- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Kommentare & Meinungen

Zugriff auf sensibelste Daten


Hacker erbeuten Pläne von Atomanlagen – Unternehmen müssen Privileged Account Management endlich ernst nehmen
Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich die Angreifer über infizierte E-Mails Zugang zu den Servern verschafft haben

- Anzeigen -





Ein Kommentar von Markus Kahmen, Regional Director CE bei Thycotic

Der wirksame Schutz privilegierter Konten und Zugriffsrechte gewinnt in Unternehmen immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt, seit die Analysten von Gartner Privileged Account Management, oder kurz PAM, zur Top-Priorität für CIOs im Jahr 2018 erklärt haben. Dass die eindringliche Mahnung, Konten mit weitreichenden Rechten – dazu zählen u.a. Administrator- Server- oder Datenbank-Accounts – dringend besser zu verwalten und schützen, dabei nicht aus nicht Luft gegriffen ist, zeigen Sicherheitsvorfälle wie der aktuelle Datendiebstahl beim französischen Baukonzern Ingérop.

Wie SZ, NDR und die französische Tageszeitung Le Monde berichten, gelang es Hackern, mehr als 11.000 Dateien mit einer Gesamtgröße von mindestens 65 Gigabyte zu stehlen und zum Teil im Darknet zu veröffentlichen. Das Fatale an diesem Fall: Die gestohlenen Dokumente enthalten nicht nur sensible Mitarbeiterdaten und firmeninterne E-Mails sondern auch detaillierte Informationen zu höchstsensiblen Projekten wie dem Bau eines Hochsicherheitsgefängnisses, einem Atommüll-Endlager und dem französischen Atomkraftwerk Fessenheim, das in der Nähe der deutschen Grenze steht. Die französische Justiz sieht durch den Angriff wohl zu Recht die nationale Sicherheit des Landes gefährdet.

Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich die Angreifer über infizierte E-Mails Zugang zu den Servern verschafft haben. Zumindest haben Systemadministratoren bei Ingérop versucht, Mitarbeiter auf verdächtige Mails hinzuweisen. Eventuell haben ahnungslose Mitarbeiter auf diese Weise Malware installiert und den Hackern so den Weg in das Netzwerk des Baukonzerns eröffnet. Weil das Risiko einer Infizierung mit Malware vor allem durch Social Engineering wie z.B. Phishing-Mails in fast allen Unternehmen sehr hoch ist und nicht immer hundertprozentig abgewehrt werden kann, ist es umso wichtiger, dass privilegierte Konten, die über weitreichende Rechte verfügen und Zugriff auf sensibelste Daten erlauben, streng überwacht und geschützt sind.

Einfache Passwortmanagement-Lösungen oder Passwort-Tresore sind dabei längst nicht mehr ausreichend. Vielmehr müssen Unternehmen den Empfehlungen von Gartner folgen und auf neuere Privileged Account Management-Lösungen setzen, die sensible Accounts ganzheitlich im Blick haben. Neben der wirksamen Identifizierung von privilegierten Konten und der Löschung von veralteten Accounts, zählt dazu ein automatischer Passwortschutz sowie die Überwachung von privilegierten Sitzungen, um schädliches Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu stoppen, bevor Daten entwendet werden und eventuell die Sicherheit einer ganzen Nation gefährdet ist."
(Thycotec: ra)

eingetragen: 25.11.18
Newsletterlauf: 10.12.18

Thycotic: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Manipulation von DNS-Einträgen

    FireEye beobachtet derzeit mehrere Aktivitäten, die für die Manipulation von DNS-Einträgen verantwortlich sind. Auf einige dieser Aktivitäten haben wir bereits in unserem Blog-Beitrag vom 9. Januar 2019 hingewiesen: Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil dieser Aktivitäten vermutlich von einem iranischen Akteur durchgeführt wird. Dabei nutzt der Akteur Malware, die wir bei FireEye TWOTONE nennen - bei TALOS DNSpionage genannt. Wir vermuten jedoch, dass andere Akteure - und eventuell andere Staaten - hinter weiteren Bedrohungen durch DNS-Manipulation stehen, die nicht in diesem Zusammenhang stehen. Einige dieser Aktivitäten haben wir bereits im Januar 2019 auf unserem Blog vorgestellt. Wir glauben, dass diese Aktivität die Verwendung gestohlener EPP-Anmeldeinformationen beinhaltete und wahrscheinlich staatlich finanziert wurde. EPP ist ein zugrundeliegendes Protokoll, das zur Verwaltung von DNS-Systemen verwendet wird.

  • Komplexität eines Seitenkanalangriffs

    Mit Spectre wütet seit Jahren eine Sicherheitslücke, die Intel- und AMD-Prozessoren verwundbar gemacht hat. Nun möchte sich Suchmaschinenriese Google zusammen mit einem Expertenteam dem Problem annehmen. IT-Sicherheitsexperte Christian Heutger begrüßt diesen Schritt: "Googles Vorstöße im Kampf gegen die Sicherheitslücke Spectre sind sehr zu begrüßen. Die Komplexität eines Seitenkanalangriffs, wie Spectre, sorgt allerdings dafür, dass dieser Kampf lange dauern wird. Ich vermute, dass noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Gefahr, die von der Sicherheitslücke Spectre ausgeht, vollständig gebannt sein wird. Aber Google und sein LLVM-Team gehen einen entsprechenden guten Weg", so der Geschäftsführer der PSW Group.

  • Cyberangriffe eine Selbstverständlichkeit

    Mit der Weiterentwicklung von Bedrohungen wächst auch der Bedarf von Unternehmen, sich gegen die geschäftsschädigenden Auswirkungen von Cyberangriffen zu schützen. Angesichts dieses Trends fordert die Cybersicherheitsanbieterin F-Secure, dass sowohl die ständige Bereitschaft für mögliche Sicherheitsverletzung als auch eine schnelle und effektive Eindämmung, die das richtige Gleichgewicht von Mensch, Prozess und Technologie abdeckt, stärker in den Vordergrund gestellt wird. "Cyberangriffe sind für viele Unternehmen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Es geht nicht mehr darum, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern um die Frage, wann es passiert. Das erfordert eine Veränderung in der Art und Weise, wie Unternehmen mit vielen Sicherheitsaspekten umgehen", sagt Tim Orchard, Managing Director von F-Secure Countercept.

  • IT-Produkte ohne Backdoors

    Am 29.03.2019 das Bundesinnenministerium einen Referentenentwurf zum geplanten "IT-Sicherheitsgesetz 2.0" in die Ressortabstimmung eingebracht. Dazu äußert sich René Hofmann, zuständig für strategische Accounts bei Securepoint, norddeutscher Hersteller von IT-Sicherheitslösungen.

  • Höchst riskante Sicherheitslücke

    Spätestens mit der Einführung der DSGVO hat in Europa eine gewisse Sensibilisierung gegenüber Datenschutz und Sicherheitsrisiken eingesetzt - ob privat oder im beruflichen Umfeld. Dennoch zeigen europäische Arbeitnehmer weltweit die geringste Disziplin, wenn es um die Cybersicherheit in ihren Unternehmen geht: Studien zeigen, dass ein Großteil der Angestellten sich nicht regelmäßig über IT-Sicherheit Gedanken macht. Ein signifikanter Anteil ist sogar der Auffassung, dass die Prävention von Sicherheitsbedrohungen nicht in seinen Aufgabenbereich falle - obwohl man sich über die rechtlichen Folgen eines Datendiebstahls im Klaren ist. Bei einem Verstoß gegen die DSGVO müssen Unternehmen beispielsweise mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes weltweit rechnen.