- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Doctor Web erforscht neuen Bankentrojaner


Der Bankentrojaner Trojan.PWS.Sphinx.2 bettet sich beim Booten in den Prozess explorer.exe ein und entschlüsselt einen Konfigurationsblock
Trojan.PWS.Sphinx.2 lädt zudem eine Reihe von Tools zur Installation eines digitalen Zertifikats herunter und speichert diese auf dem infizierten PC

- Anzeigen -





Ein neuer Bankentrojaner bedroht Nutzer von Microsoft Windows. Die Virenanalysten von Doctor Web erforschen den Schädling bereits. Bankentrojaner versuchen das Geld von den Konten der Kreditinstitute zu klauen und stellen somit für Banken und Kunden gleichermaßen eine Gefahr dar. Der neue Schädling basiert auf dem Quellcode des Trojaners Zeus (Trojan.PWS.Panda) und nennt sich Trojan.PWS.Sphinx.2. Dieser führt Web-Injects aus, indem er fremde Inhalte (u.a. gefälschte Formulare mit Benutzernamen und Passwort) in Webseiten einbettet und geklaute Daten an Cyber-Kriminelle weiterleitet. Da die URL in der Adresszeile des Browsers und das Websitelayout dem Original sehr ähnlich sind, geschieht dies unbemerkt für die Opfer. Die Malware kann so das Geld der Kunden aus mehreren Banken entwenden.

Wenn der Benutzer eine Webseite aufruft, die in der Konfiguration des Trojaners enthalten ist, werden fremde Inhalte in die Webseite eingebaut. Ein Beispiel dafür liefert Trojan.PWS.Sphinx.2, der auf bankofamerica.com fremde Inhalte unterschiebt:

So funktioniert der Bankentrojaner
Trojan.PWS.Sphinx.2 bettet sich beim Booten in den Prozess explorer.exe ein und entschlüsselt einen Konfigurationsblock. Auf diesem sind die Adresse des Verwaltungsservers und der Schlüssel für ein- und ausgehende Daten gespeichert. Trojan.PWS.Sphinx.2 verfügt dabei über eine Modul-Architektur: Der Trojaner lädt auf Anforderung der Cyber-Kriminellen zusätzliche Plug-ins herunter. Zwei Module sind zum Starten in 32- und 64-Bit-Versionen von Windows vorgesehen, zwei weitere zum Starten auf dem infizierten Rechner des VNC-Servers. Über diesen Server stellen die Cyber-Kriminellen dann eine Verbindung zum infizierten PC her.

Trojan.PWS.Sphinx.2 lädt zudem eine Reihe von Tools zur Installation eines digitalen Zertifikats herunter und speichert diese auf dem infizierten PC. Das Zertifikat wird von Cyber-Kriminellen für Angriffe nach der Man-in-the-Middle-Methode verwendet. Der Trojaner verfügt zudem über einen Grabber, der Daten des Benutzers abfängt und an einen Remote-Server der Cyber-Kriminellen weiterleitet.

Besonders interessant ist die Methode zum Starten des Trojaners auf dem infizierten Rechner: Dafür wird ein Szenario in der PHP-Sprache sowie ein Interpretator verwendet. Das Szenario wird durch eine Verbindung im Autostart-Verzeichnis ausgeführt. Alle Informationen werden verschlüsselt im Windows-Registry gespeichert, die Module in einer verschlüsselten Datei mit zufälliger Erweiterung. (Doctor Web: ra)

eingetragen: 14.03.17
Home & Newsletterlauf: 18.04.17


Doctor Web: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Neue Angriffsstrategie über Firefox

    Seit 2007 attackiert die Cyberspionage-Gruppe Turla Regierungen sowie Regierungsvertreter und Diplomaten. Nun hat sie ihrem Arsenal ein neues Werkzeug hinzugefügt: Eset hat eine neue Angriffsstrategie analysiert, bei der die Gruppe eine Firefox-Erweiterung nutzt, um das beliebte soziale Netzwerk Instagram für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Taktik der Turla-Gruppe besteht üblicherweise in der Kompromittierung von Webseiten, die von den anvisierten Opfern häufiger aufgerufen werden - sogenannte "Watering-Hole-Attacken". Einmal ins Netz gegangen, werden die Nutzer auf einen Command-and-Control-Server (C&C) umgeleitet, über den die Geräte der Opfer Befehle empfangen und überwacht werden können.

