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Mirai ist nicht die einzige Bedrohung


Akamai veröffentlicht Report zur Internet-Sicherheit im ersten Quartal 2017
"Mirai Water Torture"-DNS-Angriffe nehmen den Finanzdienstleistungsbereich ins Visier

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Akamai Technologies veröffentlichte den "State of the Internet Security Report" für das erste Quartal 2017. Der Bericht basiert auf Daten aus der "Akamai Intelligent Platform"; er enthält eine Analyse der gegenwärtigen Cloud-Sicherheits- und Bedrohungslage und bietet Einblicke in aktuelle Trends. "Wenn wir etwas aus der Analyse des ersten Quartals 2017 schließen können, dann, dass die Risiken in Bezug auf das Internet und die betroffenen Branchen unverändert hoch bleiben und sich die Bedrohungslage stetig weiterentwickelt", sagt Martin McKeay, Senior Security Advocate und Senior Editor des State of the Internet Security Report.

"Die Anwendungsszenarien von Botnet-Angriffen, etwa durch Mirai, wurden kontinuierlich verfeinert und geändert. Angreifer nutzen immer häufiger Schwachstellen im Internet der Dinge aus, um ihre Attacken mit DDoS-Botnets und -Malware durchzuführen. Allerdings wäre es naiv, zu glauben, Mirai sei die einzige Bedrohung. Mit der Veröffentlichung des Quellcodes können beliebige Komponenten von Mirai in andere Botnetze integriert werden. Abgesehen von Mirai deutet außerdem vieles darauf hin, dass sich Botnets wie BillGates, elknot und XOR an das veränderte Umfeld angepasst haben, um dieses für sich auszunutzen."

Die Highlights aus dem State of the Internet Security Report für das erste Quartal 2017:

DDoS-Angriffe
• >> "Mirai Water Torture"-DNS-Angriffe, das heißt, in Mirai-Malware integrierte DNS Query Floods, haben Akamai-Kunden im Finanzdienstleistungsbereich ins Visier genommen. Der Großteil der betroffenen DNS-Server erhielt während der Attacken Queries mit gleichmäßiger Rate – eine Ausnahme stellte jedoch ein Angriff vom 15. Januar 2017 dar, als bei einem von drei DNS-Servern Angriffs-Traffic von 14 Mpps verzeichnet wurde. Im Rahmen solcher Attacken werden die Ressourcen der Zieldomäne überlastet, indem in großer Zahl zufällig generierte Domänennamen abgefragt werden, was letztendlich zu Denial-of-Service-Ausfällen führt.

• >> Reflection-Angriffe sind weiterhin die am häufigsten verwendeten DDoS-Angriffsvektoren – im ersten Quartal 2017 waren allein 57 Prozent aller abgewehrten Attacken Reflection-Angriffe. Die SSDP (Simple Service Discovery Protocol)-Reflektoren waren dabei die meistverwendete Angriffsquelle.

Angriffe auf Webanwendungen
• >> Mit einem weiteren erheblichen Zuwachs von 57 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2016 sind die USA nach wie vor das Land, in dem die meisten Angriffe auf Webanwendungen registriert wurden.

• Die drei am häufigsten verwendeten Angriffsvektoren im ersten Quartal 2017 waren SQLi, LFI und XSS.

• >> Die Niederlande, die im ersten Quartal 2017 den zweiten Platz belegen, verzeichneten mit nun 13 Prozent im Vergleich zu 17 Prozent einen leichten Rückgang im Vergleich zum vierten Quartal 2016, bleiben aber dennoch eine konstant beliebte Quelle für Angriffs-Traffic und weisen für ein Land mit gerade einmal 17 Millionen Einwohnern einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Angriffen auf.

Die wichtigsten Angriffsvektoren
• >> UDP-Fragmente, DNS und NTP sind nach wie vor die drei am häufigsten verwendeten DDoS-Angriffsvektoren; auch die Protocol und Connection Floods finden sich auf der Liste für das erste Quartal 2017 wieder.

• >> Die ersten drei Plätze der am häufigsten verwendeten Angriffsvektoren pro Woche belegen ACK, CHARGEN und DNS.

