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CLDAP als massiver Verstärker


DDoS-Attacken - das war 2017, so wird 2018: Auch die bereits 2016 beobachtete Zunahme von Burst-Angriffen setzte sich 2017 fort
LDAP-Server unter Windows unterstützen TCP-Verbindungen, während CLDAP über UDP arbeitet - Aus diesem Grund sind Hacker in der Lage, reflektierende und verstärkte Angriffe zu starten, indem sie exponierte LDAP-Server missbrauchen

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Während IoT-Botnetze im ablaufenden Jahr 2017 die Schlagzeilen beherrschten, war nach Analysen des ERT Teams von Radware vor allem der dramatische Anstieg des Bitcoin-Kurses für die zunehmende Zahl von DDoS-Attacken in diesem Jahre verantwortlich; ein Trend, der sich nach Ansicht der Forscher auch 2018 fortsetzen wird. Über das gesamte Jahr hinweg hat das ERT Team von Radware eine Vielzahl von DDoS-Angriffen in aller Welt beobachtet und Angriffsmuster überprüft und analysiert, um detaillierte Einblicke in Trends und Veränderungen zu gewinnen.

Der offensichtlichste Trend ist weiterhin der zunehmende Missbrauch von IoT-Geräten, um umfangreiche Botnetze aufzubauen. 2017 wurden Angriffe beobachtet, die modifizierte Varianten von Mirai oder Bashlite verwenden, und neue Botnets wie Reaper, Persirai, Imeij, BrickerBot, Zyklon und WireX stiegen auf. Angreifer suchen zudem nach neuen Angriffsvektoren, die sie in diesen Botnets einsetzen können, um ihre Angriffe effektiver durchführen zu können. Einer der bemerkenswertesten davon nutzt das Connectionless Lightweight Directory Access Protocol (CLDAP).

CLDAP ist eine Alternative zum LDAP-Protokoll auf Port 389. Angreifer nutzen es, um Internetverzeichnisse zu verbinden, zu durchsuchen und zu modifizieren. LDAP-Server unter Windows unterstützen TCP-Verbindungen, während CLDAP über UDP arbeitet. Aus diesem Grund sind Hacker in der Lage, reflektierende und verstärkte Angriffe zu starten, indem sie exponierte LDAP-Server missbrauchen. CLDAP-Anfragen an den LDAP-Server liefern einen Verstärkungsfaktor zwischen 45-55 für die Ziel-IP. In den letzten sechs Monaten hat Radwares ERT Team mehr als 800 reflektierter CLDAP-Angriffe beobachtet.

Schon 2016 war Lösegeld die primäre Motivation hinter Cyber-Angriffen, und dieser Trend setzte sich 2017 fort. RDoS-Angriffe sind finanziell lohnend für Cyber-Kriminelle, da diese bei sehr geringen Investitionen hohe Gewinne erzielen können. Dabei benutzen Kriminelle häufig die Namen anderer Gruppen zur Einschüchterung, ohne die Absicht, tatsächlich eine DoS-Kampagne zu starten. Im Jahr 2017 beobachtete Radware etwa Lösegeldforderungen von Gruppen, die behaupteten, FancyBear, XMR Squad, Armada Collective, Anonymous und Phantom Squad zu sein. Die durchschnittliche Lösegeldforderung für eine RDoS-Kampagne beträgt normalerweise 1 Bitcoin, abhängig von den Marktbedingungen.

Auch die bereits 2016 beobachtete Zunahme von Burst-Angriffen setzte sich 2017 fort. Im Laufe des Jahres sind diese komplexer und häufiger geworden, und auch ihre Laufzeiten wurden länger. Anders als persistente Angriffe bestehen solche Attacken aus kurzzeitigen Bursts mit hohen Traffic-Raten. Diese Angriffe lassen Unternehmen oft keine Zeit zum Reagieren, und wenn sie beispielsweise auf die Spieleindustrie abzielen, können zwei Sekunden Ausfallzeit zu einem kompletten Spielabbruch führen.

Zu den am häufigsten angegriffenen Branchen gehörten 2017 Internet Service Provider und Finanzinstitute. Die Finanzdienstleistungen, sowohl in Krypto- als auch Nicht-Krypto-Währungen, litten dabei nicht nur unter finanziell motivierten Cyberkriminellen, sondern auch unter Hacktivisten, von denen eine Vielzahl von Angriffen ausging. Service Provider finden sich nicht nur als primäres Ziel wieder, sondern häufig auch als Mitbetroffene, wenn das Volumen massiver DDoS-Kampagnen die Infrastrukturkapazität des eigentlichen Ziels übersteigt.

