- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Zahl der Opfer von WannaCry imposant


Warum wir von Ransomware nicht wirklich überrascht sein sollten
Der WannaCry-Wurm erinnert die Menschen daran, dass sie schnell vergessen

- Anzeigen -





Ein Kommentar zur aktuellen Ransomware-Welle von Michael Veit, Security-Experte bei Sophos

"Es ist ziemlich aggressiv und vermehrt sich sehr schnell" – das könnte die Aussagen eines gestressten System-Administrators sein, der vergangene Woche von der WannaCry (Wanna Decryptor) Ransomware betroffen war. Tatsächlich ist dies aber ein Statement, das ein Security-Experte vor 13 Jahren zu einer neuen Variante des Sasser-Wurms gab. WannaCry zielt auf nicht gepatchte Windwows SMB-Fehler. Genauso wie seinerzeit 2004 Sasser auf nicht gepatchte Windows Exploits in lokalen Security Authority Subsystem Services (LSASS – daher "Sasser") aus war, die ironischerweise ein Teil des Betriebssystems sind, das Security-Einstellungen verwaltet.

Zwar denkt man, dass die Zahl der Opfer von WannaCry imposant ist, doch von Sasser waren so bekannte Unternehmen wie die Deutsche Post, die EU-Kommission und Delta Airlines – um nur ein Auswahl zu nennen – betroffen. Kurioserweise wurde Sasser eher als harmlos denn als existenzbedrohend eingestuft, da es nach einer Reihe an Mega-Würmern wie ILOVEYOU, Nimda, Welchia, Nesky, SoBig, Blaseroder oder SQL Slammer erschien. Viele dieser Schadprogramme nutzten Microsoft-Schwachstellen aus und sorgten für so viel Ärger, dass man sich schwor: "Nie wieder!"

Doch 2008 erschien mit Conficker der nächste große Wurm auf der weltweiten Bühne, der auch drei Jahre danach noch 1,7 Millionen Systeme pro Jahr infizierte. Was war das für eine Welt, in der der Sasser-Wurm hunderttausende Netzwerke infizierte und lediglich als bloßes Ärgernis angesehen wurde? Anscheinend ein Welt, in der Würmer üblich waren und deren Ära wir als "Goldenes Malware-Zeitalter" bezeichnen könnten. Experten wissen, warum Würmer zu Beginn der 2000er so erfolgreich waren: Das Internet ermöglichte die rapide Infektion und Patching steckte noch in den Kinderschuhen. Wenn etwas möglich wird, wird es irgendwann jemand versuchen. Nicht lange danach wird jemand es kopieren und so geht der Zyklus weiter.

Würmer sind in den letzten Jahren selten geworden. Vielleicht deshalb, weil Cyberkriminelle Stealth-Attacken mittlerweile als die bessere Angriffstaktik sehen. Und doch bleibt die Verteidigung gegen Würmer schwierig. Admins können Dienste oder Ports auf Firewall-Ebene blockieren, aber oft nicht unbegrenzt. Das Aufhalten und Checken von E-Mails ist eine weitere Taktik, die aber oft nur solange funktioniert, bis sich alle beklagen.

Der WannaCry-Wurm erinnert die Menschen daran, dass sie schnell vergessen. Der Mensch hat sich zur Gewohnheit gemacht, von neuer Malware, die thematisch alt ist, überrascht zu werden. Und beim nächsten Mal kann es aber noch schlimmer werden, wie ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt. 2012 wurde zum Beispiel die Saudi Aramco Oil Company von einer Malware namens Shamoon angegriffen, die sehr schnell die Master Boot Record (MBR) von 35.000 PC-Festplatten enterte. Und auch danach gab es immer wieder derartige Attacken, die sehr zeitraubend und teuer für die betroffenen Unternehmen sind.

