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Angriffen auf Mobile-Banking-Apps





Gefährlicher Android-Trojaner Acecard: Auch deutschsprachige Nutzer werden attackiert; mehr als 30 Apps von Banken und Bezahldiensten betroffen
Die Trojaner der Acecard-Familie bedienen sich aller derzeit bekannten Möglichkeiten: Sie überlagern zum Beispiel offizielle Apps mit eigenen Fenstern, um so an die Anmeldedaten der Nutzer zu gelangen

Die Experten von Kaspersky Lab konnten einen der bislang gefährlichsten Banktrojaner für das Betriebssystems Android identifizieren. Acecard richtet sich gegen fast 50 Android-Apps für Online-Banking und Online-Payment und umgeht zudem die Sicherheitsmaßnahmen von Google Play. Betroffen sind auch Bankkunden in Deutschland und Österreich, aber auch Nutzer von Instant-Messengern wie WhatsApp und Sozialen Netzwerken wie Facebook.

Bereits im dritten Quartal 2015 konnten die Experten von Kaspersky Lab in Australien eine beträchtliche Zunahme von Angriffen auf Mobile-Banking-Apps feststellen. Schnell wurde klar, dass dafür insbesondere ein einzelner Banktrojaner verantwortlich war: Acecard. Demnach griff die bereits Anfang 2014 erstmals identifizierte Malware im Zeitraum Mai bis Dezember 2015 über 6.000 Kunden an. Schwerpunkte waren neben Australien die Länder Russland, Deutschland, Österreich und Frankreich. Bislang sind den Experten von Kaspersky Lab über zehn Varianten bekannt, die ihre schädliche Wirkung jeweils noch verstärken konnten.

Die Trojaner der Acecard-Familie bedienen sich aller derzeit bekannten Möglichkeiten. Sie überlagern zum Beispiel offizielle Apps mit eigenen Fenstern, um so an die Anmeldedaten der Nutzer zu gelangen. Betroffen sind Apps von über 30 Banken und Bezahlsystemen. Außerdem ist der Trojaner in der Lage, auf Kommando jede weitere Applikation mit eigenen Fenstern zu überlagern, so dass die tatsächliche Zahl der attackierten Finanz-Apps weit höher liegen dürfe.

"Die für Acecard verantwortlichen Cyberkriminellen verbreiten ihren Banktrojaner unter dem Deckmantel anderer Applikationen, über offizielle App-Stores und im Schlepptau weiterer Trojaner", erklärt Roman Unuchek, Senior Malware Analyst bei Kaspersky Lab. "Darüber hinaus kann die Schadsoftware viele und bekannte offizielle Apps überlagern. Diese Kombination macht aus der mobilen Malware Acecard eine der größten Gefahren, die wir derzeit kennen."

Auch WhatsApp-, Facebook- und Google-Play-Nutzer im Visier
Neben Banking-Apps richtet sich Acecard mit seinen Phishing-Fenstern auch gegen bekannte Messaging-Dienste (unter anderem auch WhatsApp) und Soziale Netzwerke (wie Facebook und Twitter), Gmail, PayPal sowie Google Play und Google Music. Acecard gelangt via Download unter dem Deckmantel anderer Apps auf die Android-Geräte der Anwender - unter anderem getarnt als Flash-Player- oder PornVideo-App. Am 28. Dezember 2015 fanden die Experten von Kaspersky Lab die Version Trojan-Downloader.AndroidOS.Acecard.b bei Google Play im offiziellen Angebot, getarnt als Spiel. Nach dem Download können Anwender den Trojaner nicht als solchen erkennen, da er sich hinter dem bekannten Icon von Adobe Flash Player versteckt.

Die Handschrift der Malware und die von ihr genutzten Command-and-Control-Server (C&C) deuten darauf hin, dass für Acecard jene vermutlich russisch-sprachige, erfahrene Gruppe von Cyberkriminellen verantwortlich ist, die bereits hinter dem ersten TOR-Android-Trojaner Backdoor.AndroidOS.Torec.a und der ersten mobilen Ransomware Trojan-Ransom.AndroidOS.Pletor.a steckte.

