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Kampf gegen Cyberangriffe


Unternehmen wollen DDoS-Schutz vom Service Provider
Trotzdem bieten nur wenige ISPs tatsächlich Managed Security Services an

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Fast 40 Prozent der mittleren und großen Unternehmen in Europa setzen beim Kampf gegen Cyberangriffe bevorzugt auf ihren Internet Service Provider (ISP). Lediglich 10 Prozent bevorzugen einen dedizierten Security Service Provider, während etwa jedes zweite Unternehmen ausschließlich interne Teams für die Cybersecurity beschäftigt.

Das ist eines der Ergebnisse der 2017 Executive Application & Network Security Survey von Radware. Trotzdem bieten nur wenige ISPs tatsächlich Managed Security Services an. "Das Vertrauen in den ISP ist daher oft sehr trügerisch" warnt Georgeta Toth, Regional Director DACH bei Radware. "Denn während die meisten ISPs natürlich Maßnahmen etwa gegen DDoS-Angriffe auf ihr eigenes Netz getroffen haben, sind ihre Kunden damit nicht automatisch ebenfalls geschützt. Dabei wären Managed Security Services für die ISPs ein sehr interessantes und sehr profitträchtiges neues Geschäftsfeld – die Nachfrage ist ja offensichtlich immens."

So hat Jim Hodges, Principal Analyst bei Heavy Reading, im Auftrag von Radware eine umfassende Untersuchung zur Profitabilität von DDoS Managed Service Modellen erstellt, wobei zwischen Always-on- und On-Demand-Diensten unterschieden wird. Always-on Services eignen sich vor allem für größere Unternehmen, bei kleineren sind kostengünstige On-Demand-Dienste populärer.

In seiner Untersuchung "Cyber Economics: Validating DDoS Managed Service Delivering Models" zeigt Heavy Reading, dass Investitionen in solche Services sich bereits innerhalb des ersten Jahres amortisieren und über einen Zeitraum von 5 Jahren einen Cash Flow etwa in Höhe des Achtfachen der Gesamtinvestitionen und einen Kapitalwert etwa in Höhe des Vier- bis Fünffachen dieser Investitionen generieren können. Dabei wurden eine Penetrierung von 10 Prozent des adressierbaren Marktes sowie ein jährlicher Preisverfall von 10 Prozent zugrunde gelegt. Die berechnete Nettomarge beträgt für beide Service-Modelle (Always-on und On-Demand) nach 5 Jahren etwa 70 Prozent.

Einfacher Einstieg
Dabei gestaltet sich der Einstieg in dieses Geschäftsfeld sehr einfach. Kleinere ISPs können White-Label-Angebote bestehender Managed Security Service Provider (MSSP) nutzen, so dass keinerlei Investitionen in Systeme oder einschlägige Expertise erforderlich sind. Größere Provider können auf das ohnehin vorhandene Know-how bauen und mit wenig Aufwand die bestehenden Schutzmaßnahmen im eigenen Netz erweitern und auch für ihre Kunden einsetzen. Auch wer zunächst White Label Services nutzt, kann später bei wachsendem Volumen mit vergleichsweise geringen Investitionen ein eigenes Angebot aufbauen.

"Zwei von fünf Unternehmen warten auf solche Services ihrer ISPs", so Georgeta Toth. "Und so stellen Managed Security Services für diese nicht nur eine sehr attraktive zusätzliche Einnahmequelle dar, sondern sind auch noch ein perfektes Instrument zur Verbesserung der Kundenbindung." (Radware: ra)

