- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Tipps & Hinweise

Gängige Sicherheitspraktiken wurden ignoriert


Sicherheitslücken in IP-Kameras können Netzwerk für Angreifer öffnen
Unsichere IP-Kameras sind weiteres Beispiel für IoT-Geräte, deren Hersteller die Grundzüge der IT-Sicherheit vernachlässigen und so Nutzer und Netzwerke gefährden

- Anzeigen -





F-Secure hat 18 zum Teil kritische Sicherheitslücken in IP Kameras eines chinesischen Herstellers gefunden. Angreifer können aufgrund der Schwachstellen die Kontrolle über die Kameras übernehmen, auf den Video-Feed zugreifen und Daten auf den integrierten Web-Server hoch- oder von diesem herunterladen. Zusätzlich lässt sich eine verwundbare IP-Kamera für DDoS-Attacken auf andere Geräte oder als Ausgangspunkt für weitere Attacken nutzen.

"Die gefundenen Schwachstellen erlauben Angreifern so ziemlich jede Aktion", sagt der Entdecker der Sicherheitslücken, Harry Sintonen, Senior Security Consultant bei F-Secure. "Schlimmer geht es nicht. Ein Angreifer kann eine Schwachstelle nach der anderen ausnutzen oder verschiedene Lücken kombinieren um sich weit reichende Rechte im Netzwerk und auf dem Gerät zu verschaffen."

Der chinesische Anbieter vertreibt weltweit IP-Kameras unter dem eigenen Namen, bietet die Hardware aber auch anderen Herstellern an. Insgesamt wurden 18 Schwachstellen in den untersuchten Kameras gefunden, sie bieten Angreifern mehre Zugriffsmöglichkeiten. So erlauben etwa unsichere, fest hinterlegte Zugangsdaten einen einfachen administrativen Zugriff. Die Software auf den Geräten erlaubt den Zugriff auf kritische Daten und Verzeichnisse ohne Überprüfung der Nutzerberechtigungen.

Dadurch können Angreifer Kommandos einspeisen, Passwörter per Brute-Force-Angriff knacken oder Attacken wie Cross-Site-Scripting und Buffer Overflow durchführen. Können sie sich einen Root-Zugriff verschaffen, haben sie die volle Kontrolle über das Gerät und können es als Ausganspunkt für Attacken auf andere Netzwerkkomponenten nutzen.

"Die Sicherheit wurde bei diesen Produkten komplett ignoriert", so Sintonen. "Augenscheinlich ging es dem Hersteller nur darum, das Gerät schnell fertigzustellen und auf den Markt zu werfen. Gängige Sicherheitspraktiken wurden links liegen gelassen, das gefährdet Nutzer und Netzwerke. Ironischerweise sollen diese Kameras mehr Sicherheit zu Hause bieten –während sie gleichzeitig das virtuelle Heim unsicherer machen."

Sintonen empfiehlt, die Geräte in einem separaten Netzwerksegment zu betreiben, um die Auswirkungen bei einem erfolgreichen Angriff so gering wie möglich zu halten. "Das voreingestellte Passwort sollte ebenfalls gewechselt werden", so Sintonen. "Leider ist es in diesem Fall fest im System hinterlegt und gewährt Angreifern selbst dann Zugriff, wenn der Administrator ein neues Kennwort vergeben hat."

Solche IP-Kameras sind die aktuellsten Beispiele dafür, wie nachlässig manche Hersteller von IoT-Geräten mit dem Thema Sicherheit umgehen. Smarte Autos, Überwachungskameras, digitale Videorekorder, vernetzte Wasserkocher und Router gehören zu den Produkten, in denen zuletzt weitreichende Schwachstellen gefunden wurden. Besondere Aufmerksamkeit erhielten diese Sicherheitslücken im Oktober 2016, als das Mirai-Botnet unsichere Kameras und Videorekorder für Denial-of-Service-Attacke mit bislang ungekanntem Ausmaß nutze. Der Angriff legte zahlreiche Internet-Dienste lahm.

