- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Studien

Phishing über gehackte E-Mail-Konten


Studie: Cyberangriffe zur Übernahme von E-Mail-Konten sind weitverbreitet
Kompromittierte Accounts größtenteils für Phishing genutzt - Vor allem sensible Abteilungen betroffen

- Anzeigen -





Wie eine aktuelle Studie von Barracuda zeigt, nehmen Cyberangriffe, die auf die Übernahme von E-Mail-Konten abzielen, zu. Von 50 Unternehmen, die an einer drei Monate dauernden Untersuchung teilnahmen, meldeten 19 von ihnen derartige Vorfälle. Im Rahmen der Studie wurde erhoben, für welche Zwecke die Angreifer die gehackten Konten nutzten. Von den 60 gemeldeten Vorfällen entfielen 78 Prozent auf Phishing-Kampagnen, 17 Prozent wurden für den Versand von Spam-E-Mails missbraucht und in fünf Prozent der Fälle wurde über E-Mail-Anhänge unternehmensintern Malware verbreitet. Bei den Angriffen zeigte sich ein selektives Vorgehen der Angreifer: So richteten sich mit 22 Prozent überproportional viele Angriffe an besonders sensible Abteilungen wie Personal, IT, Finanzen und Recht.

Um das Ausmaß von Account Takeover-Vorfällen besser zu verstehen, hat Barracuda eine Studie mit 50 zufällig ausgewählten Unternehmen durchgeführt. Diese Organisationen umfassen verschiedene Branchen, darunter Privatunternehmen, öffentliche Einrichtungen und Bildungseinrichtungen. Diese Unternehmen haben Barracuda über einen Zeitraum von drei Monaten, von Anfang April bis Ende Juni 2018, Vorfälle gemeldet, in denen E-Mail-Konten kompromittiert wurden. Es ist davon auszugehen, dass es neben den gemeldeten Vorfällen eine Dunkelziffer gibt, da Unternehmen in der Regel nicht alle Vorfälle entdecken.

Insgesamt berichteten in jedem Monat vier bis acht Unternehmen über mindestens eine Kontoübernahme. Ein "Account Takeover Incident" ist definiert als ein Vorfall, in dem das Mailkonto eines Mitarbeiters von einem Angreifer verwendet wird, um E-Mails an andere Personen zu senden. Im Durchschnitt führte jede Kompromittierung eines Unternehmens zu mindestens drei Vorfällen, bei denen entweder das gleiche Mitarbeiterkonto oder verschiedene Konten für illegitime Zwecke verwendet wurden.

Was stellen Angreifer damit an, wenn sie Zugang zu einem E-Mail-Konto gewonnen haben? Die meisten Angreifer verwenden gehackte E-Mail-Konten, um Phishing-Kampagnen zu starten. Von den 60 Vorfällen führten über drei Viertel (78 Prozent) zu einer Phishing-E-Mail. Bei diesen Mails war es das Ziel des Angreifers, zusätzliche interne und externe Konten zu infizieren. Die E-Mail erweckt den Anschein, sie sei vom legitimen E-Mail-Nutzer und bittet den Empfänger, auf einen Link zu klicken. Manchmal ließen die Angreifer die E-Mail so aussehen, als würde der Mitarbeiter eine Einladung zu einem Link eines gängigen Webservice wie OneDrive oder Docusign senden.

Weitere 17 Prozent der Vorfälle dienten als Grundlage für den Versand von Spam. Der Grund, warum Angreifer es lieben, kompromittierte Konten für Spam zu verwenden, ist, dass kompromittierte Konten oft einen unbefleckten Ruf haben: Sie kommen aus seriösen Domains, von einer korrekten IP und von echten Personen, die einen legitimen E-Mail-Verlauf haben. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie durch E-Mail-Sicherheitssysteme blockiert werden, die vor allem auf Domain-, Absender- oder IP-Reputation achten.

Angreifer können intern Malware versenden
Darüber hinaus gab es bei 5 Prozent der Vorfälle eine Aufforderung an den Empfänger einen Anhang zu öffnen. Diese Vorfälle betrafen allesamt internen E-Mail-Verkehr. Der Grund für diesen Angriff ist, dass die meisten E-Mail-Sicherheitssysteme den internen Datenverkehr standardmäßig nicht auf Bedrohungen untersuchen. Daher können Angreifer intern einfach Malware versenden, und die Empfänger öffnen sehr oft die Anhänge, wodurch ihre Endpunkte infiziert werden.

Suche nach der einfachsten Möglichkeit, in das Netzwerk zu gelangen
Ebenfalls interessant: Nur 6 Prozent der betroffenen Mitarbeiter waren Führungskräfte. Die überwiegende Zahl war entweder in der Einstiegs- oder in der mittleren Führungsebene tätig. Dies zeigt, dass die Kontoübernahme ein weit verbreitetes Phänomen ist und sich nicht nur an hochrangige Mitarbeiter richtet. Im Gegenteil: Oft Mitarbeiter auf niedrigerer Ebene die besseren Ziele, da sie weniger Bewusstsein für Cybersicherheit haben. Und weil viele Angriffe dazu dienen, Phishing-Attacken auf andere Mitarbeiter oder externe Parteien vorzubereiten, suchen die Angreifer im ersten Schritt nach den einfachsten Möglichkeiten, in das Netzwerk zu gelangen. Sobald sie dies erreicht haben, können sie den Ruf des Unternehmens und seiner Marke zu ihrem Vorteil nutzen.

