- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Neues IoT-Botnet "Hide'n Seek" entdeckt



Das HNS-Botnet kommuniziert auf komplexe und dezentrale Weise und verwendet mehrere Anti-Tampering-Techniken, um zu verhindern, dass Dritte es übernehmen oder infiltrieren
Wie andere IoT-Bots ist auch der neu entdeckte HNS-Bot nicht nachhaltig und ausdauernd - Jeder Neustart bringt das kompromittierte Gerät wieder in den sauberen Zustand

- Anzeigen -





Die Security-Experten von Bitdefender haben ein neues IoT-Botnet entdeckt, das sich bislang überwiegend auf IP-Kameras fokussiert. Der Bot namens HNS (Hide’n Seek) wurde vom Bitdefender-IoT-Honeypot-System abgefangen und erstmals am 10. Januar registriert. Er verschwand in den folgenden Tagen, um am 20. Januar in deutlich verbesserter Form wieder aufzutauchen. Die gleich zu Beginn gefundenen Samples befinden sich auf IP-Kameras, die von einem koreanischen Unternehmen hergestellt werden. Diese Geräte schienen eine wichtige Rolle im Botnet zu spielen, denn von den zwölf IP-Adressen, die in der Stichprobe fest kodiert waren, gehörten zehn zu den Geräten des Herstellers Focus H&S. Die neue Version, beobachtet am 20. Januar, verzichtete auf hart kodierte IP-Adressen.

Das HNS-Botnet kommuniziert auf komplexe und dezentrale Weise und verwendet mehrere Anti-Tampering-Techniken, um zu verhindern, dass Dritte es übernehmen oder infiltrieren. Der Bot kann über den gleichen Exploit wie Reaper (CVE-2016-10401 und andere Schwachstellen gegen Netzwerkausrüstung) Netzangriffe gegen eine Reihe von Geräten durchführen.

HNS bettet eine Vielzahl von Befehlen wie zum Beispiel Datenexfiltration, Code-Ausführung und Interferenz mit dem Betrieb eines Geräts ein. Er hat einen wurmartigen Verbreitungsmechanismus, der zufällig eine Liste von IP-Adressen generiert, um potenzielle Ziele zu erhalten. Es ist das zweite bekannte IoT-Botnet nach dem berüchtigten Hajime Botnet, das über eine dezentrale Peer-to-Peer-Architektur (P2P) verfügt. Während jedoch im Falle von Hajime die P2P-Funktionalität auf dem BitTorrent-Protokoll basierte, besteht im Fall von HNS ein maßgeschneiderter P2P-Kommunikationsmechanismus.

Wie andere IoT-Bots ist auch der neu entdeckte HNS-Bot nicht nachhaltig und ausdauernd. Jeder Neustart bringt das kompromittierte Gerät wieder in den sauberen Zustand. IoT-Botnets, die hauptsächlich für DDoS-Angriffe verwendet werden, gibt es schon seit Jahren. Doch die aktuellen Erkenntnisse bei der Untersuchung des Hide’n Seek Bots zeigen, dass dieser eine größere Komplexität und neue Fähigkeiten hat. Mit HNS ist Informationsdiebstahl möglich und der Bot ist potenziell für Spionage oder Erpressung geeignet. Bemerkenswert ist auch, dass er ständig neu gestaltet und schnell erweitert wird. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 13.02.18
Newsletterlauf: 10.04.18

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Gefälschte Office-365-Mails im Umlauf

    Die Sicherheitsexperten von Retarus warnen vor einer besonders perfiden Phishing-Angriffswelle: Derzeit befinden sich personalisierte Phishing-Mails in einem täuschend echten Microsoft-Layout im Umlauf, die den Empfänger unter anderem zu einer zweifachen Passwort-Eingabe auffordern. Retarus empfiehlt daher die sorgfältige Überprüfung enthaltener Links. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle E-Mail-Security-Lösungen mit umfangreicher Phishing-Filterung und modernen Funktionen für die Advanced Threat Protection.

  • In Asien verheerende Schäden angerichtet

    Die Cyberspionage-Infrastruktur "PZChao" hat seit spätestens Juli 2017 Behörden, Bildungseinrichten und Technologie- und Telekommunikationsunternehmen angegriffen. Jetzt legt Bitdefender erstmals eine detaillierte Analyse zu PZChao vor: Der Malware-Werkzeugkasten, der vor allem auf Ziele in Asien und den USA ausgerichtet ist, verfügt über eine umfassende Infrastruktur zur Auslieferung von Komponenten und eine Fernzugriffskomponente, die eine feindliche Übernahme des kompromittierten Endgeräts erlaubt - bis hin zur Live-Verwendung von Mikrofon und Kamera. Überraschenderweise ebenfalls enthalten: ein Cryptominer, um Bitcoins zu schürfen - dies wurde in derart gezielten Attacken bisher nicht beobachtet.

  • Bösartige Aktivität von AdultSwine

    Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies haben einen neuen bösartigen Code im Google Play Store entdeckt, der sich in fast 60 Kinderspiel-Apps versteckt. Nach Angaben von Google Play wurden die Apps bisher zwischen 3 und 7 Millionen Mal heruntergeladen.Die Malware, AdultSwine genannt, richtet in dreierlei Hinsicht verheerenden Schaden an.

  • Mehrstufige Spyware ermöglicht Fernsteuerung

    Experten von Kaspersky Lab haben mit der Spyware ‚Skygofree' ein sehr fortschrittliches mobiles Implantat entdeckt. Die Android-Spionage-Malware ist seit dem Jahr 2014 aktiv und wurde für zielgerichtete Cyberüberwachung entwickelt, möglicherweise auch für offensive Cyberoperationen. Zu den fortschrittlichen Funktionen von Skygofree zählt beispielsweise die Möglichkeit, standortbasierte Audioaufnahmen über infizierte Geräte zu machen. Die Spyware wird über Internetseiten, die Seiten führender Mobilfunknetzbetreiber imitieren sollen, verbreitet.

  • Point-of-Sale-Malware "LockPOS"

    Die "LockPOS" genannte Point-of-Sale-Malware wurde erstmals 2017 beobachtet. Es handelt sich um einen Infostealer, der Daten von Zahlungskarten wie Kreditkarten aus dem Speicher der betroffenen Point-of-Sale-Systeme abzieht. Sicherheitsanalyst Henok Asfaw, Senior Threat Researcher beim Spezialisten für KI-basierende Malware-Abwehr bei Cylance, hat sich die jüngste Variante von LockPOS in seinem aktuellen Blog genauer angesehen. LockPOS hat - wie dokumentiert - die Injection-Technik so verändert, dass sie die Malware nun direkt im Kernel, also dem Betriebssystemkern, platziert. Das macht es bedeutend schwieriger die Schadsoftware aufzudecken und dient in erster Linie dazu traditionell arbeitende Antivirenlösungen zu umgehen.