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Privilegien auf Basis minimaler Rechtevergabe


Nach Ransomware-Wellen und Equifax-Beben: IT-Sicherheitsverantwortliche erwarten das Schlimmste, fühlen aber sich gewappnet
Jedes zweite Unternehmen erwartet massiven Angriff, gleichzeitig zeigen sich 86 Prozent von ihrer IT-Sicherheitsstrategie überzeugt


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Welche Auswirkungen haben die jüngsten Ransomware-Attacken und Datenschutzskandale wie bei Equifax auf die Einstellungen von IT-Sicherheitsverantwortlichen? Eine von Varonis Systems in Auftrag gegebene unabhängige Studie unter 500 IT-Entscheidern aus Deutschland, Frankreich, UK und den USA zeigt eine alarmierende Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung, Erwartungen und der tatsächlichen Bedrohungslage.

Die überwältigende Mehrheit von 86 Prozent (weltweit 89 Prozent) der deutschen Befragten hat Vertrauen in die eigene IT-Sicherheit und fühlt sich gut gewappnet, um sich erfolgreich gegen Cyberangriffe zu verteidigen. Gleichzeitig haben jedoch lediglich 38 Prozent die Zugriffsrechte auf ihre (auch sensiblen) Daten nach dem "need-to-know"-Prinzip beschränkt. "Hier besteht gerade in Deutschland offensichtlich akuter Nachholbedarf: In allen anderen Ländern liegt die Zahl deutlich höher (Frankreich und UK: 58 Prozent, USA: 65,5 Prozent).

Die Umsetzung eines Privilegienmodells auf Basis der minimalen Rechtevergabe ist nicht nur eine Vorgabe der kommenden DSGVO (Artikel 32), sondern spielt gerade auch bei Ransomware-Attacken eine entscheidende Rolle", sagt Thomas Ehrlich, Country Manager DACH von Varonis. "Restriktive Zugriffsrechte, durch welche die Mitarbeiter nur noch Zugriff auf die Daten erhalten, die sie wirklich benötigen, reduzieren erheblich das mögliche Ausmaß einer Ransomware-Attacke. Wird die Sicherheitsstrategie dann noch durch eine intelligente Überwachung des Nutzerverhaltens ergänzt, wird das Risiko einer Datenschutzverletzung deutlich reduziert."

Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) erwartet zudem einen großen disruptiven Angriff auf ihr Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate. Dabei werden Datenverlust und Datendiebstahl als größte Gefahren wahrgenommen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:
>> 34 Prozent der deutschen Unternehmen (weltweit 25 Prozent) wurden innerhalb der letzten zwei Jahre Opfer eines Ransomware-Angriffs

>> 29 Prozent der deutschen Unternehmen erfuhren in den letzten beiden Jahren Datenverluste oder -diebstähle

>> 81 Prozent der Befragten sind sicher, dass derzeit keine Hacker in ihren Systemen sind

>> Die Angriffe zeigen Wirkung: Nach Angriffen wie WannaCry haben 89 Prozent ihre Sicherheitsrichtlinien und -prozesse geändert oder planen dies zeitnah

"Ich betrachte es als ein gutes Zeichen, dass IT-Verantwortliche mittlerweile erkennen, dass es eher eine Frage ist, wann und nicht ob sie Opfer eines Angriffs werden. Gleichwohl steht ihre Zufriedenheit über die eigene Sicherheitsstrategie in deutlichem Gegensatz zu dem, was wir in der Wirklichkeit sehen", erklärt der frühere stellvertretende US-Generalstaatsanwalt für die nationale Sicherheit und jetzige Vorsitzende von Morrison & Foerster LLP’s Global Risk and Crisis Management Group, John P. Carlin. "In der Realität sieht es so aus, dass Unternehmen weiterhin nicht den Zugriff auf ihre sensiblen Daten beschränken und so regelmäßig Bedrohungen wie Datenverlusten, -diebstahl und Erpressung durch Ransomware ausgesetzt sind."

Unterschiede in den verschiedenen Ländern

>> Weltweit gaben 67 Prozent an, über eine Cybersecurity-Versicherung zu verfügen. Am verbreitetsten sind sie in Frankreich mit 75 Prozent, am seltensten in den USA mit 62 Prozent (Deutschland: 69 Prozent)

>> Ransomware trifft deutsche Unternehmen am häufigsten (34 Prozent), britische (20 Prozent) und amerikanische (21 Prozent) am seltensten

