- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Studien

Mangelndes Verständnis für das Cyberrisiko


Studie: Führungskräfte nur unter Zwang bereit, sich mit Cybersicherheit zu befassen
Ein Drittel der Befragten im kommenden Jahr ohne Plan zur Verbesserung der Sicherheit

- Anzeigen -





Laut einer neuen Studie von Veracode wächst die Kluft zwischen Softwareherstellung und Softwaresicherheit weiter. Weil Unternehmen immer neue Innovationen umsetzen müssen, rückt die Notwendigkeit, die eingeführten Prozesse und Technologien adäquat abzusichern, in den Hintergrund.

Der "Securing the Digital Economy"-Report zeigt, dass sich die Investitionen in Software und die digitale Transformation rasant beschleunigen. Etwa jede fünfte der befragten Führungskräfte gab an, dass ihr Softwarebudget zur Unterstützung der digitalen Transformation in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent oder mehr gestiegen ist.

Die gestiegenen Investitionen in die Softwareentwicklung haben jedoch nicht zu höheren Sicherheitsbudgets oder einem höheren Bewusstsein für die Risiken geführt, die durch unsichere Software verursacht werden. Nur 50 Prozent der Befragten sind sich des Risikos bewusst, das anfällige Software für ihr Unternehmen darstellt.

In der Studie gaben 25 Prozent der befragten Führungskräfte in Großbritannien und den USA an, dass sie mit folgenden gängigen Cybersicherheitsbedrohungen nicht vertraut sind:

>> Verwundbare Software
>> Ransomware
>> Verwundbare Open-Source-Komponenten
>> Phishing-Angriffe
>> Böswillige Mitarbeiteraktivitäten
>> DDoS-Angriffe
>> Führungskräfte haben keine Kenntnis von folgenschweren Cyberangriffen

Das mangelnde Verständnis für das Cyberrisiko ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass erfolgreiche Cyberangriffe nicht als solche wahrgenommen werden. Wer weder die Verstöße selbst noch die zugrunde liegenden Ursachen kennt, fühlt sich nicht gezwungen, ähnliche Bedrohungen im eigenen Unternehmen zu erkennen oder abzuwehren. Zum Beispiel:

>> Ungeachtet dessen, dass der Hackerangriff auf Equifax in den Medien intensiv diskutiert wurde, zahlreiche hochkarätige Führungskräfte ihre Jobs verloren haben und der Ex-CEO gezwungen war, vor dem Kongress auszusagen, gaben nur fünf Prozent der Befragten an, dass sie dieser Fall dazu veranlasst habe, ihren aktuellen Cybersicherheitsansatz zu überdenken.

>> Nur ein Drittel der befragten Verantwortlichen hatte überhaupt von der globalen WannaCry-Ransomware-Attacke gehört, wobei der Anteil in Großbritannien mit 40 Prozent am höchsten war. Nur jeder Zehnte gab an, dass ihn die Attacke bewogen hätte, den Cybersicherheitsansatz seines Unternehmens zu überdenken.

>> 15 Prozent der Befragten in Großbritannien und 19 Prozent in Deutschland hatten nichts von den in der Umfrage aufgezählten populären Cyberangriffen gehört. Knapp die Hälfte aller Befragten in USA, Großbritannien und Deutschland gaben an, Cyberangriffe hätten ihr Unternehmen nicht dazu veranlasst, seinen Cybersicherheitsansatz zu überdenken oder zu aktualisieren.

>> Eine gewisse Bewusstseinsveränderung ist jedoch zu bemerken. Von den 33 Prozent, die angaben, dass ein Cyberangriff auf ein fremdes Unternehmen sie veranlasst habe, ihren Cybersicherheitsansatz zu überdenken, haben viele entweder bereits Schritte unternommen, um ihre Softwaresicherheit zu verbessern, oder planen dies in den nächsten zwölf Monaten.

>> Mehr als ein Drittel (34 Prozent) wird bzw. will in den nächsten zwölf Monaten damit starten, ihre Software auf Sicherheitslücken zu scannen oder hat bereits damit begonnen, dies regelmäßiger zu tun. Ein Fünftel hat Sicherheitsschwellenwerte für Software von Drittanbietern sowie alle kommerziellen Standardanwendungen eingerichtet oder plant dies zu tun (22 Prozent bzw. 20 Prozent).

