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Bußgelder könnten die Folge sein


Deutschland schneidet in der Bekämpfung von "Dark Data" in EMEA am schlechtesten ab
Report zeigt, dass eine typische mittelgroße Firma für die Pflege trivialer, obsoleter und redundanter Daten jährlich 594.000 Euro verschwendet

(19.11.15) - Deutsche Unternehmen kennen den Inhalt von mehr als der Hälfte ihrer gespeicherten Firmendaten nicht, wie der "Databerg Report 2015" von Veritas Technologies LLC zeigt. Dem Bericht zufolge ist deutschen Firmen der Inhalt von 66 Prozent ihrer gespeicherten Daten unbekannt. Dieser Anteil fällt in die Kategorie "Dark Data". Demnach wendet eine durchschnittliche deutsche Firma mit 1.000 Terabyte an Daten jährlich 594.000[1] Euro auf, um sinnlose und triviale Daten vorzuhalten, die irrelevant für das Geschäft sind.

"Daten sollten Wert besitzen und für Unternehmen Mehrwerte erwirtschaften – in Deutschland ist anscheinend das Gegenteil der Fall. Die Ergebnisse des Databerg Reports 2015 zeigen, dass Unternehmen mit viel Aufwand Daten behalten, deren Inhalt sie entweder nicht kennen oder von denen sie bereits wissen, dass sie für ihr Geschäft keinen Wert haben", erklärt Stefan Henke, Managing Director DACH-Region bei Veritas. "Die Studie zeigt, dass mit 66 Prozent der Inhalt von mehr als der Hälfte der gespeicherten Daten im Dunkeln bleibt. Sollten diese Daten schädlich sein oder gegen bestehende Compliance-Regeln verstoßen, könnte dies Bußgelder zur Folge haben."

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In der Studie wurden 1.475 IT-Verantwortliche (200 davon aus Deutschland) aus 14 unterschiedlichen Ländern der EMEA-Region befragt, wie sie ihre Daten organisieren und aus ihnen wertvolle Informationen gewinnen. Der Bericht führt ein neues Phänomen ein, den Databerg bestehend aus drei unterschiedlichen Arten von Daten:

>> Geschäftskritische Daten – Daten, die wichtig für den Betrieb und Erfolg der Organisation sind. Diese geschäftskritischen Daten müssen proaktiv geschützt und im Idealfall in Echtzeit von Mitarbeitern mit klarer Zuständigkeit betreut werden.

>> ROT-Daten – ROT steht für "Redundant, Obsolet, Trivial" (redundant, veraltet, unbedeutend). Diese Daten haben keinen Geschäftswert und sollten regelmäßig gelöscht werden.

>> Dark Data – Daten, deren Inhalt und damit ihr Wert noch nicht identifiziert wurde. Zu dunklen Daten können geschäftskritische ebenso gehören wie ROT-Daten oder im Ernstfall illegale Daten, die Compliance-Regeln brechen könnten.

In einer typischen deutschen Organisation besteht der Databerg laut der Studie aus 66 Prozent dunkler Daten (EMEA-Durchschnitt: 54 Prozent), der Anteil von ROT-Daten liegt bei 19 Prozent (EMEA-Durchschnitt: 32 Prozent). Nur 15 Prozent (EMEA-Durchschnitt: 14 Prozent) der gespeicherten Daten sind als geschäftskritisch kategorisiert. Die Ausgaben für die Pflege der wertlosen ROT-Daten würden sich im Jahr 2020 in Europa auf 784 Milliarden Euro jährlich addieren, falls Unternehmen ihre bisherige Strategie und ihr Verhalten beim Informationsmanagement beibehalten.

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Um dem großen Anstieg der Daten aufzufangen, investieren im nächsten Jahr EMEA-weit immer mehr Unternehmen in Cloud-Speicher (Anstieg von 33 Prozent zu 45 Prozent). Deutsche Firmen sind zurückhaltender. Dem Bericht zufolge geben nur 36 Prozent der Befragten hierzulande an, dass sie im Jahr 2016 Speicher in der Cloud nutzen werden. Setzen Organisationen auf diese Cloud-Services, sollten sie entsprechende Strategien aufsetzen, um Folgekosten ermitteln, strukturiert zu einem anderen Anbieter wechseln und sich im Notfall aus der Cloud zurückziehen zu können.

Was sind die Gründe für den Data-Berg?
Die Studie ermittelte drei Gründe für den Anstieg des Data-Bergs. Sie hängen mit strategischen Fragen der IT genauso zusammen wie mit Hypes der Industrie und Mitarbeitern, die durch eigene Taten Firmendaten in Gefahr bringen. Zu den Gründen zählen:

1. >> IT-Strategien, die auf mehr Speicher- und Datenvolumen setzen, statt auf den Wert der Daten zu achten
2. >> Das Grundvertrauen in kostenlosen Speicherplatz besonders aus der Cloud
3. >> Mitarbeiter, die Datenrichtlinien ihrer Arbeitgeber immer öfter missachten

Diese Faktoren begünstigen das Wachstum von dunklen und ROT-Daten, wodurch wichtige Firmenressourcen gebunden werden. Unbekannte dunkle Daten können rechtliche und andere Geschäftsrisiken auslösen, ohne dass das Managementteam dies hätte vorhersehen können.

Empfehlungen aus dem Bericht
Folgende Maßnahmen sind für Unternehmen ein erster Schritt, den Databerg zu meistern:

>> Identifizieren Sie dunkle Daten, decken Sie Risiken auf und erkennen Sie ihre wertlosen und wichtigen Informationen
>> Reduzieren Sie die Menge der ROT-Daten soweit wie möglich, um Kosten zu reduzieren
>> Definieren Sie eine geeignete Information-Governance-Strategie für unstrukturierte Daten mit C-Level-Unterstützung, um die Mitarbeiter zur Kooperation zu bewegen
>> Bleiben Sie flexibel, indem Sie strategisch geleitet Cloud-Speicher nutzen

Der Databerg Report 2015
Der Veritas Databerg Report 2015 von Veritas wurde von Vanson Bourne von Juli bis September 2015 erhoben. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 1.475 Teilnehmern aus 14 Ländern. Zu den Befragten gehören IT-Verantwortliche mit einem Fokus auf strategische Planung, Betrieb und taktische Funktionen.
(Veritas Technologies: ra)

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Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

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