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Kommentar zum IT-Sicherheitsgesetz


Das IT-Sicherheitsgesetz ist neu, wirft einige Fragen auf und muss sich erst in den Unternehmen und somit auch in der Gesellschaft etablieren
Vergleicht man die Einführung des IT-Sicherheitsgesetzes mit der des Verkehrssystems, so gab es lange Zeit auch im Straßenverkehr weder festgelegte Regel noch einen Leitfaden, wie Autofahrer sich am Besten zu verhalten haben

Von Wolfgang Kandek, CTO bei Qualys

(31.07.15) - Die Einführung des IT-Sicherheitsgesetzes ist eine willkommene Maßnahme, um die Robustheit unserer IT-Infrastrukturen zu verbessern. Wir haben in den letzten Jahren eine rasante Steigerung von Angriffen gesehen, wobei diese immer raffinierter wurden. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität von Cyber-Attacken verändert sich kontinuierlich und passt sich den aktuellen Gegebenheiten im Cyber Space an. Denn es herrschen auf vielen Seiten immer noch Wissenslücken und derartige Attacken werden oft immer noch nicht ganz verstanden, teilweise sogar verneint. Ein solider Grundschutz neutralisiert die gängigsten Angriffe und zwingt Angreifer zur Nutzung neuerer Methoden, die ihnen höhere Kosten verursachen und unter Umständen aus ökonomischer Sicht keinen Sinn mehr machen.

Klare Richtlinien im IT-Sicherheitsbereich, wie sie durch das Gesetz definiert sind, helfen Unternehmen zusätzlich, eine faire Grundlage zu schaffen, auf der sie aufbauen können. Fest steht: Das IT-Sicherheitsgesetz ist neu, wirft einige Fragen auf und muss sich erst in den Unternehmen und somit auch in der Gesellschaft etablieren. Vergleicht man die Einführung des IT-Sicherheitsgesetzes mit der des Verkehrssystems, so gab es lange Zeit auch im Straßenverkehr weder festgelegte Regel noch einen Leitfaden, wie Autofahrer sich am Besten zu verhalten haben. Genauso wie sich die Teilnehmer im Straßenverkehr erst einmal an die Regeln und Vorgaben gewöhnen mussten, so müssen sich jetzt die Unternehmen darüber im Klaren werden, welche Assets sie bereits haben, welche zu schützen sind und welche beim Schutz Priorität haben. Diese Basis-Security dient dann sozusagen als Fundament, das erweitert werden kann und sollte.

Die durch das IT-Sicherheitsgesetz festgelegten Richtlinien sind als wichtige Grundlage anzusehen, die nun von allen beachtet und umgesetzt werden müssen, so wie das in anderen Bereichen - Buchhaltung, Finanzen oder Ergonomie - bereits üblich ist. Das Gesetz ist ein Zugeständnis, dass die IT-Sicherheit jetzt einen ersten Reifegrad erreicht hat, und dass die öffentliche Diskussion in einem breiten Kreise nötig ist, damit diese Thematik im Bewusstsein der Allgemeinheit ankommt, angenommen und weiter vertieft wird.
(Qualys: ra)

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Anzahl der Cyber-Vorfälle steigt gewaltig

    Von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM erhobene Zahlen haben ergeben, dass Finanzdienstleistungsunternehmen der Financial Conduct Authority (FCA) im Jahr 2018 819 Cyber-Vorfälle gemeldet haben, ein Anstieg gegenüber den 69 im Jahr 2017 gemeldeten Vorfällen. Nach Ansicht von RSM könnten die Zahlen aufgrund der hohen Unterberichterstattung weitaus höher sein. Ross Brewer, VP & MD EMEA, LogRhythm hat den folgenden Kommentar abgegeben: "Während es einfach ist, sich in diesem Bericht auf die Anzahl der Cyber-Vorfälle zu konzentrieren, sollte die Aufmerksamkeit von Sicherheits- und Finanzdienstleistern auf die Hauptursache gelenkt werden. Über ein Fünftel der Vorfälle wird durch einen Ausfall Dritter verursacht, d. h. es besteht eine Schwäche in der Lieferkette.

