- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

IT-Security: Paradigmenwechsel erforderlich


Industrie erwartet konsequentere Umsetzung des IT-Sicherheitsgesetzes
Die Zahl der internetfähigen Haushaltsgeräte, digitalisierten Geschäftsprozesse und kritischen Infrastrukturen steigt rapide an – und damit das Angriffspotenzial

- Anzeigen -





Angesichts der jüngsten Hacker-Angriffe sieht das IT-Sicherheitsunternehmen Rohde & Schwarz Cybersecurity stärkere Regelungen für unzureichend gesicherte IT-Produkte als erforderlich an. Es sei notwendig, dass flächendeckend auf die Sicherheit von Endgeräten geachtet werde. "Wer andere gefährdet, indem er schlecht gesicherte Geräte herstellt oder in Umlauf bringt, wird dafür geradestehen müssen", folgert Ammar Alkassar, Geschäftsführer von Rohde & Schwarz Cybersecurity, dem führenden deutschen IT-Sicherheits-Anbieter. Dies wird dazu führen, dass sich verstärkt Produkte durchsetzen, die angemessen gesichert sind. "In einer zunehmend vernetzten Welt können wir uns unsichere Netzwerktechnik und Endgeräte nicht mehr erlauben."

Das 2015 beschlossene IT-Sicherheitsgesetz könne dafür konsequenter umgesetzt und erweitert werden. Sein Geltungsbereich ist bislang auf wenige Schlüsselbranchen und die größten IT-Betreiber begrenzt. Eine solche gesetzliche Regelung hätte überdies zur Folge, dass Unternehmen und Telekommunikationsanbieter verstärkt Zertifizierungen von den Herstellern verlangten, auch um sich selbst abzusichern. Der Sicherheits-Standard bei vernetzten Geräten und den damit betriebenen privaten oder öffentlichen Infrastrukturen würde dadurch steigen.

"Die Vorfälle der letzten Zeit sind ein massiver Warnschuss", ergänzt Alkassar. "Wir müssen jetzt zügig handeln, denn die Zahl der internetfähigen Haushaltsgeräte, digitalisierten Geschäftsprozesse und kritischen Infrastrukturen steigt rapide an – und damit das Angriffspotenzial." Auch der Sicherheitsgurt im Automobil, der seit langem selbstverständlich ist, hätte sich ohne gesetzliche Vorgabe nicht durchgesetzt und den heutigen, aktiven Sicherheitssystemen – wie ESP (Electronic Stability Control) – den Weg bereitet.

Neben der Regulierung durch den Staat sieht Alkassar, der auch Vorstand im Bundesverband IT-Sicherheit TeleTrusT e.V. ist, vor allem die IT-Sicherheitsbranche gefordert, umzudenken: "Wir müssen weg von Sicherheits-Systemen, die den Angreifern hinterherrennen. Stattdessen brauchen wir einen Paradigmenwechsel hin zu proaktiven Mechanismen, die Angriffe grundsätzlich verhindern." Zu erreichen sei dies beispielsweise durch eine verstärkte Virtualisierung, Separierung und Datenflusskontrolle in IT-Systemen. (Rohde & Schwarz Cybersecurity: ra)

eingetragen: 20.12.16
Home & Newsletterlauf: 23.01.17


Rohde & Schwarz Cybersecurity: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Sicherheitsschwächen in Mikroprozessoren

    Die Prozessor-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre halten seit Jahresbeginn die gesamte IT-Branche in Atem, denn aus ihr ergeben sich nicht nur über ein Dutzend Angriffsmöglichkeiten. Mögliche Attacken hinterlassen nicht einmal Spuren in traditionellen Log-Dateien. Betroffen sind die Chip-Hersteller Intel, AMD und ARM - und mit ihnen praktisch jeder in Computern verbaute Prozessor seit den 90er Jahren. Nun meldet sich Christian Heutger, IT-Sicherheitsexperte, zu Wort: "Das Ausmaß ist kaum zu fassen. Die Rede ist nicht nur von Prozessoren, die in unseren privaten wie geschäftlichen IT-Geräten und Smartphones verbaut sind. Sie sind auch in Krankenhäusern, Kraftwerken, in Netzwerkservern - also in Systemen, die Teil Kritischer Infrastruktur sind - verbaut".

