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Googles Geschäft sind Daten


Googles Geschäft sind Daten: Datenschutzniveau von Gmail lässt im Test zu wünschen übrig
Googles Rechtstexte: Zwar sind Auffindbarkeit und Verständlichkeit bestens, löblich ist der Verweis auf Schlüsselbegriffe, um die Verständlichkeit der Rechtstexte für weniger versierte User zu gewährleisten

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Mit Gmail hat Internetriese Google einen kostenlosen E-Mail Dienst zum bereits bestehenden Service am Markt. Wer das Angebot nutzt, richtet sich nicht explizit einen Account zum Versenden und Empfangen von E-Mails, sondern einen Google-Account ein, mit dem sämtliche Google-Dienste genutzt werden können.

Die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group haben sich Gmail im Test näher angesehen und werten das Angebot hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit ab: "Google ist in erster Linie eine Suchmaschine, die Anzeigen verkauft. Für den Anzeigenverkauf braucht es Nutzerdaten. Und mit jedem Gmail-Account tragen User dazu bei, ihre Nutzerdaten für Google zugänglich zu machen. Das sollte sich jeder bewusst machen, der einen Google-Account eröffnet", sagt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

Googles Geschäft sind Daten. Das wird schon bei der Registrierung deutlich: Bereits hier möchte Google viel von seinen Usern wissen, neben dem obligatorischen Vor- und Nachnamen unter anderem auch das Geschlecht, die Mobilfunknummer und das Geburtsdatum. Dabei sind längst nicht alle Registrierungsangaben Pflichtdaten – darüber klärt Google allerdings nicht auf. "Die Tatsache, dass kein Hinweis darauf zu bekommen ist, dass beispielsweise die Mobilfunknummer optional eingegeben werden kann, enttäuscht. Das sollten Nutzer aber wissen, damit sie sich selbst überlegen können, ob Google die eigene Mobilfunknummer haben soll oder nicht", ergänzt Heutger.

Immerhin: Google verzichtet auf Berechtigungen und auf Aktivitätenverfolgung, obendrein sichert eine starke Verschlüsselung (TLS_ECDHE_RSA_WITH_AES_128_GCM_SHA256, 128-Bit-Schlüssel, TLS 1.2) die Eingabe der Login-Daten ab.

"Die Passwortvergabe dafür ist erschreckend. Denn die Passwortprüfung lässt auch sehr unsichere Passwörter durch, die Usern dann als "stark" verkauft werden. So zum Beispiel sieht Google es als sicher an, wenn das Passwort Bestandteil der E-Mail Adresse ist", kritisiert Christian Heutger. Im Bereich Usability macht Gmail dann eine sehr gute Figur: Das Angebot ist sehr umfangreich, dezent platzierte Werbung lässt sich wahlweise personalisieren, leider jedoch nicht ganz abschalten. Sowohl die Anmeldung als auch der E-Mail-Versand/ -Empfang funktionieren denkbar einfach. Dass Google auf Pflichtnewsletter verzichtet, ist ein weiterer Pluspunkt.

Deutlich weniger Gefallen fanden Googles Rechtstexte. Zwar sind Auffindbarkeit und Verständlichkeit bestens, löblich ist der Verweis auf Schlüsselbegriffe, um die Verständlichkeit der Rechtstexte für weniger versierte User zu gewährleisten. Durch die fortlaufende Verwendung des Konjunktivs, beispielsweise in Formulierungen wie "Ihre Daten könnten genutzt werden" und des Wortes "möglicherweise" leiden Klarheit und Transparenz.

Inhaltlich weisen dann die Rechtstexte, insbesondere die 10 Seiten umfassende Datenschutzerklärung, grobe Mängel auf: Sämtliche Inhalte, auch die aller E-Mails, werden automatisch analysiert. Dabei sammelt Google Daten auf zwei Wegen: Zum einen Informationen, die der User selbst an Google mitteilt, beispielsweise bei Registrierung. Darüber hinaus sammelt Google auch Daten, die während der Nutzung der Dienste entstehen. "Leider sind auch Gmail-Nachrichten unter den Informationen, die erfasst werden. Google selbst nennt dazu beispielhaft personenbezogene Daten wie Name, E-Mail-Adresse und Kreditkarten- und Telefonnummer, an denen der Dienst interessiert ist", verweist Heutger auf die Datenschutzerklärung.