Der betreffende chinesische Hersteller wurde bereits vor mehreren Monaten über die gefundenen Lücken informiert, bis heute wurde kein Update ausgerollt. Weitere Informationen zu den einzelnen Schwachstellen sowie Tipps zur Absicherung der Geräte finden Sie zusammen mit dem kompletten Report in dem Blogeintrag (Englisch) von F-Secure. (F-Secure: ra)

eingetragen: 22.06.17
Home & Newsletterlauf: 11.07.17


McAfee: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Vorhandene Sicherheitseinstellungen aktivieren

    Oft findet der Router erst dann Beachtung, wenn das WLAN nicht funktioniert. Beim Schutz ihrer Geräte vor Hackern und Malware wird das Gerät hingegen häufig vergessen. Denn was Sicherheitseinstellungen betrifft, bekommen Heimanwender nicht immer ein Rundum-Sorglos-Paket mitgeliefert. Ungeschützt kann ein Router Angreifern Tür und Tor öffnen. Dabei tragen schon einige Maßnahmen dazu bei, die Sicherheit des Heimnetzwerks enorm zu verbessern. Eset gibt Tipps, wie Nutzer ihren Router sichern und so ihre Geräte und persönliche Daten noch besser schützen können.

  • Ransomware & Sicherheit am Arbeitsplatz

    Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung ändert sich auch die Arbeitsweise in Unternehmen. Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets gehören längst zum beruflichen Alltag. Hacker passen ihre Vorgehensweise an diese moderne Arbeitsweise an. Mit gezielten Cyberattacken sind sie zunehmend in der Lage, herkömmliche Schutzsysteme zu umgehen. Stormshield informiert auf seinem Unternehmensblog über die perfiden Maschen der Angreifer und gibt nützliche Tipps zur Abwehr von betrügerischer Schadsoftware (Malware).

  • Fake-Profile und Schadsoftware

    Wer auf einen Treffer von Amors Pfeil wartet, sucht sein Glück inzwischen oft online, insbesondere bei Dating-Apps. Nicht umsonst gilt LOVOO als die aktuell erfolgreichste iPhone-App in Deutschland. Laut Bitkom nutzen rund 47 Prozent der Deutschen ihr Smartphone für den Onlineflirt, 42 Prozent ihr Tablet und immerhin noch 34 Prozent suchen mit dem Laptop nach einem potentiellen Partner. Doch beim heißen Online-Flirt gibt es einiges zu beachten, damit die Partnersuche so sicher wie möglich verläuft. Eset gibt Tipps, damit aus der vermeintlichen großen Liebe keine böse Überraschung wird.

  • Gezielte Lobbyarbeit der Elektrobranche?

    "Müssen wir Brandschutzschalter im RZ installieren und/oder nachrüsten? Wie viele und an welchen Stellen?" Diese Frage stellen sich mehr und mehr Rechenzentrumsbetreiber und -verantwortliche, die durch den zurzeit zu beobachtenden Hype rund um diese Sicherheitstechnik verunsichert sind. Die Antwort der von zur Mühlen'sche Sicherheitsberatung aus Bonn (kurz: VZM) lautet: in zwingender Weise KEINE.

  • Was macht Cybersecurity so kompliziert?

    Spätestens nach den jüngsten Schwachstellen Spectre und Meltdown weiß jeder, dass das Thema Cybersecurity nie an Präsenz verliert und jeden betrifft. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanwender: Cyberkriminelle erfassen Passwörter noch während des Tippens, installieren Malware und fangen so sämtliche Daten unbemerkt ab. Oder sie spähen über Browserdaten Kreditkartendaten und Logins aus. Doch was macht Cybersecurity so kompliziert? Im Falle von Spectre und Meltdown handelt es sich zwar um Schwachstellen in Prozessoren. Doch in vielen anderen Fällen verstehen User die komplexen Methoden, die Kriminelle anwenden, um an geschäftskritische Daten zu gelangen. Sie tendieren jedoch dazu, das tatsächliche Risiko von Angriffen herunterzuspielen. Es ist ein ewiger Kreislauf: Der Endanwender fühlt sich durch die IT-Vorrichtungen geschützt und der IT-Verantwortliche schätzt den User als wachsamer und vorsichtiger ein, als er tatsächlich ist.