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Cyberangriffe und Bedrohungen von innen


Der Abwehrkampf an zwei Fronten fordert solide Sicherheitssysteme
Über die Gefahr aus dem Netz und über die Verwundbarkeit von IT- und OT-Umgebungen

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Jörg von der Heydt, Channel Director DACH bei Skybox Security

Die digitale Infrastruktur von Unternehmen ist aufgrund ständig neu aufkommender Schwachstellen und Bedrohungen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. In den Medien wird zum Thema IT-Sicherheit häufig über tatsächliche und theoretische Hackerangriffe in Form von Katastrophenszenarien und von Schäden in Millionenhöhe berichtet. Auch Constanze Kurz und Frank Rieger beleuchten in ihrem neuen Buch "Cyberwar" Gefahren und Bedrohungen, denen die digitalisierte Gesellschaft ausgesetzt ist, sowie Möglichkeiten, IT-Infrastrukturen zu schützen.

Angriff ist nicht gleich Angriff
Dass im Bereich IT-Security Gefahr in Verzug ist, wissen wir aber nicht erst seit kurzem. Seit Jahren sehen wir: Digitale Angriffe durch Hacker sind von unterschiedlicher Komplexität. In den meisten Fällen werden verschiedene Angriffstechniken und Tricks kombiniert, um die vorhandenen Sicherheitssysteme auszuhebeln.

Vom Knacken einfacher Passwörter bis hin zur Übernahme der Administratorenrechte können die Szenarien ganz unterschiedlich ausgeführt werden. Viele Hacker machen sich Lücken der Kommunikation von Computern untereinander zu Nutze und nutzen bekannte Softwareschwächen und Schwachstellen in der Infrastruktur aus. Sehr treffend vergleichen die Autoren den Mechanismus eines Hackerangriffs mit der Funktion des Schließzylinders eines Türschlosses. Der Eindringling kann die Technik überwinden, indem er das Schloss durch das Aufbohren der Zylinderstifte manipuliert und ihm so das Eindringen mithilfe eines Schraubendrehers ermöglicht.

Warum sind IT-Umgebungen so verwundbar?
Das grundlegende Dilemma des digitalen Zeitalters ist die Bestrebung, nahezu jedes Gerät, vom Kühlschrank über die Waschmaschine bis hin zur Überwachungskamera, zu vernetzen, ohne dabei jedoch an auftretende Sicherheitslücken zu denken. Die Sicherheitsvorkehrungen für IT-Hardware wurden mit der Zeit immer elaborierter. Anstatt dieses Wissen um Sicherheitsanforderungen auch auf smarte Alltagsgerätschaften anzuwenden, beginnt man beim Thema Smart Home quasi wieder bei null und wiederholt die Fehler von damals. Einen Vorgeschmack auf mögliche Angriffsszenarien haben wir in den letzten Jahren mit Attacken wie WannaCry bekommen. Die Vorstellung, ein Hacker könnte beispielsweise Kontrolle über ein Atomkraftwerk erlangen und eine Katastrophe auslösen, ist natürlich ein Worst-Case-Szenario, aber eines, das nicht mehr im Bereich des Undenkbaren liegt.

Das IoT öffnet der Gefahr die Tür
Sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen hält das Internet of Things Einzug. Unzählige internetfähige Geräte wählen sich in Netzwerke ein und bieten Hackern noch mehr Möglichkeiten zur Infiltration. Nutzern wird zwar ein gewisses Maß an Cyberhygiene nahegelegt, allerdings sind sich die meisten der Risiken nicht bewusst oder fühlen sich – beispielsweise im geschäftlichen Umfeld – gar nicht erst verantwortlich für IT-Sicherheit in ihrem Unternehmen. Das IoT ist als Konzept noch relativ neu und arbeitet derzeit noch nach dem Prinzip Secure by Design. Viele IoT-Geräte sind vom Hersteller mit fest codierten Benutzernamen und Kennwörtern, die nicht änderbar sind, ausgestattet. Darüber hinaus verwenden IoT-Geräte häufig proprietäre Protokolle mit schwachen Sicherheitsmaßnahmen, was sie sehr anfällig für Cyberangriffe macht.

