- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Lösegeld-Flatrate für Unternehmen


Vorkasse: Neue WannaCrypt-Ransomware ist aufdringlich
Die Betrüger hinter der Ransomware SamSam haben sich viel vorgenommen

- Anzeigen -





WannaCry hat Ransomware zu einer besonders zerstörerischen Dimension verholfen. Mit WannaCrypt erscheint nun eine neue Variante der Erpressungssoftware: Zahlt, dann bleibt ihr verschont. Sophos gibt eine Einschätzung und Tipps zum Umgang mit Ransomware. Gibt es Schlimmeres als einen Ransomware-Angriff, der sämtliche Dateien zerhackt und Geld fordert, damit der Computer wieder befreit wird? WannaCry hat der Ransomware-Gefahr eine ganz neue Dimension verliehen, indem es den Prozess der Datenzerstörung mit einem selbst verbreitenden Computer-Virus kombinierte.

Als Ergebnis konnte WannaCry sich automatisch ins eigene Netzwerk einschleichen und hatte das Potenzial, Hunderte oder sogar Tausende PCs in einer einzigen Attacke zu zerlegen – auch wenn nur ein einziger Nutzer einen Anhang mit derartiger Sprengladung öffnete oder eine Datei von einer infizierten Webseite downloadete.

Die Betrüger hinter der Ransomware SamSam haben sich aber noch ein anderes Ziel vorgenommen: statt zu versuchen, zig Tausende von Opfern weltweit mit einer Spam-Kampagne knallhart zu treffen und jedes Opfer davon um Hundert oder Tausend Dollar auszuquetschen, setzen die SamSammers auf eine andere Strategie: sie konzentrieren sich auf eine Organisation. In der Tat halten die SamSammers generell die Hände still, bis sie in ein Netzwerk eingebrochen sind und eine Liste von Computern herausgefunden haben, die sie alle zur gleichen Zeit verschlüsseln können.

Dann greifen sie all diese identifizierten Geräte auf einen Schlag an, mit großer Chance, dass zumindest ein paar Computer verschlüsselt werden, die kritisch für den Workflow des Unternehmens sind. Zum Schluss gibt es eine Zahlungsaufforderung – typischerweise ein paar Tausend Dollar für jeden infizierten PC, der entsperrt werden soll. Aber natürlich gibt es auch ein attraktives Sonderangebot – 50.000 Dollar und alle Rechner werden befreit.

WannaCrypt dreht die Erpressungslage um
Aber nun scheint die Herangehensweise verkehrt herum zu sein: eine Gruppe von Betrügern sagt nicht mehr "Wenn du nicht zahlst, stehlen wir deine Daten und geben sie nicht wieder her", sondern "Wenn du zahlst, zerstören wir deine Daten gar nicht erst". Einfach gesagt, ist das eine Schutzgelderpressung, wo das Opfer festgehalten wird, um schlimme Dinge zu verhindern, statt wie sonst ein erpressungsorientierter Betrug zur Schadendbegrenzung, denn die Daten sind ja bereits in den Brunnen gefallen.

Beispiel:

Von: WannaCry-Hackergruppe

An: *****

Betreff: !!!Vorsicht WannaCrypt!!!

Hallo, WannaCry ist zurück! All Ihre Geräte wurden von uns mithilfe eines Programmes geknackt. Wir haben verbesserte Funktionen auf unserem Programm, so dass Sie Ihre Daten nach der Attacke leider nicht mehr zurückbekommen können. Sämtliche Informationen werden verschlüsselt und anschließend gelöscht. Antivirus-Software ist nicht in der Lage, unser Programm zu entdecken. Firewalls sind machtlos gegenüber unserem einzigartigen Code.

