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Android-Ransomware konstant zugenommen


Indem Ransomware entweder die Neugier der Nutzer oder Schwachstellen in verschiedenen Browsern und Applikationen ausnutzt, ist diese Methode zu einer äußerst lukrativen Malware avanciert
Die Wege von Ransomware und Malvertising haben sich oft gekreuzt

(10.09.15) - Ransomware ist eine der direkten Einnahmequellen für Cyberkriminelle, die in den vergangenen Jahren berühmt-berüchtigte Bekanntschaft erlangt hat. Daher gibt es mittlerweile viele unterschiedliche Methoden, wie Hacker mit Ransomware Geld verdienen, wie Beispiele wie Cryptowall, Cryptolocker etc. zeigen. Persönliche Daten auf zwielichtigen Foren und Marktplätzen zu verkaufen, ist eine weitere Möglichkeit für Hacker, ihr Einkommen aufzubessern – erst recht, seitdem diese Informationen extrem wichtig geworden sind, weil sie für Spearphishing oder Social Engineering verwendet werden können.

Entwicklung
Obwohl es Ransomware schon seit den frühen 80er Jahren gibt, lange bevor es Bitcoins gab, haben es diese Angriffe seit jeher darauf abgesehen, Internetnutzern große Geldsummen aus den Taschen zu ziehen, damit sie dafür wieder Zugriff auf verschlüsselte Dateien erhalten.

Einige der bekanntesten Namen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – sind Cryptowall, Cryptolocker und Torrentlocker, die, auch wenn sie sich leicht bezüglich der Verschlüsselung, Anonymisierung und Zielgruppe unterscheiden, alle nach demselben Prinzip funktionieren.

Die Wege von Ransomware und Malvertising haben sich oft gekreuzt: Malvertising infiziert Internetnutzer mittels schadhafter Anzeigen, die manchmal sogar von seriösen Webseiten ausgehen. Indem Ransomware entweder die Neugier der Nutzer oder Schwachstellen in verschiedenen Browsern und Applikationen ausnutzt, ist diese Methode zu einer äußerst lukrativen Malware avanciert. Alleine Cryptowall hat laut dem FBI Internet Crime Complaint Center Verluste von über 18 Millionen Dollar im vergangenen Jahr verursacht und sich so zu einer ernsthaften Bedrohung sowohl für Privatnutzer als auch Mitarbeiter in Unternehmen entwickelt.

2014 hat Bitdefender eng mit Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet, um gegen einen IcePol Ransomware Command- und Control-Server vorzugehen. Der Server hatte mehr als 260.000 Nutzer infiziert und vermutlich großen finanziellen Schaden angerichtet.

In den vergangenen Monaten hat in Deutschland vor allem die Verbreitung von Android-Ransomware konstant zugenommen. Zwischen November 2014 und Juli 2015 hat sich die Anzahl der Ransomware-Stichproben um fast 100 Prozent erhöht.

Unter allen Malware-Berichten lag im April und im Mai 2015 die Gesamtzahl der Android-Ransomware-Fälle bei 56,04 Prozent (April), beziehungsweise 52,91 Prozent (Mai) der gemeldeten Angriffe. Im Juni betrug die Anzahl der Ransomware Fälle 26,42 Prozent; im Juli ist dieser Anteil auf 55,71 Prozent angestiegen.

Die nackte Wahrheit
Die Tatsache ist unbestritten, dass sich die cyberkriminelle Welt mit diesen Angriffen finanziert und sich damit Freiräume verschafft, neue, noch geschicktere Angriffsmethoden zu entwickeln, die von Sicherheitsexperten schwer aufzuspüren sind.

Es ist extrem schwierig, den finanziellen Schaden, den Ransomware Malware verursacht, exakt zu beziffern, sowohl in Europa als auch weltweit. Aber man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese Zahlen innerhalb der kommenden Jahre weiter steigen werden. (Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Blaupause eines Cyberangriffs

    Experten der Bitdefender-Labs ist es gelungen, den zeitlichen Verlauf eines Angriffs der Carbanak-Gruppe vollständig zu rekonstruieren. Opfer war eine osteuropäische Bank. Die Rekonstruktion aller Aktivitäten der Attacke liefert wertvolle Erkenntnisse für die Sicherung kritischer Infrastrukturen und zeigt die Bedeutung von Endpoint-Security-Maßnahmen auf. Während die Infiltrierung des Netzwerks bereits nach 90 Minuten abgeschlossen war, bewegten sich die Angreifer mit Hilfe der Cobalt Strike Malware weitere 63 Tage durch die gesamte Infrastruktur, um das System auszuspähen und weitere Informationen für den finalen Raubüberfall zu sammeln. Wäre die Attacke erfolgreich gewesen, hätten die Kriminellen unbemerkt über das Geldautomatennetzwerk verfügen können.