Sicherheitslücken aufspüren anhand eines Netzwerkmodells
Um Netzwerksicherheit herzustellen, müssen zunächst alle Sicherheitslücken und Angriffspunkte identifiziert werden. Am übersichtlichsten gelingt dies anhand eines Netzwerkmodells, das die gesamte Netzwerkumgebung, alle Assets, Sicherheitsvorkehrungen und Schwachstellen sichtbar macht. Ohne eine Gesamtübersicht ist es nicht möglich, nachhaltiges Schwachstellenmanagement zu betreiben. In einem Netzwerkmodell müssen alle Bereiche der IT-Infrastruktur enthalten sein: IoT, OT, Cloud Computing-Umgebungen, traditionelle IT oder eine hybride Struktur.

Der Threat and Vulnerability Report von Skybox zeigt auf, dass sich die Zahl OT-spezifischer Sicherheitslücken von 2016 bis 2017 um 120 Prozent erhöht hat. Viele der anfälligen Schwachstellen gehören dem IoT an. Standard-Sicherheitsmaßnahmen greifen hier häufig nicht und die IT-Systeme, die den OT-Bereich überwachen, sind häufig so veraltet, dass sie neue Sicherheitslücken nicht erkennen können. Unternehmen müssen in der Lage sein, diese Umgebungen und ihre Verbindungen zur übrigen Infrastruktur zu modellieren. Sie müssen außerdem erkennen, wo Sicherheitslücken ausgemerzt werden müssen, welche Schwachstellen gepatcht werden können und wie systematische, kontinuierliche Prozesse geschaffen werden, die das Risiko kontinuierlich verringern – unabhängig davon, an welcher Stelle sie entstehen. (Skybox Security: ra)

eingetragen: 08.12.18
Newsletterlauf: 10.01.19

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • MySQL als unorthodoxes neues Einfallstor

    Cyberkriminelle finden immer wieder Wege, unbemerkt in Systeme einzusteigen, um von der Ferne aus Schadcode auszuführen. Beliebt als Einstiegsluken hierfür sind beispielsweise RDP oder SSH. Nun rückt auch SQL als Zugriffsmöglichkeit in den Fokus. Ein Sophos-Honeypot konnte kürzlich einen typischen Angriff über MySQL dokumentieren. Hacker haben verschiedene Möglichkeiten, in Systeme zu gelangen. Sie können etwa Schwachstellen und Exploits für ausgeklügelte Hackerangriffe verwenden, um vorhandene Sicherheitsüberprüfungen zu umgehen und Server dazu zu bringen, Schadsoftware auszuführen. Sie können aber auch versuchen herauszufinden, wie man ohne viel Aufwand über einen offiziellen Eingang und mit offiziellen Systembefehlen illegal und unbemerkt in fremde Systeme einsteigen kann.

