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Ende-zu-Ende-Verschlüsselung per Default


"Line" überrascht im Test: Messenger justiert beim Sicherheitskonzept deutlich nach
User können viele datenschutz-unfreundliche Funktionen jetzt selbst ausschalten und die Menge an freigegebenen Daten selbst bestimmen

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Standen beim Messenger-Dienst "Line" noch vor einem Jahr überwiegend die Optik und Bedienbarkeit im Fokus – zulasten der Sicherheit, denn Verschlüsselung und Datenschutz waren desaströs – überrascht die App aus Japan die IT-Sicherheitsexperten der PSW in einem jüngsten Test nun mit einem verbesserten Sicherheitskonzept.

"Line hat sich offenbar vorgenommen, mehr Sicherheit für seine User zu schaffen – das begrüßen wir sehr! Die ersten wichtigen Schritte hat der Dienst nun getan, indem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung per Default existiert. Das ist gut, denn alles in allem ist "Line" ein sehr einfach zu bedienender, plattformübergreifender Messenger, der durch einen großen Funktionsumfang glänzt", fasst Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, zusammen. Problematisch sieht der IT-Sicherheitsexperte allerdings, dass die Verschlüsselung nirgends eingesehen werden kann und weder Quelltext noch Informationen zu verwendeten Verschlüsselungsparametern verfügbar gemacht werden.

Nachbessern dürfen die Entwickler auch in Sachen AGB und Datenschutzerklärung – beides stellt "Line" nach wie vor nicht in deutscher Sprache zur Verfügung. Damit macht der Messaging-Anbieter es einigen Menschen unnötig schwer. Überwundene Sprachbarrieren sind also ein weiterer Punkt auf der Wunschliste nach mehr Transparenz. Dennoch: Bei den Datenschutzbestimmungen gab es Verbesserungen. "User können "Line" jetzt ihre E-Mail-Adresse mitteilen. Diese kann genutzt werden, wenn "Line" beispielsweise über mehrere Geräte verwendet werden, wenn das Endgerät wechselt und der Account umziehen, oder ein neues Passwort vergeben werden soll. Dieser Part in der Datenschutzerklärung ist eindeutig und klar beschrieben. Das ist Transparenz, zumal der User hier auch echtes Mitspracherecht bekommt", ist Heutger zufrieden.

Überhaupt können User viele datenschutz-unfreundliche Funktionen jetzt selbst ausschalten und die Menge an freigegebenen Daten selbst bestimmen. "Line" legt den Datenschutz vorrangig dem User in die Hände. Vieles kann die Bequemlichkeit erhöhen und gleichzeitig die Sicherheit herabsetzen. Was der User draus macht, obliegt ihm. Dazu zählt beispielsweise die optionale Verwendung der "Line"-ID, die es bei Aktivierung den Anwendern erlaubt, sich gegenseitig zu finden. Lobenswert auch, dass der User die Wahl hat, sein Telefonbuch nach Kontakten durchstöbern zu lassen oder nicht. Wer es bequem mag, nutzt diese Funktion, wer es sicher mag, verzichtet darauf.

"Line" den Zugriff auf die eigenen Standortdaten zu erlauben, darf ebenfalls der Nutzer entscheiden: Durch die "Shake it"-Funktion kann man sich User in der Nähe anzeigen lassen. User, die diese Funktion ausschalten, können auf diese Weise auch nicht gefunden werden. Die Funktion "Official Account" erlaubt zudem, Shops in der Nähe zu finden. In beiden Fällen nutzt "Line" das Aufspüren ausschließlich für die jeweilige Funktion. "Es werden weder Standortdaten gespeichert noch mehrmals verwendet. Auch wird keine Geolocation-History angelegt. Werden Geodaten anderweitig verwendet, wird der User darüber vorher informiert. Niemand wird gezwungen, diese Funktion zu verwenden – das empfinde ich als fair", lobt Christian Heutger.

"Wenn "Line" nun noch bei den Details zur Datenspeicherung deutlich seine Transparenz nachjustiert, und beispielsweise über die Serverstandorte informiert oder Auskunft über die Speicherdauer der Nutzerdaten gibt, könnte der Messenger seinem ambitionierten Ziel, einer der sichersten Messenger zu werden, noch einmal deutlich näherkommen", so Heutger. (PSW Group: ra)

eingetragen: 26.09.16
Home & Newsletterlauf: 18.10.16


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