- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

KI-basierte Malware-Prävention


Typische Authentifizierungsprozesse sind zudem an vielen Stellen fehlbar
Benutzerauthentifizierung löst in der bisherigen Form also längst nicht alle Probleme, auch wenn der aktuelle Stand schon einigermaßen zufriedenstellend ist

- Anzeigen -





Der Branchenverband Bitkom hat soeben eine Studie veröffentlicht, die ein Mal mehr belegt, dass künstliche Intelligenz als eine der Schlüsseltechnologien innerhalb der Digitalisierung gilt. Das sieht die Mehrzahl der befragten Unternehmen so: 49 Prozent gaben an, dass KI für die deutsche Wirtschaft große Bedeutung haben wird. Und auch bei Verbrauchern stößt KI auf viel Interesse. Sieben von zehn Bundesbürgern (68 Prozent) würden demnach gerne selbst Technologien aus diesem Bereich ausprobieren.

Man kann also davon ausgehen, dass mit der steigenden Nachfrage der Bedarf an Fachkräften in diesem Segment ebenfalls wachsen wird. Noch sind geschulte Experten eher Mangelware.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren bzw. 505 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten telefonisch befragt. Die Umfragen sind repräsentativ.

IT-Sicherheit ist für KI-basierte Lösungen noch ein relativ junges Gebiet, hat sich allerdings bei der Abwehr von bekannter und vor allem von bisher unbekannter Malware bereits bewährt. Das belegen die Ergebnisse einer von Cylance durchgeführten Studie zum Einsatz von KI in Unternehmen.

Dazu ein Kommentar von Sascha Dubbel, Senior Sales Engineer bei Cylance:

"Unsere Untersuchung hat ergeben, dass Firmen nicht nur bereit sind in künstliche Intelligenz zu investieren, sondern, dass KI für IT-Sicherheitsabteilungen einen entscheidenen Unterschied macht. 77 Prozent der Befragten haben bestätigt, mithilfe von KI mehr Datenschutzverletzungen verhindert zu haben als zuvor und 81 Prozent sagen, dass künstliche Intelligenz in der Lage ist, Bedrohungen zu erkennen, bevor das den IT-Sicherheitsverantwortlichen gelingt. 74 Prozent haben dann noch angegeben, dass sie die durch fehlende Fachkräfte entstandene Lücke ohne künstliche Intelligenz nicht würden schließen können.

KI-basierte Malware-Prävention ist meines Erachtens nach allerdings erst der Anfang. Neben dem Schutz an den Endpunkten bieten sich weitere Einsatzgebiete an wie die steigende Gefahr von Identitätsdiebstahl. Nur ein Beispiel. Phishing-Angriffe sind weiterhin die am weitesten verbreitete Form des Identitätsdiebstahls. Aus den Informationen, die Benutzer weiterhin großzügig in sozialen Netzwerken verteilen oder anderswo freiwillig preisgeben, sind Hacker in der Lage umfangreiche Benutzerprofile zu erstellen. Und die wiederum erlauben es ihnen, die Sicherheitsschwachstellen auszumachen und gezielt anzugehen.

Typische Authentifizierungsprozesse sind zudem an vielen Stellen fehlbar. In verschiedener Hinsicht. So kann bereits das Formular, in dem die Daten für das Anlegen eines Benutzerkontos gesammelt werden, kompromittiert worden sein. Auch hier ein Beispiel: Innerhalb einer Web-App, kann die Seite, welche die Benutzerinformationen entgegen nimmt, bereits manipuliert sein. Der Nutzer gibt ahnungslos seine Anmeldeinformationen ein, und die werden entweder direkt an den Angreifer übermittelt oder an ein Hacker-Tool zur weiteren Nutzung. Man spricht dann meistens von einem Man-in-the-Browser-Angriff (MitB) oder von Spyware und anderen böswilligen Mechanismen um Benutzerinformationen innerhalb des Authentifizierungsprozesses abzugreifen.

Aber selbst wenn dieser Teil der Authentifizierung – also das Sammeln der Daten – sicher abläuft, heißt das noch lange nicht, dass es Hackern nicht an anderer Stelle des Lebenszyklus gelingt, die Daten abzuziehen. Etwa in der Phase zwischen dem Einsammeln der Daten bis zur eigentlichen Validierung. Dann spricht man von einer Netzwerk- oder Cloud-basierten Man-in-the-Middle-Attacke, ein ziemlich übliches Verfahren. Jüngstes Beispiel: die Bluetooth-basierte "BlueBorne"-Attacke hat sich ebenfalls einen Man-in-the-Middle-Workflow zunutze gemacht.

Dazu kommen WLAN-Angriffe und andere Arten von Netzwerkattacken. Sie alle haben in der Regel nur ein Ziel, nämlich valide Authentifizierungsdaten zu stehlen und sie dann als legitime Anmeldedaten in weiteren Angriffsszenarien zu verwenden. Und die sind höchst real. Selbst Authentifizierungs-Server und Dienste sind durchschnittliche IT-Ressourcen und ganz genauso den üblichen Bedrohungen ausgesetzt wie jede andere auch. Schwachstellen, Risikopotenziale und Fälle, in denen die Sicherheitsmaßnahmen umgangen werden konnten, sind reichlich dokumentiert. Benutzerauthentifizierung löst in der bisherigen Form also längst nicht alle Probleme, auch wenn der aktuelle Stand schon einigermaßen zufriedenstellend ist.

