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IoT wird immer häufiger zur Waffe


Blick in die Kristallkugel: Wie steht 2017 um die Cybersicherheit?
Backups reichen als Gegenmaßnahme nicht aus: Die Anzahl und Häufigkeit von Ransomware-Angriffen auf Unternehmen und Institutionen nimmt weiter zu

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Zu dieser Zeit im Jahr veröffentlicht alle Welt Prognosen. Doch wer überprüft schon im Nachhinein ob sie sich bewahrheitet haben? Wir machen den Anfang und werfen zunächst einen Blick auf unsere Vorankündigungen für 2016, bevor wir uns dem kommenden Jahr zuwenden. Unsere erste Prognose für 2016 lautete: Die US-Präsidentschaftswahl wird Ziel einer Cyberattacke. Wir waren auf dem richtigen Weg, hätten allerdings gleich mehrere Cyberattacken prognostizieren sollen. Sei es die Veröffentlichung interner E-Mails im US-Wahlkampf durch Wikileaks oder der Vorwurf, Russland habe versucht, das Wahlergebnis zu beeinflussen: Sicherheit ist in diesem Zusammenhang zu einem der zentralen Themen geworden.

Eine weitere Prognose lautete: Die Schäden infolge von Ransomware verdoppeln sich. Auch hier lagen wir grundsätzlich richtig, doch das Problem erwies sich als weit größer, als es unsere eher moderate Vorhersage hatte vermuten ließ. Allein mit CryptoLocker wurden 2015 rund 325 Millionen US-Dollar Lösegeld erpresst. 2016 werden sich die Lösegeldzahlungen laut Angaben des FBI voraussichtlich auf 1 Milliarde US-Dollar belaufen.

Das Jahr 2016 bescherte uns etliche Hacking-Katastrophen, teure Erpressungsfälle und richtete in punkto Vertrauen eine Menge Schaden an. Daraus erwuchs die Einsicht, dass vollkommene Datensicherheit bei der heutigen Kommunikation ein Ding der Unmöglichkeit ist. Sehen wir uns an, was das Jahr 2017 bringen wird.

1. Das nächste lukrative Geschäftsmodell basiert auf Extortionware. Die große Schwester der Ransomware, eine gezieltere, komplexere und gewinnbringendere Variante, hält Einzug und richtet großen finanziellen Schaden an: Die Hacker erbeuten höchst vertrauliche Daten und fordern immens hohe Geldsummen im Gegenzug für deren Geheimhaltung. Aus Diskretionsgründen gelangen die Vorfälle häufig nicht ans Licht der Öffentlichkeit. Es wird sich nächstes Jahr schwerlich nachprüfen lassen, ob die Prognose zutreffend war.

2. Ransomware bleibt ebenfalls ein großes Thema. Backups reichen als Gegenmaßnahme nicht aus. Die Anzahl und Häufigkeit von Ransomware-Angriffen auf Unternehmen und Institutionen nimmt weiter zu. Die Tools zur Analyse des Nutzerverhaltens werden intelligenter und zuverlässiger. Die IT setzt nicht mehr nur auf die Wiederherstellung aus Basis von Sicherungen, sondern führt zusätzlich Frühwarnsysteme ein. Es ist weit wirkungsvoller und weniger folgenreich, Angriffe zu verhindern, statt im Anschluss herauszufinden welche Dateien betroffen sind und sie wiederherzustellen.

3. Insiderbedrohungen erfordern intelligentere Systeme zur Sicherheitsanalyse. Das gehobene Management sieht sich weiterhin mit Insiderbedrohungen konfrontiert, daher kommen Systeme zur Sicherheitsanalyse immer häufiger zum Einsatz. Interne Nutzer müssen mit den Systemen und Daten arbeiten, deshalb wäre es mehr als unpraktisch, ihnen von vornherein den Zugriff darauf zu verwehren. So ist der Einsatz von Überwachungstools unerlässlich: Nur so lässt sich erkennen, ob Mitarbeiter oder Dienstleister ihre Zugriffsrechte missbrauchen oder interne Anmeldeinformationen gestohlen worden sind.

4. Auf Wiedersehen Werbeanzeigen – hallo Werbeblocker! Die Verwendung von Werbeblockern nimmt drastisch zu, nachdem eine weitere Online-Publikation unfreiwillig Schadsoftware unter ihren Nutzern verbreitet hat (wie Forbes 2016). Das Bewusstsein der Nutzer für die wachsende Bedrohung durch Malware nimmt zu und sie schützen sich gezielter.

5. Das Internet der Dinge (IoT) wird immer häufiger zur Waffe. IoT-Geräte wie Digital Video Recorder und Überwachungskameras stehen immer öfter im Visier von Hackern. Zwar enthalten die Geräte selbst nicht unbedingt wertvolle Daten, doch die Angreifer nutzen solche Devices, um ins Netzwerk zu gelangen und dort digitale Informationen zu stehlen. Das Mirai-Botnet, das für einige der bislang umfassendsten Angriffe verantwortlich ist und mit minimalem Aufwand unzählige Geräte infizieren kann, gefährdet die weitere Verbreitung von IoT-Geräten: Den Herstellern wird klar, dass der Gerätesicherheit schon bei der Fertigung Priorität eingeräumt werden muss. Schon, weil sie sonst am Markt keine Chance haben.

6. IT-Sicherheitsbeauftragte können sich über gute berufliche Perspektiven freuen. 1 Billion US-Dollar wird voraussichtlich weltweit zwischen 2017 und 2021 in die Cybersicherheit investiert. Derzeit sind in den USA über 200.000 Stellen im Bereich IT-Sicherheit unbesetzt. In Deutschland sieht die Situation nicht viel besser aus. Sicherheit bleibt also ein heißes Thema auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, sowohl im Hinblick auf die Zahl der ausgeschriebenen Stellen als auch hinsichtlich der Vergütung.