• >> Der neue Reflection-Angriffsvektor Connectionless Lightweight Directory Access Protocol (CLDAP) wurde entdeckt und wird weiter beobachtet. Er generiert mit DNS-Reflection vergleichbare DDoS-Angriffe, bei denen der Traffic 1 Gbit/s übersteigt.
(Akamai Technologies: ra)

eingetragen: 21.06.17
Home & Newsletterlauf: 03.07.17


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Meldungen: Studien

  • Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro

    Norton by Symantec veröffentlichte die neueste Auflage ihres jährlichen "Norton Cyber Security Insights Reports" (NCSIR). Der Bericht zeigt, dass sich noch immer viele Verbraucher im Netz zu sicher fühlen. Cyberkriminelle widerlegen dieses falsche Sicherheitsgefühl und haben im vergangenen Jahr mit ihren Aktivitäten in den 20 untersuchten Ländern insgesamt 172 Milliarden US-Dollar von 978 Millionen Verbrauchern gestohlen. Allein in Europa waren im untersuchten Zeitraum mehr als 98 Millionen Menschen von Cyberkriminalität betroffen, wobei ein Schaden von 27,4 Milliarden US-Dollar entstanden ist. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt manches europäischen Landes. Auch für Deutschland sind die Zahlen besorgniserregend. So wurden im Untersuchungszeitraum über 23 Millionen Deutsche Opfer von Cyberkriminalität. Das entspricht mehr als einem Drittel der Erwachsenen, die online gehen (38 Prozent). Dabei entstand ein Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro. Jedes einzelne Opfer war zudem durchschnittlich 14,6 Stunden - also fast zwei volle Arbeitstage - damit beschäftigt, die Folgen der Cyberattacke zu beheben.

  • Hoffnung: Steigende Budgets für Sicherheit

    IT-Abteilungen stehen angesichts der immer ausgefeilteren Cyber-Attacken vor großen Herausforderungen. Der zweite Teil des Application Intelligence Report (AIR), eine Studie von A10 Networks, zeigt ein weiteres drängendes Problem: Die mangelnde Bereitschaft der Mitarbeiter, Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen, beeinträchtigt die Abwehr von Bedrohungen maßgeblich und bietet so einen weiteren Grund zur Sorge. Der AIR-Report untersucht den Umgang mit Apps und die steigenden Sicherheitsauswirkungen für das private Umfeld, aber auch für Unternehmen und die IT-Abteilungen. Der erste Teil der Studie, der im Sommer 2017 vorgestellt wurde, hatte ergeben, dass sich die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Leben durch die Nutzung von Apps zu Hause, im Büro und unterwegs immer weiter verschieben.

  • Komplexere Angriffsformen liegen im Trend

    Die Analysen von ThreatMetrix haben nachgewiesen, dass 2017 ein Rekordjahr im Kampf gegen die Online-Kriminalität war. Wie der "ThreatMetrix Cybercrime Report 2017" rückblickend feststellt, hat sich die Zahl der digitalen Attacken in den letzten zwei Jahren um 100 Prozent erhöht. Dieses Ergebnis basiert auf der Auswertung von Cybercrime-Aktivitäten weltweit - hierfür wurden über das globale Netzwerk des Unternehmens rund 100 Millionen Transaktionen täglich analysiert. Die gute Nachricht: Unternehmen, die zum Schutz der Verbraucher in innovative, digitale Strategien investieren, konnten ebenfalls einen Rekord aufstellen, und zwar bei der Abwehr von den aus den großen Datendiebstählen resultierenden Downstream-Angriffen auf ihre Kunden.

  • Studien: Ransom-Attacken weiter auf dem Vormarsch

    Radware hat ihren "Global Application and Network Security Report 2017-2018" veröffentlicht. Nach diesem Bericht hat sich der Anteil der Unternehmen, die finanziell motivierte Cyber-Angriffe melden, in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Die Hälfte aller befragten Unternehmen erlebte im vergangenen Jahr einen Cyber-Angriff, der mit Lösegeldforderungen verbunden war. Da der Wert von Bitcoin und anderen Krypto-Währungen - oft die bevorzugte Zahlungsform unter Hackern - stetig steigt, bieten Ransom-Angriffe Hackern die Möglichkeit, Lösegelder gewinnbringend anzulegen und so zusätzliche Gewinne zu erzielen.

  • Das persönliche Passwort-Management ist schwierig

    Mit jedem neuen Account, den Anwender zur Nutzung von Online-Diensten einrichten, stellt sich erneut die Frage nach einem einzigartigen und starken Passwort. Doch wer kann sich so viele Passwörter merken? Jeder zweite Anwender in Deutschland greift laut einer Kaspersky-Studie zu unsicheren Methoden. Ein Viertel der in Deutschland befragten Nutzer gibt beispielsweise zu, sich Passwörter auf Papierzetteln zu notieren. Den meisten Anwendern in Deutschland ist die Bedeutung von sicheren, starken und damit komplexen Passwörtern für die Sicherheit ihrer Online-Konten durchaus bewusst. Die sichersten Passwörter werden vor allem dann genutzt, wenn es ums Geld geht: Online-Banking-Accounts stehen hier mit 66,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Accounts für Bezahlsysteme und E-Wallets (58,2 Prozent) sowie für Online-Einkäufe (44,2 Prozent).