Sollten Ihre Dateien verschlüsselt sein, werden Sie sie für immer verlieren. Unser Programm deckt auch das lokale Netzwerk ab und löscht die Daten auf allen damit verbundenen Computern vollends aus, plus alle in einer Cloud gelagerten Daten. Webseiten-Ausführungen werden eingefroren. Wir haben unser Programm bereits auf Ihren Geräten ausgeführt. Die Löschung der Daten ist vorgesehen für den xx. Juni 2018, x:00 Ortszeit. Sämtliche Dateien auf Ihrem PC, Server und mobilen Endgeräten werden zerstört. Geräte, die mit irgendeiner Version von Windows, iOS, macOS, Android und Linux arbeiten, werden Gegenstand einer Datenentfernung.

Um sich gegen die Datenzerstörung abzusichern, können Sie 0,1 BTC (ca. 530 Euro) an die Bitcoin-Brieftasche ******* zahlen.

Michael Veit, Security Experte bei Sophos, schätzt WannaCrypt folgendermaßen ein "Die schlechte Nachricht vorweg: eine derartige E-Mail mit angedrohter Daten-Apokalypse ist sehr verbreitet. Die Gute Nachricht: diese besonderen Betrüger verfügen derzeit nicht über eine Schadsoftware, um diese Bedrohung zu bekräftigen. Der Hinweis, dass Anti-Viren-Software das Programm nicht entdecken kann, ist eine den wenigen Wahrheiten in diesem Betrugsbeispiel. Und zwar aus dem ganz einfachen und günstigen Umstand, dass es in diesem Fall gar kein Programm zu entdecken gibt! Um es noch einmal klar zu machen:

Disketten-ausradierende Schadsoftware – man denke an Ransomware ohne Schlüssel zur Decodierung, so dass man seine Dateien von den Betrügern gar nicht zurückkaufen kann, selbst wenn man es wollte – also das existiert sicherlich irgendwo. Nur, in diesem speziellen Email-Beispiel ist die ganze Nummer eine Fälschung – denn das Schadprogramm gibt es hier schlichtweg nicht. Das lässt sich auf den ersten Blick natürlich nicht sehen, deswegen: Nach dem ersten Schock, wenn man so eine E-Mail bekommen hat, durchatmen und nicht kopflos handeln.

Folgende Tipps von Sophos haben sich gut bewährt:

1. Nicht Bezahlen
Nach unserer Sichtung der Bitcoin-Blockchain hat bis jetzt (22. Juni 2018 12.00) noch niemand
Geld eingezahlt, besonders nicht an die Bitcoin-Adresse in den Spam-Beispielen, die wir bei Sophos bislang registriert haben.

2. Keine Kontaktaufnahme zu den Betrügern
Von einer höflichen Kontaktaufnahme, nach dem Motto "wir können doch über alles reden", ist dringend abzuraten. Das Opfer gibt sich nicht nur als solches bekannt, sondern möglicherweise auch Informationen über sich preis, die ihm dann zum Nachteil werden können. Möglicherweise erhöhen die Betrüger dann sogar Druck und Zahlungsbeträge.

3. Daten immer schützen
Eine Attacke wie diese abzuwehren bedeutet: Infizierung und danach die Möglichkeit, die Schadsoftware aufzuspüren, bevor sie losgeht (von Ransomware – als Gegenbeispiel – wird man nur alarmiert, nachdem es ausgelöst wurde). Aus einer Attacke wie WannaCrypt herauszukommen, ist enorm schwer. Deswegen: Systeme, Apps, Sicherheits-Programme aktuell halten und die Datenkopien auf einem separaten Gerät halten. Am besten heute noch."
(Sophos: ra)

eingetragen: 19.07.18
Newsletterlauf: 26.07.18

Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Adware im Google Play Store

    Avast hat mit der Mobile Threat Intelligence-Plattform "apklab.io" 50 Adware-Apps im Google Play Store identifiziert, die jeweils zwischen 5.000 und 5 Millionen Installationen zählen. Die von Avast als TsSdk bezeichneten Apps blenden dauerhaft Anzeigen im Vollbildmodus ein und einige versuchen dadurch den Benutzer zur Installation weiterer Apps zu verleiten. Hinter den betroffenen Anwendungen stehen Android-Bibliotheken von Drittanbietern, welche die Hintergrunddienst-Einschränkungen, die in neueren Android-Versionen vorhanden sind, umgehen. Das ist zwar im Play Store nicht explizit verboten, jedoch erkennt Avast das Verhalten als Android:Agent-SEB [PUP], da die Apps den Akku des Benutzers belasten und das Gerät verlangsamen. Die Anwendungen zeigen dem Benutzer kontinuierlich immer mehr Einblendungen an, was wiederum die Regeln des Play Store verletzt. Avast-Sicherheitsforscher haben Google kontaktiert, um die Apps entfernen zu lassen.