  • Sicherheitsanforderungen an 5G-Netzausrüster

    In der Diskussion um Sicherheitsanforderungen an Mobilfunknetzausrüster stellt sich der Digitalverband Bitkom gegen nationale Alleingänge. Jegliche Regulierung von Anbietern von Netztechnologie sollte aus Bitkom-Sicht vielmehr EU-weit einheitlich sein. "Ein regulatorischer Flickenteppich würde den 5G-Aufbau verzögern und ein nationaler Alleingang würde Deutschland zurückwerfen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Derzeit plant die Bundesnetzagentur, den Katalog an Sicherheitsanforderungen für Telekommunikationsnetze zu erweitern. Berg: "Wir begrüßen, dass kritische Kernkomponenten nur eingesetzt werden dürfen, wenn sie von einer anerkannten Prüfstelle getestet und vom Bundesamt für Sicherheit in der IT zertifiziert wurden. Damit das in der Praxis aber auch funktioniert, müssen die bislang formulierten Eckpunkte der Bundesnetzagentur umgehend präzisiert werden."

  • Die IT-Branche gilt als vermeintliche Männerdomäne

    Angesichts des Fachkräftemangels in der IT beginnt der Markt zu reagieren und sich zu organisieren. Es handelt sich dabei jedoch zumeist noch um vereinzelte Initiativen, die in großem Umfang schwer umzusetzen sind. Diese Entwicklung ist für unsere Gesellschaft und speziell für Unternehmen eine große Herausforderung: Wie identifizieren und gewinnen Unternehmen heute und zukünftig geeignete Bewerber? Obwohl die Digitalisierung unser Leben grundlegend verändert hat und digitale Technologien zunehmend unseren Alltag bestimmen, wissen wir doch nur sehr wenig über digitale Berufe. Dies gilt nicht nur für Schüler, sondern auch für Eltern, einige Lehrer und sogar Berufsberater. Das Image des "Computer-Nerds" ist fest in unserer Gesellschaft verankert und lässt sich nur schwer abschütteln.

  • Manipulation von DNS-Einträgen

    FireEye beobachtet derzeit mehrere Aktivitäten, die für die Manipulation von DNS-Einträgen verantwortlich sind. Auf einige dieser Aktivitäten haben wir bereits in unserem Blog-Beitrag vom 9. Januar 2019 hingewiesen: Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil dieser Aktivitäten vermutlich von einem iranischen Akteur durchgeführt wird. Dabei nutzt der Akteur Malware, die wir bei FireEye TWOTONE nennen - bei TALOS DNSpionage genannt. Wir vermuten jedoch, dass andere Akteure - und eventuell andere Staaten - hinter weiteren Bedrohungen durch DNS-Manipulation stehen, die nicht in diesem Zusammenhang stehen. Einige dieser Aktivitäten haben wir bereits im Januar 2019 auf unserem Blog vorgestellt. Wir glauben, dass diese Aktivität die Verwendung gestohlener EPP-Anmeldeinformationen beinhaltete und wahrscheinlich staatlich finanziert wurde. EPP ist ein zugrundeliegendes Protokoll, das zur Verwaltung von DNS-Systemen verwendet wird.

  • Komplexität eines Seitenkanalangriffs

    Mit Spectre wütet seit Jahren eine Sicherheitslücke, die Intel- und AMD-Prozessoren verwundbar gemacht hat. Nun möchte sich Suchmaschinenriese Google zusammen mit einem Expertenteam dem Problem annehmen. IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger begrüßt diesen Schritt: "Googles Vorstöße im Kampf gegen die Sicherheitslücke Spectre sind sehr zu begrüßen. Die Komplexität eines Seitenkanalangriffs, wie Spectre, sorgt allerdings dafür, dass dieser Kampf lange dauern wird. Ich vermute, dass noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Gefahr, die von der Sicherheitslücke Spectre ausgeht, vollständig gebannt sein wird. Aber Google und sein LLVM-Team gehen einen entsprechenden guten Weg", so der Geschäftsführer der PSW Group.