- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Studien

Online-Kriminalität allgegenwärtig


Gemeinsamer Bericht von Interpol und Trend Micro: Online-Bedrohungen aus Westafrika massiv angestiegen
Ein studienübergreifendes Ergebnis der CUES-Forschungsreihe ist, dass jeder untersuchte cyberkriminelle Untergrund die spezifischen kulturellen Gepflogenheiten seiner Region widerspiegelt

- Anzeigen -





Interpol und Trend Micro haben einen Bericht zum cyberkriminellen Untergrund in Westafrika vorgelegt: Demnach stieg die Anzahl der von dort stammenden Angriffe auf Unternehmen von 2013 bis heute um 386 Prozent. Der Forschungsbericht "Cybercrime in West Africa: Poised for an Underground Economy" ist im Rahmen der Trend Micro-Studienreihe zu cyberkriminellen Untergrundökonomien (Cybercriminal Underground Economy Series, kurz: CUES) erschienen und hier abrufbar.

Die Cyberkriminellen aus Westafrika sind grundsätzlich zwei unterschiedlichen Gruppen zuzuordnen: den so genannten "Yahoo Boys" und den "Next-Level"-Kriminellen. Benannt nach ihrer Nutzung von Yahoo-Apps, um sich untereinander auszutauschen, beherrschten in den frühen Nullerjahren die "Yahoo Boys" die dortige cyberkriminelle Szene. Sie setzten technisch weniger anspruchsvolle Betrugsmethoden ein, um zum Beispiel Reisende oder Menschen auf Partnersuche um ihr Geld zu bringen. Die Gruppe der "Next-Level"-Kriminellen hat sich demgegenüber auf ausgefeiltere Angriffsmethoden spezialisiert. Dazu zählen unter anderem Methoden wie "Business Email Compromise" (BEC) oder Betrugsversuche im Zusammenhang mit Unternehmenssteuern. Solche Attacken erfordern zwar einen höheren Zeit- und Geldaufwand, lohnen sich aber: Durchschnittlich lassen sich mittels BEC pro Opfer 140.000 US-Dollar erbeuten.

"Unsere laufende Zusammenarbeit mit Interpol zielt darauf ab, die von Cyberkriminellen weltweit ausgehenden Risiken zu senken. Dazu dient auch die vorliegende Untersuchung zum Thema Cyberkriminalität in Westafrika", erklärt Raimund Genes, Chief Technology Officer bei Trend Micro. "Während man in Westafrika noch nicht von einer regelrechten cyberkriminellen Untergrundwirtschaft sprechen kann, ist Online-Kriminalität dort jedoch allgegenwärtig. Sowohl die Aktivitäten als auch die Art und Weise, wie Online-Gangster dort miteinander kommunizieren, kennzeichnen eine kriminelle Szene, wie wir sie so nirgendwo sonst angetroffen haben. Dadurch finden sich auch spezifische Hürden auf dem Weg, die dortigen Cyberkriminellen der Gerechtigkeit zuzuführen."

Ein studienübergreifendes Ergebnis der CUES-Forschungsreihe ist, dass jeder untersuchte cyberkriminelle Untergrund die spezifischen kulturellen Gepflogenheiten seiner Region widerspiegelt. Westafrika bildet hier keine Ausnahme: Die dortigen Online-Gangster kommunizieren offen miteinander, treffen sich oftmals sogar persönlich, tauschen untereinander ihre Erfahrungen zu Erfolgen und Misserfolgen aus und ermuntern Neueinsteiger. Das hat eine "Kultur" hervorgebracht, die Online-Betrugsversuche als vorherrschende Taktik, aber auch gegenseitige Hilfe und Unterstützung der Akteure fördert.

"In unserer gemeinsamen Forschung mit Trend Micro haben wir festgestellt, dass rund 30 Prozent der Anzeigen gegenüber Strafverfolgungsbehörden zu Festnahmen führen", so Noboru Nakatani, Executive Director des "Global Complex for Innovation" bei Interpol. "Angesichts fehlender Gesetze zu Online-Betrugsversuchen ist diese Rate beeindruckend hoch. Gleichzeitig hoffen wir, dass die vorliegende Studie und unsere weitergehende Partnerschaft mit Trend Micro mehr Licht auf die Verbreitung von Cyberkriminalität in Westafrika werfen und zur Festnahme einer größeren Anzahl an Online-Gangstern beitragen."

Die aktuelle Studie unterstreicht generell, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Privatwirtschaft bei der Identifizierung und Überführung von Cyberkriminellen, aber auch zur Schulung von Unternehmen und Regierungsstellen über die Gefahr von Online-Bedrohungen ist. Interpol und Trend Micro pflegen eine langjährige Partnerschaft mit gemeinsamen Aktivitäten und Forschungsarbeiten, um kriminelle Netzwerke gemeinsam unschädlich und die digitale Welt insgesamt sicherer zu machen. Diese Zusammenarbeit hat zum Beispiel 2016 zur Verhaftung eines nigerianischen Staatsangehörigen geführt, der mittels BEC-Betrügereien von Unternehmen weltweit rund 60 Millionen US-Dollar erbeutet hatte.
(Trend Micro: ra)

