- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Implementieren Sie Sicherheitsrichtlinien


Ransomware namens Petya zeigt das immer größer werdende Ausmaß des Phänomens Ransomware
Prinzip der Ransomware: Die Kriminellen verschlüsseln damit nicht einfach die Dateien auf einem Computer, sondern greifen stattdessen einen Teil des Betriebssystems namens Master File Table (MFT) an

- Anzeigen -





Kommentar von Peter Böhret, Managing Director der Kroll Ontrack GmbH

Der internationale Ransomware-Angriff hat das immer größer werdende Ausmaß des Phänomens Ransomware aufgezeigt: Unzählige Unternehmen weltweit sind betroffen, darunter auch die Werbefirma WPP und das Kernkraftwerk in Tschernobyl. Die Attacke zeigte zudem, dass es selbst nach den Erkenntnissen aus den jüngsten WannaCry-Attacken, die im Mai vor allem den National Health Service (NHS) in England getroffen hatten, noch viel zu lernen gibt.

Der aktuelle Angriff war von einer Ransomware namens Petya ausgegangen, die kürzlich ein Upgrade auf ihre neueste Version, Petrwrap, bekam. Petya ist vor etwa 18 Monaten zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Das Prinzip dieser Ransomware ist folgendes: Die Kriminellen verschlüsseln damit nicht einfach die Dateien auf einem Computer, sondern greifen stattdessen einen Teil des Betriebssystems namens Master File Table (MFT) an. Für das Computersystem ist MFT ein essentielles Verzeichnis, um Dateien zu finden. Einen Teil des Systems anzugreifen ist viel schneller, als alle einzelnen Dateien. Das Ergebnis bleibt das gleiche: Der Zugriff auf die Dateien ist aufgrund der Verschlüsselung nicht mehr möglich.

Für die ursprüngliche Petya-Ransomware gibt es eine Methode, um Dateien wieder zu entschlüsseln. Leider fehlt eine solche noch für die aktualisierte Version. Wenn diese Ransomware allerdings immer noch nur das MFT verschlüsselt, könnte es möglich sein, scheinbar verlorene Daten wiederherzustellen.

Kroll Ontrack empfiehlt folgende Richtlinien, um das Risiko und die Auswirkungen eines Angriffs zu verringern:

>> Suchen Sie Hilfe bei einem Datenrettungsexperten, bevor Sie das Lösegeld bezahlen. Es gibt viele Fälle von Ransomware-Opfern, die das Lösegeld bezahlten, ihre Daten aber nicht zurückbekommen haben. Anstatt dieses Risiko einzugehen, sollten Unternehmen mit Datenrettungsexperten arbeiten, die durch Reverse Engineering der Malware den Zugang zu Daten wiedererlangen können.

>> Erstellen Sie einen Backup- und Wiederherstellungsplan und befolgen Sie ihn. Stellen Sie sicher, dass Ihr Plan die Lagerung der Backups an einem externen Ort beinhaltet.

>> Seien Sie vorbereitet und überprüfen Sie Ihre Backups regelmäßig. Unternehmen müssen mit dem vertraut sein, was in den Backup-Archiven gespeichert ist und sicherstellen, dass die wichtigsten Daten auch zugänglich sind wenn die Backups zum Ziel von Ransomware-Angriffen werden sollten.

>> Implementieren Sie Sicherheitsrichtlinien. Verwenden Sie die neueste Anti-Virus- und Anti-Malware-Software und wenden Sie sie konsequent an, um Infektionen zu verhindern.

>> Entwickeln Sie IT-Richtlinien, die Infektionen anderer Netzwerkressourcen begrenzen. Unternehmen sollten Schutzmaßnahmen einsetzen, sodass sich die Ransomware nicht von einem infizierten Gerät aus im gesamten Netzwerk ausbreiten kann.

