- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

CEO & Co. als Zielscheibe von Cyberkriminellen


BEC, Doxing & Verleumdung: Exponierte private Daten im Netz betreffen nicht nur Politiker und Prominente, sondern auch Schlüsselpersonen in Unternehmen
In jedem Unternehmen gibt es Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und sehr schnell zur Zielscheibe von Cyberkriminellen werden können

- Anzeigen -





Die Wellen in Politik und Presse schlagen hoch, wenn persönliche Daten von Personen des öffentlichen Lebens böswillig exponiert werden. Das zeigt gerade eindrücklich der Datenleak Hunderter deutscher Politiker, Journalisten und Prominenten. Doch auch in Unternehmen herrscht beim Umgang mit sensiblen Daten oft eine gefährliche Mischung aus Unwissenheit und sträflicher Ignoranz. Anders lässt sich der enorme Umfang an sensiblen Daten im Netz nicht erklären.

Betroffen sind längst nicht nur Politiker und Prominente. Wer sich die Mühe macht, nach sicherheitsrelevanten Informationen im Netz zu suchen, wird fündig – egal ob es sich um einen Bundestagsabgeordneten oder den CEO eines Unternehmens handelt. Erst im letzten Jahr stieß der Digital Shadows bei einer Untersuchung auf insgesamt 1,5 Mrd. geleakte Unternehmens- und Kundendokumente. Die 12.000 Terabyte an Daten wurden meist unwissentlich und ohne böse Absicht über falsch konfigurierte Server wie FTP, SMB, rsync und Amazon S3 öffentlich ins Netz gestellt.

Auch die nun über Twitter veröffentlichten Adressbücher mit Telefonnummern, E-Mailkonten mit Nachrichten, Messaging-Apps mit Fotos und Chatverläufen waren teilweise bereits seit 2017 im Netz zu finden. In der Regel werden solche Informationen von Cyberkriminellen genutzt, um Angriffe vorzubereiten wie etwa Business Email Compromise(BEC).

In vielen Fällen geht es jedoch schlichtweg darum, Unternehmen und Personen Schaden zuzufügen, ein politisches Statement zu setzen oder Aufmerksamkeit zu erregen (Doxing). VIP Exposure reicht dabei vom gefälschten LinkedIn-Account des Personalchefs, der Bewerber auf gefährliche Webportale lotst, bis zur Verbreitung der privaten Handynummer des CEOs durch einen unzufriedenen Mitarbeiter.

"In jedem Unternehmen gibt es Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und sehr schnell zur Zielscheibe von Cyberkriminellen werden können"; erklärt Stefan Bange, Country Manager Deutschland bei Digital Shadows. "Unternehmen müssen diese VIPs kennen und genau beobachten, welche Informationen über Vorstandsmitglieder, Aufsichtsrat oder wichtige Führungskräfte im Umlauf sind. Erst dann lassen sich entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen – und zwar zeitnah, ehe es zur nächsten großen Enthüllungsstory kommt und der Ruf des Unternehmens in Mitleidenschaft gezogen wird."
(Digital Shadows: ra)

eingetragen: 08.01.19
Newsletterlauf: 20.01.19

Digital Shadows: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Sicherheitsanforderungen an 5G-Netzausrüster

    In der Diskussion um Sicherheitsanforderungen an Mobilfunknetzausrüster stellt sich der Digitalverband Bitkom gegen nationale Alleingänge. Jegliche Regulierung von Anbietern von Netztechnologie sollte aus Bitkom-Sicht vielmehr EU-weit einheitlich sein. "Ein regulatorischer Flickenteppich würde den 5G-Aufbau verzögern und ein nationaler Alleingang würde Deutschland zurückwerfen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Derzeit plant die Bundesnetzagentur, den Katalog an Sicherheitsanforderungen für Telekommunikationsnetze zu erweitern. Berg: "Wir begrüßen, dass kritische Kernkomponenten nur eingesetzt werden dürfen, wenn sie von einer anerkannten Prüfstelle getestet und vom Bundesamt für Sicherheit in der IT zertifiziert wurden. Damit das in der Praxis aber auch funktioniert, müssen die bislang formulierten Eckpunkte der Bundesnetzagentur umgehend präzisiert werden."

