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Trojaner Emotet gefährlicher denn je


PSW Group rät zu höchster Vorsicht beim Öffnen von E-Mails
Ryuk verschlüsselt Dateien des Rechners. Findet der Trojaner Backups, fallen auch die ihm zum Opfer. Ryuk löscht diese Dateien dann einfach



Die Gefahr, die von dem Trojaner Emotet ausgeht, ist noch nicht vorüber. Ganz im Gegenteil: "Die Risiken, die durch den Trojaner entstehen können, werden immer größer und Emotet gilt schon jetzt als eines der gefährlichsten Schadprogramme der Welt", warnt Christian Heutger, IT-Sicherheitsexperte und Geschäftsführer der PSW Group nachdrücklich. Erstmal trat Emotet im Dezember letzten Jahres auf den Plan. Nachdem der Trojaner eine kleine Weihnachtspause eingelegt hat, finden sich jetzt wieder massenhaft Spam-E-Mails mit dem Schädling anbei in zahlreichen Postfächern. Hinzu kommt: Virenscanner erkennen den Trojaner oft noch nicht.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt erneut vor Spear Phishing Attacken mit dem Trojaner. Emotet ist so gefährlich, weil er unterschiedliche Schadsoftware nachlädt. Bisher handelte es sich "nur" um Banking-Trojaner wie Trickbot. Der hat es auf Online-Banking-Zugangsdaten abgesehen. Jetzt lädt Emotet immer häufiger auch den Verschlüsselungstrojaner Ryuk auf befallene Rechner.

"Ryuk verschlüsselt Dateien des Rechners. Findet der Trojaner Backups, fallen auch die ihm zum Opfer. Ryuk löscht diese Dateien dann einfach. Das ist ganz besonders perfide, denn diese Methode dient dazu, die Zahlungsbereitschaft der erpressten Opfer deutlich zu erhöhen", warnt Heutger. Emotet kommt gut getarnt in täuschend echt aussehenden Spam-Mails. Die Angreifer achten dabei sehr genau darauf, E-Mails zu senden, die auf die Zielperson zugeschnitten sind: "Die Opfer erhalten Nachrichten von Absendern, mit denen sie wirklich zuletzt in Kontakt standen. So nutzten die Angreifer bekannte Absender wie die der DHL-Sendungsverfolgung, der Telekom oder Microsoft, um ihre täuschend echt aussehenden Mails zu versenden", informiert der IT-Sicherheitsexperte.

Die ahnungslosen Nutzer erhalten gefälschte E-Mails, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sehen. Meist sind Links und Anhänge enthalten, die dafür sorgen, dass Emotet auf dem Rechner landet. Manchmal, wie bei den falschen Microsoft-Mails, nutzen die Angreifer sogar das Microsoft-Logo. Wer die in den Mails enthaltenen Anhänge öffnet oder auf Links klickt, lädt den Trojaner Emotet samt Trickbot oder Ryuk erfolgreich auf seinen Rechner. Mit einigen Schutzmaßnahmen auf organisatorischer und technischer Ebene reduzieren sowohl Privat- als auch Geschäftsanwender das Infektionsrisiko deutlich.

"Sehr wichtig ist, vor allem auf das Nachladen externer Inhalte zu verzichten und stets, auch bei vermeintlich bekannten Absendern, skeptisch gegenüber Anhängen zu sein. Dies gilt insbesondere für Office-Dokumente. Wird bei diesen das Zulassen von Makros gefordert, sollte keinesfalls eingewilligt werden, denn diese enthalten dann den Trojaner und das Unglück nimmt seinen Lauf", gibt Christian Heutger einige Tipps. Ebenso sollten die in der E-Mail enthaltenen Links vor deren anklicken geprüft werden. Wem eine E-Mail verdächtig vorkommt, sollte sich nicht scheuen, den Absender anzurufen und sich nach der Echtheit der E-Mail zu erkundigen. Wer zudem Sicherheitsupdates regelmäßig und zeitnah einspielt, eine gute und stets aktuelle Antiviren-Software nutzt, seine Daten regelmäßig und idealer Weise auf externen Speichermedien sichert, hat gute Chancen, einem Angriff zu entgehen. "Ich empfehle außerdem, ein gesondertes Nutzerkonto auf dem Rechner einzurichten, mit dem online gesurft oder E-Mails abgefragt und geschrieben werden", rät der IT-Sicherheitsexperte. (PSW Group: ra)

eingetragen: 04.04.19
Newsletterlauf: 30.04.19

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

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    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.