  • Kontrolle von und über Zugriffsberechtigungen

    Gesetzliche Vorgaben einhalten, IT-Sicherheit gewährleisten und den Datenschutz nicht vernachlässigen - nur ein kleiner Einblick in die Aufgaben und Herausforderungen, die Unternehmen bewältigen müssen. Doch wie lassen sich diese Anforderungen professionell erfüllen? Die Verwaltung von Benutzern und deren Zugriffsberechtigungen nimmt dabei in jeder ganzheitlich ausgerichteten IT-Security-Strategie eine wesentliche Rolle ein. Access-Management ist im Zeitalter von Industrie 4.0 und Internet of Things unverzichtbar. Heutzutage vernetzt sich jedes Unternehmen vielfach mit Lieferanten, Kunden, Partnern sowie Mitarbeitern und tauscht sämtliche Daten mit diesen aus. Diese weltweite Vernetzung bietet viele Chancen aber auch Risiken: Denn die Zahl virtueller Angriffe mit dem Ziel an geschützte, häufig hoch brisante Daten zu gelangen, steigt stetig. "Ohne die Kontrolle von und über Zugriffsberechtigungen funktioniert deshalb nichts mehr. Der Mehrwert von konsequentem, transparentem Access-Management stellt die flexible Nutzung von Vernetzungen bei deutlicher Risikominimierung dar", erläutert Dr. Consuela Utsch, Geschäftsführerin der Acuroc Solutions und der AQRO GmbH. "Ein effektives Access-Management führt dazu, dass sich Funktionen, Rollen und damit Verantwortlichkeiten an Veränderungen bei Bedarf automatisch anpassen."

  • Ein Jahr DSGVO: keinerlei Anlass zur Freude

    Im ersten Jahr nach Inkrafttreten der DSGVO hat sich das Datenrisiko in Deutschland nicht reduziert, sondern ist tendenziell noch gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Datenrisiko-Report der Security-Spezialistin Varonis Systems dem Risk Assessments bei rund 50 deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe - vom mittelständischen Hersteller bis hin zum international agierenden Healthcare/Biotech-Konzern - zugrunde liegen. Weltweit wurden insgesamt 700 Unternehmen aus rund 30 Branchen und mehr als 30 Ländern mit einem Datenvolumen von insgesamt 54,6 Petabytes analysiert.

  • Ausweitung der Videoüberwachung

    Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Jeder kann in einem schier unglaublichen Umfang überwacht und ausspioniert werden, und das nicht nur von der NSA. Auch Unternehmen wie Facebook, Google und Amazon überwachen, wo es nur geht. Die Überwachung fängt zwar im Internet an, ist aber nicht auf dieses beschränkt. "Der Datenskandal der Deutschen Post zeigt, dass die Überwacher längst in den eigenen Reihen sitzen. Da wäre die Meldebehörde, die unsere Daten für Parteiwerbung weitergibt, wenn wir nicht widersprechen. Oder Reise-Anbieter, die aufgrund bisher gebuchter Reisen neue passende Angebote machen. Oder auch Auskunfteien wie die Schufa, die überlegt hatte, Facebook-Daten für die Schufa-Auskunft mit auszuwerten", macht Christian Heutger, IT-Sicherheitsexperte bei der PSW Group Consulting aufmerksam.

  • Best Practices-Checkliste für die Cyber-Hygiene

    Nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch in der IT-Sicherheit gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Angesichts steigender Bedrohungen durch fortschrittliche Malware und Datendiebstahl in großem Stil, ist eine solide Cyber-Hygiene für die gesamte Hard- und Software eines Unternehmens essentiell. Regelmäßig durchgeführte Hygienepraktiken sorgen dafür, Systeme effizient zu halten und vor Angriffen zu schützen. In Unternehmen gibt es viele Elemente, die ohne adäquaten Cyber-Hygiene-Plan zu Schwachstellen führen und damit die Geschäftskontinuität gefährden können. Deshalb sollten alle Geräte, Softwareprogramme und Web-Anwendungen in einen kontinuierlichen Wartungsplan aufgenommen werden. Hierdurch erfolgt eine grundlegende Prävention gegen Cyberattacken. Zudem ermöglicht die regelmäßige Wartung bestmögliche Effizienz der eingesetzten Soft- und Hardware. Schwachstellen werden frühzeitig erkannt und schwerwiegende Probleme vermieden. Obwohl mit jedem digitalen Puzzleteil zahlreiche Bedrohungen einhergehen, ist die Einführung einer effektiven Cyber-Hygiene-Routine nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Einige wenige Best Practices, die regelmäßig umgesetzt werden, können die Sicherheit eines jeden Systems enorm verbessern.