7. Es ist Aufgabe der Unternehmen, die Nutzer vor sich selbst zu schützen. Benutzerschulungen, in denen die Passwortsicherheit und die Erkennung möglicher Bedrohungen thematisiert werden, gewinnen weiterhin an Bedeutung. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Wachsamkeit allein nicht ausreicht, denn die Phishing- und Malware-Angriffe sind selbst für äußerst sorgfältige Mitarbeiter zunehmend schwerer erkennbar. Bereichsübergreifende Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern, Kunden, Partnern und dem Unternehmen selbst kommen verstärkt zum Einsatz.
(Varonis: ra)

eingetragen: 22.12.16
Home & Newsletterlauf: 26.01.17


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Meldungen: Hintergrund

  • Bekannte Angriffsmethoden

    "Ich höre immer wieder, dass die bestehenden Sicherheitssysteme ausreichend seien und dass man machtlos gegen solche Angriffe wäre - dem ist nicht so", sagt Oliver Keizers, Regional Director DACH des IT-Sicherheitsunternehmens Fidelis Cybersecurity. "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder vernommen, dass Unternehmen sich machtlos gegenüber modernen Cyberattacken fühlen. Hier wird leider zu oft mit traditionellen Verteidigungswerkzeugen auf moderne Angriffe reagiert. Wir haben es hier nicht mit simplen, traditionellen Angriffen zu tun, die bekannte Präventionssysteme wie Antiviren-Software oder Firewalls verteidigen können, welche dann keine Gefahr mehr darstellen. Moderne Angriffe verstecken sich vor diesen Verteidigungslinien jedoch erfolgreich und lassen uns vermeintlich machtlos sein, hier bedarf es jedoch vor allem modernen Erkennungssystemen, welche eine weitere Verteidigung in der zweiten Linie ermöglichen. Auch uns und unseren Sicherheitsforschern war der hier vorliegende Schadcode initial unbekannt, das heißt aber nicht, dass wir nichts über die einzelnen Methoden gewusst hätten und diesen somit sehr wohl erkennen und erfolgreich verhindern konnten."

  • Das Risiko gehackter Wahlen

    Seit es Wahlen gibt wird versucht, diese zu manipulieren. Wurde im alten Rom noch bestochen und gewaltsam eingeschüchtert, um Wahlen zu beeinflussen, eröffnet die Digitalisierung vollkommen neue Wege für Politikmanipulatoren - die sie auch eifrig nutzen, wie die Cyber-Angriffe vor den Präsidentschaftswahlen in den USA und Frankreich zeigen. Sind auch unsere Wahlen in Deutschland im September 2017 gefährdet? Julian Totzek-Hallhuber, Solution Architect bei der Anwendungssicherheits-Spezialistin Veracode, zeigt im Folgenden einige kuriose Fälle von Politik-Hacking auf und geht näher auf die Gefahren für unsere anstehende Wahl ein.

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    Erfolgreiche Angriffe erfolgen nicht über Zero-Day-Exploits, weit mehr Angriffe nutzen bekannte Schwachstellen. F-Secure Radar zeigt Unternehmen mit einem einzigartigen Web Topologie Mapping was andere Tools zur Schwachstellenerkennung nicht können: die komplette Angriffsfläche, sowohl für interne wie externe Systeme. Unternehmen suchen stets nach neuen Ansätzen, um sich gegen digitale Angriffe zu schützen. Dabei wird den beiden häufigsten Angriffsmethoden allerdings oft zu wenig Bedeutung beigemessen. Experten von fanden F-Secure heraus, dass der Großteil digitaler Einbrüche in Firmen auf zwei Angriffsarten zurückzuführen ist.

  • Industrie 4.0 ein Sicherheitsrisiko?

    Der digitale Wandel und die damit einhergehende Vernetzung halten Einzug in die Unternehmen und Fabriken. Zahlreiche Hard- und Softwarelösungen zur Umsetzung der Industrie 4.0-Anforderungen kommen derzeit auf den Markt. Viele Anbieter entwickeln eigene Systeme und Lösungen, die keinem Standard entsprechen. Die Folge sind zunehmende heterogene und proprietäre IT-Landschaften, die kaum zu kontrollieren sind. Die Blue Frost Security GmbH, Spezialist für IT-Sicherheitsanalysen, zeigt Risiken und Lösungsansätze auf. Generell gilt: Die häufigsten Gründe, weshalb Firmennetzwerke gehackt werden, sind unsichere Konfigurationen, unsichere Passwörter, unsichere Netzwerkarchitekturen, fehlende Updates bzw. mangelhaftes Updatemanagement sowie unsichere Produkte/Software. Gegen letzteres können Unternehmen sich kaum schützen - lediglich durch Sicherheitsanalysen vor dem produktiven Einsatz.

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    Übermäßiges Vertrauen in die Technologie macht Unternehmen anfällig für Phishing und andere Angriffe, die auf Menschen abzielen. Untersuchungen vom F-Secure Red Team zufolge, haben 52 Prozent der Mitarbeiter bereits auf einen Link in einer gefälschten E-Mail geklickt. Cyberangreifer nehmen konsequent Unternehmen ins Visier, die sich Sicherheitsexperten zufolge oftmals in Sicherheit wiegen und sich zu sehr auf Technologie zu verlassen, um ihre Netzwerke zu verteidigen. Die Warnung kommt von einem Sprecher vom Red Team von F-Secure. Diese Expertengruppe für Cybersicherheit übt nachgeahmte Angriffe auf Unternehmen aus, um die Stärken und Schwächen ihrer Sicherheit zu verdeutlichen.