- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Blauäugig in die IT-Katastrophe?


Notfallmanagement zählt zum kleinen Einmaleins, das jedes Unternehmen beherrschen sollte - insbesondere in der hochsensiblen Industriebranche
Notfallmanagement und -planung sind mit Aufwand und Kosten für ein Unternehmen verbunden


- Anzeigen -





Rund die Hälfte aller deutschen Industrieunternehmen steht im Falle von Zwischenfällen ohne ein adäquates Notfallmanagement für ihre IT-Systeme da. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom. Demnach gibt es lediglich in 51 Prozent der befragten 504 produzierenden Unternehmen klar definierte Vorgaben zu Abläufen und Reaktionsmaßnahmen, wenn es zum Diebstahl sensitiver Daten, zur digitalen Wirtschaftsspionage, zu Systemausfällen oder zu Sabotageangriffen kommt.

Für Roland Messmer, Director Central EMEA bei LogRhythm, dokumentiert diese Planlosigkeit deutlich den Handlungsbedarf bei vielen Produktionsunternehmen:

"Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Sicherheit muss ein Thema sein, bevor es zu spät ist. Und das Notfallmanagement zählt zum kleinen Einmaleins, das jedes Unternehmen beherrschen sollte - insbesondere in der hochsensiblen Industriebranche, die ein bevorzugtes Ziel von Cyberkriminellen ist.

Umso erschreckender ist es, sich durch diese Umfrage in der Auffassung bestätigt zu sehen, dass ein großer Teil der deutschen Produktionsbetriebe mit ihren digitalen Ressourcen äußerst fahrlässig umgeht. Denn ob es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen oder Attacken im IT-Bereich kommt, ist nicht die Frage. Offen bleibt lediglich, wann und wie. Gerade die kürzlichen Ransomware-Angriffswellen haben deutlich gezeigt, wie schnell Schäden entstehen können, die im schwerwiegendsten Fall ein komplettes Unternehmen lahmlegen.

Dass viele Unternehmen über keinen Notfallplan verfügen, der für ein durchgängiges Sicherheitskonzept unverzichtbar ist, zeugt von einem hohen Maß an Blauäugigkeit - und dies trotz der kontinuierlich veröffentlichten Meldungen über Angriffe, Spionage und Datendiebstähle. Gespannt darf man in diesem Zusammenhang auch sein, wie Unternehmen, die sich einem planvollen Vorgehen verweigern, mit den stetig strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben und den entsprechenden Strafandrohungen umgehen werden.

Ja, Notfallmanagement und -planung sind mit Aufwand und Kosten für ein Unternehmen verbunden. Allerdings ist es deutlich teurer und aufwendiger, im Falle eines Schadensfalles nicht adäquat und vor allem schnell reagieren zu können. Sich hier wirkungsvoll abzusichern, ist kein Hexenwerk. Moderne, intelligente Security-Tools überwachen eine IT-Infrastruktur übergreifend und kontinuierlich. Schadens- oder Angriffsfälle werden so zeitnah erkannt - mit dem entsprechenden Notfallplan kann eine Gegenreaktion also in kürzestmöglicher Zeit erfolgen. Unternehmen, die sich dem verweigern, werden dies wahrscheinlich schon bald bereuen."
(LogRhythm: ra)

eingetragen: 29.04.16
Home & Newsletterlauf: 18.05.16


LogRhythm: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Abbild der momentanen IoT-Sicherheit

    Das Internet der Dinge ist Fluch und Segen zugleich: Während vernetzte Geräte unseren Alltag optimieren und Unternehmen neue lukrative Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, sind die Auswirkungen der zunehmenden Vernetzung auf unsere physische und digitale Sicherheit weniger positiv. Tatsache ist: Im gleichen Maße, indem die Zahl von IoT-Geräten steigt, steigt auch das Risiko für Missbrauch, Datendiebstahl oder gefährlichen Manipulationen. Und dafür ist nicht einmal großes Hackergeschick vonnöten: Vielmehr reichen ein herkömmlicher Telekom-Router und eine einfache Fehlkonfiguration aus, um für einen schweren Datenschutzvorfall zu sorgen. So passiert jüngst in einer niedersächsischen Arztpraxis. Deren 30.000 sensible Patienten- und Mitarbeiterdaten waren über einen Windows-Server für jedermann im Internet frei zugänglich. Ein Supergau - nicht nur in Hinblick auf die EU-DSGVO.