>> Ungeachtet dessen sind sich noch nicht alle befragten Führungskräfte der Risiken der sich entwickelnden Cyberbedrohungslandschaft bewusst. Ein Drittel gab an, in den nächsten zwölf Monaten keine weiteren Schritte zur Verbesserung der Cybersicherheit in ihrer Organisation unternehmen zu wollen.

"Die digitale Transformation birgt sowohl enorme Möglichkeiten für Innovationen als auch erhebliche Sicherheitsrisiken", kommentiert Chris Wysopal, CTO von CA Veracode. "77 Prozent der Anwendungen weisen beim ersten Scan mindestens eine Sicherheitslücke auf, über die Ransomware eingeschleust oder Daten gestohlen werden könnten."

"Viele Verantwortliche wissen nicht ausreichend Bescheid über die bekanntesten Cyberbedrohungen für ihr Unternehmen und sind nicht über die katastrophalsten Cyberereignisse der letzten Zeit informiert. Wir müssen diese Diskrepanz zwischen Unternehmensleitung und Cybersicherheitsbedrohungen überbrücken. Denn wenn sich Führungskräfte nicht über die Bedrohungen und was zu deren Abwehr nötig ist im Klaren sind, könnte ihr Unternehmen für die nächste Schlagzeile sorgen", so Wysopal.

Führungskräfte werden aktiv, wenn das persönliche Risiko ins Gespräch kommt
Während hochkarätige Verstöße an sich keine großen Verhaltensänderungen nach sich ziehen, sind Führungskräfte eher bereit Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie im Falle eines Verstoßes mit der Möglichkeit einer persönlichen Rechenschaftspflicht konfrontiert werden. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass das persönliche Risiko Vorstandsmitglieder deutlich mehr motivieren würde aktiv zu werden als Compliance-Erwägungen.

So wurde die potenzielle Rufschädigung und der drohende Arbeitsplatzverlust durch eine Datenpanne von 38 Prozent bzw. 35 Prozent der Verantwortlichen genannt, wenn es darum ging, den Vorstand für das Thema Cybersicherheit zu gewinnen. Dem stehen 29 Prozent gegenüber, die mögliche Bußgelder aufgrund von DatenschutzgEsetzen wie der DSGVO anführten.

Methodik
CA Veracode beauftragte YouGov mit der Befragung von 1.403 Führungskräften aus Großbritannien (653), den USA (506) und Deutschland (244) zu den Initiativen für die digitale Transformation und das Verständnis von Cybersicherheit in ihrem Unternehmen. Die Umfrage wurde über einen Zeitraum von neun Tagen zwischen dem 25. September und dem 4. Oktober 2017 online durchgeführt.
(CA Veracode: ra)

eingetragen: 07.01.18
Home & Newsletterlauf: 06.02.18


- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Studien

  • Sicherheit und Datenschutz bei IoT-Projekten

    Aus einer aktuellen Studie von DigiCert geht hervor, dass die Nichtachtung von Best Practices bei der Nutzung des Internets der Dinge (IoT) bereits zu erheblichen finanziellen Verlusten geführt hat. In den vergangenen zwei Jahren verzeichneten 25 Prozent der Unternehmen mit den meisten Schwierigkeiten bei der IoT-Sicherheit Verluste von mindestens 30 Millionen Euro. Das am schwersten betroffene deutsche Unternehmen in der Gruppe mit der schwächsten IoT-Sicherheit erlitt Schäden von 80 Millionen Euro. Die Ergebnisse zeigen auch ein stark steigendes Interesse am Internet der Dinge. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass das Internet der Dinge bereits sehr wichtig für ihr Unternehmen sei. 87 Prozent erwarten, dass es in den nächsten zwei Jahren eine sehr große Bedeutung erlangen wird.

