bevorstehenden GDPR-Gesetzgebung resultieren können. Man wird jedoch erst 2018 sehen, wie hoch die Auszahlungen einer Cyber-Versicherung sind und ob sich eine derartige Versicherung für Unternehmen wirklich lohnt. Dabei sollte im Hinterkopf behalten werden, dass Cyber-Versicherungen im Falle einer Datenverletzung zwar finanziell schützen können, kostspielige Reputationsschäden jedoch nicht ausreichend deckeln werden. Je früher Organisationen die neuesten Regelungen in ihr Sicherheitskonzept einarbeiten, desto eher können sie auf ihre eigene Sicherheit vertrauen und Unternehmen sowie Kunden, mit denen sie zusammenarbeiten, beruhigen.

Um zu verstehen, welche Schritte zur Einhaltung der Vorschriften notwendig sind, sollten sie sich an ihre Datenschutz-Experten oder ihre Datenschutzbeauftragten, CIOs und CSOs wenden, oder externe Experten hinzuziehen.

Der Einfluss von Verbrauchern
Kein Geschäft ist jemals völlig immun gegen Hackerangriffe. Die Verbraucher müssen also den Wert ihrer Daten ebenso verstehen, wie die Art, mit der Dritte damit umgehen. Unternehmen sammeln immer häufiger erhebliche Mengen persönlicher Daten von Verbrauchern für diverse Marketing-Tätigkeiten. Da diese jedoch immer mehr über die Risiken ihrer personenbezogenen Daten informiert werden, werden sie auch zunehmend kritischer gegenüber Datenanfragen von Unternehmen und schrecken vor Diensten zurück, die mit ihrer Meinung nach unangemessenen Datenerhebungen einhergehen. Es bleibt also die Frage, ob auch Verbraucher die Möglichkeit haben werden, "Cyber-Versicherungen" abzuschließen, um sich vor privaten Datenverlusten zu schützen. (Rackspace: ra)

eingetragen: 11.03.17
Home & Newsletterlauf: 20.03.17


Rackspace: Kontakt & Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.



Meldungen: Hintergrund

  • IT-Security 2019: die Zwischenbilanz

    Die erste Halbzeit ist vorbei: Wie lautet der Zwischenstand für das Jahr 2019 im Bereich IT-Sicherheit? Dies soll aus fünf Perspektiven betrachtet werden: Datenschutz-Verletzungen, Cloud Computing, Domain Name System (DNS), mobile Geräte und Bots. Durch Cyberangriffe, Ransomware und Datenschutz-Verletzungen wurden von Januar bis April 2019 etwa 5,9 Milliarden Datensätze offengelegt. Fast jeder Privatnutzer erhält inzwischen Erpressungs-Mails von Cyberkriminellen, weil sie im Besitz seines Passworts oder der E-Mail-Adresse seien. Ob Gesundheitswesen, Automobilbranche, öffentliche Hand, Einzelhandel oder IT-Sektor: Auch Unternehmen jeder Branche werden heute angegriffen.

  • Angreifer erhalten erhebliche Angriffsfläche

    Mit bis zu 6 Millionen betroffenen Bürgern war die Attacke der SamSam-Gruppe auf Atlanta im Jahr 2018 der wohl bisher folgenreichste Ransomware-Angriff auf eine einzelne Stadt. Auch andere Großstädte wie Cincinnati oder Baltimore waren bereits Opfer von Ransomware-Angriffen. Deutlich häufiger jedoch sind derartige Attacken laut Radware auf kleinere Gemeinden, Kreise oder Bezirke.

  • Cyber-Werkzeuge und Darknet-Marktplätze

    Die Cyberkriminellenszene wandelt sich stetig. Nicht nur die Angriffsmethoden werden cleverer, auch die Cyberkriminellen selbst verändern sich. Michael Veit, Security Evangelist aus Deutschland, Gabor Szappanos, Principal Malware Researcher der SophosLabs in Ungarn, Andrew Brandt, Principal Researcher der SophosLabs, USA, sowie Chester Wisniewski, Principal Research Scientist bei Sophos in Kanada, haben gemeinsam einen Blick auf die Entwicklungen in der Szene geworfen. Ihre wichtigsten Überzeugungen: Der Trend in der Cykerkriminalität geht zu Zusammenarbeit und Spezialisierung. Es gaunert sich dabei zunehmend professionell, es ist ein lukratives Geschäft und es ist (immer noch) einfach. Es gibt gut betuchte, gut ausgebildete Cyberkriminelle auf der einen, Hacker mit einfachen Schadwarebausätzen aus dem Darknet auf der anderen Seite. Die Branche setzt dabei stark auf Service - was man selbst nicht schafft, kauft man dazu. Dazu gehört auch das Fachwissen um menschliche Schwächen: Die Manipulation von Menschen ist den vier Experten zufolge eine ausgeprägte Angriffsstrategie der Cyberkriminalität. Auch zu deren Ursachen sind sich die IT-Security-Experten einig. In ihren Augen haben neben dem finanziellen Anreiz auch Armut und mangelnde Strafverfolgung einen bedeutenden Anteil am florierenden, illegalen Geschäft mit den Daten.

  • Wissen, das geschützt werden muss

    Mit der wachsenden Zahl immer ausgefeilterer Cyberattacken stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern eher wann ein Unternehmen Opfer eines Angriffs wird. Viele Organisationen konzentrieren ihre Sicherheitsbemühungen immer noch auf Techniken zur Absicherung von Perimetern und investieren große Summen in den Versuch, Angreifer von ihren Netzwerken, Servern und Anwendungen fernzuhalten. Doch sollte der Sicherheitsfokus heutzutage auch auf den sensiblen Unternehmensdaten liegen und nicht nur auf den immer anfälligeren Schutzmauern, die sie umgeben - denn auf lukrative Daten haben es Angreifer zumeist abgesehen. Deshalb verlagern immer mehr Unternehmen ihre Security-Strategie hin zu einer optimierten Identifizierung, Kontrolle und Absicherung ihrer sensiblen Datenbestände.

  • Wachsendes Risiko der Cyberkriminalität

    Spionage, Datendiebstahl, Sabotage: Die deutsche Industrie leidet unter Cyberattacken. Deutschen Unternehmen ist in den Jahren 2016 und 2017 ein Schaden von 43 Milliarden Euro durch Datenspionage und Sabotage entstanden. Das bezifferte der Branchenverband Bitkom in seinem Report im letzten Jahr. Besonders kleine und mittlere Unternehmen waren nach Angaben der Bitkom von den Angriffen betroffen; die Zahl der Phishing-Attacken ist dabei stark gewachsen. Laut der Studie "Annual Cost of Cybercrime 2019" des Beratungshauses Accenture benötigen Unternehmen jedoch immer länger, um Angriffe zu erkennen und abzuwehren und verlieren dadurch mehr Geld. Demnach verändern sich die heutigen Cyberangriffe auf vielfältige Weise: von den Unternehmen, die im Visier der Kriminellen sind, über Angriffstechniken, bis hin zu den Arten von Schäden, die sie anrichten. Im letzten Jahr gab es laut der Studie durchschnittlich 145 Sicherheitsverletzungen, die in die Kernnetze der Unternehmenssysteme eingedrungen sind. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr und 67 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Und nicht nur die Zahl der Angriffe selbst steigen, sondern auch die Kosten. Der Studie zufolge belaufen sich diese im Schnitt auf ca. 13 Millionen Dollar pro Unternehmen. Das sind 1,4 Millionen Dollar Zusatzkosten gegenüber dem Jahr 2018.