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Sicherheitsaspekt wird oft vernachlässigt


Datenleck in Apps bedroht Millionen von Nutzern
Die Mehrheit der Entwickler verlässt sich auf verfügbare Standardeinstellungen oder übernimmt Sample-Apps, die letztlich nicht auf mobile Umgebungen und damit verbundene Sicherheitsrisiken ausgerichtet sind

Von Mirko Brandner, Arxan Technologies

(24.07.15) - Forscher der Technischen Universität Darmstadt und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT haben eine Reihe von Cloud-Datenbanken analysiert und dabei 56 Millionen ungeschützte Datensätze gefunden. Neben E-Mail-Adressen und Passwörtern entdeckten sie unter anderem auch sensible Gesundheitsdaten.

Das Ergebnis dieser Untersuchung überrascht mich kaum, zeigt sich hier doch ein grundlegendes Problem der Industrie. Datenlecks sind keine Seltenheit und stellen für uns eine tagtägliche Bedrohung dar.

Stellt sich die Frage, warum sensible Informationen wie Zugangsdaten, Passwörter oder Standortdaten so schlecht gegen Exploits oder Diebstahl geschützt sind. Fest steht: Software-Entwickler stehen unter enormen Druck, denn neue Applikationen sollen nicht nur schnell auf den Markt kommen, sondern auch funktionsreich und nutzerfreundlich sein. Der Sicherheitsaspekt wird dabei oft vernachlässigt. Die Mehrheit der Entwickler verlässt sich auf verfügbare Standardeinstellungen oder übernimmt Sample-Apps, die letztlich nicht auf mobile Umgebungen und damit verbundene Sicherheitsrisiken ausgerichtet sind.

Um Schwachstellen und Sicherheitslücken zu vermeiden, sollte der Binärcode einer Applikationen bereits vor deren Veröffentlichung mit vielschichtigen Schutzmechanismen ausgestattet werden. Nur so können Hacker daran gehindert werden, aus dem Binärcode der App den Source Code zu rekonstruieren und die App mit diesem Wissen zu manipulieren. Mit "WhiteBox Kryptographie"-Technology können Entwickler zudem zuverlässigere Authentifizierungssysteme erstellen und die App zusätzlich härten.

Da mobile Apps in unsicheren und unkontrollierbaren Umgebungen laufen, ist es umso wichtiger, die Applikationen selbst zu schützen und insbesondere in Laufzeitschutz zu investieren. (Arxan Technologies: ra)

Arxan Technologies: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Manipulation von DNS-Einträgen

    FireEye beobachtet derzeit mehrere Aktivitäten, die für die Manipulation von DNS-Einträgen verantwortlich sind. Auf einige dieser Aktivitäten haben wir bereits in unserem Blog-Beitrag vom 9. Januar 2019 hingewiesen: Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil dieser Aktivitäten vermutlich von einem iranischen Akteur durchgeführt wird. Dabei nutzt der Akteur Malware, die wir bei FireEye TWOTONE nennen - bei TALOS DNSpionage genannt. Wir vermuten jedoch, dass andere Akteure - und eventuell andere Staaten - hinter weiteren Bedrohungen durch DNS-Manipulation stehen, die nicht in diesem Zusammenhang stehen. Einige dieser Aktivitäten haben wir bereits im Januar 2019 auf unserem Blog vorgestellt. Wir glauben, dass diese Aktivität die Verwendung gestohlener EPP-Anmeldeinformationen beinhaltete und wahrscheinlich staatlich finanziert wurde. EPP ist ein zugrundeliegendes Protokoll, das zur Verwaltung von DNS-Systemen verwendet wird.

  • Komplexität eines Seitenkanalangriffs

    Mit Spectre wütet seit Jahren eine Sicherheitslücke, die Intel- und AMD-Prozessoren verwundbar gemacht hat. Nun möchte sich Suchmaschinenriese Google zusammen mit einem Expertenteam dem Problem annehmen. IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger begrüßt diesen Schritt: "Googles Vorstöße im Kampf gegen die Sicherheitslücke Spectre sind sehr zu begrüßen. Die Komplexität eines Seitenkanalangriffs, wie Spectre, sorgt allerdings dafür, dass dieser Kampf lange dauern wird. Ich vermute, dass noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Gefahr, die von der Sicherheitslücke Spectre ausgeht, vollständig gebannt sein wird. Aber Google und sein LLVM-Team gehen einen entsprechenden guten Weg", so der Geschäftsführer der PSW Group.

  • Cyberangriffe eine Selbstverständlichkeit

    Mit der Weiterentwicklung von Bedrohungen wächst auch der Bedarf von Unternehmen, sich gegen die geschäftsschädigenden Auswirkungen von Cyberangriffen zu schützen. Angesichts dieses Trends fordert die Cybersicherheitsanbieterin F-Secure, dass sowohl die ständige Bereitschaft für mögliche Sicherheitsverletzung als auch eine schnelle und effektive Eindämmung, die das richtige Gleichgewicht von Mensch, Prozess und Technologie abdeckt, stärker in den Vordergrund gestellt wird. "Cyberangriffe sind für viele Unternehmen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Es geht nicht mehr darum, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern um die Frage, wann es passiert. Das erfordert eine Veränderung in der Art und Weise, wie Unternehmen mit vielen Sicherheitsaspekten umgehen", sagt Tim Orchard, Managing Director von F-Secure Countercept.

  • IT-Produkte ohne Backdoors

    Am 29.03.2019 das Bundesinnenministerium einen Referentenentwurf zum geplanten "IT-Sicherheitsgesetz 2.0" in die Ressortabstimmung eingebracht. Dazu äußert sich René Hofmann, zuständig für strategische Accounts bei Securepoint, norddeutscher Hersteller von IT-Sicherheitslösungen.

  • Höchst riskante Sicherheitslücke

    Spätestens mit der Einführung der DSGVO hat in Europa eine gewisse Sensibilisierung gegenüber Datenschutz und Sicherheitsrisiken eingesetzt - ob privat oder im beruflichen Umfeld. Dennoch zeigen europäische Arbeitnehmer weltweit die geringste Disziplin, wenn es um die Cybersicherheit in ihren Unternehmen geht: Studien zeigen, dass ein Großteil der Angestellten sich nicht regelmäßig über IT-Sicherheit Gedanken macht. Ein signifikanter Anteil ist sogar der Auffassung, dass die Prävention von Sicherheitsbedrohungen nicht in seinen Aufgabenbereich falle - obwohl man sich über die rechtlichen Folgen eines Datendiebstahls im Klaren ist. Bei einem Verstoß gegen die DSGVO müssen Unternehmen beispielsweise mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes weltweit rechnen.