Ausblick auf 2018
Das ERT Team von Radware geht davon aus, dass sich die Denial-of-Service-Landschaft auch im Jahr 2018 kontinuierlich weiterentwickeln wird, da IoT-Geräte immer mehr akzeptiert und eingesetzt werden. Angreifer werden im Laufe des nächsten Jahres aufgrund der schlechten Sicherheitsstandards immer mehr anfällige IoT-Geräte finden, die sie in ihren Botnets einsetzen können. Öffentlich bekannte Schwachstellen werden sie dabei innerhalb kürzester Zeit ausnutzen. Da der Preis von Bitcoin und anderen digitalen Währungen weiter in die Höhe schnellen wird, erwartet Radware, dass die Handelsplätze gerade in Zeiten der Volatilität Ziele massiver Angriffe sein werden. Auch Hacktivisten werden weiterhin mit Denial-of-Service-Angriffe gegen politische oder soziale Entwicklungen protestieren, so wie gerade in den USA gegen die Abschaffung der Netzneutralität.
(Radware: ra)

eingetragen: 07.01.18
Home & Newsletterlauf: 05.02.18


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Meldungen: Hintergrund

  • Krypto-Mining-Malware eingebettet

    Wie jetzt bekannt wurde, ist das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg seit Herbst 2017 bis Anfang des Jahres 2018 Opfer einer Hackerattacke geworden. Bei dem Angriff zielten die Kriminellen nicht auf Daten ab, sondern auf die Rechenleistung der Server. Die bislang unbekannten Angreifer sind mehrmals erfolgreich in das Computersystem eingestiegen, um so Krypto-Währungen wie Monero zu schürfen. Das heimliche Schürfen von Krypto-Währungen auf Computern von Unbeteiligten ist aufgrund explodierender Kurse von Bitcoin & Co. derzeit ein wichtiger Trend in der Malware-Szene.

  • Kommerzialisierung von Cyber Security-Angriffen

    Für das kommende Jahr erwartet TÜV Trust IT eine weitere Zunahme der Vielfalt und Intensität von Sicherheitsbedrohungen. Geschäftsführer Detlev Henze hat einige Trendaussagen für 2018 zusammengestellt, welche über die üblichen Buzzword-Threats zu Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Social Engineering etc. deutlich hinausgehen. Skriptbasierte Schadsoftware verschärft die Bedrohungslage: Schadsoftware setzt zunehmend auf skriptbasierte Sprachen wie Visual Basic Script (VBS), JavaScript oder PowerShell. Der Grund dafür ist, dass die Zielsysteme die Interpreter für diese Sprachen häufig direkt zur Verfügung stellen, sodass die Schadsoftware ohne Umwege ausgeführt werden kann.

  • Cyberangriffe auf industrielle Kontrollsysteme

    Jedes vierte (28 Prozent) Industrieunternehmen war in jüngster Zeit von einem Cyberangriff betroffen. Zielgerichtete Attacken nahmen dabei um mehr als ein Drittel zu, wie aus einer Studie von Kaspersky Lab hervorgeht. Da die Nachfrage im Jahr 2017 nach Zero-Day-Exploits für industrielle Kontrollsysteme auf dem Schwarzmarkt signifikant anstieg, gehen die ICS CERT-Experten von Kaspersky Lab davon aus, dass im Jahr 2018 spezifische Malware auftauchen wird, die es auf Schwachstellen industrieller Automationskomponenten abgesehen hat. Aufgrund der zunehmenden Komplexität und Anzahl der Angriffe im Industriesektor wären die Folgen katastrophal, wenn Cybersicherheitsprobleme ignoriert würden. 28 Prozent der von Kaspersky Lab befragten Industrieunternehmen waren in der jüngeren Vergangenheit mit einem zielgerichteten Angriff konfrontiert - das sind acht Prozentpunkte mehr gegenüber dem Vorjahr (20 Prozent).

  • Ungenügendes IT-Sicherheitsniveau & Super-GAU

    "Tägliche Angriffe auf die IT-Infrastruktur von Unternehmen sind 2017 zur Regel geworden", so das ernüchternde Fazit von IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger. "Wenn uns das Jahr eines gelehrt hat, dann, dass sich die Lage der IT-Sicherheit ständig verändert. Deshalb müssen Unternehmen auch im kommenden Jahr beständig ihre Sicherheitsstrategien an die Rahmenbedingungen anpassen. Denn die Angriffsmethoden von Cyberkriminellen sind derart vielfältig geworden, dass es DIE eine Strategie oder Lösung nicht gibt. Werden heute technische Systeme angegriffen, können schon morgen Mitarbeiter das Angriffsziel sein", blickt der Geschäftsführer der PSW Group zurück.

  • Blockchain-Trend revolutioniert Cybersecurity

    Dimension Data gibt ihre Prognosen zu den fünf größten Digital Business-Trends für das Jahr 2018 bekannt. Im Fokus steht dabei Blockchain: Zusammen mit maschinellem Lernen, Robotik, Künstlicher Intelligenz und neuen Wireless-Technologien wird vor allem dieser durch Bitcoin bekannten Verschlüsselungstechnologie das Potenzial zuerkannt, disruptive Ergebnisse zu liefern und das digitale Business 2018 nachhaltig zu verändern. Gleichzeitig warnt Dimension Data: Jene Unternehmen, die im digitalen Investitionszyklus Nachzügler sind, laufen Gefahr, von dieser Entwicklung überrollt zu werden.