Kaspersky Lab empfiehlt daher Anwendern, keine zweifelhaften Apps von Google Play oder anderen Quellen herunterzuladen, verdächtige Webseiten und Links zu meiden. (Kaspersky Lab: ra)

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Ausgefallene Kniffe in den Angriffsmustern

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben vor kurzem den DNS-Changer-Trojaner "Extenbro" entdeckt, der Adware schützt. Diese DNS-Changer blockieren den Zugriff auf sicherheitsrelevante Websites, sodass Opfer von Adware keine Sicherheitssoftware herunterladen und installieren können, um die Schädlinge loszuwerden.

  • Crypto-Trojaner attackiert Musiker

    Eset-Forscher haben eine neue Art an plattformübergreifender Malware zum Schürfen von Kryptowährungen entdeckt. Der Crypto-Trojaner "LoudMiner" setzt auf Virtualisierungssoftware - QEMU bei macOS und VirtualBox bei Windows - um an Kryptowährungen bei Windows- und macOS-Systemen zu gelangen. LoudMiner versteckt sich in Raubkopien von Audio-Programmen, die das von Steinberg entwickelte VST-Protokoll (Virtual Studio Technology) verwenden. Für diese Anwendungen werden Geräte mit guter Rechenleistung benötigt. Eine erfolgreiche Infektion des Systems bleibt ohne eine umfassende Sicherheitslösung dadurch zunächst unbemerkt. Ihre Ergebnisse haben die Eset Forscher auf WeLiveSecurity veröffentlicht.

  • Hinweise zur Entfernung von Scranos

    Die Spezialisten der Bitdefenders Labs haben Informationen über die Verbreitung der neuen Malware "Scranos" bereitgestellt, die seit wenigen Monaten im Umlauf ist. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die digital mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, extrem diskret und schwer zu erkennen. Sie ist in der Lage, Passwörter und andere Nutzerdaten zu stehlen und diese direkt für bösartige Zwecke zu nutzen. Scranos wird über Trojaner verbreitet, die als gehackte Software getarnt sind, oder über Anwendungen, die sich als legitime Software ausgeben wie E-Book-Leseapplikationen, Videoplayer, Treiber oder sogar Antimalware-Produkte. Bei der Ausführung wird ein Rootkit-Treiber installiert, um die Malware zu tarnen und die Persistenz zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Installation kontaktiert die Malware seinen Control- and Command-Server, um zu erfahren, welche weitere Komponenten heruntergeladen und installiert werden müssen.

  • Vermeintliche Navi-Apps betrügen Millionen Nutzer

    Vor einer groß angelegten Betrugsmasche warnt Malware-Forscher Lukas Stefanko von Eset. Er hat über 15 kostenpflichtige, gefälschte Navi-Apps im Google Play Store entdeckt. Statt des versprochenen Zusatznutzens bieten diese Fake-Apps lediglich die Funktionen von Google Maps und ziehen dem Anwender dafür das Geld aus der Tasche. Bisher wurden sie über 50 Millionen Mal installiert, denn viele Nutzer im Play Store fallen auf die überwiegend guten Bewertungen herein.

  • GandCrab-Verschlüsselungstrojaner im Einsatz

    Neues Jahr, neue Ransomware-Welle: Mit einer Version von GandCrab werden derzeit gezielt Personalverantwortliche angegriffen. Dabei sollen Nutzer mit einem Trick dazu gebracht werden, den infizierten Anhang zu aktivieren. Betrüger versuchen derzeit erneut, Personalabteilungen mit Ransomware zu infizieren. Dabei kommt eine Version des GandCrab-Verschlüsselungstrojaners zum Einsatz. Anders als im September 2018 wird eine Bewerbung im Word-Format verschickt und keine eigentlich unübliche exe-Datei. Die Betreffzeile der E-Mails lautet derzeit "Bewerbung auf die angebotene Stelle." Für die angeblichen Bewerbungen werden, wie meist üblich, Frauennamen verwendet.