Jetzt geht es darum, Wege zu finden das Benutzerverhalten besser zu verstehen und nachzuvollziehen was geschieht, nachdem die initiale Authentifizierung bereits stattgefunden hat und welche, gegebenenfalls KI-basierte Tools, helfen, das reale Identitätsproblem zu lösen. Nämlich den Benutzer nicht nur bei Zugriffen auf das Netzwerk zu authentifizieren, sondern während seiner kompletten Reise durch die IT-Ressourcen.

Hier und im Markt für Endpoint-Schutz hat die künstliche Intelligenz ein kaum abschätzbares Potenzial für grundlegend neue Ansätze. Und die brauchen Firmen, wenn Sie auch sicherheitstechnisch mit den Anforderungen der digitalen Transformation Schritt halten wollen. Dazu kommen beständig neue Gesetze und Regularien, wie die in Kürze wirksam werdende EU-Datenschutz-Grundverordnung, die zum Teil mehr Fragen aufwerfen als Antworten bereitzuhalten."
(Cylance: ra)

eingetragen: 31.03.18
Newsletterlauf: 08.05.18

Cylance: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Manipulation von DNS-Einträgen

    FireEye beobachtet derzeit mehrere Aktivitäten, die für die Manipulation von DNS-Einträgen verantwortlich sind. Auf einige dieser Aktivitäten haben wir bereits in unserem Blog-Beitrag vom 9. Januar 2019 hingewiesen: Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil dieser Aktivitäten vermutlich von einem iranischen Akteur durchgeführt wird. Dabei nutzt der Akteur Malware, die wir bei FireEye TWOTONE nennen - bei TALOS DNSpionage genannt. Wir vermuten jedoch, dass andere Akteure - und eventuell andere Staaten - hinter weiteren Bedrohungen durch DNS-Manipulation stehen, die nicht in diesem Zusammenhang stehen. Einige dieser Aktivitäten haben wir bereits im Januar 2019 auf unserem Blog vorgestellt. Wir glauben, dass diese Aktivität die Verwendung gestohlener EPP-Anmeldeinformationen beinhaltete und wahrscheinlich staatlich finanziert wurde. EPP ist ein zugrundeliegendes Protokoll, das zur Verwaltung von DNS-Systemen verwendet wird.

  • Komplexität eines Seitenkanalangriffs

    Mit Spectre wütet seit Jahren eine Sicherheitslücke, die Intel- und AMD-Prozessoren verwundbar gemacht hat. Nun möchte sich Suchmaschinenriese Google zusammen mit einem Expertenteam dem Problem annehmen. IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger begrüßt diesen Schritt: "Googles Vorstöße im Kampf gegen die Sicherheitslücke Spectre sind sehr zu begrüßen. Die Komplexität eines Seitenkanalangriffs, wie Spectre, sorgt allerdings dafür, dass dieser Kampf lange dauern wird. Ich vermute, dass noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Gefahr, die von der Sicherheitslücke Spectre ausgeht, vollständig gebannt sein wird. Aber Google und sein LLVM-Team gehen einen entsprechenden guten Weg", so der Geschäftsführer der PSW Group.

  • Cyberangriffe eine Selbstverständlichkeit

    Mit der Weiterentwicklung von Bedrohungen wächst auch der Bedarf von Unternehmen, sich gegen die geschäftsschädigenden Auswirkungen von Cyberangriffen zu schützen. Angesichts dieses Trends fordert die Cybersicherheitsanbieterin F-Secure, dass sowohl die ständige Bereitschaft für mögliche Sicherheitsverletzung als auch eine schnelle und effektive Eindämmung, die das richtige Gleichgewicht von Mensch, Prozess und Technologie abdeckt, stärker in den Vordergrund gestellt wird. "Cyberangriffe sind für viele Unternehmen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Es geht nicht mehr darum, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern um die Frage, wann es passiert. Das erfordert eine Veränderung in der Art und Weise, wie Unternehmen mit vielen Sicherheitsaspekten umgehen", sagt Tim Orchard, Managing Director von F-Secure Countercept.

  • IT-Produkte ohne Backdoors

    Am 29.03.2019 das Bundesinnenministerium einen Referentenentwurf zum geplanten "IT-Sicherheitsgesetz 2.0" in die Ressortabstimmung eingebracht. Dazu äußert sich René Hofmann, zuständig für strategische Accounts bei Securepoint, norddeutscher Hersteller von IT-Sicherheitslösungen.

  • Höchst riskante Sicherheitslücke

    Spätestens mit der Einführung der DSGVO hat in Europa eine gewisse Sensibilisierung gegenüber Datenschutz und Sicherheitsrisiken eingesetzt - ob privat oder im beruflichen Umfeld. Dennoch zeigen europäische Arbeitnehmer weltweit die geringste Disziplin, wenn es um die Cybersicherheit in ihren Unternehmen geht: Studien zeigen, dass ein Großteil der Angestellten sich nicht regelmäßig über IT-Sicherheit Gedanken macht. Ein signifikanter Anteil ist sogar der Auffassung, dass die Prävention von Sicherheitsbedrohungen nicht in seinen Aufgabenbereich falle - obwohl man sich über die rechtlichen Folgen eines Datendiebstahls im Klaren ist. Bei einem Verstoß gegen die DSGVO müssen Unternehmen beispielsweise mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes weltweit rechnen.