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Hacker-Angriffe: Weiterhin Handlung


Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2018 hat Symantec eine neue Spamkampagne aufgedeckt, die genau diese soziale Taktik anwendet
Die Cyberkriminellen greifen zum richtigen Zeitpunkt an und nutzen die Begeisterung der Fußballfans für die Weltmeisterschaftsspiele für ihre Zwecke aus

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Candid Wüest, Sicherheitsexperte bei Norton

Fragen Sie sich doch einmal selbst: Würden Sie eher die E-Mail-Nachricht eines Prinzen aus Nigeria öffnen, der Sie um Hilfe bittet, oder die, bei der Sie einfach nur "hier klicken" müssen, um kostenlose Tickets zur Fußballweltmeisterschaft zu erhalten? Cyberkriminelle halten immer Ausschau nach günstigen Gelegenheiten, um Verbraucher zu täuschen. Wenn große Datenpannen bekannt werden, versenden sie zum Beispiel oft Sicherheitsmeldungen, die die Empfänger dazu auffordern, ihre Daten zu sichern. Oder sie verschicken Links zu meist unvorteilhaften und daher für eine Veröffentlichung gesperrte Fotos von Prominenten.

Häufig ködern sie ihre Opfer auch mit Angeboten, die zu gut sind, um wahr zu sein, darunter fallen zum Beispiel auch kostenlose Tickets zu Großevents wie der Fußballweltmeisterschaft. Cyberkriminelle werden dabei zu wahren "Social Engineers", um Wege zu finden, die bei ihren Opfern Emotionen auslösen – und es ist unmöglich, mit technischen Mitteln auf der menschlichen Gefühlsebene Lücken zu schließen oder gar Abwehrmechanismen zu installieren. Das sogenannte "Social Engineering" zählt daher nicht ohne Grund zu den erfolgreichsten Methoden, die Cyberkriminelle bei ihren Angriffen einsetzen können.

Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2018 haben wir eine neue Spamkampagne aufgedeckt, die genau diese soziale Taktik anwendet. Die Empfänger – hauptsächlich Verbraucher – werden per E-Mail darüber informiert, dass sie bei einer Fußballwette 1,8 Millionen Dollar gewonnen hätten. Die Cyberkriminellen greifen dabei zum richtigen Zeitpunkt an und nutzen die Begeisterung der Fußballfans für die Weltmeisterschaftsspiele für ihre Zwecke aus. Die vermeintlichen Gewinner wurden dazu aufgefordert, die E-Mail zu beantworten und für die Übermittlung persönliche Daten preiszugeben. Die E-Mail wurde innerhalb von sieben Tagen an über 26.000 Empfänger geschickt.

Das Bewusstsein für die Gefahren, die im Internet lauern, nimmt in der Gesellschaft zu und der Großteil der Verbraucher hält sich inzwischen für ausreichend aufgeklärt, um sicher online zu surfen. Doch die Angriffe der Hacker beweisen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Unsere Forschung zeigt, dass im vergangenen Jahr über 23 Millionen Deutsche von Cyberkriminalität betroffen waren. Das entspricht mehr als einem Drittel der Erwachsenen, die online gehen. 41 Prozent der Opfer klickten auf betrügerische E-Mails und gaben vertrauliche persönliche oder finanzielle Informationen weiter.

Tatsächlich ist keiner vor einer Attacke mit solchen sozialen Komponenten sicher. Unsere persönlichen Daten sind mehr wert, als wir häufig annehmen. Verbraucher sollten die folgenden drei goldenen Regeln einhalten, um ihre Identität vor Cyberkriminellen noch besser schützen zu können:

>> Wenn es zu gut erscheint, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich auch so.
>> Nichts anklicken, ohne vorher nachzudenken.
>> Die Cybersicherheitssoftware stets auf dem aktuellen Stand halten.
(Symantec: ra)

eingetragen: 22.06.18
Newsletterlauf: 27.06.18

Symantec: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Phishing weitaus risikoreicher als WiFi

