- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Bitcoin-Hype: Immer neue "Goldgräber"


Sophos registriert starken Anstieg des heimlichen Schürfens von Kryptowährungen auf Rechnern ahnungsloser Webseitenbesucher
Webseitenbetreiber verdienen an Rechenleistungen auf Besucher-Computern - Webseitenbesucher registrieren u.a. Verlangsamung der Rechnerleistung, erhöhte Wärmeentwicklung und kürzere Akkuleistungen - Neue Varianten von IoT-Botnetzen wie Mirai beginnen, IoT-Geräte für das Mining von Bitcoins zu nutzen

- Anzeigen -





Statement von Michael Veit, Security Evangelist bei Sophos

Immer mehr Akteure wollen am Bitcoin-Hype mitverdienen – und ahnungslose Webseitenbesucher sind in diesem Fall die Leidtragenden: Seit September 2017 beobachten wir, dass bei dem Besuch vieler Webseiten die Prozessorlast des eigenen Rechners aus zunächst unerfindlichen Gründen auf 100 Prozent hochschnellt. Der Grund dafür ist, dass beim Besuch der Webseite eine in JavaScript geschriebene Anwendung des Anbieters Coinhive heruntergeladen und gestartet wird, die dann im Hintergrund läuft und die Kryptowährung Monero (XMR) schürft. Unter Schürfen einer Kryptowährung versteht man dabei das rechenintensive Lösen mathematischer Aufgaben mit dem Ziel, neu herausgegebene Einheiten einer Kryptowährung zu erhalten.

Der Betreiber der Webseite erhält für die auf den Rechnern der Webseitenbesucher geleisteten Rechenoperationen von Coinhive Geld. Die Konsequenz für den Besucher der Webseite ist, dass sein Rechner langsamer ist, und gerade bei Notebooks sich die Wärmeentwicklung erhöht und die Akkulaufzeit reduziert.

Prinzipiell ist es ein legitimes Vorgehen, dass der Betreiber einer Webseite die Rechenleistung des Computers des Besuchers als Bezahlung für die (dann beispielsweise werbefreie) Nutzung einer Webseite verlangt – sofern der Besucher darauf hingewiesen wird. Es gibt zwar Webseiten, die entsprechende Meldungen anzeigen und teilweise auch die Nutzung des Prozessors auf einige Sekunden oder Minuten begrenzen – aber in den allermeisten Fällen ist das nicht der Fall. Oft handelt es sich bei Webseiten mit Coinhive-Skripten um halbseidene oder illegale Angebote, wie Börsen oder Download-Portale für Software und Videos.

Coinhive-Skripte wurden aber auch schon auf seriösen Webseiten gefunden. Nicht in jedem Fall war und ist dabei klar, ob dies mit Absicht seitens des Webseitenbetreibers geschah oder ob die Webseite Opfer von Malvertising- oder Hacking-Angriffen wurde.

Zweckentfremdung von Rechenleistung privater Geräte wird weiter Schule machen
Das Thema Kryptowährungen mit Bitcoin als prominentestem Vertreter tritt immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die anfangs als anonymes Zahlungsmittel für Kriminelle angesehenen Kryptowährungen werden zunehmend hoffähig für Investoren in der traditionellen Finanzwelt, mittlerweile können etwa bereits Terminkontrakte auf die Bitcoin-Wertentwicklung an regulierten Börsen erworben werden.

Von dem hohen Wertzuwachs den Bitcoin in den letzten Wochen profitieren auch andere Kryptowährungen wie Monero, welche durch Coinhive geschürft wird. Sowohl der Wert des Bitcoin als auch der Wert des Monero verdreifachten sich im Zeitraum von Ende Oktober bis Anfang Dezember 2017.

Im Zuge dessen beobachten wir seit Ende November 2017 einen rapiden Anstieg von Webseiten mit Coinhive – von wenigen hundert Webseiten schnellte die Anzahl auf über 10.000, Tendenz stark steigend. Dieser Zusammenhang ist in der ergänzenden Grafik gut ersichtlich.