  • Durch Manipulation Anzeigenklicks

    Check Point Software Technologies hat den Schädling Fireball enttarnt. Hinter der Schadsoftware steckt mutmaßlich die chinesische Marketing-Agentur Rafotech in Peking. Mit der auf über 250 Millionen Systemen verteilten Software könnten Cyberkriminelle weltweit Cyberattacken starten. Rafotech ist auf digitales Marketing spezialisiert und nutzt Fireball, um durch Manipulation Anzeigenklicks zu erzeugen. Dabei kapern sie den Online-Traffic der Nutzer und generieren so Umsatz durch Werbeeinnahmen. Aktuell werden vor allem Plug-Ins und weitere Konfigurationen installiert. Damit bewegt sich die Agentur in China in einer rechtlichen Grauzone.

  • Malware in Google-Play

    Check Point Software Technologies hat eine umfangreiche Angriffswelle mit 41 infizierten Apps im Google Play Store entdeckt. Der Schädling Judy wurde mindestens 8.5 Millionen Mal heruntergeladen. Ein Großteil der schädlichen Applikationen wurde von einem koreanischen Unternehmen namens Kiniwini entwickelt. Die Organisation entwickelt normalerweise Programme für iOS und Android, trat aber bisher nicht als Malware-Programmierer in Erscheinung. Nach einer Infektion generiert Judy Einnahmen durch Klicks auf Werbebanner. Dabei verfügt die Schadsoftware über Tarnmechanismen, um die Bouncer-Sicherheitsmechanismus von Google zu umgehen.

  • Hajime ein flexibles Bot-Netz

    Radware warnt vor dem immensen Zerstörungspotential des Botnets Hajime, das bisher einem sogenannten White Hat Hacker zugeordnet wird. Zwar habe der Entwickler des Bots diesen offensichtlich nach wie vor unter Kontrolle und bisher auch keine bösen Absichten erkennen lassen, so Radware, doch das Potential dieses Botnets sei verlockend. So könnten andere Hacker versuchen, Hajime zu hijacken und für ihre eigenen Zwecke zu gebrauchen. Zudem stelle sich die Frage, warum der Entwickler das Botnet so aggressiv ausbaut, wenn er damit keine bösen Absichten verfolgt. Hajime ist ein sehr ausgefeiltes, gut durchdachtes und flexibles Botnetz, das sich selbst updaten kann, um seinen "Mitgliedern" schnell und sicher neue Funktionalitäten zu verleihen. Es befällt wie Mirai IoT-Geräte mit offenen Telnet-Ports.

  • "Boost Views" greift PayPal-Zahlungsdaten ab

    Fürs Videoschauen bezahlt werden, den Traffic des YouTube-Kanals steigern oder ganz einfach vom Smartphone aus Bitcoins kaufen und verkaufen? Die Entwickler der Fake-Apps "Boost Views" und "PaxVendor" möchten Android-User glauben lassen, dass sie die passenden Anwendungen dafür bieten. Dabei haben es die Cyberkriminellen nur auf die Zahlungsdaten der Nutzer abgesehen. Der europäische Security-Software-Hersteller ESET hat beide Fake-Apps enttarnt und stellt die Analyse in einem ausführlichen Blogpost vor. Unter dem Deckmantel, eine YouTube-bezogene Dienstleistung anzubieten, hat sich "Boost Views" auf bis zu 100.000 Geräte geschlichen. Die App verspricht Nutzern, Einnahmen durch das Ansehen von Videos zu generieren. Die angeblich angehäufte Gutschrift sollen die Nutzer auf ihr PayPal-Konto transferieren können. Dafür werden sie aufgefordert, ihre Login-Daten in ein ungesichertes Authentifizierungsformular einzugeben.