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Massives Datensicherheitsrisiko


Tragbares Datenleck: Viele Smartphones sind potentielle Daten-Bomben
Selbst nach einem Reset auf die Werkseinstellungen können noch Daten von Android-Geräten wiederhergestellt werden

(29.07.15) - Erst kürzlich haben Forscher der Universität Cambridge im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass mehr als 500 Millionen Android-Smartphones tickende Daten-Bomben sind. Denn selbst nach einem Reset auf die Werkseinstellungen lassen sich bei diesen Geräten noch persönliche Daten wiederherstellen. Betroffen sind dabei nahezu die Hälfte (48,8 Prozent) aller Android-Smartphones auf dem Markt, denn diese laufen noch unter Android 4.3. oder älter. Kroll Ontrack empfiehlt daher vor der Entsorgung oder dem Weiterverkauf eine professionelle Datenlöschung, entweder per dedizierter Software oder von einem Dienstleister. Sonst gelangen die Daten leicht in falsche Hände.

Ursache dieses Daten-Desasters ist die Tatsache, dass das Android-Betriebssystem – zumindest bis Version 4.3. – beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen nicht alle Partitionen des Speichers vollständig löscht. Dies widerspricht nicht nur den damit einhergehenden Warnungen vor einem kompletten Datenverlust, es stellt vor allem ein massives Datensicherheitsrisiko dar. Denn auf Handys finden sich nicht nur Musik und Spiele, sondern auch Bilder, Kontaktdaten, Passwörter und manchmal sogar Bankverbindungen.

Peter Böhret, Managing Director Kroll Ontack GmbH, erklärt dazu: "Das bedeutet, dass bei nahezu jedem gebraucht gekauften Android-Smartphone noch Daten des Vorbesitzers enthalten sein können. Denn diese verfügen in den meisten Fällen nicht über eine aktuelle Version des Betriebssystems. Daher sollten Anwender nach Möglichkeit prüfen, ob sie auf eine neuere Android-Version upgraden können, bevor sie das Gerät zurücksetzen. Dies stellt zumindest einen teilweisen Schutz dar." Denn ab Android 4.4. "KitKat" verfügt das mobile Betriebssystem über eine eingebaute Datenverschlüsselung, sodass die Wiederherstellung etwaig vorhandener Daten zumindest massiv erschwert wird.

Die Gefahr eines möglichen Datendiebstahls wird durch den bereits seit einigen Jahren anhaltenden Trend des BYOD (Bring Your Own Device) noch größer. Denn wenn Mitarbeiter ihre eigenen Smartphones für geschäftliche Zwecke nutzen, besteht hier die Gefahr, dass vertrauliche Geschäftsdaten trotz Factory Reset wiederhergestellt werden können.

Die kommende EU Datenschutz-Grundverordnung setzt dabei Unternehmen noch stärker unter Druck, für entsprechende Datensicherheit zu sorgen. Denn diese verpflichtet alle in der Europäischen Union ansässigen Unternehmen dazu, persönliche Daten auf Verlangen oder wenn sie nicht mehr von der Firma benötigt werden, zu löschen. Firmen, die gegen diese Vorschriften verstoßen, drohen empfindliche Strafen in Höhe von bis zu 2 Prozent des weltweiten Umsatzes.

Eine Lösung für dieses Problem sind zertifizierte Full-Service-Datenvernichtungs- und Datenlöschdienstleister, die Unternehmen bei der sicheren Löschung von nicht mehr benötigten Daten unterstützen. Unternehmen, deren Mitarbeiter Android-Geräte nutzen, sollten jetzt ihre Datenlöschungsrichtlinien und Audit-Vorgaben überprüfen und gegebenenfalls die Vorschriften anpassen, sei es im Hinblick auf die interne Weitergabe von Geräten oder das Recycling. (Kroll Ontrack: ra)

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Ansatz zur Cyberresilienz

    "Ankündigung der Zwangsvollstreckung - Beitragsservice" - diese Betreffzeile findet sich aktuell in vielen E-Mail-Posteingängen. Getarnt als Mahnung und Androhung einer Zwangsvollstreckung machen sich Cyberkriminelle laut Medienberichten die Korrektheit der deutschen Bürger zunutze und versenden Nachrichten mit gefährlichem Anhang. Die sehr realistisch wirkenden Fake-Mails, die im Namen der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender verschickt werden, weisen den Empfänger darauf hin, dass er im Zahlungsverzug ist und bei ausbleibender Begleichung des Beitrags eine Zwangsvollstreckung droht. Im Rahmen der E-Mail wird das Opfer darauf hingewiesen, dass im Anhang eine genaue Beschreibung der nächsten Handlungsschritte zu finden ist. Doch dieses unscheinbar wirkende Word-Dokument hat es in sich. Das Öffnen allein ist dabei noch nicht gefährlich. Die Angreifer weisen aber darauf hin, dass für die vollständige Einsicht des Dokuments die Bearbeitung und der Inhalt aktiviert werden müssen - sobald dies geschieht, befindet sich der Trojaner auf dem Computer und kann sich von dort theoretisch im kompletten Netzwerk verbreiten.