Es ist zu erwarten, dass – zumindest solange der Boom der Kryptowährungen andauert – die Zweckentfremdung von Rechenleistung auf Privatgeräten weiter Schule machen wird. Der Weg über Skripte von Coinhive auf Webseiten ist dabei nur eine Spielart. Neue Varianten von IoT-Botnetzen wie Mirai fangen an, gekaperte IoT-Geräte für das Mining von Bitcoins zu nutzen. Und je wertvoller pure Rechenleistung wird, desto mehr Wege werden Cyberkriminelle finden, um die Computer ahnungsloser Endanwender dafür zu nutzen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:
https://nakedsecurity.sophos.com/2017/09/20/pirate-bay-hits-users-cpus-with-secret-cryptocurrency-mining/
(Sophos: ra)

eingetragen: 07.01.18
Home & Newsletterlauf: 31.01.18


Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • CEO & Co. als Zielscheibe von Cyberkriminellen

    Die Wellen in Politik und Presse schlagen hoch, wenn persönliche Daten von Personen des öffentlichen Lebens böswillig exponiert werden. Das zeigt gerade eindrücklich der Datenleak Hunderter deutscher Politiker, Journalisten und Prominenten. Doch auch in Unternehmen herrscht beim Umgang mit sensiblen Daten oft eine gefährliche Mischung aus Unwissenheit und sträflicher Ignoranz. Anders lässt sich der enorme Umfang an sensiblen Daten im Netz nicht erklären.

  • PKI: Einzige Möglichkeit, Chaos zu kontrollieren

    In der jüngeren Vergangenheit wuchs unter IT-Fach- und Führungskräften die Überzeugung, dass Public Key Infrastruktur (PKI) eine veraltete Technologie und damit überflüssig sei. Ganz im Gegenteil, meinen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group, denn in Zeiten, in denen die Cloud, DevOps, IoT und Blockchain immer mehr an Bedeutung gewinnen, werden stärkere Sicherheitsvorkehrungen benötigt. Die PKI ist eine Sicherheitsinfrastruktur, die dazu dient, Services für den sicheren Datenaustausch zwischen den Anwendern bereitzustellen. Durch die PKI lassen sich digitale Zertifikate bereitstellen, verteilen sowie prüfen. Weiter kann die Zugehörigkeit von Public Keys sowie die Echtheit der Zertifikate zuverlässig bestätigt werden.

  • Anzahl potenzieller Ziele steigt exponentiell

    Cyberangriffe auf Unternehmen entwickeln sich immer mehr zum größten Geschäftsrisiko in den heutigen Industrienationen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie "Regional Risks for Doing Business" des World Economic Forum. Dabei wurden mehr als 12.000 Geschäftsleute in mehr als 140 Ländern nach den Geschäftsrisiken für Unternehmen befragt. Weltweit verunsichern Themen wir Arbeitslosigkeit und politische Risiken die Geschäftswelt. Doch von den 19 Staaten, die Cyberangriffe als größte Bedrohung betrachten, liegen 14 in Europa und Nordamerika.

  • Zugriff auf sensibelste Daten

    Der wirksame Schutz privilegierter Konten und Zugriffsrechte gewinnt in Unternehmen immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt, seit die Analysten von Gartner Privileged Account Management, oder kurz PAM, zur Top-Priorität für CIOs im Jahr 2018 erklärt haben. Dass die eindringliche Mahnung, Konten mit weitreichenden Rechten - dazu zählen u.a. Administrator- Server- oder Datenbank-Accounts - dringend besser zu verwalten und schützen, dabei nicht aus nicht Luft gegriffen ist, zeigen Sicherheitsvorfälle wie der aktuelle Datendiebstahl beim französischen Baukonzern Ingérop.

  • eco: Deutschland braucht die Bundesblockchain

    Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, die Verwaltung nachhaltig zu verändern: "Volle Transparenz gewährleisten und gleichzeitig Bürgerdaten und Privatsphäre schützen, das ist mit der Blockchain nun technisch möglich", sagt Taavi Kotka im Rahmen einer Veranstaltung des eco Verbands. Der ehemalige CIO Estlands hat die Digitalisierung des baltischen Staates maßgeblich gestaltet. Das entkräfte mögliche Ausreden von Verantwortlichen, die die Digitalisierung der Verwaltung bislang möglicherweise aufgeschoben hatten. "Die Menschen nehmen staatliche Stellen zukünftig immer stärker als Dienstleister wahr, von denen sie Services ohne große bürokratische Hürden erwarten." Es werde sogar zu einem Wettbewerb der Nationen kommen, beispielsweise um hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland. "Den werden diejenigen gewinnen, die Services digital einfacher und effizienter anbieten können", sagt Kotka. Eine Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltungsprozesse sei daher eine notwendige Investition in die wirtschaftliche Zukunft des Landes.