- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Ransomware wird dauerhafte Lockware


Ransomware: Vom lästigen Quälgeist zur ernstzunehmenden Bedrohung für die Gesellschaft
Für Ransomware-Entwickler war und ist es einfach, ihre Profite schnellen rasant in die Höhe

- Anzeigen -





Alles fängt mal klein an. Auch Ransomware steckte vor zehn Jahren noch in den Kinderschuhen, stieg dann aber rasant die Karriereleiter zur Super-Malware hinauf. Immer raffinierter, jedes Mal krimineller, mit kontinuierlich wachsendem Opferkreis: Ransomware erscheint grenzenlos. Was tun? Sophos-Experte Michael Veit kennt den Feind und empfiehlt eine mehrschichtige Abwehrstrategie.

Für viele Internetnutzer scheint die heute weit verbreitete Ransomware-Welle aus dem Blauen heraus zu kommen. Doch erste Vertreter der Erpresser-Malware wie z.B. der Trojaner "Cryzip" sorgten bereits 2006 für Ärger – damals allerdings noch mit einem sehr kleinen und regional begrenzten Aktionsradius. Erst 2013 setzte sich die Schädlingsart mit dem Auftreten des ersten globalen Superstars "CryptoLocker" in den Köpfen fest.

Dieser und sein Nachfolger "CryptoWall" machen eine ideale Objektstudie zum Thema "Was macht Ransomware so mächtig?" möglich. Zuerst war nur Ottonormalverbraucher im Visier der Cyberkriminellen. Doch das Wesen von Ransomware lässt weitaus größere Ziele zu: jeder kann Opfer sein, auch kleine und mittelständische Unternehmen und Abteilungen großer Organisationen. Michael Veit, Technology Evangelist bei Sophos, bringt das "Erfolgsmodell" Ransomware auf den Punkt: "Für Ransomware-Entwickler war und ist es einfach, ihre Profite schnellen rasant in die Höhe. Laut FBI-Schätzung in 2016 bis zu einer Milliarde US-Dollar. Trotz besserem Schutz und höherer Aufmerksamkeit zeigt Ransomware keinerlei Anzeichen, sich zur Ruhe zu setzen: die Opferzahlen von kleinen Unternehmen, Krankenhäusern, Büchereien, Polizeistationen, Hotels und Verbrauchern steigt kontinuierlich."

Wie tickt der Feind?
Das Angriffsfeld von Ransomware ist grenzenlos und macht es den Cyberkriminellen einfach, da sie nicht mehr darüber nachdenken müssen, wen sie als nächstes Opfer auswählen sollen. Es wird einfach jeder. Dabei erhöht sich der Preis proportional zu den Unannehmlichkeiten, die die Erpresser dem Opfer zufügen. Der Code gilt den Cyberkriminellen dabei als Indikator: je mehr Zeilen, desto höher der mentale Druck auf das Opfer. Via Social Engineering wird die Lösegeld-Zahlung für den User als der einfachste Weg dargestellt, sich zu befreien.

Doch auch wenn man sich entscheidet, auf die Zahlungsaufforderung einzugehen, heißt das noch lange nicht, dass man auch seine Daten wieder bekommt. Es lässt sich nämlich eine wachsende Unzuverlässigkeit im Hinblick auf die Zahlungs-Abwicklung erkennen, die von den Cyberkriminellen verwendet wird. Entweder, weil die Polizei sie dicht gemacht hat oder weil die Kriminellen sie aufgeben mussten, um nicht entdeckt zu werden. Schwierig, den "Deal" dann umzusetzen. So wird die Ransomware zur dauerhaften Lockware.

Die Überlegung, dass Opfer mehrfach hintereinander mit der gleichen Taktik attackiert werden, scheint auf den ersten Blick gegen die eigene Intuition zu sprechen. Bis man den Trick begreift, mit Hilfe von Social Engineering einen Grad von Kontrolle im Kopf des Opfers zu erzwingen. Wenn Kriminelle die Regeln des Spiels schreiben, ist es der Gefangene, der sich an ihre Vorstellung der Realität anpassen muss. Eine entscheidende Verhaltensänderung, die neue Lösungsmöglichkeiten eröffnet. Aber wo finden Unternehmen und Verbraucher Hilfe?

Ransomware-Abwehr auf verschiedenen Ebenen
Bevor man gleich mit konkreter Anti-Ransomware-Technologien startet, sollte man als erste Abwehrmaßnahme die grundlegenden Schutzhinweise anwenden. Darunter fallen sowohl flächendeckende Backup-Routinen und regelmäßiges Einspielen der Patches, als auch eine sorgfältige Netzwerk-Trennung von Servern und Workstations und eingeschränkte Nutzerfunktionen. Einige Administratoren blocken die Ausführungsfunktion in Anhängen, aber vergessen diesen Schutz dann für Dokumenten-Makros. Makros gehören zu den beliebtesten Zugängen, durch die Cyberkriminelle versuchen, ihre Malware in den meist sehr gut strukturierten Dokumenten zu platzieren. Deswegen: das Öffnen von JavaScript Dateien (.JS) im Notepad als Standard definieren und Microsoft Office 2016 "Protected View" so konfigurieren, dass Office-Makros automatisch stoppen wenn Dokumente aus dem Internet empfangen werden.

