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Im Fokus der Ransomware-Hacker


Krankenhäuser im Visier von Ransomware-Kriminellen
Eingesetzte herkömmliche Antivirus-Software kann sensible Patientendaten nicht mehr schützen

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30 Prozent der staatlichen britischen Krankenhausorganisationen, sog. NHS Trusts, wurden laut einer aktuellen Befragung des Endpoint Protection-Spezialisten SentinelOne bereits Opfer eines Ransomware-Angriffs. Sowohl sensible Patientendaten als auch die Gesundheit der Patienten waren damit in Gefahr. Ein Krankenhausverbund – der Imperial College Healthcare NHS Trust – erwies sich dabei als besonders beliebte Zielscheibe für Ransomware-Erpresser und wurde innerhalb eines Jahres von 19 Attacken heimgesucht.

91 der insgesamt 129 von SentinelOne kontaktierten NHS Trusts gaben bezüglich erlittener Ransomware-Angriffe Auskunft, 3 Trusts lehnten eine Antwort ab, da sie wirtschaftliche Nachteile befürchteten. Obwohl fast alle befragten Krankenhäuser Antivirus-Software installiert haben, um ihre Endgeräte vor Malware zu schützen, wurde der Großteil von ihnen nicht von Ransomware verschont. So wurde das Leeds Teaching Hospital trotz Einsatzes einer McAfee-Lösung innerhalb von 12 Monaten fünfmal attackiert. Laut Befragung hat jedoch keiner der NHS Trusts das geforderte Lösegeld bezahlt und auch die Polizei wurde in keinem Fall informiert. Vielmehr zogen es die Betroffenen vor, den Ransomware-Angriff intern zu bewältigen.

15 der betroffenen Krankenhausorganisationen waren in der Lage, nähere Informationen zum Ursprung der Ransomware-Infektion zu geben. So haben sich die Angreifer in 87 Prozent der Fälle über ein vernetztes unternehmenseigenes Gerät Zugang verschafft, wobei 80 Prozent der Opfer Ziel eines Phishing-Angriffs wurden. Die Mehrheit der betroffenen Krankenhäuser war dabei nicht in der Lage, die Ransomware-Angreifer zu identifizieren. Einzig ein Opfer konnte bestätigten, von organisierten Cyberkriminellen attackiert worden zu sein.

Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser, bei denen die Dateien auf der Festplatte ihrer Opfer verschlüsselt und nur gegen Zahlung von Lösegeld wieder freigeben werden, sorgen seit einigen Monaten weltweit für Aufregung. Nach der Infizierung mit dem aggressiven Krypto-Trojaner Locky im Februar 2016 zahlte etwa das Hollywood Presbyterian Medical Center in Los Angeles 12.000 US-Dollar Lösegeld. Aber auch Gesundheitseinrichtungen in Deutschland stehen im Fokus der Ransomware-Hacker, wie das Lukaskrankenhaus in Neuss vergangenes Jahr erfahren musste.

"Die Ergebnisse unserer Befragung sind wenig überraschend", kommentiert Tony Rowan, Chief Security Consultant bei SentinelOne. "Der öffentliche Sektor steht bei Hackern und Betrügern ganz hoch im Kurs, denn knappe Budgets und Ressourcen sorgen für Sicherheitslücken und machen die Einrichtungen angreifbar. Die Ergebnisse bestätigen auch wieder einmal, dass herkömmliche AV-Technologien im Kampf gegen bösartige und mutierende Malware-Formen ohnmächtig sind und in Sachen Endgeräteschutz ein neuer dynamischer Ansatz unumgänglich ist. In der Vergangenheit hat die britische Datenschutzbehörde einige NHS Trusts bereits wegen ihrer schlechten Bilanz bei Datenpannen und Datenschutzverletzungen gerügt. Und mit der stetig steigenden Zahl vernetzter Medizingeräte – von Dialysegeräten bis zu Herzfrequenzmonitoren – steigt schließlich auch das Risiko, dass mangelnde Sicherheitspraktiken zu lebensgefährlichen Manipulationen führen."
(SentinelOne: ra)

