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Eher maßgeschneiderte Malware


Whitepaper beschreibt sämtliche Remote Access Trojaner, die mit der OceanLotus/APT32 Gruppe in Verbindung gebracht werden
Einige RATs sind frei verfügbar und kommen auch in Kombination mit auf ein bestimmtes Opfer zugeschnittener Malware zum Einsatz

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Das Threat Research Team von Cylance unter der Leitung von Tom Bonner, Director of Threat Research, und mit Unterstützung von Marta Janus, Threat Research Manager, wird in Kürze ein neues technisches Whitepaper zur OceanLotus Malware veröffentlichen. Das Whitepaper beschreibt sämtliche Remote Access Trojaner, die mit der OceanLotus/APT32 Gruppe in Verbindung gebracht werden und gibt Einblicke in die unterschiedlichen von der Gruppe angewendeten Taktiken, Techniken und Methoden ebenso wie Hinweise dazu wie man den Befall erkennen kann (anhand von 120 Malware Samples).

Die Analysen des Threat Research Team bestätigen dabei zum einen existierende Untersuchungen und machen darüber hinaus weitere Informationen zu erst kürzlich veröffentlichter Schadsoftware verfügbar. Gemeint sind Roland und das CamCapture Plugin. Neue, zuvor noch nicht besprochene Malware-Varianten zeichnen sich dabei durch Hintertüren aus, die gezielt auf individuelle Ziele hin entwickelt worden sind. Wie schon bei zurückliegenden APT32-Kampagnen richten sich die Angriffe gegen Industrie, bestimmte Branchen, aber auch Nationalstaaten.

Einige RATs sind frei verfügbar und kommen auch in Kombination mit auf ein bestimmtes Opfer zugeschnittener Malware zum Einsatz. Die von APT32 verwendete CobaltStrike Payload wurde leicht verändert. Bei der jüngst aufgedeckten Variante ist die Proxy-Unterstützung deaktiviert. Diese Art von Tools kommt typischerweise in einer frühen Phase des Attackenlebenszyklus um Einsatz.

In der Folge setzen die Angreifer dann eher maßgeschneiderte Malware ein, nicht zuletzt um die Langlebigkeit der Schadsoftware innerhalb der infiltrierten Systeme zu gewährleisten.

Ein Ansatz, der von Cyberkriminellen und staatlich gesponserten Akteuren gleichermaßen bevorzugt wird, um den Entwicklungsaufwand in Grenzen zu halten und auch, um im Falle einer Entdeckung keine Spuren zu hinterlassen, die sich leicht auf einen bestimmten Urheber zurückführen ließen.

Das über 50-seitige Whitepaper mit zahlreichen Beispielen behandelt die folgenden Themenbereiche:

>> TTPs (Tactics, Techniques and Procedures) der APT32 Gruppe

>> IOCs (Indicators of Compromise), die auf eine potenzielle Kompromittierung durch APT32 hinweisen

>> Details, die bei der forensischen Analyse der APT32 C2-Kommunikation helfen

Cylance stellt zusätzlich ein Skript in Python zur Verfügung, über das sich die C2-Kommunikation dekodieren lässt. Dadurch lassen sich

>> von APT32 verwendete Befehle erkennen (zusätzliche TTPs)

>> ebenso wie sich feststellen lässt, welche Daten genau abgezogen wurden (etwas, das jeder wissen will, dem Daten gestohlen wurden)

>> weitere Malware-Varianten aufdecken, die bei einem Angriff verwendet worden sind.

Weitere Punkte:

>> Reverse Engineering von fünf ausgewählten Remote Access Trojanern (Roland, Remy, Rizzo, Splinter, Denis) und eine Beschreibung der C2-Protokolle

>> IOCs und die Beziehungen von 120 OceanLotus Malware Samples, die aus Analysen von Cylance, OpenSource-Quellen und bereits vorhandenen Untersuchungen stammen
(Cylance: ra)

eingetragen: 25.10.18
Newsletterlauf: 14.11.18

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Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.