  • Datenschutz im Gesundheitswesen

    Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist das Thema Datenschutz auch bei Privatpersonen in den Fokus gerückt: Niemand möchte persönliche Daten in den falschen Händen sehen. Jedoch zeigt die Vergangenheit, dass gerade in einem äußerst sensiblen und wichtigen Sektor großer Nachholbedarf besteht: Beim Datenschutz im Gesundheitswesen. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group aufmerksam und verweisen auf eine kürzlich erschienene Studie zur IT-Sicherheit bei Ärzten und Apotheken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Demnach sind vor allem mangelndes Wissen der Mitarbeiter sowie Hürden in der Umsetzung der IT-Sicherheit Ursachen für Datenskandale: Patientendaten werden häufig unverschlüsselt und damit für jeden einsehbar per E-Mail versendet. "Aufgrund der Unwissenheit öffnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Praxen und Apotheken E-Mail-Anhänge von zwar unbekannten, jedoch vermeintlich unauffälligen Absendern, ohne diese vorher genau zu prüfen. Fallen diese Mitarbeiter auf solche Phishing-E-Mails herein, sind Patientendaten in Gefahr. Auch durch die fehlende Verschlüsselung ist die Gefahr sehr hoch, dass digitale Patientenakten in die Hände unbefugter Dritter gelangen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Wenn der Datenschutz dem Gesetz ein Bein stellt

    Mit dem DVG sollte die Digitalisierung im Gesundheitswesen endlich richtig Fahrt aufnehmen. Aber wieder einmal bewahrheitet sich leider nicht das Sprichwort ‚Was lange währt, wird endlich gut'. Denn das Bundesgesundheitsministerium hat in einem neuen Entwurf zum DVG die bisher geplanten Regelungen zur elektronischen Patientenakte gestrichen. In der Ressortabstimmung merkte das Justizministerium datenschutzrechtliche Bedenken an. Sensible Informationen zum Gesundheitszustand würden stärkere Schutzmechanismen benötigen. Weiter ging es auch um Unklarheiten bei der Frage, welche Anwendungen zuerst in der Akte verfügbar sein müssen und die scheinbare Problematik, dass Patienten im ersten Schritt keine Zuordnung vornehmen können, welche der behandelnden Ärzte welche Daten einsehen können. In der aktuellen Gesetzesvorlage heißt es, dass in einem zeitnah folgenden zusätzlichen Gesetz die elektronische Patientenakte Berücksichtigung finden soll, damit die Versicherten wie bereits festgelegt ab 2021 von der ePA profitieren können.

  • Schutz der eigenen Mitarbeiter

    Der Digitalverband Bitkom hat mehr als 1.000 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche in Deutschland befragt. 75 Prozent der befragten Unternehmen waren danach in den vergangen zwei Jahren Ziel von Cyber-Attacken. Auffällig dabei: Die größte Tätergruppe - wenn es um Datendiebstahl geht - sind die eigenen Mitarbeiter, die zum Beispiel einen USB-Stick mit Kundendaten mitnehmen, wenn sie das Unternehmen verlassen. Christian Patrascu, Senior Director, Sales Central Eastern Europe von Forcepoint, nimmt dazu Stellung.

  • Sicherheitslücken in vielen Android-Smartphones

    Das Oberlandesgericht in Köln hat eine Klage von Verbraucherschützern zurückgewiesen. Inhalt: Elektronikmärkte verkaufen bewusst veraltete und unsichere Android-Smartphones, ohne Kunden auf die Risiken hinzuweisen. Das dürfen sie auch weiter tun. Die Klage vom Juli 2017 weckte Hoffnungen bei vielen Sicherheitsexperten, die schon lange vor Sicherheitslücken in vielen Android-Smartphones warnen. Diese werden nämlich nicht mehr behoben und stellen deshalb ein Risiko für die persönlichen Daten von Nutzern dar. Verbraucherschützer wollten in einem Gerichtsurteil erwirken, dass Geräte mit einer veralteten Android-Version nur noch mit einem entsprechenden Hinweis verkauft werden dürfen, da sie gut dokumentierte und nicht behebbare Mängel bei der Sicherheit aufwiesen.