  • Mit noch komplexeren Methoden

    Nach der Verhaftung mehrerer mutmaßlicher Anführer der berüchtigten Fin7- beziehungsweise Carbanak-Cybergang im Jahr 2018 galt die Gruppe als aufgelöst. Die Experten von Kaspersky Lab haben jedoch eine Reihe neuer Angriffe derselben Akteure entdeckt, die GRIFFON-Malware einsetzt. Demnach könnte Fin7 die Anzahl der Gruppen, die unter demselben Schirm operieren, ausgeweitet haben - mit noch komplexeren Methoden. So gründete FIN7 eigens ein Fake-Unternehmen, das offiziell wie ein legitimer Sicherheitsanbieter auf der Suche nach Fachkräften auftrat, die dann beim Diebstahl finanzieller Vermögenswerte helfen sollten.

  • Bedrohung in Deutschland durch Trojaner Emotet

    Malwarebytes bestätigt in einer aktuellen Studie die gestiegene Gefahr durch den Trojaner Emotet. Vor einigen Tagen hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) diesbezüglich bereits eine aktuelle Sicherheitswarnung herausgegebenen und auf die gestiegenen Fallzahlen von Emotet aufmerksam gemacht. Emotet ist ein Trojaner, der vor allem durch Spam-E-Mails (MalSpam) verbreitet wird. Die infizierte Mail enthält entweder ein bösartiges Skript, ein Dokument mit aktivierten Makros oder einen schadhaften Link. Emotet-E-Mails sind oft gut gefälscht und täuschend echt als reguläre E-Mails getarnt. Aufgrund seiner modularen, polymorphischen Form sowie seiner Fähigkeit, mehrere, sich verändernde Payloads einzuschleusen, ist Emotet besonders hartnäckig und für Unternehmen oder Endverbraucher besonders gefährlich.

  • Cyberangriffe mit politischem Hintergrund

    Die Gaza-Cybergang, die nach heutiger Erkenntnis aus mehreren Gruppierungen mit unterschiedlichem Niveau besteht, hat im vergangenen Jahr eine Cyberspionageoperation durchgeführt, die sich gegen Einzelpersonen und Organisationen mit einem politischen Interesse an der Nahostregion richtete. Dieses Ergebnis geht aus einer detaillierten Analyse von Kaspersky Lab hervor. Für die Kampagne ,SneakyPastes' nutzten die Angreifer Einweg-E-Mail-Adressen, um die Infektion durch Spear-Phishing zu verbreiten, bevor Malware mehrstufig über kostenlose Webseiten nachgeladen wurde. Dieser kostengünstige, aber effektive Ansatz ermöglichte es der Gang, rund 240 hochkarätige Opfer in 39 Ländern weltweit zu treffen - darunter unter anderem Ziele aus dem politischen und diplomatischen Bereich sowie Medien und Aktivisten. Kaspersky Lab hat die Forschungsergebnisse umgehend an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, die so einen bedeutenden Teil der Angriffsinfrastruktur zerstören konnten.

  • Ein ausgereiftes APT-Framework

    Die Experten von Kaspersky Lab haben ein technisch ausgereiftes Cyberspionage-Framework entdeckt, das seit mindestens 2013 aktiv ist und mit keinem bekannten Bedrohungsakteur in Verbindung zu stehen scheint. Die Spionageplattform ,TajMahal' umfasst rund 80 schädliche Module und enthält Funktionen, die bisher noch nie bei einer Advanced Persistend Threat (APT) gesehen wurden. So können unter anderem Informationen aus der Drucker-Warteschlange gestohlen und zuvor gesehene Dateien auf einem USB-Gerät bei der nächsten Verwendung desselben abgerufen werden. Kaspersky Lab hat bisher nur ein Opfer gesehen, eine zentralasiatische Botschaft mit Sitz im Ausland. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Opfer existieren, ist allerdings hoch.