>> Während Datenverlust und -diebstahl in allen Ländern unter den Top-3-Bedrohungen zu finden sind, spielen darüber hinaus in den USA Compliance-Anforderungen (36 Prozent), in Frankreich Bedenken gegenüber der Cloud (30 Prozent), in UK Ransomware (34 Prozent) und in Deutschland Hacktivism (32 Prozent) eine große Rolle
(Varonis: ra)

eingetragen: 20.11.17
Home & Newsletterlauf: 22.12.17


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Meldungen: Studien

  • Sicherheit und Datenschutz bei IoT-Projekten

    Aus einer aktuellen Studie von DigiCert geht hervor, dass die Nichtachtung von Best Practices bei der Nutzung des Internets der Dinge (IoT) bereits zu erheblichen finanziellen Verlusten geführt hat. In den vergangenen zwei Jahren verzeichneten 25 Prozent der Unternehmen mit den meisten Schwierigkeiten bei der IoT-Sicherheit Verluste von mindestens 30 Millionen Euro. Das am schwersten betroffene deutsche Unternehmen in der Gruppe mit der schwächsten IoT-Sicherheit erlitt Schäden von 80 Millionen Euro. Die Ergebnisse zeigen auch ein stark steigendes Interesse am Internet der Dinge. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass das Internet der Dinge bereits sehr wichtig für ihr Unternehmen sei. 87 Prozent erwarten, dass es in den nächsten zwei Jahren eine sehr große Bedeutung erlangen wird.

  • Auswirkungen auf die Privatsphäre

    Eine Umfrage von AVG hat ergeben, dass 48 Prozent der deutschen Eltern befürchten, intelligente Geräte verleiten ihre Kinder dazu, persönliche Bilder und Daten unbedacht online zu teilen. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von smarten Uhren und Fitness-Trackern für Kinder wollte AVG mit der Umfrage herausfinden, wie Eltern über die zunehmend gerätezentrierte Kultur von heute denken und was sie von der großen Menge an neuen und persönlichen Daten halten, die ihre Kinder damit täglich generieren. Ob es sich nun um eine intelligente Uhr handelt, die mit einem Smartphone verbunden ist, oder um einen Fitnesstracker, der Gewicht und Schrittzahl misst - die Umfrage ergab, dass die Sorge unter den Eltern darüber wächst, wie sicher die Geräte diese Daten speichern und welche Auswirkungen dies auf die Privatsphäre und Sicherheit ihres Kindes hat. Fast ein Drittel (28 Prozent) glaubt, dass die Nutzung von smarten Geräten zum Diebstahl der Daten ihres Kindes führen könnte. Darüber hinaus sind 32 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Besitz von intelligenten Geräten den Druck auf ihr Kind erhöht, Daten über soziale Netzwerke auszutauschen, was wiederum die Privatsphäre gefährdet.

  • Herkunft der Attacken häufig aus Osteuropa & Asien

    Deutsche Industrieunternehmen sind beliebte Ziele für Sabotage, Datendiebstahl oder Wirtschaftsspionage. Vor allem die Chemie- und Pharmabranche trifft solche Attacken hart: Drei von vier Chemie- und Pharmaunternehmen (74 Prozent) wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer, weitere 22 Prozent waren vermutlich betroffen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen repräsentativ befragt wurden. Mit 68 Prozent leiden Unternehmen aus dem Automobilbau am zweithäufigsten unter Attacken - von Hackerangriffen bis Aktendiebstahl. Aber auch der Maschinen- und Anlagenbau (67 Prozent) sowie die Hersteller von Kommunikations- und Elektrotechnik (63 Prozent) sahen sich in den Jahren 2016 und 2017 einer Vielzahl an Attacken ausgesetzt.

  • Bei einem BEC-Angriff Geld verlieren

    Eine aktuelle Umfrage von Trend Micro offenbart eine beunruhigend hohe Zahl von BPC-Angriffen auf Unternehmen in Deutschland und weltweit. Dabei geht die größte Gefahr insbesondere von Angriffen per E-Mail aus, die gerade in finanzieller Hinsicht verheerende Folgen nach sich ziehen können. Trend Micro stellt die Ergebnisse einer neuen Studie zu Cyberangriffen auf Unternehmen vor. Diese ergibt, dass 46 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland bereits von einem Business Process Compromise (BPC), also einem Angriff auf ihre Geschäftsprozesse, betroffen waren. Weltweit wurden 43 Prozent der Unternehmen angegriffen. Trotz der großen Häufigkeit von erfolgreichen Angriffen sind sich 47 Prozent der Führungsebenen in Deutschland (weltweit sind es 50 Prozent) noch nicht darüber bewusst, was diese Angriffe sind und welche Konsequenzen sie für ihren Betrieb haben können.

  • Berlin ist die Blockchain-Hauptstadt

    In Deutschland sind Bitcoin, Blockchain und Distributed Ledger Technologies (DLT) prozentual stärker im Arbeitsmarkt vertreten als in den USA. Das geht aus einer Studie der Jobsuchmaschine Adzuna hervor, die gemeinsam mit dem Blockchain-Experten Robert A. Küfner untersucht hat, welchen Einzug die Branche bei 348 Mio. Arbeitnehmern sowie 9 Mio. Arbeitgebern in Deutschland, den USA und 13 weiteren Nationen findet. Der internationale Vergleich der Arbeitnehmer zeigt, dass Österreich sowie die Niederlande mit 0,16 Prozent anteilig die meisten Fachkräfte mit Expertise für Blockchain, Bitcoin und DLT aufweisen. Deutschland folgt knapp dahinter auf Platz drei. Hier gibt es bei 8,25 Mio. verglichenen Personen derzeit 12.740 Berufstätige (0,15 Prozent), die hierzulande über Fachkenntnisse verfügen oder in der Branche tätig sind.