  • Die IT-Branche gilt als vermeintliche Männerdomäne

    Angesichts des Fachkräftemangels in der IT beginnt der Markt zu reagieren und sich zu organisieren. Es handelt sich dabei jedoch zumeist noch um vereinzelte Initiativen, die in großem Umfang schwer umzusetzen sind. Diese Entwicklung ist für unsere Gesellschaft und speziell für Unternehmen eine große Herausforderung: Wie identifizieren und gewinnen Unternehmen heute und zukünftig geeignete Bewerber? Obwohl die Digitalisierung unser Leben grundlegend verändert hat und digitale Technologien zunehmend unseren Alltag bestimmen, wissen wir doch nur sehr wenig über digitale Berufe. Dies gilt nicht nur für Schüler, sondern auch für Eltern, einige Lehrer und sogar Berufsberater. Das Image des "Computer-Nerds" ist fest in unserer Gesellschaft verankert und lässt sich nur schwer abschütteln.

  • Manipulation von DNS-Einträgen

    FireEye beobachtet derzeit mehrere Aktivitäten, die für die Manipulation von DNS-Einträgen verantwortlich sind. Auf einige dieser Aktivitäten haben wir bereits in unserem Blog-Beitrag vom 9. Januar 2019 hingewiesen: Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil dieser Aktivitäten vermutlich von einem iranischen Akteur durchgeführt wird. Dabei nutzt der Akteur Malware, die wir bei FireEye TWOTONE nennen - bei TALOS DNSpionage genannt. Wir vermuten jedoch, dass andere Akteure - und eventuell andere Staaten - hinter weiteren Bedrohungen durch DNS-Manipulation stehen, die nicht in diesem Zusammenhang stehen. Einige dieser Aktivitäten haben wir bereits im Januar 2019 auf unserem Blog vorgestellt. Wir glauben, dass diese Aktivität die Verwendung gestohlener EPP-Anmeldeinformationen beinhaltete und wahrscheinlich staatlich finanziert wurde. EPP ist ein zugrundeliegendes Protokoll, das zur Verwaltung von DNS-Systemen verwendet wird.

  • Komplexität eines Seitenkanalangriffs

    Mit Spectre wütet seit Jahren eine Sicherheitslücke, die Intel- und AMD-Prozessoren verwundbar gemacht hat. Nun möchte sich Suchmaschinenriese Google zusammen mit einem Expertenteam dem Problem annehmen. IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger begrüßt diesen Schritt: "Googles Vorstöße im Kampf gegen die Sicherheitslücke Spectre sind sehr zu begrüßen. Die Komplexität eines Seitenkanalangriffs, wie Spectre, sorgt allerdings dafür, dass dieser Kampf lange dauern wird. Ich vermute, dass noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Gefahr, die von der Sicherheitslücke Spectre ausgeht, vollständig gebannt sein wird. Aber Google und sein LLVM-Team gehen einen entsprechenden guten Weg", so der Geschäftsführer der PSW Group.

  • Cyberangriffe eine Selbstverständlichkeit

    Mit der Weiterentwicklung von Bedrohungen wächst auch der Bedarf von Unternehmen, sich gegen die geschäftsschädigenden Auswirkungen von Cyberangriffen zu schützen. Angesichts dieses Trends fordert die Cybersicherheitsanbieterin F-Secure, dass sowohl die ständige Bereitschaft für mögliche Sicherheitsverletzung als auch eine schnelle und effektive Eindämmung, die das richtige Gleichgewicht von Mensch, Prozess und Technologie abdeckt, stärker in den Vordergrund gestellt wird. "Cyberangriffe sind für viele Unternehmen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Es geht nicht mehr darum, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern um die Frage, wann es passiert. Das erfordert eine Veränderung in der Art und Weise, wie Unternehmen mit vielen Sicherheitsaspekten umgehen", sagt Tim Orchard, Managing Director von F-Secure Countercept.