eingetragen: 11.07.17
Home & Newsletterlauf: 10.08.17


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Meldungen: Studien

  • Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro

    Norton by Symantec veröffentlichte die neueste Auflage ihres jährlichen "Norton Cyber Security Insights Reports" (NCSIR). Der Bericht zeigt, dass sich noch immer viele Verbraucher im Netz zu sicher fühlen. Cyberkriminelle widerlegen dieses falsche Sicherheitsgefühl und haben im vergangenen Jahr mit ihren Aktivitäten in den 20 untersuchten Ländern insgesamt 172 Milliarden US-Dollar von 978 Millionen Verbrauchern gestohlen. Allein in Europa waren im untersuchten Zeitraum mehr als 98 Millionen Menschen von Cyberkriminalität betroffen, wobei ein Schaden von 27,4 Milliarden US-Dollar entstanden ist. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt manches europäischen Landes. Auch für Deutschland sind die Zahlen besorgniserregend. So wurden im Untersuchungszeitraum über 23 Millionen Deutsche Opfer von Cyberkriminalität. Das entspricht mehr als einem Drittel der Erwachsenen, die online gehen (38 Prozent). Dabei entstand ein Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro. Jedes einzelne Opfer war zudem durchschnittlich 14,6 Stunden - also fast zwei volle Arbeitstage - damit beschäftigt, die Folgen der Cyberattacke zu beheben.

  • Hoffnung: Steigende Budgets für Sicherheit

    IT-Abteilungen stehen angesichts der immer ausgefeilteren Cyber-Attacken vor großen Herausforderungen. Der zweite Teil des Application Intelligence Report (AIR), eine Studie von A10 Networks, zeigt ein weiteres drängendes Problem: Die mangelnde Bereitschaft der Mitarbeiter, Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen, beeinträchtigt die Abwehr von Bedrohungen maßgeblich und bietet so einen weiteren Grund zur Sorge. Der AIR-Report untersucht den Umgang mit Apps und die steigenden Sicherheitsauswirkungen für das private Umfeld, aber auch für Unternehmen und die IT-Abteilungen. Der erste Teil der Studie, der im Sommer 2017 vorgestellt wurde, hatte ergeben, dass sich die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Leben durch die Nutzung von Apps zu Hause, im Büro und unterwegs immer weiter verschieben.

  • Komplexere Angriffsformen liegen im Trend

    Die Analysen von ThreatMetrix haben nachgewiesen, dass 2017 ein Rekordjahr im Kampf gegen die Online-Kriminalität war. Wie der "ThreatMetrix Cybercrime Report 2017" rückblickend feststellt, hat sich die Zahl der digitalen Attacken in den letzten zwei Jahren um 100 Prozent erhöht. Dieses Ergebnis basiert auf der Auswertung von Cybercrime-Aktivitäten weltweit - hierfür wurden über das globale Netzwerk des Unternehmens rund 100 Millionen Transaktionen täglich analysiert. Die gute Nachricht: Unternehmen, die zum Schutz der Verbraucher in innovative, digitale Strategien investieren, konnten ebenfalls einen Rekord aufstellen, und zwar bei der Abwehr von den aus den großen Datendiebstählen resultierenden Downstream-Angriffen auf ihre Kunden.

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  • Das persönliche Passwort-Management ist schwierig

    Mit jedem neuen Account, den Anwender zur Nutzung von Online-Diensten einrichten, stellt sich erneut die Frage nach einem einzigartigen und starken Passwort. Doch wer kann sich so viele Passwörter merken? Jeder zweite Anwender in Deutschland greift laut einer Kaspersky-Studie zu unsicheren Methoden. Ein Viertel der in Deutschland befragten Nutzer gibt beispielsweise zu, sich Passwörter auf Papierzetteln zu notieren. Den meisten Anwendern in Deutschland ist die Bedeutung von sicheren, starken und damit komplexen Passwörtern für die Sicherheit ihrer Online-Konten durchaus bewusst. Die sichersten Passwörter werden vor allem dann genutzt, wenn es ums Geld geht: Online-Banking-Accounts stehen hier mit 66,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Accounts für Bezahlsysteme und E-Wallets (58,2 Prozent) sowie für Online-Einkäufe (44,2 Prozent).