  • Sicherheitsmängel in Industrieanlagen gravierend

    Eine verschlüsselte Datenübertragung per SSL/TLS ist ein richtiger Schritt zur Absicherung der IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Die Einbindung von SSL-Zertifikaten auf Webseiten dient dazu, dass Daten, die zwischen zwei Computern übertragen werden, verschlüsselt werden und somit vor dem Zugriff Unbefugter geschützt sind. "Das allein nützt aber nichts, wenn Zugangsdaten zu internetbasierten Anwendungsoberflächen im Anmeldefenster bereits voreingetragen sind und so Unbefugte leicht Zugang zu Daten und Prozessen erlangen. Benutzername und Passwort dürfen ausschließlich berechtigen Personen bekannt sein", mahnt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

  • Datenschutz vorzugsweise in verteilten Umgebungen

    Daten, Daten, Daten! Nur wohin damit, wenn es um deren Schutz geht? Die Cloud scheint bei europäischen Unternehmen kein adäquate Backup-Lösung zu sein. Sie vertrauen in der Mehrheit immer noch ganz traditionell auf Plattformanbieter wie Microsoft, um ihre Daten zu schützen. So offenbart es eine aktuelle Studie von Barracuda Networks, die die Antworten von 432 IT-Experten, Geschäftsführern und Backup-Administratoren als Befragungsgrundlage hat. Ziel war es, die Einstellung der EMEA-Organisationen zu Backup und Wiederherstellung zu untersuchen.

  • Cyber-Spionage zum Wettbewerbsvorteil

    Immer mehr Autos sind mit dem Internet verbunden - damit steigt auch das Risiko, Ziel eines Hacker-Angriffs zu werden. Dass Hacker ein Auto aus der Ferne übernehmen, ist technisch bereits möglich. Jedoch haben Cyber-Bedroher nicht nur einzelne Autos im Fokus, sondern führen gezielte und strategische Cyberspionage-Angriffe gegen die gesamte Automobilindustrie inklusive der Zulieferer durch, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. FireEye hat in den vergangen Jahren zahlreiche Vorfälle beobachtet, in denen es Bedrohern - hauptsächlich aus China - gelang, in die Automobilindustrie einzudringen. Weitere Aktivitäten auf die Automobilindustrie wurden von Bedrohern aus Nordkorea und Vietnam beobachtet.

  • Social Engineering weiter auf dem Vormarsch

    Angesichts wachsender Angriffsflächen, zunehmend raffinierter Angriffe und dynamischer Bedrohungslandschaften müssen IT-Abteilungen das Thema IT-Security mit höchster Priorität angehen. Die Security-Experten von Controlware geben Tipps, welche Trends und Entwicklungen in den kommenden Monaten besondere Aufmerksamkeit verdienen. "Das Jahr 2019 begann mit einer Serie von Datendiebstählen, bei denen Prominente und Politiker gezielt ins Visier genommen wurden - und gab uns damit wieder einen Hinweis auf die Bedrohungen, denen wir uns stellen müssen. Wir gehen davon aus, dass sich die Bedrohungslage auch in den kommenden Monaten nicht entspannen wird", berichtet Mario Emig, Head of Information Security Business Development bei Controlware. "Positiv ist, dass demnächst wichtige technologische Innovationen Marktreife erreichen werden. Unternehmen erhalten damit die Chance, ihre IT-Security auf ein höheres Level zu heben - und können sich proaktiv vor Bedrohungen schützen."