Und für die Zukunft? Nicht verzagen. Nur schneller sein.
Im Hinblick auf das neue Wachstum von zielgerichteter Ransomware, Ransomware-as-a-Service und der massenhaften Verschlüsselung von unzureichend gesicherten MongoDB-Datenbanken, erscheint es nicht übernervös, sich zu fragen, wo die Ransomware-Reise denn hingehen soll. Doch Veit bleibt zuversichtlich: "Es gilt – wie immer im Leben: nicht vor Angst verzagen, sondern sich der neuen Situation anpassen. Ransomware wird immer raffinierter. Darauf haben wir keinen Einfluss – wohl aber, wie schnell wir die Attacken abwehren. Dieses Bewusstsein und die Anpassungsfähigkeit werden den entscheidenden Vorsprung im Kampf gegen Ransomware ausmachen." (Sophos: ra)

eingetragen: 14.05.17
Home & Newsletterlauf: 02.06.17


Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Digitale Risiken der Bundestagswahl

    Die Bundestagswahlen befinden sich im Endspurt. Bislang scheinen die befürchteten Hackerangriffe auf Parteien, Behörden oder Politiker im Vorfeld der Wahlen ausgeblieben zu sein. Zudem macht der Verzicht auf E-Voting und elektronische Wahlsysteme eine Manipulation des Wahlvorgangs selbst unwahrscheinlich. Grundsätzlich gilt jedoch: Es gibt viele Wege, um Wahlen zu beeinflussen. Ein Rückblick auf Hackerangriffe vergangener Wahlen wie in den USA, in den Niederlanden und in Frankreich zeigt, welche Art der Manipulation Cyberkriminelle am häufigsten einsetzen.

  • Die Maschinen kommen. Und das ist gut so

    Maschinelles Lernen sorgt aktuell für jede Menge Schlagzeilen. Da ist etwa zu lesen "Roboter übernehmen Ihren Job" oder Twitter-Chats drehen sich um Themen wie "Ist künstliche Intelligenz das Ende der Menschheit?" und vieles mehr. Dabei dürfte jedem klar sein, dass Zukunftsvorhersagen in der Regel danebenliegen. Lässt man Science-Fiction aber einmal beiseite, gibt es durchaus einen Bereich, in dem automatisierte Hilfe erwünscht bzw. sogar erforderlich ist: IT-Sicherheit, denn Cyber-Bedrohungen entwickeln sich schnell und ausgefeilter weiter - so sehr, dass diese unerwünschten Gäste den Fortschritt des digitalen Zeitalters ernsthaft beeinträchtigen könnten.

  • Ratschläge für den sicheren Online-Aufenthalt

    Das Jahr 2017 hat bisher gezeigt, dass wir alle für Cyber-Bedrohungen anfällig sind, nachdem wir mit so großen Skandalen wie Wahl-Hacking, zwei großen globalen Ransomware-Angriffen und einem allgemeinen Anstieg von Hacking umgehen mussten. Was können wir also in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwarten? Werden Cyber-Attacken zunehmen oder lernen wir, ihnen zu entgegen?

  • Report: Cyber-Attacken rechtzeitig erkennen

    Zeit ist Geld, das gilt besonders im Bereich der IT-Sicherheit. Je mehr Geräte vernetzt sind, desto wichtiger wird es, Angriffe auf Unternehmensstrukturen so schnell wie möglich zu erkennen, zu bekämpfen und den Übergriff auf weitere Endgeräte einzuschränken. In dem Report Cybersecurity: For Defenders, it's about time beleuchtet die Aberdeen Group im Auftrag der IT-Sicherheitsspezialistin McAfee, wie wichtig es für Unternehmen ist, die Zeit zwischen Angriff, Entdeckung und Eindämmung zu verkürzen. Basierend auf den Daten des "Data Breach Investigations Report" von Verizon untersucht der Bericht die Auswirkungen von Angriffen unter dem Aspekt der Zeit, die nötig ist, um Angriffe zu entdecken.

  • App-basierter Bedrohung ausgesetzt

    Mobile Bedrohungen sind weitaus komplexer als eine Malware aus dem App-Store eines Drittanbieters. In diesem Blogbeitrag analysieren wir das Bedrohungspotenzial anhand der "Mobile Risk Matrix" als Teil des größer angelegten Lookout-Forschungsberichts Spectrum of Mobile Risk. Mobiles Arbeiten erhöht die Produktivität in Unternehmen. Allerdings bietet die zunehmende mobile Nutzung auch mehr Angriffsflächen für Hacker. Einer aktuellen Untersuchung von Lookout zufolge waren in den letzten sechs Monaten 47 von 1.000 Android-Geräten in Unternehmen mindestens einmal einer App-basierten Bedrohung ausgesetzt. Bei iOS kam ein solcher Vorfall nur in einem von 1000 Geräten vor. Bei einem mobilen Angriff geht es zunächst darum, sich Zugang zum Endgerät zu verschaffen. Entweder um gezielt an eine bestimmte Information zu gelangen oder um nach und nach Zugriff auf immer mehr Daten im Unternehmensnetzwerk zu erhalten. Eine mobile Bedrohung wesentlich komplizierter und komplexer als Adware, da sie sämtliche Vektoren auf der so genannten Mobile Risk Matrix betreffen kann: Apps, Endgeräte, Netzwerke, Web und Content.