- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Angriffe gegen kritische Infrastrukturen


Bei der Rosneft-Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven
Angriff richtete sich aber nicht ausschließlich gegen Rosneft

- Anzeigen -





Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden.

Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

Just zu dem Zeitpunkt als der Angriff stattfand war Rosneft gerade Gegenstand von intensiven geopolitischen Untersuchungen, und das unter erhöhter Aufmerksamkeit der Presse. Es ging um das Ansinnen 20 Prozent der Firma im Rahmen eines 10 Milliarden Dollar Deals an die Börse zu bringen, was nicht nur international für Aufsehen sorgte, sondern zusätzlich für Kontroversen angesichts der an diesem Geschäft beteiligten Parteien.

Der Angriff richtete sich aber nicht ausschließlich gegen Rosneft. Die Attacke imitiert dabei die missbrauchte Infrastruktur und richtete sich gegen mehr als zwei Dutzend in russischer Staatshand befindliche Unternehmen. Darunter Öl- und Gaskonzerne, Chemie- und Agrarunternehmen und andere Organisationen aus dem Bereich kritische Infrastrukturen sowie einige der wichtigsten russischen Finanzplätze.

Die geopolitische Bedeutung der Ziele hat einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt – sie spielt nämlich sowohl den potentiellen Erwartungen der Branche als auch denen der Security Community in die Hände. Erwartungen, die nahelegen, dass Angriffe dieser Art per se das Werk staatlich unterstützer Hacker sind. Bedrohungsakteure machen sich diese Neigung einer möglicherweise vorschnellen Zuweisung als Teil ihrer Täuschung zunutze. Ein Punkt, der es zusätzlich erschwert ihre Aktivitäten aufzudecken und dem tatsächlichen Urheber zuzuordnen.

Das aktuelle Threat Intelligence Bulletin fasst die Untersuchungen des Cylance Threat Intelligence Team zusammen. Die Forscher decken auf, dass es sich nicht um einen staatlich finanzierten Angriff handelt, sondern schlicht um einen Akt von Cyberkriminalität, angetrieben von einem der ältesten und simpelsten Motive der Welt: Geld. (Cylance: ra)

eingetragen: 09.12.18
Newsletterlauf: 14.01.19

Cylance: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Schwachstelle in beliebter Datenbank-Format SQLite

    Check Point Research, die Threat Intelligence-Abteilung von Check Point Software Technologies, wies auf der BlackHat Conference auf eine gefährliche Schwachstelle in dem beliebten Datenbank-Format SQLite hin. Es handelt sich um das weltweit am stärksten verbreite Datenbank-System und betrifft daher eine große Gruppe von Nutzern. Aufgrund der niedrigen Systemanforderungen befindet sich SQLite in Browsern wie Google Chrome, Safari und Firefox, aber vor allem in Betriebssystemen, wie Windows 10, Android und den Apple-Systemen, MacOS und iOS. Die Sicherheitsforscher von Check Point demonstrierten die Sicherheitslücke anhand eines Iphones und hoben daher die Bedrohung besonders für iOS hervor. Dort kann nämlich die harmlose App ‚Kontakte' zum Einfallstor werden. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich die Forscher auf das Iphone konzentrierten.

  • Viren: Digitale Spiegelreflex-Kameras anfällig

    Check Point Research, die Threat Intelligence-Abteilung von Check Point Software Technologies Ltd., einem weltweit führenden Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen, fand heraus, dass einige digitale Spiegelreflex-Kameras über den USB-Anschluss und die WLAN-Verbindung anfällig für Ransomware- und Malware-Angriffe sind. Mit dem Aufkommen von Digitalkameras hatte die International Imaging Industry Association ein standardisiertes Protokoll entwickelt, das als Picture Transfer Protocol (PTP) bekannt ist, um digitale Bilder von der Kamera auf einen Computer zu übertragen. Inzwischen hat sich dieses Protokoll weiterentwickelt und umfasst Dutzende verschiedener Befehle und Funktionen, vom Aufnehmen eines Live-Bildes bis zum Aktualisieren der Firmware des Gerätes.

  • "Norman" versteckt sich vor dem Task-Manager

    Sicherheitsforscher von Varonis Systems haben einen neuen leistungsstarken XMRig-basierten Cryptominer identifiziert, der Monero schürft. Dabei wendet "Norman" verschiedene Techniken an, um unerkannt zu bleiben. So unterbricht er etwa seine Aktivität, wenn ein Benutzer den Task-Manager öffnet. Darüber hinaus wurde bei der ursprünglichen Infektion auch eine interaktive PHP-Shell entdeckt, wobei es für einen direkten Zusammenhang zwar Hinweise, aber keine Belege gibt. Im Rahmen einer Evaluierung der Varonis-Datensicherheitsplattform bei einem mittelständischen Unternehmen wurden innerhalb kürzester Zeit mehrere netzwerkbezogene Warnmeldungen für abnormale Webaktivitäten sowie korrelierte abnormale Dateiaktivitäten ausgelöst. Diese bezogen sich auf Konten, deren Nutzer kürzlich auch instabile Anwendungen und langsame Netzwerkverbindungen gemeldet hatten. Eine weitergehende Untersuchung des Varonis Incident Response Teams ergab, dass nahezu jeder Rechner und Server des Unternehmens von unterschiedlicher Malware betroffen waren, wobei die Infektionen teilweise schon Jahre zurück lagen. Mit den gesammelten Informationen konnten die Schadprogramme sicher entfernt und die Infektion gestoppt werden.

  • Attacke mit fast 21 Tagen Laufzeit

    Im zweiten Quartal 2019 ist die Anzahl der DDoS (Distributed-Denial-of-Service)-Angriffe gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 18 Prozent angestiegen. Auch Attacken auf Anwendungsebene - deren Organisation komplexer ist, so dass sich Schutzmaßnahmen schwieriger gestalten - zeigten ein deutliches Wachstum. Sie stiegen im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 um nahezu ein Drittel (32 Prozent). Damit machen DDoS-Angriffe heute fast die Hälfte (46 Prozent) aller Angriffe aus, die durch "Kaspersky DDoS Protection" verhindert werden.Im zweiten Quartal dieses Jahres war die Zahl der DDoS-Angriffe um 44 Prozent geringer als im vorhergehenden Quartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen stieg die Anzahl der Angriffe im zweiten Quartal um 18 Prozent und im Vergleich zum gleichen Referenzzeitraum 2017 um 25 Prozent an.

  • Komplexes Spionage-Tool in neuem Gewand

    Der russischsprachige Bedrohungsakteur ,Turla' hat sein Portfolio an Bedrohungswerkzeugen umfassend modifiziert, wie Kaspersky-Forscher jetzt herausfanden. Die Gruppe erweiterte ihre bekannte JavaScript-KopiLuwak-Malware um einen neuen Dropper namens ,Topinambour', der von den Cybersecurity-Experten in zwei ähnlichen Versionen und in anderen Sprachen identifiziert wurde. Die Malware wird jetzt unter anderem über infizierte Software-Installationspakete zur Umgehung von Internetzensur verbreitet. Die Sicherheitsexperten glauben, dass diese Maßnahmen darauf abzielen, das Erkennungsrisiko ihrer Schadprogramme zu minimieren und die Auswahl idealer Zielopfer zu präzisieren. Topinambour wurde Anfang 2019 bei einer Kompromittierungsaktion gegen Regierungsstellen entdeckt.