Nicht zur Beruhigung des IT-Sicherheitsexperten trägt zudem bei, dass Google diese Daten dann auch recht freizügig weitergibt – an Partner, die nicht näher benannt werden. Zwar stellt Google einige Features bereit, mit deren Hilfe Anwender den Datenschutz schärfer einstellen können. Datenschutzfreundlich können User Google jedoch nicht konfigurieren.

Während die Login-Seite sowie auch das Mail-Interface mit starker Verschlüsselung gut nach außen abgesichert sind, wird es bei der E-Mail-Verschlüsselung noch einmal interessant. Google schützt, wann immer möglich, Daten von Gmail anhand von Transport Layer Security (TLS). "Zum Verschlüsseln ist es notwendig, dass Absender und Empfänger TLS-Verschlüsselung unterstützen. Ist der E-Mail-Absender bzw. -Empfänger bei einem Anbieter, der keine TLS-Verschlüsselung unterstützt, erkennen User dies an einem Symbol für fehlende Verschlüsselung", erklärt Heutger, warnt jedoch: "E-Mails werden nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt – Gmail scannt laut Datenschutzerklärung sämtliche E-Mail-Inhalte." (PSW Group: ra)

eingetragen: 23.01.17
Home & Newsletterlauf: 22.02.17


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Meldungen: Tests

  • Bitdefenders AV-Lösung im Test

    Die PSW Group testete die Lösung von "Bitdefender: Total Security Multi-Device 2017". "Insgesamt zeigt sich Bitdefender recht ähnlich wie seine beiden vergleichbaren Wettbewerber Eset und Kaspersky. Zwar erweist sich Bitdefender als teuerste Lösung, gleicht dies jedoch mit einem Feature-Plus wieder aus. Bitdefender punktet mit guten Laufzeiten der Usability und beim Support. Lobenswert ist der konsequente Einsatz von ASLR und DEP, das gültige Signieren aller Programmdateien und die Software-Verteilung via sicherem HTTPS. Einzig die Deinstallation von Bitdefenders Total Security Multi-Device 2017 ist etwas aufwendiger. Hierfür muss der User erst das Bitdefender Uninstall Tool auf seinen Rechner laden. Im Übrigen lässt auch Bitdefender leider keinen Rundum-Schutz für wirklich alle Geräte zu: iOS wird ausgeschlossen und lediglich die Plattformen Windows, macOS und Android geschützt", fasst Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, zusammen. Bitdefender unterscheidet nicht nach Zahl der User, sondern nach Zahl der Geräte. Die Auswahl ist denkbar gering: Anwender haben die Wahl, die Suite für fünf oder zehn Geräte zu ordern. "Das ist schade für jene, die lediglich drei Geräte schützen wollen. Eine Zwischenlösung für zwei oder drei Geräte wäre wünschenswert", meint Heutger. Mit der Wahl der Laufzeiten von einem, zwei oder drei Jahren punktet Bitdefender dann aber wieder. "Zusätzlich können User entscheiden, ob sie selbst die Software installieren möchten oder ob Bitdefender das übernehmen soll. Das ist eine Option, die uns bei Bitdefender erstmals begegnet und absolut positiv ist", lobt Christian Heutger.

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    Beim kostenpflichtigen E-Mail Dienst der Heinlein Support GmbH steht Privatsphäre ganz oben und Datenschutz ist das Steckenpferd des Service. Grund genug für die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group, mailbox.org in einem Test unter die Lupe zu nehmen. "Die Verschlüsselung - und damit die Sicherheit - ist vom Login bis zum Backend ausgezeichnet. mailbox.org-Kunden greifen ausschließlich verschlüsselt auf den gesamten Service zu. Für die Verschlüsselung werden zudem nur aktuelle Technologien eingesetzt: Seit Januar 2017 ist das TLS in der Version 1.2; die Versionen 1.0 und 1.1 werden von mailbox.org nicht mehr verwendet. TLS 1.2 gibt es nur mit PFS, jedoch keinesfalls mit SHA-1 als Hash-Algorithmus", lobt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.