eingetragen: 13.03.17
Home & Newsletterlauf: 12.04.17


Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Studien

  • Künstliche Intelligenzen managen smartes Zuhause

    Der deutsche Smart-Home-Markt boomt und wird sich bis 2022 auf 4,3 Milliarden Euro verdreifachen. Laut der auf der IFA veröffentlichten Studie "Der deutsche Smart-Home-Markt 2017-2022. Zahlen und Fakten" vom eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den kommenden fünf Jahren bei 26,4 Prozent. Die höchsten Umsätze werden dann in den beiden Marktsegmenten Energiemanagement mit 1,3 Milliarden Euro und Licht- und Fenstersteuerung mit 1,2 Milliarden Euro generiert. Insgesamt sechs Segmente untersucht die Studie - dazu gehören Sicherheit und Zugangskontrolle, Unterhaltung, Gesundheit und betreutes Wohnen sowie Haushaltsgeräte.

  • Interimsbewertung "PCI-Compliance"

    Mit steigender Cyberkriminalität rückt die Sicherheit von Zahlungskarten bei Unternehmen und Kunden gleichermaßen in den Fokus. Der "Payment Card Industry Data Security Standard" (PCI DSS) soll Unternehmen, die Kartenzahlungen akzeptieren, darin unterstützen, ihre Zahlungssysteme vor Datenverletzungen und damit vor dem Diebstahl von Kundendaten zu schützen. Die Ergebnisse des Verizon 2017 Payment Security Report (2017 PSR) lassen erkennen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Einhaltung der Sicherheitsstandards und der Fähigkeit der Unternehmen, Cyberangriffe abzuwehren. Keines der Zahlungskarten-Unternehmen, bei denen Verizon Datenverletzungen untersucht hat, erfüllt zum Zeitpunkt des Vorfalls vollständig die Compliance-Vorgaben. Erfüllt wurden maximal zehn der zwölf Kernanforderungen des PCI DSS.

  • Verordnete Verschlüsselungs-Hintertüren

    Venafi veröffentlichte die Ergebnisse einer Live-Studie, in deren Zusammenhang 296 IT-Sicherheitsfachleute zu Hintertüren in Verschlüsselungen befragt wurden. Die Untersuchung wurde mit Besuchern der Black Hat-Konferenz durchgeführt, die vom 22. bis 27. Juli 2017 in Las Vegas stattfand. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Mehrheit der IT-Sicherheitsspezialisten glauben, dass Hintertüren in Verschlüsselungen ineffektiv und potentiell gefährlich sind. 91 Prozent gaben zu Protokoll, dass sie davon ausgehen, dass Cyberkriminelle Vorteile aus den staatlichen verordneten Verschlüsselungs-Hintertüren ziehen könnten. Darüber hinaus glauben 72 Prozent nicht, dass diese bekannten Lücken den Staaten bei der Strafverfolgung von Terroristen weiterhelfen.

  • So lässt sich der Skills-Gap schließen

    Entwickler besitzen oftmals nicht die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um in der DevSecOps-Welt erfolgreich zu sein. Das haben die Anwendungssicherheitsspezialistin Veracode - seit kurzem Teil von CA Technologies - und DevOps.com in ihrer gemeinsamen 2017 DevSecOps Global Skills Survey herausgefunden. Der Studie zufolge halten es 65 Prozent der befragten DevOps-Fachkräfte für wichtig, beim Einstieg in die IT-Branche DevSecOps-Skills zu besitzen. 70 Prozent sagen aber auch, dass diese Skills auf dem formalen Bildungsweg nicht ausreichend vermittelt werden. Das führt zu einem Mangel an entsprechenden Fachkräften, der sich in vielen Unternehmen bemerkbar macht. Um den Skills-Gap zu schließen und die Sicherheit ihrer Anwendungen sicherzustellen, sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter selbst schulen - zum Beispiel durch spezielle Drittanbieter-Trainings.

  • Bewusstsein für Anforderungen der DSGVO

    Deutsche Unternehmen sind nur unzureichend auf die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung vorbereitet. Vielen Unternehmensvorständen sind die weitreichenden Implikationen der Verordnung nicht bewusst. Dabei sollte diese als Chance betrachtet werden, die eigene Infrastruktur zu verbessern und wichtige Investitionen in die Zukunft zu tätigen. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt ab dem 25. Mai 2018 - mit weitreichenden Konsequenzen für Unternehmen auf der ganzen Welt. In einer neuen Studie von Trend Micro zeigt sich jedoch, dass viele C-Level-Führungskräfte die Anforderungen der Verordnung unterschätzen. Das kann zu Nachlässigkeit bei deren Umsetzung führen. Die Untersuchung zeigt ein weitreichendes Bewusstsein für die Grundlagen der DSGVO. So sind sich 96 Prozent der Befragten in Deutschland bewusst, dass sie die Verordnung umsetzen müssen. Immerhin 93 Prozent haben sich bereits grundsätzlich mit deren Anforderungen auseinandergesetzt. Zusätzlich sind 83 Prozent der deutschen Unternehmen davon überzeugt, dass sie ihre Daten bereits jetzt bestmöglich schützen.