eingetragen: 23.01.17
Home & Newsletterlauf: 15.02.17


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Meldungen: Studien

  • Verschlüsselungstrends in Deutschland

    nCipher Security, ein Unternehmen der Entrust Datacard und Anbieter von Lösungen zur Kontrolle geschäftskritischer Informationen und Anwendungen, stellte die Ergebnisse ihrer in Auftrag gegebene internationalen Studie "Global Encryption Trends Study 2019" vor. Das zentrale Ergebnis: Noch nie waren Anwendungen und sensible Informationen durch kryptografische Methoden so sicher geschützt wie heute. Das hohe Schutzniveau gelte auch dann, wenn Unternehmen Cloud-Technologien sowie das Internet der Dinge (IoT), die Blockchain und digitale Zahlungsmethoden nutzen, so die Studie. Da sich Datenschutzpannen in Unternehmen häufen, werden umfassende Strategien zur Verschlüsselung immer wichtiger. Laut der Studie verfügen im Jahr 2019 45 Prozent der Befragten über einen detaillierten Verschlüsselungsplan, der im gesamten Unternehmen einheitlich angewendet wird. Weitere 42 Prozent nutzen diesbezüglich Pläne oder Strategien, die auf bestimmte Anwendungen und Datentypen begrenzt sind.

  • Streng kontrollierter Zugriff

    Pulse Secure, Anbieterin von Softwarelösungen für die Zugriffskontrolle, untersucht in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht "2019 State of Enterprise Secure Access" Cyberbedrohungen, Lücken in Sicherheitsstrategien und Sicherheitsinvestitionen - Herausforderungen, mit denen sich alle Unternehmen bei der Einführung eines Hybrid-IT-Modells befassen müssen. Bei der Umfrage unter Großunternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und den USA zeigte sich, dass der Zero-Trust-Ansatz aufgrund zunehmend gravierender Cyberangriffe immer beliebter wird. Der streng kontrollierte Zugriff auf Multicloud-Ressourcen, Anwendungen und sensible Daten soll für ununterbrochene Produktivität sorgen und das Geschäftsrisiko senken.

  • Bedrohungslage durch Hacker ernst

    Eine aktuelle Studie von NTT Security zeigt, dass europäische Unternehmen deutlichen Nachholbedarf beim Schutz vor Cyberbedrohungen haben: Mit einem Reifegrad der IT-Sicherheit* von 1,42 von fünf Punkten lagen sie 2018 unter dem generell niedrigen Wert von 1,45 im globalen Durchschnitt. Die Unterschiede besonders zwischen den Branchen sind groß, Vorreiter ist der Technologiesektor, während die Finanzindustrie hinterherhinkt. Safety first? Obwohl weltweit die Bedrohungslage durch Hacker immer weiter zunimmt, ist ein Großteil der Unternehmen in Europa nicht in der Lage, Systeme und Daten effektiv zu schützen. So schnitten europäische Firmen auf der Reifeskala IT-Sicherheit des aktuellen Global Threat Intelligence Report von NTT Security nur unterdurchschnittlich ab - und liegen deutlich hinter der Spitzenregion Naher Osten-Afrika, die im Durchschnitt einen Wert 1,77 erreichten.

  • Zentrale Komponente: Privileged Access Security

    Laut einer neuen Umfrage von CyberArk glauben 63 Prozent der befragten deutschen Unternehmen, dass Angreifer ihre Netzwerke problemlos infiltrieren können. Ein Grund dafür ist vielfach das Fehlen einer durchgängigen Privileged-Access-Security-Strategie. Der aktuelle "CyberArk Global Advanced Threat Landscape 2019 Report" hat ergeben, dass weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen eine Privileged-Access-Security-Strategie im Umfeld von DevOps, Internet of Things (IoT), Robotic Process Automation (RPA) oder Cloud verfolgt, erst recht keine durchgängige über alle Bereiche. Gelangen Angreifer in den Besitz der in diesen Bereichen genutzten privilegierten Zugangsdaten können sie sich problemlos im Netzwerk seitwärts bewegen und ihre Ziele unerkannt verfolgen.

  • Umfrage: Security-as-a-Service boomt

    Bis zum Jahr 2021 werden mehr als 70 Prozent der Unternehmen Security-as-a-Service (SECaaS) nutzen und ihre Sicherheitslösungen damit größtenteils aus der Cloud beziehen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Thycotic auf der diesjährigen European Identity Cloud Conference in München. Als Grund für den Umstieg auf Cloud-basierte Sicherheits-Tools nannten die befragten Cybersecurity-Entscheider und Technologie-Experten unter anderem geringere Kosten, größere Flexibilität und die Möglichkeit, fehlende Personalressourcen zu kompensieren. 52 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits heute Sicherheitstechnologien als Cloud-Service, weiter 12 Prozent planen dies in den nächsten 12 Monaten. Dabei geht es vor allem darum, die Kosten zu senken. SECaaS-Lösungen zeichnen sich in der Regel durch eine flexible Kostenstruktur aus, da hier Ressourcen im Sinne eines Pay-to-Use-Service lediglich gemietet werden.