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Was macht Cybersecurity so kompliziert?


Häufige Gründe für Sicherheitslücken in Unternehmen
Unternehmen leiden immer wieder unter Sicherheitslücken – und viele sind, anders als Spectre und Meltdown, selbstverschuldet

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Spätestens nach den jüngsten Schwachstellen Spectre und Meltdown weiß jeder, dass das Thema Cybersecurity nie an Präsenz verliert und jeden betrifft. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanwender: Cyberkriminelle erfassen Passwörter noch während des Tippens, installieren Malware und fangen so sämtliche Daten unbemerkt ab. Oder sie spähen über Browserdaten Kreditkartendaten und Logins aus.

Doch was macht Cybersecurity so kompliziert? Im Falle von Spectre und Meltdown handelt es sich zwar um Schwachstellen in Prozessoren. Doch in vielen anderen Fällen verstehen User die komplexen Methoden, die Kriminelle anwenden, um an geschäftskritische Daten zu gelangen. Sie tendieren jedoch dazu, das tatsächliche Risiko von Angriffen herunterzuspielen. Es ist ein ewiger Kreislauf: Der Endanwender fühlt sich durch die IT-Vorrichtungen geschützt und der IT-Verantwortliche schätzt den User als wachsamer und vorsichtiger ein, als er tatsächlich ist.

Die Wirklichkeit zeigt uns erneut, dass Malware für Kriminelle weltweit ein boomendes Geschäft ist: Der wirtschaftliche Schaden durch Cyberkriminelle hat sich in den letzten fünf Jahren verfünffacht. Mittlerweile würden sie einen internationalen Verbrecherring mit mehreren Geschäftszweigen und einem Umsatz von mehreren Milliarden Dollar darstellen, so ZDNET.

Ob die Cyberkriminellen Geld oder Informationen wollen, macht dabei keinen Unterschied, da das Ergebnis immer große Image-Schäden, Geld- oder Vertrauensverlust sind.

Sieben häufige Gründe, die in Unternehmen von heute zu großen Sicherheitslücken führen:

Das schwächste Glied der Kette sind Endnutzer. Das wissen natürlich auch Cyberkriminelle – trotz raffinierter Abwehrmechanismen sind diese in der Lage über Hintertüren, verursacht durch den unachtsamen User, enttäuschte Kunden oder wütende Mitarbeiter, in das System zu gelangen. Meistens ist es aber einfach nur Naivität: Einmal den scheinbar harmlosen Anhang geöffnet oder den täuschend echten Link angeklickt und schon können Kriminelle zugreifen.

Bei Schutz gibt es keine Mauern mehr. In Zeiten von BYOD sind alle Geräte vernetzt und permanent mit Netzwerken verbunden. Vorher schnell im ungesicherten ICE-WLAN gesurft, dann im Unternehmensnetzwerk eingeloggt: Dadurch, dass sich Geräte heutzutage häufig in Netzwerke ein- und ausloggen, verändern sich Netzwerke kontinuierlich. IT-Verantwortliche können deshalb das Unternehmensnetzwerk nicht mehr innerhalb eines klar umfassten Bereichs absichern.

Mobilgeräte entwickeln sich schnell zur idealen Angriffsfläche. Es gibt immer mehr von ihnen, was Angriffe attraktiver macht. Zugleich ist die Mobile-Security noch zu wenig entwickelt, während Mobilgeräte immer häufiger Teil von Unternehmensnetzwerken sind. Hinzu kommt die noch wenig beachtete Application Security. Denn auch Apps sind häufig Einfallstore für Kriminelle.

Verlust eines Mobilgeräts. Laut Statistik gehen allein an den acht größten Flughäfen Europas jedes Jahr 175.000 Laptops verloren – Smartphones oder Tablets noch nicht eingerechnet. Oft handelt es sich um Firmengeräte und meistens ist keine Software vorhanden, um an die Daten des verlorenen Geräts heranzukommen oder per Fernzugriff die unternehmenskritischen oder persönlichen Daten zu löschen.

Lücken im System. Mittlerweile ist Malware so fortgeschritten, dass sie automatisiert Sicherheitslücken identifizieren und in sie eindringen. Nur eine Layered‑Sicherheitsstrategie kann für einen Schutz vor fortschrittlichen Angriffen sorgen.

Cyberkriminelle werden erheblich unterschätzt. Vor zehn Jahren genossen Hobbyhacker die Herausforderung in verbotene Gefilde einzudringen – Hacken war schlicht ein Nervenkitzel. Doch durch den heutigen finanziellen Anreiz sind Hacker professionell organisiert, motiviert und finanziell gut aufgestellt. Und selbst technische Laien können heute vorgefertigte Malware einkaufen und einsetzen.

User können mit diesen neuen Taktiken nicht mithalten. Sicherheitssoftware-Anbieter versuchen zwar, sich den neuen Herausforderungen zu stellen, indem sie regelmäßig Updates für aktuelle Sicherheitsgefährdungen herausbringen. Doch auch dies ist oft nicht ausreichend. User müssen dafür sensibilisiert werden, was Sicherheitslücken bedeuten. Auch Schulungen können hilfreich sein, denn wenn User verstehen, was alles auf dem Spiel steht, sind sie aufmerksamer und bilden sich eher weiter.
(Kaseya: ra)

eingetragen: 10.02.18
Newsletterlauf: 26.03.18

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