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Sicherheitsrisiko Smart-Watch-App


Nicht nur wann, sondern auch wo: Heimliche Nutzerprofilerstellung via Smart-Watches?
Untersuchung: Spionage und Datenklau möglich

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Laut Bitkom-Studie ist der Boom bei Smart-Wearables ungebrochen: In den Jahren 2015 bis 2017 stieg der Umsatz mit Smart-Watches um 92,3 Prozent auf 325 Millionen Euro an, bei Fitness-Trackern um 77,1 Prozent auf 142,74 Millionen Euro. Allerdings können laut einer aktuellen Untersuchung von Kaspersky Lab Wearables als Spionage-Tool eingesetzt werden, indem heimlich Daten zu Beschleunigung und Ausrichtung des Nutzers gesammelt werden. Die Folge: Es lassen sich einzigartige Datensätze der Nutzer zur Überwachung erstellen – inklusive der Eingabe sensibler Informationen. Kaspersky Lab empfiehlt auf die Sicherheit von Apps und Accounts im Zusammenhang mit Wearables zu achten.

Smart-Wearables wie Smart-Watches oder Fitness-Tracker werden häufig bei sportlichen Aktivitäten verwendet, um den Gesundheitszustand zu überwachen oder Push-Benachrichtigungen zu empfangen. Diese werden oft mit Rotationssensoren (Gyroskopen) kombiniert, um die aktuelle Position des Nutzers zu bestimmen und dessen Schritte zählen zu können.

Die Experten von Kaspersky Lab haben mehrere Smart-Watches unterschiedlicher Anbieter dahingehend untersucht, welche Nutzerinformationen diese unbefugten Dritten zur Verfügung stellen könnten. Hierfür haben sie eine einfache Applikation für eine Smart-Watch entwickelt, die Signale von den integrierten Beschleunigungssensoren und Gyroskopen aufzeichnet. Die in diesem Experiment erhobenen Daten wurden dann entweder im Speicher des tragbaren Geräts verwahrt oder auf das Bluetooth-gekoppelte Mobiltelefon hochgeladen.

Mithilfe mathematischer Algorithmen, die der Rechenleistung des Smart-Wearables zur Verfügung standen, konnten Verhaltensmuster sowie Zeiträume, wann und wo Nutzer sich bewegten und wie lange sie damit arbeiteten, ermittelt werden. Dabei konnten auch sensible Nutzeraktivitäten wie die Passworteingabe auf dem Computer (mit einer Genauigkeit von bis zu 96 Prozent), die Eingabe eines PIN-Codes am Geldautomaten (87 Prozent) und die Entsperrung des Mobiltelefons (64 Prozent) nachvollzogen werden.

Das Resultat des Kaspersky-Experiments: Bei den erhobenen Daten werden einzigartige Verhaltensmuster für den jeweiligen Nutzer des Gerätes sichtbar. Dritte könnten über eine E-Mail-Adresse, die bei der Registrierung in der App angefordert wurde, oder über den aktivierten Zugriff auf die Anmeldeinformationen des Android-Kontos die dahinter stehende Identität sowie deren Gewohnheiten ermitteln. Darüber hinaus könnten Cyberkriminelle die empfangenen Signale entschlüsseln, Opfern auflauern oder Skimmer an ihren bevorzugten Geldautomaten installieren.

"Smarte Wearables sind nicht nur kleine Gadgets, sondern cyberphysische Systeme, die physikalische Parameter erfassen, speichern und verarbeiten können", so Sergey Lurye, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. "Unsere Untersuchung zeigt, dass selbst einfachste Algorithmen, die auf der Smart-Watch selbst laufen, einzigartige Nutzerprofile erfassen können. Diese Profile können dann verwendet werden, um den Nutzer zu identifizieren und seine Aktivitäten zu verfolgen, einschließlich der Eingabe sensibler Informationen. Das kann über legitime Apps der Smart-Watch geschehen, die heimlich Signaldaten an Dritte senden."

Kaspersky Lab: auf bestimmte Signale achten
Kaspersky Lab empfiehlt Nutzern von Wearables zu besonderer Aufmerksamkeit,
• >> sollte die App eine Anfrage zum Abrufen von Nutzerkontoinformationen senden.
• >> sollte die App die Berechtigung zum Senden von Geolokalisierungsdaten anfordern.
• >> sollte sich der Akku erheblich schneller als üblich entleeren.