Eine Malware, die die Zerstörung von Festplatten mit einem Wurm kombiniert, kann nicht nur Tage sondern Wochen der Unterbrechung verursachen, und es kostet viel Geld, die Schäden zu beheben – vom Vertrauensverlust noch gar nicht gesprochen. Wir alle sollten aus der Historie lernen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Wirklich jetzt! (Sophos: ra)

eingetragen: 22.06.17
Home & Newsletterlauf: 07.07.17


Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Bitcoin-Hype: Immer neue "Goldgräber"

    Immer mehr Akteure wollen am Bitcoin-Hype mitverdienen - und ahnungslose Webseitenbesucher sind in diesem Fall die Leidtragenden: Seit September 2017 beobachten wir, dass bei dem Besuch vieler Webseiten die Prozessorlast des eigenen Rechners aus zunächst unerfindlichen Gründen auf 100 Prozent hochschnellt. Der Grund dafür ist, dass beim Besuch der Webseite eine in JavaScript geschriebene Anwendung des Anbieters Coinhive heruntergeladen und gestartet wird, die dann im Hintergrund läuft und die Kryptowährung Monero (XMR) schürft. Unter Schürfen einer Kryptowährung versteht man dabei das rechenintensive Lösen mathematischer Aufgaben mit dem Ziel, neu herausgegebene Einheiten einer Kryptowährung zu erhalten.

  • Beute für Schadprogramme

    Aktuell verbreiten sich immer mehr Berichte über Sicherheitsschwachstellen im Zusammenhang mit CPUs, die Passwörter, Krypto- Schlüssel und andere eigentlich geschützte Daten zu leichter Beute für Schadprogramme und Hacker machen. Bryce Boland, Chief Technology Officer Asia Pacific von FireEye, der das Thema auch bei CNN International diskutierte, kommentiert das Problem aktuell wie folgt: "Schwachstellen wie diese sind extrem problematisch, denn sie betreffen so viele Technologien, auf die wir uns verlassen. Eine Lösung für dieses Problem zu finden wird zeit- und kostenaufwendig sein. Die Kosten entstehen durch die Sicherheitsrisiken, aufwendige Nachbesserung und sogar verminderte Rechenleistung.

  • Standardisierte Security-Services

    Die aktuelle OWASP-Top 10-Liste, die vor kurzem veröffentlicht wurde, klärt über Konsequenzen der wichtigsten Sicherheitslücken bei Web-Anwendungen auf. Sicherheitslücken sind meist sehr komplex und nicht leicht aufzuspüren, da sie sich im Code verstecken. Menschliche Expertise gepaart mit einer guten Sicherheitslösung ist daher in vielen Fällen die kosteneffizienteste Lösung.

  • Erpressungstrojaner gehören zum Alltag

    Laut einer Fidelis-Umfrage sind Unternehmen 2017 rund 100 Hackerangriffen ausgesetzt gewesen, ein Drittel davon war erfolgreich. Zu diesen erfolgreichen Angriffen zählten insbesondere diejenigen mit den beiden Trojanern WannaCry und Petya im Mai und Juni dieses Jahres. Was die betroffenen Firmen angeht sind keine signifikanten Unterschiede festzustellen. Konzerne, mittelständische und kleine Firmen sind gleichermaßen betroffen. Laut der Prognosen wird die Zahl der weltweiten Attacken weiter steigen und damit u.a. auch der Bedarf an Cybersicherheitsexperten."

  • Identifizierung von Phishing-E-Mails

    55 Millionen Bundesbürger kaufen im Internet ein. Damit ist Online-Shopping in Deutschland beliebter als das Einkaufen im Laden. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. Insgesamt haben 96 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren in den vergangenen 12 Monaten online eingekauft. Jeder Dritte (33 Prozent) von ihnen bevorzugt den Einkauf per Mausklick. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den Altersgruppen. So sagen heute schon 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 37 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, die beides schon einmal ausprobiert haben, dass sie lieber online einkaufen.