  • Verwendung von SDKs & Sicherheitslücken

    Vor kurzem wurde BitSight dank seiner weltweit führenden Sinkhole-Infrastruktur auf eine Domain aufmerksam, die mit dem Android Mobile Advertising Software Development Kit (SDK) Arrkii in Verbindung steht. Bei ihrer Analyse sind die BitSight Experten zu dem Ergebnis gekommen, dass das SDK Arrkii Funktionen und Verhaltensweisen einer potenziell unerwünschten Anwendung (Potentially Unwanted Application, PUA) aufweist. Ein SDK ist generell ein Software-Paket, das Programmcodes, Schnittstellen und häufig auch Anleitungen zur Verfügung stellt. Im speziellen Fall von Mobile Advertising SDKs integrieren App-Entwickler ein solches SDK in ihre App. Damit wird den Nutzern der App Werbung angezeigt und die Entwickler werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Das hilft den Entwicklern, die von ihnen entwickelten Anwendungen zu monetarisieren. Die App-Entwickler nehmen das SDK in ihre Apps auf, und das SDK übernimmt die Arbeit der Verbindung zu Werbeanbietern und der Einblendung von Anzeigen für die Benutzer.

  • Datensicherheit bei der Telefonie

    Snom erläutert, welche Rolle die Datensicherheit bei der Telefonie spielt - und wie Unternehmen teure Schäden durch Cyberangriffe abwehren können. Auch wenn heute die meisten Nutzer von Businesstelefonen wissen, dass ihre Stimme "over IP" transportiert wird, ist wohl den wenigsten klar, was das im Einzelnen heißt - und worauf es dabei ankommt. Während viele Privatnutzer sich noch auf offene Internetplattformen begeben, um für kein oder ein sehr schmales Budget mit Freunden und Verwandten zu telefonieren, ist das im professionellen Bereich zu Recht verpönt. Denn: Hier hat die Datensicherheit oberste Priorität, um Schäden vom Unternehmen wirksam abzuwenden. Anbieter von offenen Internetplattformen übernehmen in der Regel keine Garantie für die Sicherheit der übermittelten Daten - Gespräche und potenziell sensible Daten können so von Dritten abgehört oder abgefischt werden.

  • Unsicherheit unverschlüsselter Webseiten

    In der Schweiz scheint die IT-Sicherheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) noch ausbaufähig zu sein: Ein Großteil aller KMU verzichtet auf SSL-Verschlüsselung. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf Informationen der Swisscom-Tochter localsearch aufmerksam. Für eine Studie wertete localsearch mehr als 18.000 Schweizer KMU-Websites aus. Dabei zeigte sich: Fast jede zweite (41 Prozent) KMU-Webseite verzichtete auf ein SSL-Zertifikat. "Das hat zur Folge, dass weder die Identität der Webseite authentifiziert wurde, noch dass Daten verschlüsselt an Server übermittelt werden. Daraus ergibt sich wiederum ein Sicherheitsrisiko, das auch vom Suchmaschinenriesen Google als überdurchschnittlich relevant eingestuft wird", erläutert Christian Heutger, CTO der PSW Group, die Konsequenz.

  • Warum sollte man die IT-Security outsourcen?

    Das Garantieren der Sicherheit des Netzwerks ist eine der wichtigsten Aufgaben der Unternehmens-IT. Die ständig steigende Bedrohungslage und die immer komplexeren und gewiefteren Angriffe von Cyberkriminellen machen dies jedoch kontinuierlich schwieriger. Auch weil die überlasteten Sicherheitsexperten damit beschäftigt sind, Sicherheitslücken zu stopfen, und darüber hinaus kaum Zeit haben, neue Lösungen zu implementieren, die ihre Arbeit tatsächlich vereinfachen würden. Derzeit straucheln viele Unternehmen damit, dieses wichtige Problem zu lösen, also Sicherheit im hier und jetzt zu gewährleisten und die IT-Security fit für die Zukunft zu machen. Das größte Hindernis ist der akute Fachkräftemangel in der IT allgemein und im Security-Bereich speziell: Der Markt ist leergefegt. Kleine und mittelständige Unternehmen sind dabei am stärksten von diesem Problem betroffen, da die hoch spezialisierten Experten in diesem Bereich schnell von Großunternehmen angeworben werden, die deutlich höhere Gehälter bezahlen können.