Darüber hinaus gelten für Smart-Wearables und die entsprechenden Apps dieselben IT-Sicherheitsgrundlagen wie für alle Endgeräte:
• >> Apps niemals aus unbekannten Quellen herunterladen, sondern aus dem offiziellen App-Store.
• >> Betriebssystem und Software der Wearables und der damit verbundenen Geräte wie Smartphone regelmäßig aktualisieren.
• >> Eine Sicherheitslösung auf allen Geräten verwenden, die mit dem Smart-Wearable verbunden sind.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 04.06.18
Newsletterlauf: 25.06.18

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Studien

  • Fernwartungssoftware im eigenen Netzwerk

    Legitime Fernwartungssoftware (Remote Administration Tool, RAT) stellt eine ernste Gefahr für industrielle Netzwerke dar. Laut einer aktuellen Untersuchung von Kaspersky Lab sind RATs weltweit auf 31,6 Prozent der Rechner industrieller Kontrollsysteme (ICS) installiert - in Deutschland (35,1 Prozent), der Schweiz (33,2 Prozent) und Österreich (32,7 Prozent) sogar noch häufiger. Das Problem: Dass die Fernwartungssoftware im eigenen Netzwerk aktiv ist, wird von den Sicherheitsteams der betroffenen Organisationen oft erst bemerkt, wenn Cyberkriminelle diese zur Installation von Malware, Ransomware oder Kryptominern missbrauchen oder sich damit Zugriff auf Informationen beziehungsweise finanzielle Ressourcen des betroffenen Unternehmens verschaffen.

  • Sicherstellung der Kundendaten

    ForgeRock hat die im Auftrag von Forrester Consulting durchgeführte Studie "Leveraging CIAM to unlock the Power of AI and IoT" veröffentlicht. Sie zeigt deutlich, dass der Einsatz von Kundenidentitätslösungen den Vertrauensaufbau mit Kunden fördert und dass Geschäftsziele auf höchster Ebene erreicht werden. 75 Prozent der befragten Unternehmen sehen den priorisierten Schutz der Kundendaten als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Umfrage zeigt aber auch, dass Unternehmen beim Aufbau von Vertrauen ihrer Kunden und beim sicheren, bedenkenlosen Einsatz neuer Technologien wie KI und IoT vor neuen Herausforderungen stehen. Die im April 2018 durchgeführte Studie umfasste eine Umfrage unter mehr als 400 Entscheidungsträgern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA, China, Japan und Australien. Die vollständige Studie auf Englisch steht zum Download bereit und eine unterstützende Infografik ist ebenfalls verfügbar.

  • Gesundheitswesen ist Wachstumstreiber

    Branchen wie das Gesundheitswesen haben in Sachen IT-Sicherheit Handlungsbedarf - und erhöhen ihre Investitionen in einen besseren Schutz der IT-Infrastruktur auch mehr als andere. Zu diesem Ergebnis kam das "Trendbarometer IT-Sicherheit" im Vorfeld der Fachmesse it-sa. Die größte Nachfragesteigerung erfahren die befragten Aussteller der it-sa derzeit aus dem Gesundheitswesen. Für 84 Prozent ist der Sektor Wachstumstreiber Nr. 1, dicht gefolgt von Energieversorgern mit 81 und - mit je 80 Prozent - Industrie und Verwaltung. Die aktuelle Nachfragesituation deckt sich mit den Branchen, in denen die Aussteller auch den höchsten Handlungsbedarf in Sachen IT-Security identifizieren. Alle genannten Branchen rangieren hier in den Top 5.

  • Phishing über gehackte E-Mail-Konten

    Wie eine aktuelle Studie von Barracuda zeigt, nehmen Cyberangriffe, die auf die Übernahme von E-Mail-Konten abzielen, zu. Von 50 Unternehmen, die an einer drei Monate dauernden Untersuchung teilnahmen, meldeten 19 von ihnen derartige Vorfälle. Im Rahmen der Studie wurde erhoben, für welche Zwecke die Angreifer die gehackten Konten nutzten. Von den 60 gemeldeten Vorfällen entfielen 78 Prozent auf Phishing-Kampagnen, 17 Prozent wurden für den Versand von Spam-E-Mails missbraucht und in fünf Prozent der Fälle wurde über E-Mail-Anhänge unternehmensintern Malware verbreitet. Bei den Angriffen zeigte sich ein selektives Vorgehen der Angreifer: So richteten sich mit 22 Prozent überproportional viele Angriffe an besonders sensible Abteilungen wie Personal, IT, Finanzen und Recht.

  • Industrie vertraut auf IT-Sicherheitsexperten

    Für die deutsche Industrie sind IT-Sicherheitsexperten der beste Schutz gegen Cyberattacken. Jedes Industrieunternehmen (100 Prozent) hält qualifizierte IT-Sicherheitskräfte für eine geeignete Maßnahme, um sich gegen Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage zu wappnen, 77 Prozent sehen dies als sehr geeignet. Ähnlich wichtig sind für sie Schulungen aller Mitarbeiter zu Sicherheitsthemen. 99 Prozent des produzierenden Gewerbes findet dies wichtig. Das ist das Ergebnis einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen repräsentativ befragt wurden. "Ein robustes IT-Sicherheitsmanagement fängt mit gut geschulten Mitarbeitern an", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. "Qualifiziertes Personal im Bereich IT-Sicherheit ist sehr gefragt. Investitionen in Fachkräfte lohnen sich hier besonders."