Dennoch sind die Vorfälle nicht zufällig über alle Mitarbeiter verteilt: 22 Prozent der Vorfälle ereigneten sich bei Mitarbeitern in sensiblen Abteilungen wie Personal, IT, Finanzen und Recht. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter in diesen Abteilungen innerhalb der von Barracuda untersuchten Unternehmen liegt deutlich unter 22 Prozent. Dies zeigt, dass es zwar weit verbreitete Vorfälle gibt, aber immer noch spezifische Abteilungen, für welche die Angreifer eine starke Vorliebe haben, weil sie die lukrativsten Ziele für Informations- und Finanzdiebstahl sind. (Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 07.10.18
Newsletterlauf: 06.11.18

Barracuda Networks: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Studien

  • Weltweit 84 Prozent mehr DDoS-Attacken

    Im ersten Quartal 2019 stieg die Zahl der Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe gegenüber dem vierten Quartal 2018 um 84 Prozent an. Insbesondere die Anzahl der Attacken mit einer Länge von mehr als einer Stunde sowie die durchschnittliche Dauer von DDoS-Kompromittierungen sind auffallend gewachsen. Laut den Zahlen aus dem aktuellen globalen DDoS-Bericht von Kaspersky Lab für das erste Quartal 2019 scheint es darüber hinaus eine Renaissance klassischer DDoS-Methoden zu geben, wobei sich Cyberkriminelle vor allem auf längere Angriffe fokussiert haben.

  • Gegenüber Datenschutzbedrohungen anfällig

    Laut einer Erhebung von Thales signalisieren europäische Unternehmen wachsende Sicherheitsdefizite - mit fast einem Drittel (29 Prozent) der Befragten, die im letzten Jahr eine Datenschutzverletzung vermelden mussten, und nur weniger als der Hälfte (55 Prozent), die ihre Bereitstellungen hinsichtlich der digitalen Transformation für sicher oder sehr sicher halten. Diese Ergebnisse und weitere Details finden Sie im soeben veröffentlichten2019 Thales Data Threat Report - Europäische Ausgabe auf der Basis von Forschung und Analysen von IDC.

  • Ein Jahr DSGVO: keinerlei Anlass zur Freude

    Im ersten Jahr nach Inkrafttreten der DSGVO hat sich das Datenrisiko in Deutschland nicht reduziert, sondern ist tendenziell noch gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Datenrisiko-Report der Security-Spezialistin Varonis Systems dem Risk Assessments bei rund 50 deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe - vom mittelständischen Hersteller bis hin zum international agierenden Healthcare/Biotech-Konzern - zugrunde liegen. Weltweit wurden insgesamt 700 Unternehmen aus rund 30 Branchen und mehr als 30 Ländern mit einem Datenvolumen von insgesamt 54,6 Petabytes analysiert.

  • Überraschungen nach Container-Implementierung

    Laut einer Gartner Studie wird im Jahr 2020 über die Hälfte der Unternehmen Container-Technologien einsetzen. Kein Wunder, schließlich bieten Container bisher ungekannte Mobilität, Vereinfachung und Effizienz, damit IT-Teams neue Mikroservices und bestehende Anwendungen schnell aufsetzen und aktualisieren können. Wegen ihrer zahlreichen Vorteile werden Container in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle in der IT spielen. Die Container-Technologie wird immer ausgereifter, allerdings ergeben sich dadurch auch neue Herausforderungen. Erst wenn diese bewältig sind, können Container auch für geschäftskritische Anwendungen im großen Stil eingesetzt werden. Zwei zentrale Bereiche, in denen Container-Technologie noch voranschreiten muss, sind Sicherheit und Daten persistent zu speichern.

  • Social-Media-Plattformen eine reale Gefahr

    Eine neue Studie hat ergeben, dass Social-Media-Plattformen in der Cyberkriminalität eine wichtige Rolle spielen und eine große Gefahr für Unternehmen darstellen. Da Social-Media-Blockaden kein realistisches Abwehrszenario sind, sollten Unternehmen Lösungen implementieren, die eine sichere Nutzung der sozialen Netze unterstützen, empfiehlt Bromium. Die sechsmonatige Studie "Social Media Platforms and the Cybercrime Economy" hat die University of Surrey in Südostengland durchgeführt - gesponsert vom Sicherheitssoftware-Anbieter Bromium. Sie zeigt, dass Social-Media-Plattformen inzwischen eine reale Gefahr darstellen: 20 Prozent aller Unternehmen wurden bereits von Malware infiziert, die über Social-Media-Kanäle verbreitet wurde. Dabei sind bis zu 40 Prozent der Malware-Infektionen durch Malvertising verursacht und rund 30 Prozent durch Plug-ins und Apps.