  • Spectre und das Risiko

    Mit Meltdown und Spectre hat das noch junge Jahr bereits echte Ausrufezeichen in Sachen IT-Sicherheit gesetzt. Die beiden Schwachstellen sind vor allem deshalb echte "Meilensteine", da sie einerseits fast alle Nutzer weltweit betreffen, andererseits auf einer bislang eher vernachlässigten Ebene, nämlich der der Prozessoren, auftreten. Wenn man einmal die technischen Details von Spectre beiseite lässt, ergeben sich für Unternehmen fundamental neue Herausforderungen. Dies betrifft zuallererst die Frage des IT-Sicherheitsrisikos und wie es zu messen ist. Mittlerweile spielt (Informations-)Technologie in nahezu jedem Unternehmen vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Weltkonzern eine wesentliche Rolle - und Spectre führt uns vor, dass es im Grunde keinen Bereich mehr gibt (sei es Hardware oder Software), der immun gegen potenziell lähmende Sicherheitslücken ist.

  • Kryptowährung Monero schürfen

    Sicherheitsexperten von CrowdStrike haben eine neue Malware dokumentiert, die es nicht auf Erpressungsgeld oder Daten, sondern auf Rechenleistung abgesehen hat. WannaMine, so der Name des Schädlings, basiert auf Angriffsmethoden, die eigentlich vom US-Geheimdienst NSA entwickelt wurden und bereits in WannaCry zum Einsatz kamen. Doch WannaMine verschlüsselt keine Daten, sondern zieht von infizierten Systemen ohne entsprechende Authentifizierung Rechenleistung ab, um die Kryptowährung Monero zu schürfen.

  • Superbugs beschädigen Glaubwürdigkeit

    Ein schwerwiegender Konstruktionsfehler in allen in den letzten zehn Jahren veröffentlichten Intel-CPUs mit x86-Chips bietet Hackern einen Angriffspunkt. Durch diese Sicherheitslücke, 'Meltdown' genannt, sind auch Prozessoren von ARM und AMD gefährdet. Zur Problembehebung ist ein Update des Betriebssystems notwendig, wobei nicht nur Windows, sondern auch Linux und macOS betroffen sind. Parallel ist mit "Spectre" eine zweite Sicherheitslücke bekannt geworden, die ebenfalls die Prozessorkerne von Intel, ARM und AMD betrifft. Mittlerweile hat Apple bestätigt, dass unter anderem alle iOS-Geräte - einschließlich iPhones, Apple TV und iPads - dadurch angegriffen werden können.

  • Digitale Dienste vor Vertrauenskrise?

    Mit Blick auf die Entwicklungen bei der Bekämpfung terroristischer Inhalte im Internet warnt eco-Vorstand Prof. Dr. Norbert Pohlmann vor weiteren politischen Initiativen (auf nationaler und europäischer Ebene), die auf weitere Einschränkungen und Kontrolle des Internets setzen und damit die Freiheit, Sicherheit und das Vertrauen der Bürger und Wirtschaft in digitale Technologien gefährden könnten: "Die Währung einer erfolgreichen digitalen Transformation ist ‚Vertrauen' in Technologie - ohne Datensicherheit und Datenschutz können Innovationsleistungen und berechtigte Erwartungen, die auf den Wirtschaftszweig Internet und die Digitalisierung projiziert werden, aber nicht erfüllt werden. Bereits jede Diskussion über neue Überwachungspläne schwächt das Vertrauen der Nutzer in das Internet und schadet der deutschen Internetwirtschaft damit immens."