    Ist die Nutzung von öffentlichem WIFI eine gute Idee? "Kommt drauf an", sagt Chester Wisniewski, Security-Experte bei Sophos. Verschlüsselung hat das WWW zwar sicherer gemacht, aber nicht gänzlich risikolos. Seine Einschätzung zur Sicherheitslage und To do's für die Nutzung von Hot Spots im untenstehenden Beitrag. Lange galt die Warnung, keine öffentlichen WiFi-Netzwerke zu nutzen; das Risiko gehackt zu werden war zu groß. Parallel dazu wurde WiFi immer flächendeckender und beliebter, in Regierungsgebäuden, Coffee-Shops, öffentlichen Verkehrsmitteln. Nahezu überall findet man Hot-Spots auf Kosten des Hauses. Gefahrlos nutzbar? "Die Mehrheit sensibler Daten wird nun via verschlüsselte Kanäle versendet", räumt Chester Wisniewski von Sophos, ein. "Die Risiken öffentlicher WiFis sind verblasst, seitdem Erwachsene in ihr Online-Leben starteten."

  • Spionage- & Sabotageangriffe gegen CNI

    Ein aktueller Bericht von F-Secure zeigt, dass Cyber-Kriminelle technisch sehr fortschrittlich und mit viel Geduld arbeiten. Das zeigen Gruppen wie etwa APT33 oder die BlackEnergy Group mit ihren Angriffen auf Öl-Firmen oder Stromversorger. Gleichzeitig nutzen Unternehmen veraltete Systeme und Technologien um Geld zu sparen. Eine schlechte Sicherheitslage, falsche Prioritätensetzung und Wahrnehmung sind auch Geschenke für Angreifer. Schädliche Akteure zielen exponentiell auf kritische Infrastrukturen (CNI) und Energieverteilungseinrichtungen ab. Vernetzte Systeme in der Energiebranche erhöhen die Anfälligkeit für Cyberangriffe, die auch oft für einige Zeit unentdeckt bleiben.

  • Adware im Google Play Store

    Avast hat mit der Mobile Threat Intelligence-Plattform "apklab.io" 50 Adware-Apps im Google Play Store identifiziert, die jeweils zwischen 5.000 und 5 Millionen Installationen zählen. Die von Avast als TsSdk bezeichneten Apps blenden dauerhaft Anzeigen im Vollbildmodus ein und einige versuchen dadurch den Benutzer zur Installation weiterer Apps zu verleiten. Hinter den betroffenen Anwendungen stehen Android-Bibliotheken von Drittanbietern, welche die Hintergrunddienst-Einschränkungen, die in neueren Android-Versionen vorhanden sind, umgehen. Das ist zwar im Play Store nicht explizit verboten, jedoch erkennt Avast das Verhalten als Android:Agent-SEB [PUP], da die Apps den Akku des Benutzers belasten und das Gerät verlangsamen. Die Anwendungen zeigen dem Benutzer kontinuierlich immer mehr Einblendungen an, was wiederum die Regeln des Play Store verletzt. Avast-Sicherheitsforscher haben Google kontaktiert, um die Apps entfernen zu lassen.

  • Sicherheitsmängel in Industrieanlagen gravierend

    Eine verschlüsselte Datenübertragung per SSL/TLS ist ein richtiger Schritt zur Absicherung der IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Die Einbindung von SSL-Zertifikaten auf Webseiten dient dazu, dass Daten, die zwischen zwei Computern übertragen werden, verschlüsselt werden und somit vor dem Zugriff Unbefugter geschützt sind. "Das allein nützt aber nichts, wenn Zugangsdaten zu internetbasierten Anwendungsoberflächen im Anmeldefenster bereits voreingetragen sind und so Unbefugte leicht Zugang zu Daten und Prozessen erlangen. Benutzername und Passwort dürfen ausschließlich berechtigen Personen bekannt sein", mahnt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

  • Datenschutz vorzugsweise in verteilten Umgebungen

    Daten, Daten, Daten! Nur wohin damit, wenn es um deren Schutz geht? Die Cloud scheint bei europäischen Unternehmen kein adäquate Backup-Lösung zu sein. Sie vertrauen in der Mehrheit immer noch ganz traditionell auf Plattformanbieter wie Microsoft, um ihre Daten zu schützen. So offenbart es eine aktuelle Studie von Barracuda Networks, die die Antworten von 432 IT-Experten, Geschäftsführern und Backup-Administratoren als Befragungsgrundlage hat. Ziel war es, die Einstellung der EMEA-Organisationen zu Backup und Wiederherstellung zu untersuchen.