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Keine hundertprozentige Sicherheit


Next-Generation-Antiviren-Lösungen versprechen viel und halten wenig
Auch Next-Generation-AV-Anwendungen sind nach wie vor auf die Detektion angewiesen.

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Next-Generation-Antiviren-Lösungen liegen im Trend. Sie versprechen ein deutlich höheres Maß an Sicherheit als herkömmliche Tools. Ein Trugschluss, meint Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium, schließlich bleiben sie Antiviren-Lösungen und damit limitiert. Lösungen wie Intrusion-Prevention-Systeme, Antiviren-Software, Webfilter-Programme oder Next-Generation-Firewalls sind in den meisten Unternehmen Sicherheitsstandard. Ihr Ziel ist, Angriffe beispielsweise unter Nutzung von Signaturen, Verhaltensanalysen oder heuristischen Methoden zu erkennen und Attacken zu blockieren, um einen Zugriff auf Systemressourcen zu unterbinden.

Der gravierende Nachteil ist, dass sie keinen zuverlässigen Schutz vor der wachsenden Anzahl an polymorphen Cyber-Bedrohungen, Zero-Day-Attacken und Advanced Persistent Threats bieten können, weil sie auf die Erkennung von Schadsoftware angewiesen sind. Bisher unbekannte Malware kann mit solchen Lösungen nicht gefunden werden.

Auch die gegenwärtig im Trend liegenden Next-Generation-Antiviren (AV)-Lösungen weisen eine identische Unzulänglichkeit auf. Sie wollen unter Nutzung von maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz Angriffe aufspüren. Damit tragen sie zunächst dem Umstand Rechnung, dass rein signaturbasierte Verfahren unzureichend sind. Durch Code-Analysen vor der Ausführung von Aktionen auf den jeweiligen Endpunkten soll potenzielle Malware erkannt werden, das heißt aber auch, Next-Generation-AV-Anwendungen sind nach wie vor auf die Detektion angewiesen. Sie stellen zwar eine Weiterentwicklung dar, aber letztlich bleiben sie Antiviren-Lösungen und damit ebenfalls unzulänglich.

In die richtige Richtung gehen laut Bromium eher Lösungen, die nicht auf die Detektion, sondern auf die Isolation fokussieren. Zu nennen sind etwa Secure-Browsing-Lösungen, also Lösungen, die vor allem den zentralen Angriffsvektor Browser schützen. Ein Beispiel hierfür sind Remote-Controlled-Browser-Systeme (ReCoBS), die auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt. Sie basieren auf einem Client-Server-Modell, das heißt, der Webzugang erfolgt ausschließlich über Browser auf Terminalservern, wodurch die Client-PCs geschützt werden sollen. Nachteil solcher Lösungen ist, dass es dabei nur um das Internet-Browsing geht und andere Sicherheitsgefahren für den Endpunkt wie E-Mails unberücksichtigt bleiben.

Auf Isolation setzen auch Virtualisierungslösungen, die zunehmend Verbreitung finden. Den Virtualisierungsweg beabsichtigt zum Beispiel Microsoft bei seinem Browser Edge einzuschlagen. So soll künftig die Option bestehen, den Browser in einer eigenen virtuellen Maschine auszuführen. Auch Bromium nutzt bei seiner Lösung Secure Platform die Virtualisierung, das heißt konkret eine Hardware-isolierte Micro-Virtualisierung. Damit werden alle potenziell gefährlichen Anwenderaktivitäten gekapselt, also nicht nur das Aufrufen einer Webseite, sondern auch das Downloaden eines Dokuments, das Öffnen eines E-Mail-Anhangs oder der Zugriff auf die Daten eines portablen Speichermediums. Eine Kompromittierung von Client-Rechnern ist damit ausgeschlossen.

"Mit traditionellen und auch neuen Next-Generation-AV-Lösungen kann es keine hundertprozentige Sicherheit geben. Das ist klar, ein Restrisiko bleibt immer", erklärt Jochen Koehler, Regional Director DACH bei Bromium in Heilbronn. "Folglich ist es zwingend erforderlich, neue Lösungswege einzuschlagen, wie sie mit Virtualisierungslösungen auch zur Verfügung stehen. Damit wird letztlich ein Meilenstein in der IT-Sicherheit eingeleitet, und zwar weg von der Detektion hin zur Isolation. Alle Angriffsversuche laufen damit unweigerlich ins Leere." (Bromium: ra)

eingetragen: 01.08.17
Home & Newsletterlauf: 05.09.17


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