- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Miner für Kryptowährungen


Obwohl Krypto-Miner für vertrauliche Daten weniger ein Risiko sind, bringen sie doch eine ganze Reihe anderer Probleme mit sich
Neben dem Ausschalten bekannter Malware könnten die Angreifer alerdings auch versuchen Sicherheitslösungen abzuschalten

- Anzeigen -





Sicherheitsforscher haben erstmals einen Miner für Kryptowährungen entdeckt, der eine "Kill List"-Funktion enthält. Sie stoppt laufende Prozesse anderer Coinminer und versucht so die Rechenleistung zur Transaktionsverarbeitung eines infizierten Computers komplett für sich in Beschlag zu nehmen. Also quasi rivalisierende Miner auszuschalten.

Xavier Mertens, Sicherheitsforscher beim ICS Sans, hält diesen Coinminer an sich aber für nichts Ungewöhnliches, sondern für eine der vielen neuen Malware-Varianten, die sich auf das Mining von Kryptowährungen spezialisiert haben und insbesondere seit Beginn dieses Jahres auftauchen. Seit Anfang 2018 hat sich die Cyberkrimininalität ganz offensichtlich von Ransomware verstärkt auf die Verteilung von Coinminern verlagert.

Weitere Informationen finden Sie unter anderem hier:

https://isc.sans.edu/forums/diary/The+Crypto+Miners+Fight+For+CPU+Cycles/23407/

Dazu ein Kommentar von Marta Janus, Senior Threat Researcher bei Cylance:
"Die meisten der derzeitigen Cyberbedrohungen konzentrieren sich auf Interaktionen mit den Daten eines Opfers. So werden entweder Daten und Anmeldeinformationen gestohlen oder die Dateien der Betroffenen verschlüsselt. Kryptomining-Malware funktioniert anders und wurde entwickelt um eine andere Art von Ressource zu missbrauchen, die physische.

Das Mining von Kryptowährungen verbraucht enorme Rechnerleistungen. Damit sich das Ganze für Cyberkriminelle auch tatsächlich lohnt müssen sie soviel CPU-Leistung wie nur irgend möglich nutzen. Gerade in jüngster Zeit konnten wir vermehrt Mining-Trojaner beobachten. Deshalb ist es für mich nicht überraschend, dass ein Angreifer mögliche Rivalen aus dem Feld schlagen will. Sprich, versucht, die Konkurrenz auf einem erfolgreich kompromittierten Rechner zu eliminieren.

Neben dem Ausschalten bekannter Malware könnten die Angreifer allerdings auch versuchen Sicherheitslösungen abzuschalten. Glücklicherweise verfügen die meisten der aktuellen Anti-Malware Software-Lösungen über einen Selbstschutzmechanismus. Dieser verhindert, dass Sicherheitsprozesse über ein simples PowerShell-Kommando angehalten und entfernt werden können.

Obwohl Krypto-Miner für vertrauliche Daten weniger ein Risiko sind, bringen sie doch eine ganze Reihe anderer Probleme mit sich. Zum Beispiel verlangsamen sich die Rechnerprozesse oder komplette Workflows werden abgebrochen oder unterbrochen. Daher ist es immens wichtig die Infektion zu beseitigen sobald man von ihr weiß. Miner sind üblicherweise leicht zu identifizieren, denn die ihnen zugrunde liegenden Prozesse verbrauchen normalerweise am meisten Leistung wenn ein Computer im Ruhemodus ist.

Manchmal reicht es nicht aus einen Prozess zu beenden und den ausführbaren Code zu entfernen, um das Wiederauftauchen der Malware zu verhindern.

In solchen Fällen ist es das Beste die infizierte Maschine neu abzubilden oder den Status vor der Infektion wiederherzustellen.

Eine der jüngsten Errungenschaften bei dieser Art von Malware sind JavaScript Miner. Sie werden nicht auf dem Rechner selbst installiert sondern arbeiten über den betreffenden Browser während der Benutzer eine infizierte Webseite besucht. Es ist also nach wie vor keine schlechte Idee JavaScript standardmäßig zu deaktivieren und nur für definitiv vertrauenswürdige Seiten zuzulassen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Tools, die die CPU-Auslastung überwachen und so helfen potenzielle Miner-Infektionen aufzudecken."
(Cylance: ra)

eingetragen: 25.04.18
Newsletterlauf: 25.05.18

Cylance: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.

  • Angriffe gegen kritische Infrastrukturen

    Das Cylance Threat Intelligence Team hat in seiner Reihe "Threat Intelligence Bulletin" einen neuen Beitrag von Jon Gross veröffentlicht. Er befasst sich mit der bereits drei Jahre andauernden Kampagne, die unter dem Namen "Poking the Bear" bekannt geworden ist, und sich gegen kritische Infrastrukturen in Russland richtet. Die Sicherheitsanalysten von Cylance haben Beweise für anhaltende Angriffe, die sich gegen kritische Infrastrukturen/Unternehmen richten, die sich in russischem Staatsbesitz befinden. Dazu gehört auch der größte und börsennotierte Ölkonzern Rosneft. Bei der Attacke handelt es sich vermutlich um einen kriminellen Angriff aus finanziellen Motiven.

  • Neu entdeckten Klickbetrug-Apps

    Profitsteigerung ist eine der Maximen jedes Cyberkriminellen. Da wundert es nicht, dass die SophosLabs nun eine neue Machenschaft aufgedeckt haben, die auf der Tatsache beruht, dass Werbetreibende mehr Geld pro Klick zahlen, wenn dieser von vermeintlich wohlhabenderen iPhone- oder iPad-Besitzern kommt. Da der sogenannte Klickbetrug, bei dem kommerzielle Werbeflächen geklickt oder Klicks zur Manipulation der Abrechnungssysteme simuliert werden, eine wachsende Einnahmequelle für nicht ganz so gesetztestreue App-Entwickler darstellt, scheint es sich auszuzahlen darüber zu lügen, welches Mobilgerät in betrügerischer Absicht die Werbung anklickt.

  • "Outlook-Harvesting" von Emotet

    Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware (Malware), die ganze Unternehmensnetzwerke lahmlegt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen zu schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. In Einzelfällen ist es bei den Betroffenen durch Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur zu Einschränkungen kritischer Geschäftsprozesse gekommen, die Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen. Daneben sind dem BSI weitere Fälle mit weniger schwerem Verlauf gemeldet worden, bei denen Malware-Analysten des BSI Emotet-Infektionen nachweisen konnten.

  • Antivirtuelle Maschinen- & Anti-Sandboxing-Technik

    Ein neuer Bericht von CenturyLink zeigt auf, dass das Mylobot-Botnetz nach dem Infizieren eines Computers noch andere Arten von Schadsoftware herunterladen und so größeren Schaden beim Diebstahl von Informationen verursachen kann. Mylobot enthält hochentwickelte antivirtuelle Maschinen- und Anti-Sandboxing-Techniken, um seine Erkennung und Analyse zu erschweren. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, bis zu 14 Tage zu ruhen, bevor der Command and Control Server (C2) kontaktiert wird. Seit der Identifizierung im Juni 2018 haben die CenturyLink Threat Research Labs beobachtet, wie Mylobot Khalesi als zweiten Angriff auf infizierte Hosts herunterlädt. Bei Khalesi handelt es sich um eine weitverbreitete Malware-Familie, die vor allem auf Diebstahl von Informationen abzielt.