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Angriffe auf Basis von BEC/EAC


Aktualisierte BEC/EAC-Zahlen spiegeln einen größeren Trend im Bereich Cyber-Security wider
Da technische Schwachstellen immer seltener und damit für Cyberkriminelle immer teurer zu erwerben und zu nutzen sind, haben die Betrüger ihre Bemühungen verlagert, und adressieren daher Personen per E-Mail mit sehr individualisierten Nachrichten



Das FBI hat seinen jährlichen Cybersecurity-Bericht "2018 Internet Crime Report" veröffentlicht. Kaum überraschend, aber dennoch beunruhigend, ist die weitere Zunahme der Schäden durch Cyber-Betrug und die ebenfalls weiterhin zunehmende – im negativen Sinne zu verstehen – Professionalisierung der Angriffe. Doch die Anwender können sich durchaus schützen. Rob Holmes, VP of Email Security, Proofpoint, empfiehlt die Kombination aus technischen Vorkehrungen und dem Training der Mitarbeiter, um dieser stetig wachsenden Gefahr zu begegnen:

"Die Mitteilung des FBI, der zufolge Angriffe auf Basis von Business-E-Mail-Compromise (BEC)/E-Mail-Account-Kompromittierung (EAC) – also der Betrug mittels gefälschter E-Mails – zu Verlusten von weltweit mehr als 1,2 Milliarden Dollar im Jahr 2018 geführt haben, unterstreicht, wie lukrativ E-Mail-Betrug und Account-Kompromittierung für Kriminelle geworden sind. So überrascht es nicht, dass sich die Verluste im Zusammenhang mit BEC/EAC-Angriffen im Jahresvergleich nahezu verdoppelt haben. Zusätzlich zu diesen bekannt gewordenen und damit quantifizierbaren Angriffen ist anzumerken, dass jedes Jahr viele Vorfälle dieser Art aus verschiedenen Gründen nicht oder nur unzureichend gemeldet werden.

Diese aktualisierten BEC/EAC-Zahlen spiegeln einen größeren Trend im Bereich Cyber-Security wider und erscheinen kurz nach der Bestätigung kompromittierter Office 365-Konten bei Microsoft selbst. Da technische Schwachstellen immer seltener und damit für Cyberkriminelle immer teurer zu erwerben und zu nutzen sind, haben die Betrüger ihre Bemühungen verlagert, und adressieren daher Personen per E-Mail mit sehr individualisierten Nachrichten. Doch nur ein einzelnes kompromittiertes Konto kann einem Angreifer bereits die Möglichkeit geben, sich digital unbemerkt durch ein Unternehmen zu bewegen, sich als echter Mitarbeiter auszugeben und überzeugende E-Mails zu versenden und damit erhebliche potenzielle finanzielle Schäden und Datenverluste inszenieren.

Proofpoint-Forscher fanden heraus, dass sich die Häufigkeit, mit der Unternehmen mit gefälschten E-Mails angegriffen wurden, im Vergleich der Jahre 2017 auf 2018 verdreifacht hat. Zudem ist auch die Komplexität der Attacken deutlich gestiegen. Damit steigt entsprechend die Gefahr für Unternehmen, Behörden, NGOs und alle anderen Organisationen, Opfer einer Cyberattacke zu werden.

Somit ist es sehr wichtig, dass Unternehmen einen Sicherheitsansatz wählen, der sich am Menschen und seinen Stärken und Schwächen orientiert, der alle Beteiligten (ihre Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner) vor Phishing, E-Mail-Betrug, Identitätsdiebstahl und Brute-Force-Angriffen schützt. Wir empfehlen auch mehrschichtige Abwehrmaßnahmen am E-Mail-Gateway, in der Cloud und am Endpunkt sowie eine fundierte Ausbildung der Anwender, um sich am besten gegen diese Art von Angriffen zu verteidigen." (Proofpoint: ra)

eingetragen: 06.05.19
Newsletterlauf: 20.05.19

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

  • Fünf Sofortmaßnahmen zur Systemhärtung

    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.