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Angriffsverfahren: Das lieben Hacker besonders


Hacker nutzen am liebsten Social Engineering für Angriffe
Balabit: Die zehn beliebtesten Angriffsmethoden von Hackern

(06.04.16) - Balabit deckt in ihrem neuen CSI-Report auf, welche Angriffsverfahren Hacker besonders lieben. Ein zentrales Ergebnis: Cyber-Kriminelle wollen mit dem geringst möglichen Aufwand zu "Insidern" werden, also Zugriff auf die Accounts von legitimen IT-Nutzern erhalten. Dadurch haben sie die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit verwertbare Daten zu entwenden. Dazu setzen Angreifer vor allem auf Social-Engineering-Methoden.

Rund 500 IT-Sicherheitsexperten befragte Balabit, die 2015 an der Black-Hat-Konferenz in den USA und Europa teilgenommen haben, einer der bekanntesten und renommiertesten Veranstaltungsreihe im Bereich IT-Sicherheit. 54 Prozent der befragten Fachleute gaben an, dass Unternehmen vor allem Hacker fürchten, die Firewalls überwinden und in das Firmennetzwerk eindringen. Rund 40 Prozent räumten jedoch ein, dass IT-Sicherheitssysteme am Rand des Netzes nicht in der Lage sind, Angreifer effektiv abzuwehren. Auf die Frage hin, ob Insider oder externe Angreifer eine größere Gefahr darstellen, gaben mehr als 70 Prozent der IT-Sicherheitsfachleute an, dass Insider-Attacken gefährlicher sind.

"Das größte Risiko für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen besteht darin, dass Hacker sich Zugriffsrechte von Insidern verschaffen, also beispielsweise von Mitarbeitern", erläutert Zoltán Györkő, CEO von Balabit. Denn in diesem Fall könne sich der Angreifer lange Zeit, als "Insider" getarnt, im Unternehmensnetz bewegen, ohne entdeckt zu werden. "Zu wissen, ob es sich bei einem IT-Nutzer um einen legitimen User oder einen Hacker handelt, sollte ein zentrales Element der IT-Sicherheitsstrategie jedes Unternehmens sein", so Györkő weiter. "Mit Unterstützung von Balabit können Unternehmen und Organisationen herausfinden, wer in Wirklichkeit einen User-Account nutzt - ein legitimer IT-Nutzer oder ein Angreifer."

Social Engineering führt die Top-10-Liste der beliebtesten Hacker-Methoden an
Der CSI-Report von Balabit ergab, dass Hacker vor allem auf folgende Methoden setzen, um möglichst schnell und ohne Risiko an sensible Informationen zu gelangen:

1. Social Engineering
Die meisten Angreifer versuchen, sich Zugang zu einem User-Account zu verschaffen und anschließend dessen Berechtigungen zu erweitern. Dabei kommen vorzugsweise Social-Engineering-Techniken zum Zuge, bei denen die Zielperson freiwillig dem Angreifer Account-Daten und Passwort überlässt - allerdings ohne zu wissen, wem sie diese Daten zugänglich macht.

"Das Datenleck beim Department of Justice and Homeland Security und dem FBI ist ein Beleg dafür, dass es für Angreifer einfacher ist, mithilfe von Social-Engineering- Methoden ein ,Insider' zu werden, als IT-Sicherheitsmaßnahmen mithilfe von Zero-Day-Exploits zu umgehen", betont Zoltán Györkő. Bei einem Hacker-Angriff Anfang Februar 2016 gelang es Angreifern, insgesamt mehr als 30.000 Adressdaten von Mitarbeitern beider Organisationen zu erbeuten. "Herkömmliche Tools für die Zugangskontrolle und Antiviren-Lösungen sind sicherlich notwendig, aber sie schützen sensible Informationen nur vor Angriffen von Hackern, die außerhalb des Unternehmensnetzes agieren", so Györkő. Sobald es jedoch einem Angreifer gelänge, sich Zugang zum Netzwerk zu verschaffen, könne er auf relativ einfache Weise die Berechtigungen des gekaperten Accounts erweitern, bis hin zu Root-Rechten. Somit stellen Angriffe durch Insider ein deutlich größeres Risiko für Unternehmensnetze dar.

"Gekaperte Accounts lassen sich nur anhand von Abweichungen vom normalen Nutzerverhalten erkennen", erläutert Zoltán Györkő. Indikatoren sind beispielsweise die Zeiten, an denen sich der vermeintliche User einloggt oder der Ort, von dem aus dies erfolgt. Auch die Geschwindigkeit beim Tippen auf der Tastatur und die Art der eingegebenen Befehle geben Hinweise auf die wahre Identität des Nutzers. "Tools für User Behavior Analytics erstellen ein Profil des alltäglichen Verhaltens eines legitimen IT-Users, das so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck ist", erläutert Györkő. "Dadurch erkennt eine solche Lösung ungewöhnliche Verhaltensmuster und alarmiert die IT-Sicherheitsfachleute oder blockiert die Aktivitäten des verdächtigen Nutzers."

Weitere beliebte Hacker-Methoden
2. Das Kompromittieren von Accounts, etwa weil Nutzer zu schwache Passwörter verwenden.
3. Web-basierte Angriffe wie SQL-Injection-Attacken.
4. Angriffe auf Client-Software wie Web-Browser und Document Reader.
5. Exploits, die auf häufig genutzte Server-Updates abzielen. Beispiele sind OpenSSL und Heartbleed.
6. Attacken auf nicht gemanagte Endgeräte wie Smartphones oder Tablets.
7. Der physische Zugriff auf IT-Systeme.
8. Angriffe, die sich die "Schatten-IT" in Unternehmen zunutze machen, beispielsweise Cloud-Dienste, die Mitarbeiter ohne Wissen der IT-Abteilung für geschäftliche Zwecke nutzen.
9. Der Zugriff auf IT-Ressourcen, die ein Unternehmen durch einen externen Serviceprovider verwalten lässt.
10. Attacken auf Cloud-Services, etwa IaaS- und PaaS-Angebote (Infrastructure as a Service, Platform as a Service).

Über die Studie
Balabit, ein führender Anbieter von Technologien für Contextual Security Intelligence, und Silent Signal, ein führender Anbieter von Diensten für ethisches Hacking, organisierten gemeinsam den eCSI Hacker Playground auf der Black-Hat-USA-2015-Konferenz in Las Vegas. Der eCSI Hacker Playground ist ein weltweiter Online-Hacking-Wettbewerb. Für die Studie zu den zehn populärsten Hacking-Verfahren wurden 494 Besucher der Black Hat USA im August 2015 in Las Vegas und der Black Hat Europe befragt, die Mitte November in Amsterdam stattfand. Zu den Besuchern der Black-Hat-Veranstaltungen zählen IT-Spezialisten, Sicherheitsanalysten, Risikomanager, Sicherheitsarchitekten und -Ingenieure sowie Fachleute für Penetration Tests. Hinzu kommen Entwickler von IT-Sicherheitssoftware, Kryptographie-Fachleute, Programmierer, Mitarbeiter von Behörden sowie Führungskräfte aus den Bereichen IT-Security und Business Development.
(Balabit: ra)

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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

  • Sicherheitsprognosen für 2020

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.