>> Führen Sie Nutzer-Trainings durch, damit alle Mitarbeiter einen möglichen Angriff erkennen können. Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeiter die richtigen Verhaltensweisen kennen, um zu vermeiden, dass Ransomware versehentlich heruntergeladen oder das Netzwerk für Außenstehende geöffnet wird.
(Kroll Ontrack: ra)

eingetragen: 07.07.17
Home & Newsletterlauf: 24.07.17


Kroll Ontrack: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Der Weg zur passenden VPN-Lösung

    Unternehmen jeder Größenordnung stehen vor der Herausforderung, immer mehr Geräte der Mitarbeiter in die Arbeitsabläufe integrieren zu müssen. Die Verbindung zum Firmennetzwerk muss dabei stets sicher sein - sprich: nur autorisiertes Personal darf Zugriff erhalten. Diese Aufgabe übernimmt eine VPN-Lösung. Folgende Fragen helfen Unternehmen, die passende Lösung zu finden.

  • DDoS-Schutz erfordert keine großen Investitionen

    Maßnahmen zur IT-Sicherheit sind nicht zwangsläufig mit großen Investitionen verbunden. Angesichtsmöglicher Schäden rentiert sich ein Sicherheitskonzept für die IT schnell. Unternehmen sollten ihre IT-Sicherheitsrisiken kennen und eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Nach wie vor fühlen sich manche Unternehmen nicht ernsthaft von dem Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden, betroffen. Jüngste Zahlen des Branchenverbandes Bitkom zeigen allerdings: Es hat bereits jedes zweite Unternehmen erwischt. Investitionen in IT-Sicherheit sind in vielerlei Hinsicht gut angelegtes Geld: Kommt es zu einem Sicherheitsvorfall, ist die Bandbreite potenzieller Folgen sehr weit gesteckt.

  • Hintertüren in Applikationen

    Strafverfolger bekommen mehr Rechte, zumindest im digitalen Umfeld. Der Bundesrat hat Anfang Juli 2017 die Einsatzbereiche für die Quellen-TKÜ, den sogenannten Staatstrojaner, gelockert. Das hat im Gegenzug eine Reihe von übertrieben oder schlicht falschen Meldungen generiert - unter anderem geistert die Meldung durchs Web, wonach die Polizei die Verschlüsselung von Messengern wie Signal oder WhatsApp aufbrechen kann. Das ist, gelinde gesagt, übertrieben.

  • Keine hundertprozentige Sicherheit

    Next-Generation-Antiviren-Lösungen liegen im Trend. Sie versprechen ein deutlich höheres Maß an Sicherheit als herkömmliche Tools. Ein Trugschluss, meint Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium, schließlich bleiben sie Antiviren-Lösungen und damit limitiert. Lösungen wie Intrusion-Prevention-Systeme, Antiviren-Software, Webfilter-Programme oder Next-Generation-Firewalls sind in den meisten Unternehmen Sicherheitsstandard. Ihr Ziel ist, Angriffe beispielsweise unter Nutzung von Signaturen, Verhaltensanalysen oder heuristischen Methoden zu erkennen und Attacken zu blockieren, um einen Zugriff auf Systemressourcen zu unterbinden. Der gravierende Nachteil ist, dass sie keinen zuverlässigen Schutz vor der wachsenden Anzahl an polymorphen Cyber-Bedrohungen, Zero-Day-Attacken und Advanced Persistent Threats bieten können, weil sie auf die Erkennung von Schadsoftware angewiesen sind. Bisher unbekannte Malware kann mit solchen Lösungen nicht gefunden werden.

  • Man muss auf Ransomware vorbereitet sein

    Die Diskussion zu Ransomware geht am Kern der Sache vorbei. Organisationen müssen die Folgen von Ransomware-Angriffen abfedern können, um Daten und Applikationen schnell und einfach wiederherzustellen. Ohne zu bezahlen. Andreas Mayer von Zerto kommentiert. Die Frage ist nicht "ob" eine Organisationen erfolgreich von Kriminellen mit Ransomware gehackt wird, sondern wann. Die nicht endenden Wellen von immer komplexeren Angriffen wie GoldenEye, Petya oder WannaCry bestätigen: Erstens ist Ransomware nicht nur ein temporäres Problem, sondern wird die IT jeder Organisation in der Zukunft beschäftigen. Und zweites zeigt sich, dass die derzeitigen Strategien, mit denen sich die IT wehrt, nicht ausreichen, um sich zu schützen.