- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Höchst riskante Sicherheitslücke


Trägheit bei IT-Security macht Microsoft-Office-Schwachstelle zum Einfallstor für Cyber-Angriffe
Microsoft-Office-Schwachstelle CVE-2017-8570 und mögliche Lösungsansätze



Eine neue Umfrage von Tanium zeigt: Weltweit halten sich CIOs und CISOs bei der Umsetzung relevanter Maßnahmen zurück, obwohl diese für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen und Cyber-Gefahren entscheidend wären. 90 Prozent der befragten CIOs and CISOs in Deutschland führten ein wichtiges Sicherheitsupdate oder einen Patch nicht durch, aus Sorge vor möglichen negativen Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Im weltweiten Durchschnitt – in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Japan – machten 81 Prozent diese Erfahrung.

Das ist ein Ergebnis der weltweiten Umfrage von Tanium unter 500 CIOs und CISOs in Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Die "Global Resilience Gap"-Studie von Tanium untersucht, was die Herausforderungen für CIOs und CISOs beim Schutz des Unternehmens vor Cyber-Gefahren und Störungen sind und welche Kompromisse sie eingehen. Die Studie erkundet auch interne Herausforderungen, welche die volle Transparenz und Kontrolle der IT-Umgebung verhindern.

Mangelnder Überblick und Kontrolle im Netzwerk
Der Überblick über die Endpoints – Laptops, Servers, virtuelle Geräte, Container und Cloud-Infrastrukturen – ist oft unzureichend, wie die Tanium Studie zeigt. Dies hindert Unternehmen daran, informierte Entscheidungen zu treffen, einen effizienten Ablauf zu gewährleisten und gegen Störungen widerstandsfähig zu bleiben. Zusätzlich zu der Tatsache, dass viele CIOs und CISOs Patches aus Sorge vor möglichen Auswirkungen nicht durchführen, führt mangelnde Transparenz auch dazu, dass Patches nicht auf allen Geräten installiert werden: 94 Prozent der von Tanium befragten deutschen CIOs und CISOs geben an, dass ein wichtiger Patch nicht wie angenommen auf allen Geräten im Unternehmen installiert wurde und sich somit eine Sicherheitslücke ergab.

Zudem zeigt die Tanium Umfrage, welche Kompromisse CIOs und CISOs in der IT-Sicherheit und im IT-Betrieb aufgrund von betrieblichen Erfordernissen eingehen. 87 Prozent der befragten CIOs und CISOs in Deutschland müssen beim Schutz des Unternehmens vor technischen Störungen, beispielsweise durch Cyber-Bedrohungen und Ausfälle, Kompromisse eingehen. Einer der wichtigsten Gründe für diese Kompromisse ist demnach die veraltete IT - 34 Prozent sind der Meinung, dass sie deshalb handlungsunfähig sind.

Ebenfalls 34 Prozent müssen sich darauf konzentrieren, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten. Weiterhin müssen 29 Prozent der Befragten mit inkonsistenten, unvollständigen Datensätzen arbeiten. Gleichzeitig sind viele der von Tanium befragten CIOs und CISOs wegen der möglichen Auswirkungen solcher Kompromisse besorgt: 35 Prozent der deutschen Befragten fürchten einen möglichen Verlust von Kundendaten. 30 Prozent halten Vertrauensverlust bei Kunden für eine mögliche Folge. Darüber hinaus denken 29 Prozent, dass Schwachstellen zu einem falschen Eindruck bei Stakeholdern hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen führen könnten.

Unklare interne Prioritäten
Oft fehlt in Unternehmen das Verständnis, wie wichtig widerstandsfähige Technologien und Geschäftsprozesse sind. 47 Prozent der deutschen befragten CIOs und CISOs stehen vor Herausforderungen, weil andere Abteilungen und Führungskräfte nicht verstehen, wie wichtig widerstandsfähige Technologien für das Geschäft sind. 43 Prozent geben zudem an, dass andere Abteilungen der Kundenbetreuung höhere Priorität einräumen als der Befolgung von Sicherheitsprotokollen. Dadurch wird es schwierig, Business Resilience zu erreichen und zu erhalten. 35 Prozent der Befragten sehen Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, weil diese in Silos arbeiten und so kein umfassender Überblick möglich ist. Dies verringert ebenfalls die Widerstandsfähigkeit.

Ryan Kazanciyan, Chief Technology Officer von Tanium, sagt: "Die Mitarbeiter, die Prozesse und die Technologie tragen zusammen dazu bei, ein Unternehmen widerstandsfähig zu machen. Dadurch kann auf Cyberattacken, Ausfälle und andere Unterbrechungen schneller reagiert werden. Unsere Studie belegt jedoch, dass über 80 Prozent der weltweit befragten CIOs und CISOs wichtige Updates nicht durchführen, weil sie wegen möglicher Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb besorgt sind. Solche mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen können weltweite Cyber-Angriffe wie etwa durch WannaCry ermöglichen. Deshalb sollten Unternehmen sicherstellen, dass relevante Änderungen auch durchgeführt werden. Dies ist nötig, um wichtige Bereiche zu schützen, die Auswirkungen zu überwachen und sich von unerwarteten Vorfällen schnell wieder zu erholen. Um eine starke Sicherheitskultur im Unternehmen aufzubauen, sollten IT-Operations- und Sicherheits-Teams zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit muss auf gemeinsam erhobenen, verlässlichen Daten basieren, die vollen Einblick und Kontrolle über alle Geräte hinweg ermöglichen. Dadurch können die Teams technische Störungen oder Cyber-Bedrohungen verhindern – oder sich sehr schnell an diese anpassen und reagieren."
(Tanium: ra)

eingetragen: 04.04.19
Newsletterlauf: 25.04.19

Tanium: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Abbild der momentanen IoT-Sicherheit