  • Auswirkungen auf die Privatsphäre

    Eine Umfrage von AVG hat ergeben, dass 48 Prozent der deutschen Eltern befürchten, intelligente Geräte verleiten ihre Kinder dazu, persönliche Bilder und Daten unbedacht online zu teilen. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von smarten Uhren und Fitness-Trackern für Kinder wollte AVG mit der Umfrage herausfinden, wie Eltern über die zunehmend gerätezentrierte Kultur von heute denken und was sie von der großen Menge an neuen und persönlichen Daten halten, die ihre Kinder damit täglich generieren. Ob es sich nun um eine intelligente Uhr handelt, die mit einem Smartphone verbunden ist, oder um einen Fitnesstracker, der Gewicht und Schrittzahl misst - die Umfrage ergab, dass die Sorge unter den Eltern darüber wächst, wie sicher die Geräte diese Daten speichern und welche Auswirkungen dies auf die Privatsphäre und Sicherheit ihres Kindes hat. Fast ein Drittel (28 Prozent) glaubt, dass die Nutzung von smarten Geräten zum Diebstahl der Daten ihres Kindes führen könnte. Darüber hinaus sind 32 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Besitz von intelligenten Geräten den Druck auf ihr Kind erhöht, Daten über soziale Netzwerke auszutauschen, was wiederum die Privatsphäre gefährdet.

  • Herkunft der Attacken häufig aus Osteuropa & Asien

    Deutsche Industrieunternehmen sind beliebte Ziele für Sabotage, Datendiebstahl oder Wirtschaftsspionage. Vor allem die Chemie- und Pharmabranche trifft solche Attacken hart: Drei von vier Chemie- und Pharmaunternehmen (74 Prozent) wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer, weitere 22 Prozent waren vermutlich betroffen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen repräsentativ befragt wurden. Mit 68 Prozent leiden Unternehmen aus dem Automobilbau am zweithäufigsten unter Attacken - von Hackerangriffen bis Aktendiebstahl. Aber auch der Maschinen- und Anlagenbau (67 Prozent) sowie die Hersteller von Kommunikations- und Elektrotechnik (63 Prozent) sahen sich in den Jahren 2016 und 2017 einer Vielzahl an Attacken ausgesetzt.

  • Bei einem BEC-Angriff Geld verlieren

    Eine aktuelle Umfrage von Trend Micro offenbart eine beunruhigend hohe Zahl von BPC-Angriffen auf Unternehmen in Deutschland und weltweit. Dabei geht die größte Gefahr insbesondere von Angriffen per E-Mail aus, die gerade in finanzieller Hinsicht verheerende Folgen nach sich ziehen können. Trend Micro stellt die Ergebnisse einer neuen Studie zu Cyberangriffen auf Unternehmen vor. Diese ergibt, dass 46 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland bereits von einem Business Process Compromise (BPC), also einem Angriff auf ihre Geschäftsprozesse, betroffen waren. Weltweit wurden 43 Prozent der Unternehmen angegriffen. Trotz der großen Häufigkeit von erfolgreichen Angriffen sind sich 47 Prozent der Führungsebenen in Deutschland (weltweit sind es 50 Prozent) noch nicht darüber bewusst, was diese Angriffe sind und welche Konsequenzen sie für ihren Betrieb haben können.

  • Berlin ist die Blockchain-Hauptstadt

    In Deutschland sind Bitcoin, Blockchain und Distributed Ledger Technologies (DLT) prozentual stärker im Arbeitsmarkt vertreten als in den USA. Das geht aus einer Studie der Jobsuchmaschine Adzuna hervor, die gemeinsam mit dem Blockchain-Experten Robert A. Küfner untersucht hat, welchen Einzug die Branche bei 348 Mio. Arbeitnehmern sowie 9 Mio. Arbeitgebern in Deutschland, den USA und 13 weiteren Nationen findet. Der internationale Vergleich der Arbeitnehmer zeigt, dass Österreich sowie die Niederlande mit 0,16 Prozent anteilig die meisten Fachkräfte mit Expertise für Blockchain, Bitcoin und DLT aufweisen. Deutschland folgt knapp dahinter auf Platz drei. Hier gibt es bei 8,25 Mio. verglichenen Personen derzeit 12.740 Berufstätige (0,15 Prozent), die hierzulande über Fachkenntnisse verfügen oder in der Branche tätig sind.