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Verordnete Verschlüsselungs-Hintertüren


Black-Hat-Umfrage zeigt: 72 Prozent der IT-Security-Profis halten Cyberangriffe auf Wahlen für einen virtuellen Kriegsakt
91 Prozent der befragten Experten sind der Ansicht, dass Cyberkriminelle staatlich verordnete Verschlüsselungs-Hintertüren ausnutzen können

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Venafi veröffentlichte die Ergebnisse einer Live-Studie, in deren Zusammenhang 296 IT-Sicherheitsfachleute zu Hintertüren in Verschlüsselungen befragt wurden. Die Untersuchung wurde mit Besuchern der Black Hat-Konferenz durchgeführt, die vom 22. bis 27. Juli 2017 in Las Vegas stattfand. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Mehrheit der IT-Sicherheitsspezialisten glauben, dass Hintertüren in Verschlüsselungen ineffektiv und potentiell gefährlich sind. 91 Prozent gaben zu Protokoll, dass sie davon ausgehen, dass Cyberkriminelle Vorteile aus den staatlichen verordneten Verschlüsselungs-Hintertüren ziehen könnten. Darüber hinaus glauben 72 Prozent nicht, dass diese bekannten Lücken den Staaten bei der Strafverfolgung von Terroristen weiterhelfen.

"Wenn wir Regierungen und Staaten Zugang zu Hintertüren in Verschlüsselungen ermöglichen, zerstören wir unsere Sicherheit und macht die Kommunikation verwundbar", sagt Kevin Bocek, Chief Security Strategist bei Venafi. "Es ist nicht gerade eine Überraschung, dass so viele IT-Sicherheitsfachleute bezüglich der Hintertür-Debatte besorgt sind; die IT-Branche kämpft seit Jahren gegen die Bestrebungen von Regierungen an, sich unbegrenzten Zugriff auf den Quellcode zu verschaffen. Wir müssen mehr Zeit dafür aufwenden, um die Sicherheit unserer Maschinen zu schützen und eben nicht um Lücken einzubauen, die einzig lukrativ für Cyberkriminelle sind."

Zusätzliche Ergebnisse der Venafi-Umfrage sind:

>> Nur 19 Prozent glauben, dass die IT-Branche genug dafür tut, um die Öffentlichkeit vor Gefahren von Verschlüsselungs-Hintertüren zu schützen.

>> 81 Prozent sprechen sich gegen ein Recht der Regierungen aus, IT-Unternehmen dazu zu zwingen, Zugriff auf verschlüsselte Daten zu gewähren.

>> 86 Prozent glauben außerdem, dass die Verbraucher die Konsequenzen von Hintertüren in Verschlüsselung nicht verstehen.

Hintertüren in Verschlüsselungen können Schwachstellen entstehen lassen, die von einer ganzen Reihe von Akteuren mit bösartigen Absichten, darunter Regierungen von Staaten oder auch Geheimdienste, ausgenutzt werden können. Millionen von Menschen weltweit vertrauen auf Verschlüsselung für den Schutz von kritischen Infrastrukturen – darunter weltweite Finanzsysteme, Stromnetze und Verkehr – vor Cyberkriminellen die Daten kopieren und verkaufen oder Cyberspionage betreiben.
(Venafi: ra)

eingetragen: 10.09.17
Home & Newsletterlauf: 26.09.17


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Meldungen: Studien

  • Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro

    Norton by Symantec veröffentlichte die neueste Auflage ihres jährlichen "Norton Cyber Security Insights Reports" (NCSIR). Der Bericht zeigt, dass sich noch immer viele Verbraucher im Netz zu sicher fühlen. Cyberkriminelle widerlegen dieses falsche Sicherheitsgefühl und haben im vergangenen Jahr mit ihren Aktivitäten in den 20 untersuchten Ländern insgesamt 172 Milliarden US-Dollar von 978 Millionen Verbrauchern gestohlen. Allein in Europa waren im untersuchten Zeitraum mehr als 98 Millionen Menschen von Cyberkriminalität betroffen, wobei ein Schaden von 27,4 Milliarden US-Dollar entstanden ist. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt manches europäischen Landes. Auch für Deutschland sind die Zahlen besorgniserregend. So wurden im Untersuchungszeitraum über 23 Millionen Deutsche Opfer von Cyberkriminalität. Das entspricht mehr als einem Drittel der Erwachsenen, die online gehen (38 Prozent). Dabei entstand ein Gesamtschaden von knapp 2,2 Milliarden Euro. Jedes einzelne Opfer war zudem durchschnittlich 14,6 Stunden - also fast zwei volle Arbeitstage - damit beschäftigt, die Folgen der Cyberattacke zu beheben.

  • Hoffnung: Steigende Budgets für Sicherheit

    IT-Abteilungen stehen angesichts der immer ausgefeilteren Cyber-Attacken vor großen Herausforderungen. Der zweite Teil des Application Intelligence Report (AIR), eine Studie von A10 Networks, zeigt ein weiteres drängendes Problem: Die mangelnde Bereitschaft der Mitarbeiter, Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen, beeinträchtigt die Abwehr von Bedrohungen maßgeblich und bietet so einen weiteren Grund zur Sorge. Der AIR-Report untersucht den Umgang mit Apps und die steigenden Sicherheitsauswirkungen für das private Umfeld, aber auch für Unternehmen und die IT-Abteilungen. Der erste Teil der Studie, der im Sommer 2017 vorgestellt wurde, hatte ergeben, dass sich die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Leben durch die Nutzung von Apps zu Hause, im Büro und unterwegs immer weiter verschieben.

  • Komplexere Angriffsformen liegen im Trend

    Die Analysen von ThreatMetrix haben nachgewiesen, dass 2017 ein Rekordjahr im Kampf gegen die Online-Kriminalität war. Wie der "ThreatMetrix Cybercrime Report 2017" rückblickend feststellt, hat sich die Zahl der digitalen Attacken in den letzten zwei Jahren um 100 Prozent erhöht. Dieses Ergebnis basiert auf der Auswertung von Cybercrime-Aktivitäten weltweit - hierfür wurden über das globale Netzwerk des Unternehmens rund 100 Millionen Transaktionen täglich analysiert. Die gute Nachricht: Unternehmen, die zum Schutz der Verbraucher in innovative, digitale Strategien investieren, konnten ebenfalls einen Rekord aufstellen, und zwar bei der Abwehr von den aus den großen Datendiebstählen resultierenden Downstream-Angriffen auf ihre Kunden.

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  • Das persönliche Passwort-Management ist schwierig

    Mit jedem neuen Account, den Anwender zur Nutzung von Online-Diensten einrichten, stellt sich erneut die Frage nach einem einzigartigen und starken Passwort. Doch wer kann sich so viele Passwörter merken? Jeder zweite Anwender in Deutschland greift laut einer Kaspersky-Studie zu unsicheren Methoden. Ein Viertel der in Deutschland befragten Nutzer gibt beispielsweise zu, sich Passwörter auf Papierzetteln zu notieren. Den meisten Anwendern in Deutschland ist die Bedeutung von sicheren, starken und damit komplexen Passwörtern für die Sicherheit ihrer Online-Konten durchaus bewusst. Die sichersten Passwörter werden vor allem dann genutzt, wenn es ums Geld geht: Online-Banking-Accounts stehen hier mit 66,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Accounts für Bezahlsysteme und E-Wallets (58,2 Prozent) sowie für Online-Einkäufe (44,2 Prozent).