    Das Internet der Dinge ist Fluch und Segen zugleich: Während vernetzte Geräte unseren Alltag optimieren und Unternehmen neue lukrative Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, sind die Auswirkungen der zunehmenden Vernetzung auf unsere physische und digitale Sicherheit weniger positiv. Tatsache ist: Im gleichen Maße, indem die Zahl von IoT-Geräten steigt, steigt auch das Risiko für Missbrauch, Datendiebstahl oder gefährlichen Manipulationen. Und dafür ist nicht einmal großes Hackergeschick vonnöten: Vielmehr reichen ein herkömmlicher Telekom-Router und eine einfache Fehlkonfiguration aus, um für einen schweren Datenschutzvorfall zu sorgen. So passiert jüngst in einer niedersächsischen Arztpraxis. Deren 30.000 sensible Patienten- und Mitarbeiterdaten waren über einen Windows-Server für jedermann im Internet frei zugänglich. Ein Supergau - nicht nur in Hinblick auf die EU-DSGVO.

  • Datenschutz im Gesundheitswesen

    Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist das Thema Datenschutz auch bei Privatpersonen in den Fokus gerückt: Niemand möchte persönliche Daten in den falschen Händen sehen. Jedoch zeigt die Vergangenheit, dass gerade in einem äußerst sensiblen und wichtigen Sektor großer Nachholbedarf besteht: Beim Datenschutz im Gesundheitswesen. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group aufmerksam und verweisen auf eine kürzlich erschienene Studie zur IT-Sicherheit bei Ärzten und Apotheken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Demnach sind vor allem mangelndes Wissen der Mitarbeiter sowie Hürden in der Umsetzung der IT-Sicherheit Ursachen für Datenskandale: Patientendaten werden häufig unverschlüsselt und damit für jeden einsehbar per E-Mail versendet. "Aufgrund der Unwissenheit öffnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Praxen und Apotheken E-Mail-Anhänge von zwar unbekannten, jedoch vermeintlich unauffälligen Absendern, ohne diese vorher genau zu prüfen. Fallen diese Mitarbeiter auf solche Phishing-E-Mails herein, sind Patientendaten in Gefahr. Auch durch die fehlende Verschlüsselung ist die Gefahr sehr hoch, dass digitale Patientenakten in die Hände unbefugter Dritter gelangen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Wenn der Datenschutz dem Gesetz ein Bein stellt

    Mit dem DVG sollte die Digitalisierung im Gesundheitswesen endlich richtig Fahrt aufnehmen. Aber wieder einmal bewahrheitet sich leider nicht das Sprichwort ‚Was lange währt, wird endlich gut'. Denn das Bundesgesundheitsministerium hat in einem neuen Entwurf zum DVG die bisher geplanten Regelungen zur elektronischen Patientenakte gestrichen. In der Ressortabstimmung merkte das Justizministerium datenschutzrechtliche Bedenken an. Sensible Informationen zum Gesundheitszustand würden stärkere Schutzmechanismen benötigen. Weiter ging es auch um Unklarheiten bei der Frage, welche Anwendungen zuerst in der Akte verfügbar sein müssen und die scheinbare Problematik, dass Patienten im ersten Schritt keine Zuordnung vornehmen können, welche der behandelnden Ärzte welche Daten einsehen können. In der aktuellen Gesetzesvorlage heißt es, dass in einem zeitnah folgenden zusätzlichen Gesetz die elektronische Patientenakte Berücksichtigung finden soll, damit die Versicherten wie bereits festgelegt ab 2021 von der ePA profitieren können.

  • Schutz der eigenen Mitarbeiter

    Der Digitalverband Bitkom hat mehr als 1.000 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche in Deutschland befragt. 75 Prozent der befragten Unternehmen waren danach in den vergangen zwei Jahren Ziel von Cyber-Attacken. Auffällig dabei: Die größte Tätergruppe - wenn es um Datendiebstahl geht - sind die eigenen Mitarbeiter, die zum Beispiel einen USB-Stick mit Kundendaten mitnehmen, wenn sie das Unternehmen verlassen. Christian Patrascu, Senior Director, Sales Central Eastern Europe von Forcepoint, nimmt dazu Stellung.

  • Sicherheitslücken in vielen Android-Smartphones

    Das Oberlandesgericht in Köln hat eine Klage von Verbraucherschützern zurückgewiesen. Inhalt: Elektronikmärkte verkaufen bewusst veraltete und unsichere Android-Smartphones, ohne Kunden auf die Risiken hinzuweisen. Das dürfen sie auch weiter tun. Die Klage vom Juli 2017 weckte Hoffnungen bei vielen Sicherheitsexperten, die schon lange vor Sicherheitslücken in vielen Android-Smartphones warnen. Diese werden nämlich nicht mehr behoben und stellen deshalb ein Risiko für die persönlichen Daten von Nutzern dar. Verbraucherschützer wollten in einem Gerichtsurteil erwirken, dass Geräte mit einer veralteten Android-Version nur noch mit einem entsprechenden Hinweis verkauft werden dürfen, da sie gut dokumentierte und nicht behebbare Mängel bei der Sicherheit aufwiesen.