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Die Schadsoftware ist in Skins enthalten


Avast warnt: Spieler von Minecraft sind von Malware in modifizierten "Skins" bedroht
Alle Spieler sollten einen Virensuchlauf durchführen

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Eine 30-Tage-Datenanalyse von Avast ergab, dass nahezu 50.000 Minecraft-Accounts mit Malware infiziert wurden. Die Schadsoftware kann Festplatten neu formatieren und Backups und Systemprogramme löschen. Das verseuchte Powershell-Script, das die Sicherheitsexperten des Avast Threat Labs entdeckt haben, wird mit Hilfe der Minecraft "Skins" in Form von PNG-Dateien verbreitet. Diese Skins sind beliebte Features, um das Aussehen eines Minecraft Avatars zu verändern. Sie können von diversen Online-Quellen auf die Minecraft-Website hochgeladen werden und stehen dann für die Spieler zum Download bereit.

Die Schadsoftware an sich ist relativ unspektakulär und eine Anleitung, die Schritt für Schritt erklärt, wie sich diese mit Notepad erstellen lässt, ist im Internet zu finden. Daher liegt es nahe, dass es sich bei den Entwicklern nicht um professionelle Internetkriminelle handelt.

Weitaus besorgniserregender ist die Frage, wie die Schadsoftware problemlos auf die Minecraft-Website hochgeladen werden konnte. Sobald die Schadsoftware auf der offiziellen Minecraft-Website gehostet wird, könnte jede Erkennung durch einen Virenschutz vom Anwender als "False-Positive" missverstanden werden. Avast hat Mojang, den Erfinder von Minecraft, kontaktiert und sie sind dabei, diese Schwachstelle zu beheben.

Deshalb ist Minecraft betroffen
Seit Januar 2018 spielen 74 Millionen Menschen rund um den Globus Minecraft – das ist ein Zuwachs von fast 20 Millionen im Jahresvergleich. Jedoch lädt nur ein kleiner Prozentsatz davon modifizierte Skins auf seinen Computer herunter. Die meisten Spieler nutzen die Standardversion von Minecraft. Das erklärt auch die bislang geringe Anzahl an Infektionen. Innerhalb von 10 Tagen hat Avast 14.500 versuchte Angriffe abgewehrt. Die Gefahr darf aber in Anbetracht der enormen Spielerbasis trotzdem nicht unterschätzt werden.

Aus demografischer Sicht spielt ein breites Spektrum Minecraft, wobei die größte Altersgruppe davon zwischen 15-21 Jahre alt ist und 43 Prozent der Nutzer ausmachen. Die Hacker könnten es somit auf eine angreifbarere Zielgruppe von ahnungslosen Nutzern abgesehen haben, deren Eltern und Erziehungsberechtigte das Spiel für vertrauenswürdig erachten. Eine weitere Erklärung für den Angriff ist ein Penetrationstest, aber vermutlich wurde die Schwachstelle einfach auf Spaß ausgenutzt – eine übliche Vorgehensweise von Skript-Kiddies.

So lässt sich die Bedrohung erkennen
Die Spieler von Minecraft können die Gefahr auf verschiedene Weise erkennen. Die Schadsoftware ist in Skins enthalten, die sich direkt auf der Minecraft-Website befinden. Drei Beispiele, die diese Schadsoftware enthält, zeigen die nachfolgenden Bilder. Nicht alle Skins sind verseucht, aber wenn die Nutzer eine heruntergeladen haben, die jenen hier gleicht, sollte unbedingt ein Virensuchlauf durchgeführt werden.

Einige Nutzer könnten auch ungewöhnliche Nachrichten in ihrem Postfach haben, wie beispielsweise folgende in englischer Sprache:

"You Are Nailed, Buy A New Computer This Is A Piece Of Sh*t”

"You have maxed your internet usage for a lifetime”

"Your a** got glued”

Ein weiterer Beweis einer Infektion sind Probleme mit der Systemleistung des Computers, die durch einen einfachen Tourstart.exe -Loop oder einer Fehlermeldung in Bezug auf eine Formatierung bedingt sind.

Minecraft-Spieler müssen Systemcheck durchführen
Alle Spieler von Minecraft sollten unbedingt einen Suchlauf mit einem leistungsstarken und aktuellen Virenschutz durchführen. Nutzer von Avast Free Antivirus und andern Avast Versionen sind geschützt, da die Schadsoftware damit erkannt und entfernt wird. Allerdings kann in einigen Fällen eine Neuinstallation der Minecraft-Anwendung erforderlich sein. In Ausnahmefällen, nämlich wenn der Computer bereits mit der Schadsoftware infiziert wurde und Daten gelöscht wurden, muss sogar das System neu aufgesetzt werden.
(Avast: ra)

eingetragen: 23.04.18
Newsletterlauf: 24.05.18

Avast Software: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.